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00:04I'd like to welcome you all to Boston and Macworld Expo.
00:08Apple steckt in einer tiefen Krise.
00:09Es droht die Insolvenz.
00:15Apple has lost so much money at market share.
00:18Der Computerhersteller gilt als praktisch bankrott.
00:22They've got to stabilize the company.
00:23Try not to lose any more market share.
00:31Apple has no more room for error.
00:37So please join with me now and welcome from Apple Computer Steve Jobs.
00:53Das war wie die Auferstehung von Jesus.
01:02Personal Jesus.
01:05Thank you very much for that warm welcome.
01:08Allein die Rückkehr von Steve Jobs hat also ein Momentum ausgelöst,
01:12wirklich einen Startschuss zu setzen für eine neue Ära.
01:17Personal Jesus.
01:21Er hat erstmal natürlich versucht aus dem bestehenden heraus Kraft zu schöpfen.
01:27Und hat eben geschickt das ganze weggezogen von dem technischen Bereich in eine ganz andere Sphäre.
01:33Apple is executing wonderfully on many of the wrong things.
01:47Am Ende war Steve Jobs ein knallharter Geschäftsmann, der einen wirklich guten Riecher hatte.
01:54Er war immer klug genug, die richtige Geschichte zu erzählen.
02:13Die Think Different Kampagne hatte das Ziel, sich als Teil dieser verkannten Außenseiter und kreativen Genies zu verstehen.
02:22Was für eine Idee. Wir nutzen den winzigen Marktanteil strategisch und sagen, wer zu diesem kleinen Kreis zählt, gehört zu
02:31den Rebellen, den Freigeistern, den Genies.
02:35Geniales Marketing.
02:53Sie erfanden Apples Image neu und machten den Menschen Hoffnung, dass etwas kommen würde.
03:03Dabei hatten sie nichts.
03:05Nichts.
03:07Hallo, hallo, hallo, hallo, hallo, hallo, hallo.
03:41Die großen Tech-Unternehmen werden immer größer.
03:53Apple ist eine Firma der Superlative. Der Börsenwert war über Jahre der höchste der Welt.
04:00Think Different, ja, durch mehr Geld bezahlen, sich von der Masse abheben, hat gut funktioniert.
04:11Heute ist Apple fast 4 Billionen Dollar wert.
04:19Also rein betriebswirtschaftlich ist Apple unter Tim Cook her so erfolgreich geworden wie nie zuvor.
04:29Ich bezeichne Apple oft als die einzige unverzichtbare Luxusmarke.
04:35Bei Luxus denkt man oft an Gucci, Ralph Lauren, Hermes und all diese Marken.
04:43Aber niemand braucht eine Hermes-Tasche.
04:48Apple ist die einzige unverzichtbare Luxusmarke. Wer einmal in diesem Ökosystem ist, kommt nicht mehr raus.
04:57Ohne geht es nicht mehr. Es ist ein unverzichtbarer Luxus, eine einzigartige Unternehmenskategorie.
05:03Und Apple hat sie erfunden.
05:12Wenn ich zum Beispiel mit all meinen Fotos, Lebenserinnerungen, Dokumenten in diesem Ökosystem bin.
05:20Aber mein altes iPhone ist kaputt, ich muss irgendein neues Produkt kaufen.
05:24Dann werde ich kein Konkurrenzprodukt kaufen, weil mein gesamtes anderes Ökosystem ist Apple.
05:33Das wird bei Apple zu wenig beachtet, diese Aboerlöse, die die inzwischen haben.
05:39Ich besitze die Inhalte, für die ich zahle eigentlich nicht.
05:45Früher war das schon cool. Es kommt ein neues Eminem-Album runter.
05:47Und ich muss zu meiner Mutter gehen und sagen, bitte, bitte, bitte, gibst du mir die Kreditkarte, darf ich das
05:51runterladen?
05:51Und dann gehörte mir die Musik. Das ist jetzt vorbei.
05:56Ich hasse die Service-Welt. Dieses Gefühl, dass man nie etwas wirklich besitzen kann.
06:04Eigentlich, weil man am Ende immer nur ein Abo zahlt.
