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00:00Over 50 years ago.
00:08And now the adventure continues.
00:14A new crew.
00:17A new mission.
00:20These four are the farthest journey that people have ever done.
00:27And that's just the beginning.
00:30Astronauts and scientists, also from Germany,
00:34are ready to visit the moon.
00:37The start shot is this mission.
00:40Artemis II.
00:51Ladies and gentlemen, your Artemis II crew.
00:58Sie sind die ersten Menschen seit über 50 Jahren,
01:02die den Erdorbit verlassen werden.
01:06I am Reed Wiseman, Commander of the Artemis II Mission.
01:10I'm Victor Glover, Pilot for Artemis II.
01:14I'm Christina Cook, I'm a mission specialist.
01:18I'm Jeremy Hansen, and I'm a mission specialist on Artemis II.
01:24Als ich erfuhr, dass ich für Artemis II ausgewählt wurde,
01:28konnte ich es erst gar nicht glauben.
01:30Ich fühlte mich geehrt und bereit.
01:33Bereit, alle stolz zu machen und das zu erfüllen,
01:36was diese Mission für die Menschheit bedeutet.
01:41Wir gehen da raus, um zu erfahren, warum wir hier sind und wohin es gehen könnte.
01:45Es sind die großen Fragen über unseren Platz im Universum.
01:50Diese Menschen sind meine Freunde.
01:52Ich vertraue ihnen und lege mein Leben in ihre Hände.
01:59Wenn ich die Artemis II Crew anschaue,
02:02Victor, Christina und Jeremy, dann sehe ich, wie ihr Herz für diese Mission schlägt.
02:06Sie sind extrem motiviert und unglaublich bescheiden.
02:10Es ist so cool, mit ihnen zusammen zu sein.
02:19Artemis.
02:21Das ist der Oberbegriff für eine ganze Reihe von Missionen,
02:24die aufeinander aufbauen.
02:28Begonnen hat es mit Artemis I, einer unbemannten Mondumrundung.
02:32Artemis II steht jetzt an, auch eine Mondumrundung,
02:36aber nach über 50 Jahren erstmals wieder mit Menschen an Bord.
02:41Mit Artemis III ist die nächste Mondlandung geplant.
02:45Artemis II ist damit der letzte große Test vor der Mondlandung
02:50und der erste bemannte Test für die neue Rakete und das neue Orion-Raumschiff.
02:56Knapp 400.000 Kilometer wird die Crew darin bis zum Mond zurücklegen
03:02und bei der Umrundung weiter von der Erde entfernt sein,
03:05als je ein Mensch zuvor.
03:08Nach zehn Tagen sollen die AstronautInnen wieder auf der Erde landen.
03:14Ich glaube, eine Frage, mit der sich alle Entdecker und Entdeckerinnen
03:19der vergangenen Jahrhunderte beschäftigen mussten, ist,
03:21warum müssen wir da hin, was bringt uns das?
03:25Vor 100 Jahren war es genau das Gleiche mit der Antarktis.
03:27In der Antarktis ging es auch erst einmal darum, dass man eine Flagge aufgestellt hat,
03:30kurz nach 1900.
03:32Dann hat es ein halbes Jahrhundert gedauert, bis die Welt den WissenschaftlerInnen
03:36und Wissenschaftlern wieder zugehört hat, die die ganze Zeit schon gesagt haben,
03:39ihr müsst da hin, weil es da Geheimnisse gibt, die wir entdecken müssen.
03:43Und genau das wird passieren mit dem Mond, auch ungefähr interessanterweise ein halbes Jahrhundert danach
03:48wird die Menschheit dorthin zurückkehren, als WissenschaftlerInnen und als Wissenschaftler,
03:53in dieser zweiten Welle der Exploration.
03:56Ein entscheidender Beitrag für die Rückkehr der Menschheit zum Mond kommt aus Deutschland.
04:01Er ist so entscheidend, dass die Crew persönlich in Bremen vorbeischaut.
04:07Denn hier bei Airbus entsteht ein Hauptteil des Raumschiffs,
04:12mit dem die AstronautInnen später auf einer riesigen Rakete ins All starten sollen.
04:22Die SLS-Rakete, das Space Launch System, besteht aus einer Hauptstufe in der Mitte und zwei Boostern.
04:32Gemeinsam sollen sie das Herz der Rakete in den Weltraum katapultieren.
04:36Das Orion-Raumschiff.
04:40Das Raumschiff selbst besteht aus zwei Teilen.
04:43Dem Crew-Modul für die Crew und dem europäischen Service-Modul für die Technik.
04:50Und das kommt aus Bremen.
04:53Den Bau des ESM, wie es abgekürzt wird, verantworten deutsche RaumfahrtingenieurInnen.
05:01Das ESM ist so gesehen ein Novum in der Raumfahrt, denn die NASA fliegt eine derart wichtige Mission und ohne
05:10ESM geht's nicht.
05:11Ohne ESM kommen wir nicht zum Mond und auch nicht zurück.
