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00:05There is really a lot of courage to protect such big animals and take responsibility for the next 20, 30
00:10years.
00:12And for me they are like a family.
00:20I would say that so a Glücksherde is a certain luxury.
00:26There must be someone there, who has this financed.
00:35The Kühe and that Tierproject are for my mother like their sin in life.
00:48Winter im Erzgebirge.
00:51In Börnchen, einem Dorf 40 Kilometer südlich von Dresden, gibt es einen ganz besonderen Stall.
00:59Hier leben die Kühe, Ochsen und Kälber der Glücksherde.
01:11Conny Böttger hat sich freiwillig eine anspruchsvolle Aufgabe im Leben gesucht.
01:17Sie rettet seit acht Jahren Nutztiere vor dem sicheren Tod und gibt ihnen die Möglichkeit, unbeschwert alt zu werden.
01:42Das ist der Alwin.
01:43Und der Alwin stand komplett alleine im Stall.
01:47Ich habe den gefunden, dem waren die Ketten eingewachsen, der hat hier noch Narben obendrauf.
01:52Sein Zwillingsbruder ist abgeholt worden mit anderthalb Jahren zur Schlachtung.
01:56Und dann stand er anderthalb Jahre alleine vergessen.
01:58Der hatte zu wenig Wasser, der hatte zu wenig Futter.
02:01Und ich habe ihm gleich einen Leckstein mitgebracht, weil ihm fehlten Mineralien.
02:06Der hat in die Wand versucht zu beißen und hat versucht den Kalk rauszuholen, damit er die Mineralien bekommt.
02:12Und zwar wie ein verrückter Mensch, den wir gefunden haben.
02:18Jedes dieser Tiere hier hat seinen ganz eigenen Leidensweg.
02:23Das ist unsere Glücksherde.
02:25Die Tiere sind jetzt alle gerettet.
02:27Sie werden nie wieder geschlachtet.
02:29Sie sind wie eine Art Patchwork-Familie.
02:31Jede einzelne habe ich begleitet bei der Rettung.
02:34Von jeder Kuh weiß ich alles.
02:37Also ich kenne die ganze Geschichte.
02:40Und bin total stolz drauf.
02:42Also das ist der Wahnsinn.
02:44Also ich habe mit der ersten Kuh meines Großvaters angefangen.
02:46Und jetzt stehen jetzt hier insgesamt 41.
03:07Ihre Glücksherde trotz Energiekrise durch den Winter zu bringen, ist nur eine Herausforderung.
03:14Bei uns gerade im Moment gibt es so viele Anfragen und ich muss dann Nein sagen und muss wirklich sagen,
03:22wir können nicht helfen.
03:24Und das geht allen Lebenshöfen da draußen im Moment so.
03:27Wir versuchen wirklich noch den letzten Platz irgendwie herzuholen oder die Finanzierung aufzustellen.
03:32Das gelingt uns jetzt nicht mehr.
03:35Aber Nein sagen gelingt der 47-Jährigen auch nicht.
03:39Und so organisiert Conny schon wieder die nächste Tierrettung.
03:43Die Kuh, die jetzt als nächstes zu uns einziehen soll, ist fünf Jahre alt.
03:48Die Agathe.
03:49Und die Agathe ist die Lieblingskuh einer Landwirtin, die sie retten wollte.
03:55Die Rettungsaktion führt nach Chemnitz.
04:12In einer Milchviehanlage steht die Kuh Agathe.
04:16Als milchproduzierendes Nutztier hat sie ausgedient und eigentlich ist ihr Ende beim Schlachter besiegelt.
04:32Doch die Tierwirtin Isabel Schwind wollte, dass Agathe lebt und kaufte ihre Herzenskuh für 1000 Euro frei.