06:09Das Nicht-Besitzen ist ja total praktisch für die Unternehmen.
06:13Also im Nachhinein fragt man sich, wie sie überhaupt jemals etwas verkauft und aus der Hand gegeben haben.
06:18Denn wenn ich etwas miete, dann zahle ich monatlich. Das heißt, das Unternehmen hat ein stabiles Einkommen.
06:23Und wenn ich nur auf mein Einkommen schaue, dann ist es das weit bessere Modell.
06:35Jetzt ist Apple eine von 30.000 Unternehmen, die nur darauf schauen, was Shareholder wollen.
06:44Ich sage, Apple ist jetzt weniger wert als unter Steve Jobs, weil Apple unter Steve Jobs immer das nächste größere
06:51Ding geliefert hat.
06:52Weil Apple unter Steve Jobs immer neueste Entwicklungen im Hardware-Bereich betrachtet hat und sie dann zur Perfektion umgesetzt hat.
07:04Apple steckt in einer tiefen Krise.
07:06Blackout. Apple has no more room for error.
07:10Apple war damals am Ende.
07:14Steve wollte, dass ich zurückkomme, aber meine eigene Firma, Frog, war zu groß.
07:19Und wir hatten bei Frog viele Kunden, die waren schon im Konflikt.
07:22Microsoft war ein großer Kunde und ja, es ging nicht.
07:27Aber privat, persönlich habe ich gesagt, ich berate dich, ja.
07:35Ich habe ihm dann empfohlen zum Beispiel, dass er mit Microsoft und Wilka jetzt Frieden macht.
07:40Das war völlig sinnlos.
07:41Hallo, ich bin ein Mac.
07:43Und ich ein PC.
07:44Es gab ja immer nur beide diese berühmten kleinen Werbefilmer, wo der Apple eben so ein cooler junger Typ ist
07:49im Pullover
07:50und der Microsoft tut wie so ein langweiliges Arschloch im Anzug, der so rumschleicht und nichts auf die Reihe kriegt.
07:56Na, kann es losgehen?
07:57Ah, jetzt noch nicht.
07:58Hab noch viel zu tun.
07:58Wie ist dein Plan für heute?
07:59Ich mache einen kleinen Film oder vielleicht eine Website, probiere mal eine Kamera aus.
08:03Und was ist mit ihr?
08:04Also, ich muss zuerst noch einige Treiber downloaden, danach lösche ich die Testsoftware von meiner Festplatte
08:09und ich muss auch noch Handbücher studieren.
08:11Hört sich an, als hättest du viel Arbeit, bevor du loslegen kannst.
08:13Also, ich fange mal an, bin schon ganz aufgeregt.
08:15Sag Bescheid, wenn du fertig bist.
08:17Ja, der Rest von mir ist noch in den anderen Kartons.
08:21Microsoft war nie mein Ding.
08:29Also, ich erinnere mich an diese Keynote.
08:32Ich wusste, entweder passiert jetzt Großes oder Apple ist Geschichte.
09:01Steve musste seinen Stolz überwinden, als er Bill Gates um Hilfe bat.
09:07Aber er wusste, dass Microsoft ein Interesse daran haben würde, zu helfen.
09:19Bill Gates kam es gelegen, da der Prozess noch lief. Er musste zeigen, dass Microsoft Konkurrenz hatte.
09:30Die Gefahr, dass Microsoft zum Monopol deklariert wird, war absolut da.
09:37Und dann wäre Microsoft zerschlagen worden.
09:53Das war von Microsoft eine Mischung in meinen Augen aus ganz cleverem strategischem Kalkül.
10:00Ich halte mal lieber einen Mitbewerber, der sowieso gerade abgekämpft in der Ecke liegt am Leben,
10:07als dass ich mich hier irgendwelchen Monopoldiskussionen stelle.
10:24Steve brannte darauf, zu beweisen, dass er ein Unternehmen führen konnte.
10:29Aus Fehlern lernt man, wenn sie sich einmal rausschmeißen, mach sicher, sie schmeiß dich nicht nochmal raus.
10:40Steve Jobs erkannte schnell, dass Apple Probleme mit der Lieferkette hatte.