04:39Es war immer so ein schwerer Moment für mich, dass ich dann das Halsband abmachen musste und die Kuh auf
04:46den Hänger laden musste, dass ich gesagt habe,
04:49meine Agathe, die bleibt, komme was wolle, ich setze jetzt alle Hebel in Bewegung, dass sie leben darf.
04:55Ein sehr schöner Moment. Mein bestes Geburtstagsgeschenk wird gerade abgeholt.
05:04Agathe sieht die ganze Aktion skeptisch.
05:09Doch schon bald wird sie ein Teil der Glücksherde sein.
05:32Und das ist ein ganz großes Geschenk für das Tier, weil wir haben einfach jetzt ihr Leben gerettet und sie
05:39muss jetzt nie wieder Milch geben.
05:41Sie ist heute früh das letzte Mal gemolken worden und sie darf jetzt ihr Leben genießen.
05:47In Börnchen im Erzgebirge wartet Connys Team schon auf den Neuzugang.
05:52Sie alle sind Mitglieder des Vereins Tierparadies Muriel.
06:05So, Mäuschen, komm.
06:09So, Mäuschen, komm.
06:11So, Mäuschen, komm.
06:12Fein.
06:13Super.
06:14So, ist fein.
06:17Und?
06:20Also, als wäre sie schon immer hier gewesen.
06:25Sein Sommer.
06:28I'm so glad that she's finally there and that she can stay there, that she doesn't give them for the
06:37other Kuh here at the Schlachthof.
06:45On Agathe, Coup Nr. 42 of Glücksherde, wartet jetzt ein Grundkurs in Sachen Hierarchie.
06:55Siehst du, pass auf, es geht schon los, das ist Bella. Bella ist eigentlich ein Kampfrissschwein, sag ich immer so.
07:02Das darf man eigentlich gar nicht sagen.
07:04Bella findet das jetzt nicht witzig, dass sie jetzt hier sofort frisst.
07:09Sie guckt jetzt erstmal und Bella ist sehr rankhoch, das heißt, die wird sie sich wahrscheinlich dann einsortieren unter sich.
07:19Das wird jetzt ein Vierteljahr ungefähr dauern, dann kennt sie hier die ganzen Prozesse und dann wird Agathe einfach so
07:26sein.
07:27Also sie zeigt sich ja jetzt schon so, als wäre sie eigentlich schon immer hier.
07:32Der Wunsch, Kühe zu retten, entsteht bei Conny in ihrer Kindheit.
07:37Damals lebt sie auf einem Bauernhof in Radeburg bei Dresden.
07:42Das ist das Grundstück, wo ich aufgewachsen bin als Kind.
07:45Meine Urgroße haben hier gelebt und bei denen bin ich mehr oder weniger auch teilweise aufgewachsen,
07:51weil meine Eltern im Dreischichtsystem arbeiten gegangen sind.
07:53Wir hatten hier Schweine, Kühe, wir hatten Katzen, ich hieß ja immer Katzenjule, weil ich mich immer um die Katzen
08:00gekümmert habe.
08:01Die sind mir entgegengekommen, als ich von der Schule kam. Das war so ein bisschen meine Freude.
08:05Wir hatten hier Hühner und manchmal auch Enten noch.
08:08Die Hühner und die Enten wurden bei uns hier geköpft tatsächlich, so wie es eben hier überall dann war.
08:14Hinter diesen Toren standen die Kühe. Immer angekettet, ohne Auslauf.
08:19Das war in den 70er Jahren gängige Nutztierhaltung.
08:24Ich habe es halt mit Kinderaugen gesehen und mit Kinderaugen habe ich die Ketten klirren hören.
08:29Und das waren für mich gefühlt, als wären da Schwerverbrecher gewesen.
08:32Die durften keinen Kontakt zu den anderen Kühen haben, die durften keinen Kontakt zu mir oder zu meinen Großeltern haben.
08:40Die konnten sich ja nicht rumdrehen. Die Kette habe ich zu Hause, das waren 70 Zentimeter.
08:45Und das anderthalb bis zwei Jahre, dann sind sie auf den Transport gestiegen und in die Schlachtung gefahren.
08:50Das war für mich ganz schlimm. Allein, ohne Artgenossen, angekettet, nur dastehen zu müssen und isoliert und einsam zu sein.
09:01Als 2015 das Ende des Bauernhofes kommt, ergreift Conny ihre Chance.
09:06Mein Großvater kam ins Krankenhaus und alle Tiere mussten jetzt gehen.
09:12Das heißt, hier war noch eine Kuh drin und ich wollte gern diese Kuh haben, um vor der eigenen Haustiere
09:18mit Tierschutz zu beginnen und einfach diese Kuh zu retten.
09:21Weil das war für mich hier eine Haltungsform, die ich gern besser machen wollte oder ihr das ermöglichen wollte.
09:28Ich wollte einfach zeigen mit der letzten Kuh, ja, wir heilen das wieder.
09:35Bella, die letzte Kuh vom Großvater, wird zur ersten Kuh der Glücksherde.
09:45Und hier lebt sie jetzt völlig unbeschwert.
09:55Ich denke mal, dass ich eine sehr hohe Empathie besitze und damit auch wirklich diese Tiere fühle, mehr als vielleicht
10:03auch andere.
10:03Und dementsprechend, wie andere wirklich auch leiden.
10:08Wir leiden wirklich tatsächlich, wenn wir sehen, dass Tiere eben in schlimmen Situationen sind.
10:14Das macht uns manchmal auch wirklich verwundbar, weil wir einfach Dinge so nah an uns ranlassen,
10:21beziehungsweise auch das, ja, eben mit vollem geöffneten Herzen erleben.
10:26Und das ist manchmal nicht einfach auszuhalten.
10:33Doch Empathie allein macht die Kühe nicht satt.
10:36Deswegen ist Conny froh, im Erzgebirge einen landwirtschaftlichen Betrieb gefunden zu haben,
10:42bei dem sie ihre Glücksherde einstellen konnte.
10:48Thomas Hubald und sein Team von Gut Börnchen füttern, missten aus und kümmern sich um das Wohl der Tiere.
10:55Für beide Seiten ist es eine Win-Win-Situation.
10:59Conny suchte für die immer größer werdende Glücksherde eine Bleibe.
11:03Und im Gut Börnchen gab es freie Stallungen, weil ein Geschäftszweig eingestellt wurde.
11:09Carina guckt schon wieder, skeptisch, ja.
11:11Ja, die schubs sind wieder schnell wieder weg.
11:15Ich habe schon ein halbes Jahr einen passenden Stall gesucht, wo auch so viele Tiere überhaupt unterkommen können.
11:22Weil es waren ja doch schon einige.
11:24Wir hatten die Tiere auf zwei Standorte mittlerweile verteilt, weil es nicht mehr gereicht hat, der Platz.
11:29Und wir haben uns dann hier kennengelernt im Stall.
11:32Und dann wurde mir der Stall das erste Mal gezeigt.
11:34Und das war echt beeindruckend.
11:37Als die Tiere zu uns gekommen sind, hat man das natürlich auch irgendwo mit einer Skepsis gesehen.
11:42Meine Mitarbeiter waren skeptisch.
11:44Jetzt kommen irgendwelche Pflegefälle zu uns.
11:46Die wussten ja aus unserer Haltung, dass wenn ein krankes Tier irgendwo im Stall steht, dass das mit mehr Arbeit
11:53verbunden ist.
11:55Und jetzt soll man solche Tiere bis zum Lebensende irgendwo pflegen.
12:00Und das wird dann natürlich von Mitarbeitern, auch von mir, skeptisch gesehen.
12:05Es wird sich jetzt herausstellen, wie das dann finanziell getragen wird.
12:09Weil natürlich ein krankes Tier dann immer mehr Aufwand bedeutet als ein gesundes Tier, was auf der Weide steht und
12:16ordentlich fressen kann.