10:47Er wollte jemanden mit Erfahrung in der Produktion holen, der die Sache in den Griff bekommen würde.
11:01Aber Apple war gerade auf dem Cover von Business Week als ein Unternehmen am Ende.
11:06Niemand wollte dort arbeiten.
11:13Die erste Wahl war der Logistikchef von Compaq, damals der größte Computerhersteller der Welt.
11:21Der sagte nein.
11:24Also fragte Jobs dessen Stellvertreter Tim Cook.
11:34Cook wollte nicht zu Apple, aber ein Treffen mit dem Visionären Steve Jobs? Warum nicht?
11:43Und dann zog Jobs ihn in seinen Bann.
11:46Cook erzählte später, eine innere Stimme sagte ihm, folge dem Ruf, geh in den Westen.
11:57Tim Cook war davor 12, 13 Jahre bei IBM.
12:02Wer ihn kennt, weiß, man hat es mit einem Terminator zu tun. Kalt und berechnet.
12:13Tim Cook ist geholt worden, um Dinge in Ordnung zu bringen hinter den Kulissen, damit Apple besser funktioniert.
12:26Es gab damals in Cupertino das geflügelte Wort, fahre nie in einem Fahrstuhl mit Steve Jobs.
12:36Also der Klassiker war, dass Steve Jobs das genutzt hat, die paar Sekunden zu fragen, sag mal an welchem Projekt
12:41arbeitest du?
12:42Und wenn du da nicht ganz glasklar antworten konntest, stand der fünf Minuten später vor deinem Schreibtisch und ließ dich
12:48das nochmal genauer erklären.
12:50Und wenn du spätestens da nicht das gut erklären konntest, konntest du direkt dein Köfferchen packen und gehen.
13:02Steve Jobs trifft Johnny Ive, um ihn und das Design-Team zu feuern. Und Johnny bringt sein Kündigungsschreiben zum Treffen
13:08mit.
13:14Beide erwarten das Schlimmste. Stattdessen werden sie zusammen Apple verändern und den Lauf der Wirtschaftsgeschichte.
13:25Sofort entwickeln sie Prototypen.
13:30Steve Jobs hat dann alles auf eine Karte gesetzt, das ganze Geld zusammengekratzt. Das war der letzte Schuss, den er
13:37noch frei hatte.
13:43Sie holen den Mac zurück. Nach zwölf Jahren, aber jetzt für das Internet-Zeitalter.
14:03Sie entwickeln den iMac, den Computer, der Apples Geschichte für immer verändert.
14:12Also die Leute haben so dreimal hingeguckt, was ist das denn?
14:17Sofort wird er ein Riesenerfolg.
14:20Einfach toll. Das Produkt hatte wieder Charakter.
14:25Steve Jobs, Johnny Ive und Tim Cook. Viele nannten sie das Camelot von Cupertino.
14:32Sie hatten einen Hit nach dem anderen. Sie konnten nichts falsch machen.
14:40Aber Apple wusste, wenn wir in einen echten Massenmarkt gehen, dann kann sowas nicht in den USA produziert werden.
14:47Da fehlt die Infrastruktur, da fehlt die Manpower.
14:53Der iMac sieht anders aus. Das bedeutet, dass er anders hergestellt werden musste.
15:03Es erforderte eine Kunststoffverarbeitung, die es bislang nicht gab.
15:07Niemand wusste, wie das ging.
15:14Das nutzt Terry Guo, der Gründer von Foxconn.
15:17Er ruft Tim Cook an und sagt, du hast ein Problem? Ich löse es.
15:25Terry Guo ist Taiwanese. Aber zu dieser Zeit in China wegen der billigen Arbeitskräfte.
15:38Terry Guos Vorbild ist Genghis Khan. Und auf genau dessen militärische Effizienz drillt er seine Arbeiter.
15:49Terry versteht, der Wert der Zusammenarbeit mit Apple liegt nicht im Profit, sondern im Wissen, das man dabei mitnimmt.
16:03Und das machte Foxconn für Jahre zum Hersteller der begehrtesten Produkte der Welt.