12:20Der Kuhstall in Börnchen ist ein spezieller Ort.
12:24Links stehen die Nutztiere des Betriebes als Wirtschaftsfaktoren.
12:28Und rechts lebt Connys Glücksherde.
12:36Ich würde sagen, so eine Glücksherde zu halten, das ist auch ein gewisser Luxus.
12:42Es muss erst mal jemand da sein, der das finanziert.
12:45Es würde wahrscheinlich auch nicht funktionieren, wenn wir nicht nebenbei noch so einen konventionellen Betrieb hätten,
12:50der wirtschaftlich arbeitet.
12:52Nur irgendwo für sich einen Stall zu haben und so eine Glücksherde aufzubauen,
12:59da braucht man schon ein gewisses Vermögen, um das irgendwo zu stemmen.
13:15Rindern ein Leben zu ermöglichen, ohne dass sie Milch- oder Fleischlieferanten sind,
13:20das ist der Auftrag der TierretterInnen vom Verein Tierparadies Muriel.
13:27Doch ohne Geld geht das natürlich nicht.
13:30Deswegen braucht jede Kuh der Glücksherde auch einen oder mehrere Paten.
13:35Hey, Kalle.
13:36Na, Kalle.
13:37Na, wie geht's dir?
13:39Pro Kuh und Monat kostet das 120 Euro.
13:43Desiree Jahnke und ihre Familie zahlen das gern, um einem Tier, das keine Lobby hat, das Leben zu retten.
13:49Der Kalle ist eine Handaufzucht gewesen, wie ich dir schon erzählt habe.
13:53Und der Kalle, der liebt das gestriegelt zu werden.
13:55Kannst ruhig fest aufdrücken, weil die brauchen ein bisschen, ja, die mögen das.
14:00Guck mal dort.
14:02Oh, das ist schön.
14:03Das war die Stelle.
14:05Und du kannst auch hier schön am Hals legen, guck mal.
14:07Und auch hier so richtig schön hier drüber, das mögen die auch gerne.
14:11Genau.
14:12Na, Kalle?
14:20Total cool.
14:21Total cool.
14:22Und so ein großer Kerl.
14:25Na?
14:26Das ist schon ein Krafttier, ne?
14:27Ja.
14:29Auf der Weide war das ja nicht so möglich, dass wir den da so besuchen konnten.
14:33Das stimmt, da habe ich ihn ja von Weitem gesehen.
14:36Und der wollte ja auch nie zu uns kommen letztes Mal.
14:38Genau.
14:42Kalle als Patentier zu nehmen, war eine Familienentscheidung.
14:47Also die Auswahl ist sehr schwer gefallen, welcher sein wird und sein darf.
14:52Aber der ja den gleichen Spitznamen wie mein Bruder hat, wussten wir dann gleich, okay, da wird es der Kalle.
15:00Und Kalle animiert zum Fleischverzicht.
15:04Ich weiß jetzt, es geht auch anders, dass man den Kühen auch mit Liebe begegnen kann und sie nicht nur
15:11da sind, um gegessen zu werden.
15:13Und das hat auch lange bei meiner Oma gedauert und bei meiner Familie.
15:17Aber ich bin mit gutem Beispiel vorangegangen und habe gezeigt, dass es auch anders geht.
15:22Die Omas essen kaum mehr Fleisch.
15:24Mein Bruder ist kein Fleisch mehr, meine Mutter nicht mehr, ich nicht mehr, aber mein Vater noch.
15:28Also den kann man nicht so richtig überzeugen.
15:35Patentag bei der Glücksherde.
15:38Regelmäßig bietet Conny den UnterstützerInnen die Möglichkeit, in Kontakt mit ihren Patentieren zu kommen.
15:51Kühe retten begeistert immer mehr Menschen. Ehrensache, dass der Kuchen vegan ist.