16:08Das machte Foxconn für mehrere Jahre.
16:14Am 22. Oktober 2001 kam eine ganz spannende, ganz knappe E-Mail bei mir an.
16:20Ich möge doch nach Cupertino kommen.
16:24Zu einer Vorstellung eines Breakthrough Electronic Device.
16:28Und lass mich euch zeigen.
16:30Boom. Das ist ein iPod. Ich habe noch einen hier in meinem Pod.
16:34Da ist es. Da ist es.
16:37Es gab ja schon MP3-Player, bevor der iPod auf den Markt kam.
16:42Das waren aber Dinge, da musste ich über Tasten irgendwelche Kombinationen reingeben,
16:47sehr mühsam zu bedienen von der Benutzeroberfläche.
16:50iPod. A thousand songs in your pockets.
16:56We think this is a major, major breakthrough.
16:58Als Steve den iPod vorstellte, hatte er ein einfaches Markenversprechen.
17:04Tausend Songs in deiner Hosentasche.
17:07Diese Worte haben alles verändert.
17:14Steve hatte ein geniales Gespür dafür, was ein Produkt den Menschen bedeuten sollte.
17:25Also ich habe ganz viele Playlisten gehabt, vor allem in meiner Jugendphase damals waren wir alle Emos.
17:31Also ganz traurige Musik gehört und ich bin dann immer mit dieser Musik Fahrrad gefahren.
17:36Das war für mich eigentlich untrennbar.
17:38Musik hören und Fahrrad fahren.
17:39Und das war für mich eigentlich die Höhe meiner Kindheit und Jugend, glaube ich.
17:46Als ich meinen ersten iPod hatte, da war es noch so, dass man die Musikvideos teilweise wirklich an einem Nachmittag
17:53dann alle runtergeladen hatte, die ich wollte, in MP3 konvertiert.
17:58Und dann hatte man teilweise dann eben nicht nur den Song, sondern teilweise auch noch das Gelaber vom Musikvideo.
18:04Aber Hauptsache, man hat eben die Musik, die man hören wollte.
18:12Die Menschen wollten mit den weißen Kopfhörern gesehen werden, um zu zeigen, ich habe einen iPod.
18:17Denn der iPod war anders als das Radio. Es war deine Musik. Es gab dir Individualität. Das schaffte keine andere
18:25Firma.
18:30Also das war genau in der Zeit meines Aufwachsens, war schon die Zeit, wo das Luxus-Dinge waren.
18:36Und ich war arm sehr lange. Das heißt, ich habe nie daran gedacht, ob ein iPod etwas für mich sein
18:44könnte.
18:44Ja, weil das war, das war einfach was für andere Leute. Das wurde für meine Schicht gar nicht beworben.
18:55Die Gesundheit von Steve Jobs steht immer wieder im Fokus.
19:06Jemand aus seinem Umfeld deutete an, er hat Krebs.
19:16Steve sprach nicht gerne darüber. Mal öffnete er sich, mal wurde er wütend, wenn ich das Thema ansprach.
19:27Er wollte kein Mitleid.
19:34Tim Cook bot an, ihm einen Teil seiner Leber zu spenden. Sie hatten dieselbe seltene Blutgruppe.
19:41Steve Jobs lehnte ab.
19:51Eine Krankheit oder Alter schärft schon den Sinn für Zeit. Und natürlich hatte er nicht mehr viel Zeit.
19:59Der Krebs trieb ihn an, noch einmal etwas Großes zu schaffen, bevor das Ende kam.
20:11Wir gingen spazieren. Und er wollte über etwas reden. Aber gleichzeitig wollte er nichts preisgeben. Er sprach in Rätseln.
20:20Apple macht gerade die beste Arbeit, die wir je gemacht haben.
20:27Ich fragte, was? Kann ich dir nicht sagen.
20:44Das ist interessant, wie so Haptik und Sound, wie sich das so einprägt und immer noch so...
20:50Von so meinen Grundschulfreundinnen kann ich noch die Telefonnummern so grob...
20:57Okay, warte. Ich glaube, bei uns...