15:58Na, hallo.
15:59Hallo.
16:01Na, geht es euch gut?
16:04Ja.
16:05Uns schmeckt es.
16:05Uns schmeckt es sehr gut.
16:08Wir haben über 150 Patenschaften.
16:13Und jetzt muss ich immer so, früher kannte ich alle, aber jetzt gelingt es mir nicht mehr immer, alles zusammen
16:18zu bekommen.
16:19Hier ist die Annett.
16:20Das ist ja, uns ist ja auch Mitglied geworden, also verhaftet einfach.
16:25Und die Annett ist ja Patin von Oma Rosinchen, hat sie ja auch gerettet.
16:32Viele Jahre arbeitete Annett Präsang in einem großen Milchviehbetrieb in Leipzig.
16:37Und hatte dort eine ihrer vielen Kühe besonders ins Herz geschlossen.
16:41Also ich habe eine Kuh gehabt, die hieß Rosi.
16:45Und die habe ich mir richtig schön handzahmen gemacht.
16:48Ist aber leider nur elf Jahre geworden.
16:51Und das ist ihre erste Tochter gewesen.
16:54Und die ist in meinen Arm eingeschlafen und da habe ich ihr versprochen, ihre erste Tochter zu retten.
17:01Irgendwie, dass die nicht auf den Schlachthof geht.
17:04Rosinchen hat noch einen Kälber gebracht.
17:06Die ist jetzt 15.
17:08Bringt keinen Nutzen mehr.
17:11Nur noch als Fleisch, sagen wir mal.
17:13Und da habe ich mir dann im Internet rumgeschnackt, habe dann Conny gefunden.
17:18Und habe sie gefragt, ob wir sie nicht retten können, ob sie nicht mit in die Muriel kommt.
17:24Und somit haben wir sie abgekauft.
17:26Ich habe eine Patenschaft übernommen.
17:28Ja, und seitdem ist sie hier.
17:31Und ich hänge an ihr.
17:32Das ist ganz wichtig.
17:34Das ist mein Liebling.
17:36Annett nutzt jede Gelegenheit, ihr Rosinchen zu besuchen.
17:43Guten Appetit.
17:51Kühe sind was Faszinierendes.
17:53Sie haben große Kolleraugen.
17:55Jede Kuh ist einzigartig.
17:57Jede Kuh hat andere Ohren, anderes Gesicht.
18:04Neurosinchen.
18:05Kühe haben einen ganz eigenartigen Charakter.
18:08Sie sind groß und wuchtig, aber auch lieb.
18:13Eigentlich könnte Conny rund um die Uhr Kühe retten.
18:16Wenn da nicht ihr ganz normaler Job noch wäre.
18:20Conny arbeitet in Vollzeit als Oberarztsekretärin an der Uniklinik in Dresden.
18:31Sofort, wenn ich hier in die Klinik reinkomme, ist mein Job.
18:34Und wenn ich rausgehe, ist es dann wieder der Tierschutzverein.
18:37Und so muss ich terminiert arbeiten und wirklich auch meinen Tag halt anpassen.
18:45Auch die Kolleginnen und Kollegen mussten sich an Connys spezielle Mission gewöhnen.
18:52Die ersten Reaktionen, wo ich meine erste Kuh geholt habe oder gerettet habe,
18:57die waren natürlich sehr verhalten und erstmal so staunend, wie jetzt eine Kuh gerettet.
19:04Das haben sie nicht verstanden.
19:05Aber das hat auch das restliche Umfeld nicht verstanden.
19:08Und die haben gedacht, das geht bestimmt irgendwann wieder weg, diese Euphorie.
19:13Und da haben wir gedacht, wir beobachten das mal.
19:17Und dann wurde das immer mehr und immer größer.
19:21Und dann kam das Staunen hinzu.
19:24Und dann fing man an, sich selber für Kühe, für Rinder zu interessieren.
19:29Und tatsächlich haben wir jetzt hier schon einige Paten mit im Klinikum,
19:32die das mit unterstützen und auch wirklich gern mit unterstützen.
19:36Connys Chef, Prof. Dr. Christian Vogelberg, hat die Kuhrettungen von Anfang an verfolgt.
19:43Er ist bisher kein Pate geworden, findet das Engagement für die Tiere aber beachtlich
19:48und hat auch schon für Connys Verein gespendet.
19:52Doch mag die Sympathie für die Sache auch noch so groß sein,
19:56ihren Job muss Conny trotzdem hochkonzentriert erledigen.
19:59Die Tierrettung findet ausschließlich in der Freizeit statt.
20:04Natürlich kann man sich bei Frau Böttger fragen, was verändert das jetzt die Welt,
20:07wenn sie jetzt 10, 20, 30 Kühe rettet und die Zustände bei den anderen bleiben so unverändert, wie sie sind.
20:17Aber ich glaube, das ist eine Frage, die kann man nicht wirklich an Zahlen festmachen,
20:20sondern Frau Böttger engagiert sich für diese Kühe, weil sie für sich erkannt hat,
20:25dass das eine problematische Situation ist und es ist ihr Anliegen, das zu verändern
20:31und das völlig in Ordnung.
20:33Man kann das ja auch mit anderen Situationen vergleichen,
20:35wenn ich mich für beispielsweise Menschen einsetze, Patenschaften übernehme,
20:39dann verändere ich auch nicht die ganz große Situation,
20:42aber ich verändere es für diesen einzelnen Menschen.
20:45Und ich glaube, das ist das Entscheidende hier.
20:56Am Abend nimmt sich Conny Zeit für ihren 17-jährigen Sohn Julien.
21:02Früher war er oft dabei, wenn die alleinerziehende Mutter Kühe rettete.
21:07Doch irgendwann wurde es Julien zu viel.
21:10Er wollte sich lieber mit Freunden treffen und seine Freizeit selbst gestalten.
21:19Ich glaube, ich bin kein Kuhretter.
21:22Ich glaube, ich bin wenn dann so ein kleiner Unterstützer, der Leute Kuhretter unterstützt,
21:27also meine Mutter.
21:28Meine Mutter macht halt Kühe retten glücklich und damit rettet sie viele Lebewesen
21:33und macht halt auch viele Kühe glücklich und sie macht viele andere Leute glücklich.
21:37Und es ist etwas sehr Schönes, aber ich denke nicht, dass jeder ein Kuhretter werden muss.
21:41Ich denke einfach, dass jeder das machen sollte, was ihn glücklich macht und das auch anstreben sollte.
21:48Und wenn es halt der Kuhretter ist, dann wird es der Kuhretter und wenn nicht, dann nicht.
21:53Es ist März und die Kühe kriegen langsam Lagerkoller.
21:57Da ergreift Henry Sousa die Initiative.
22:00Er ist der zweite Vorsitzende vom Tierparadies Muriel.
22:06Der Winter ist ja nun dieses Mal besonders lang.
22:10Und da versuchen wir halt unseren Tieren mal kurz Freigang zu geben.
22:14Hofpause sagen wir dazu.
22:16Und deswegen stellen wir die Teile hier auf, damit sie die Hofpause nicht zur Flucht nutzen.
22:22Und ja, da denke ich mal, geht's klar los und wir holen sie raus.
22:34Rinder retten, das ist auch für Henry zu einer Herzensangelegenheit geworden.
22:44Und einfühlsam sind diese Tiere auf jeden Fall.
22:48Als nämlich Henrys Frau Annette vor einem Jahr stirbt, ist es eine Kuh aus der Glücksherde, die ihn tröstet.
22:56Das ist Carina, eine von den Tieren oder eines von den Tieren, was mir besonders ans Herz gewachsen ist.