21:00Und in unserer Studenten-WG war hier noch ein Zähler angebracht, damit jeder die Einheiten notieren konnte, um das abzurechnen.
21:11Ich kann die von meinem damals besten Freund, die kann ich noch auswendig. Unsere alte Nummer kann ich noch auswendig.
21:16Also, ich habe kein Festnetztelefon in meiner Wohnung.
21:24Und schon ist kein Knoten mehr drin. Oder doch, da schon wieder.
21:36Apple war zur iPod-Firma geworden. Doch im Unternehmen wuchs eine Angst.
21:43Wenn Nokia, Motorola, Ericsson oder Siemens einen iPod in ihre Mobiltelefone einbauen, werden die Leute sich für ein Gerät entscheiden.
21:55Dann wäre ihr Kerngeschäft in Gefahr. Das, das Apple erst kulturell relevant gemacht hat. Es stand viel auf dem Spiel.
22:04Es war existenziell.
22:16Das iPhone an sich ist eine wunderbare Erfindung. Also keiner von uns würde jetzt, glaube ich, wieder auf Papierlisten irgendwie
22:23schauen, wann der Zug fährt oder die Bahnkarte ausgedruckt mitnehmen wollen.
22:29Ich glaube, wir sind beim Vierer-iPhone eingestiegen. Es war auch am Anfang so schwer nachzuvollziehen, wie man so viel
22:36Geld für so ein Gerät ausgeben kann.
22:44Ich hatte schon irgendwo durch auch meine Geräte wie das iPhone das Gefühl, mit diesem Gerät und mit mir kann
22:51ich jetzt wirklich richtig was bewirken.
22:53Ich kann die Welt verändern. Ich kann da draußen mehrere zehntausend Menschen erreichen.
23:05Was der Kipppunkt war, ist der Moment, ab dem wir die Geräte nicht mehr zum Kommunizieren verwendet haben, sondern eigentlich
23:12unsere Aufmerksamkeit von ihnen haben stehlen lassen.
23:15Das war, glaube ich, der Kipppunkt. Algorithmische soziale Medien haben dieses Gerät tragischerweise, glaube ich, ziemlich in Verruf gebracht.
23:29Also ich vergleiche das immer so gerne mit einem Messer, Social Media und diese Technik.
23:33Mit einem Messer kann ich irgendwie Gemüse schneiden und tolle Gerichte zubereiten. Ich kann mich mit einem Messer aber im
23:40schlimmsten Fall auch verletzen.
23:42Und genau so ist irgendwo ein iPhone auch ein Tool, mit dem man tolle Sachen machen kann oder auch Sachen,
23:48die einem vielleicht sogar selbst schaden.
23:55Also es hat dafür gesorgt, dass wir in jeder freien Minute ein elektronisches Gerät in der Hand haben und Nachrichten
24:02checken.
24:03Und damit hat es uns radikal verändert. Und es ist ein bisschen eine elektronische Fußfessel geworden, weil jederzeit unser Standort
24:12abrufbar ist.
24:13Wir sind zu einem quantifizierbaren Wesen geworden.
24:22Das Best-Case-Szenario ist ziemlich klar. Wir erkennen, dass soziale Medien und auch das Smartphone eigentlich wie so viele
24:30Sachen in der Menschheitsgeschichte war.
24:32Eine wunderbare Angelegenheit, aber erst ab einem gewissen Alter.
24:35Wir haben auch irgendwann mal Kinderarbeit verboten. Alkohol darf man auch erst ab 16 oder 18 trinken.
24:41Glücksspiel ebenso.
24:43Ich will damit nur sagen, wir als Gesellschaft kriegen eine neue Technologie, wir übertreiben es und dann korrigieren wir mit
24:50Regulatorik und Kulturtechniken nach.
24:57Das sind die Apple-Nerds, die immer das neueste Gerät haben wollen.
25:01Die Apple-Nerds, die immer der größte Gewerke sind.
25:232007 werden 5 Millionen iPhones verkauft. 2015 sind es 230 Millionen.
25:30China will be the second largest market behind the United States.
25:40Apple started in China at a time when millions of Chinese people came out of poverty.