23:04Was mir auch, wo ich das erste Mal, nachdem meine Frau gegangen war, wieder hierher kam, kam ich den Weg
23:13hochgefahren zur Weide.
23:15Und ja, die Herde war nicht zu sehen.
23:19Und Carina stand da und guckte mich an. Das war, da war es aus bei mir.
23:25Das war auch so ein Herzenstier von Annette.
23:28Und als sie dann dort stand und mich sozusagen begrüßte, schön, dass du da bist.
23:34Da hat es mir für zehn Minuten den Boden unter den Füßen weggezogen.
23:43Dann ist für Carina und all die anderen die Hofpause schon vorbei.
23:49Und Conny hat mal wieder Nachtschicht.
23:53Bürokratische Vereinsarbeit und natürlich geht's ums Geld.
23:57Spenden akquirieren und Tierpaten suchen.
24:02Jedes Tier bei uns braucht ungefähr 120 Euro monatlich.
24:08Das bedeutet, dass wir da auch Pensionskosten, Tierarztrücklagen,
24:13dann Tierseuchenkasse und auch Klauenpflege mit dabei haben.
24:18Und das, jetzt haben wir derzeit 42 Tiere.
24:21Und das im Jahr sind ungefähr so knapp 60.000, mit denen wir jetzt im Moment jonglieren müssen.
24:38Wo 42 satt werden, ist auch Platz für 44.
24:43Ich stell euch vor den Kindergarten.
24:51Die Neun sind Fjellrinder. Das ist eine schwedische Rinderrasse, die schon die Wikinger mit auf ihre Boote genommen haben.
25:00Die beiden hier allerdings kommen aus norddeutschem Privatbesitz und gehören Katrin Maasberg.
25:06Die suchte nach dem Tod ihres Mannes eine neue Bleibe für die Tiere.
25:19Und?
25:22Überwältigen, ganz ehrlich.
25:25Wirklich.
25:27Ich danke dir.
25:33Dass meine Tüter das mal so gut haben werden. Ich hab's ihnen immer gewünscht.
25:38Ja.
25:38Aber...
25:40Guck mal.
25:41Guck mal.
25:43Guck mal.
25:45Guck mal.
25:48Guck mal.
26:12Guck mal.
26:14Guck mal.
26:39Guck mal.
26:42Guck mal.
26:44Guck mal.
26:47Guck mal.
27:11Guck mal.
27:12Ein großer Tag für Menschen und Rinder.
27:15Das ist für die der schönste Tag im Jahr und für uns erst recht, wie so eine... Das ist für
27:19uns
27:19wie die Ernte von dem ganzen Jahr.
27:21It's all over the place, it's all over the place.
27:23Gleich muss alles klappen.
27:25Fast 50 Kühe wollen raus.
27:28Die haben schon Frühlingsgefühle,
27:30das hat man schon im Stall gemerkt.
27:31Die Sonne steigt höher und die Tiere kriegen das auch mit.
27:37Dann endlich Freiheit.
27:55Shhh.
27:58Shhh.
27:59So it's up.
28:02Shhh. Shhh. Shhh.
28:08Shhh.
28:17Shhh. Shhh. Shhh. Shhh.
28:21Shhhhhh. Shhh. Shhh. Shhh.
28:21I dachte mal, ich dachte mal, dass es mein Ruin ist.
28:25Und man muss sich ein Risiko leisten können und ich bin das Risiko eingegangen.
28:30Ja, es ist wie ein Märchen, das jetzt wahr geworden ist.
28:33Wir haben hier ein Weltklasse-Team dahinter.
28:36And really, we grew up like a family here with the animals.
28:41And the people come to visit us so much.
28:43Because if such a herd falls over the Wiese,
28:46that's just pure energy and joy, right?
29:19That's just pure energy and joy.
29:19That's just pure energy and joy.
29:26The American people can change their lives together.
29:26That's a great generation.
29:27This is the American people.
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