25:52Das iPhone wird zum sichtbaren Zeichen. Ich bin jung, ich bin wohlhabend oder auf dem Weg dorthin. Ich bin also
26:00anders.
26:05Der Flagship-Star in Peking verkaufte täglich 25.000 iPhones. Die Nachfrage war unstillbar.
26:16Ein 17-Jähriger ließ sich auf dem Schwarzmarkt ein Organ entnehmen, in einer Gasse, für ein iPad und ein iPhone.
26:25Bei dem iPhone-Hersteller Foxconn im chinesischen Shenzhen hat eine Serie von Selbstmorden Arbeitsorganisationen auf den Plan gerufen.
26:36Warum wundern wir uns, dass Menschen für Gewinnmargen natürlich so billig wie möglich produzieren und das heißt natürlich so unmenschlich
26:45wie möglich?
26:51Wer bei Foxconn eine 12-Stunden-Schicht arbeitet und das ist üblich, darf nicht reden. Lachen wird bestraft.
26:59Monotone Routine, Stunde um Stunde, mit nur kurzen Pausen.
27:11Wir könnten uns diese Geräte nicht leisten, wenn sie unter menschenwürdigen Bedingungen produziert würden.
27:17Und dann ist die Frage, wie groß ist der Preis, den wir für Fairness zahlen wollen?
27:24Aber warum sind die Menschen aus China vom Land in die Städte gegangen, um am Ende iPhones zusammenzuschrauben, weil das
27:31für die noch immer ein riesiger Wohlstandsanschritt war?
27:39Apple beutet chinesische Arbeiter aus. Ich drehe die Frage um. Warum lässt Peking das zu?
27:47Die Antwort, Wissenstransfer.
27:53Seit 2008 hat Apple dort 30 Millionen Menschen ausgebildet. Das ist mehr als alle Arbeitskräfte von Kalifornien zusammen.
28:07Es gibt keinen Ort auf der Welt, wo Apple in dieser Qualität, dieser Menge und zu diesem Preis produzieren könnte.
28:13Außer in China.
28:20Ich ahnte es. Es war offensichtlich. Er kam ein letztes Mal zu mir nach Hause. Er sah furchtbar aus. Wir
28:31sprachen eine Stunde. Als er ging, musste ich weinen.
28:53Es war ein sehr schlimmer Moment, als ich es im Radio hörte, dass er gestorben war. Ich war wie gelähmt.
29:05Wie Kennedy, da stirbt die Hoffnung von vielen. Also Kennedy stand ja auch für eine bessere Zeit.
29:14Und wenn dann jemand, der dafür steht, zu früh stirbt, ist einfach auch Teil der eigenen Hoffnung gestorben.
29:31Als er starb, war es für die ganze Welt ein Verlust. Er hatte so viel verändert, genau wie er es
29:39versprochen hatte.
29:40Und wenn diese Kraft verschwindet, fehlt etwas. Nicht nur ich vermisse ihn. Die ganze Welt hat etwas sehr Kostbares verloren.
29:56Tim Cook war ein hervorragender Hüter von Steves Erbe. Aber er konnte Apple nie wieder zu dem visionären, ja, missionarischen
30:07Unternehmen machen, das es unter Steve Jobs war.
30:14Der Apple-Fan von früher würde jetzt sagen, das Unternehmen ist nicht mehr so cool wie früher. Das geht ja
30:21immer mit einem Massenerfolg einher.
30:27In der Tim Cook-Ära gab es nur Verbesserungen von bestehenden Produkten. Nicht das nächste große Ding.
30:37Tim Cook könnte offene Systeme fördern. Er könnte Open Source fördern. Er könnte Reparierbarkeit seiner Geräte machen, damit wir sie
30:45nicht so viel wegschmeißen müssen.
30:46Er könnte Telefone für die Ewigkeit bauen. Apple könnte das umsetzen. Wer, wenn nicht sie?
30:58Ich hoffe, dass es Apple weitere 50 Jahre gibt und sie sich nochmal neu erfinden. Eine Welt ohne Apple würde
31:06mir das Herz brechen.
31:07If Apple ceased to be.
31:36Kindness Blank
31:37You
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