05:13Und das ist schon was Besonderes, dass wir erstmals so eine systemkritische Komponente für eine NASA-Mission bauen dürfen.
05:21Gleichzeitig ist das natürlich auch eine enorme Verantwortung trotzdem, dass alles am Ende funktioniert.
05:27Aber was genau ist die Aufgabe dieses Service-Moduls?
05:31Kurz gesagt, die Menschen im Weltraum am Leben zu halten.
05:34Hier, wo es keine Atmosphäre gibt, keinen Druck, kein Wasser, wo der Mensch ohne Technik sofort tot wäre, liefert das
05:41ESM, was es zum Überleben braucht.
05:46Neben den Triebwerken für den Antrieb und Solarzellen für die Stromproduktion enthält es zahlreiche Tanks für Treibstoff, Wasser, Sauerstoff und
05:57Stickstoff.
05:58Und zwar alles doppelt, für den Fall, dass etwas im Weltall kaputt gehen sollte.
06:07Das ESM ist drei Etagen hoch und besteht aus rund 20.000 Teilen.
06:14Nach einem hochpräzisen Bauplan wird jede kleinste Lücke gefüllt.
06:19Es ist Millimeterarbeit.
06:23Alles muss auf engstem Raum untergebracht und möglichst leicht sein.
06:28Dennoch wiegt das ESM gut 13 Tonnen.
06:34Masse ist ein wichtiger Faktor, denn wir müssen alles, was wir nach oben transportieren müssen, kostet Treibstoff, kostet Geld, kostet
06:41die Rakete.
06:42Und deswegen muss man alles so leicht wie möglich bauen und damit ist man automatisch auch näher zusammen.
06:48Nach Abschluss der Montage wird das ESM für die Verschiffung in die USA bereit gemacht.
06:54Es ist eine große europäische Investition in die internationale Raumfahrt.
07:02Das ESM wird mit europäischen Steuergeldern finanziert und wir möchten natürlich nicht, dass europäisches Steuergeld einfach nur in die USA
07:12geht.
07:12Deswegen produzieren wir dieses ESM und geben an die Amerikaner in Anführungsstrichen kostenlos das Produkt.
07:23Wir erhalten aber im Gegenzug Astronautenzeit.
07:26Denn die Europäer haben nicht die entsprechenden Ressourcen und Technologien, um komplett eine Mondmissionen durchzuführen.
07:35Das ist ja der Grund, weswegen man zusammenarbeitet, um eben die unglaublichen Kosten, die mit der Raumfahrt zusammenhängen,
07:42speziell mit der astronautischen Raumfahrt, um die zu timen.
07:48Die Kosten für den Einsatz einer SLS-Rakete belaufen sich auf über 2 Milliarden US-Dollar pro Start.
07:58Insgesamt hat die Entwicklung dieser Schwerlast-Rakete bis jetzt über 30 Milliarden Dollar gekostet.
08:05Fast 100 Meter hoch und 3000 Tonnen schwer wird der Koloss schließlich in Schritttempo zum Startplatz am Kennedy Space Center
08:15in Florida gerollt.
08:23Die vier AstronautInnen der Artemis-2-Mission sind die ersten Menschen, die mit dieser Rakete ins All fliegen werden.
08:31Sie wissen, wie gefährlich das ist.
08:37Wir erinnern uns. Die Apollo-1-Astronauten.
08:42Noch auf der Startrampe in der Kapsel bei einem Test verbrannt.
08:53Die Kosmonauten der Soyuz-11. Nach erfolgreicher Mission bei der Landung wegen eines fehlerhaften Ventils erstickt.
09:04Die Challenger. Mit sieben Insassen nur 73 Sekunden nach dem Start explodiert.
09:15Die Columbia. Beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre auseinandergebrochen. Alle sieben Besatzungsmitglieder tot.
09:27Die hohen Risiken, vor allem bei Start und Landung, müssen Raumfahrende in Kauf nehmen.
09:33Doch sie lernen damit umzugehen. In vielen Simulationen, die Vertrauen schaffen sollen.
09:39In die eigenen Fähigkeiten und die des Teams.
09:42Zu diesem Team gehören auch die Menschen im Mission Control Center. Mit dem Flight Director an der Spitze.
09:54Wir haben zahlreiche Notfallmaßnahmen. Zum Beispiel eine durchgängige Abbruchmöglichkeit innerhalb der ersten acht Minuten.
10:03Sollte irgendetwas mit der Rakete nicht stimmen, können wir die Orion von der Rakete abkoppeln und sicher in einem der
10:10Ozeane landen.
10:19Sobald wir abheben, übernehmen mein Team und ich im Mission Control Center die Kontrolle über das Gefährt.
10:25Es ist durchaus möglich, dass die Kommunikation abbricht, weshalb wir die ganze Zeit Kontakt zur Crew haben.
10:33Das erhöht unsere Chancen, rechtzeitig auf Probleme zu reagieren.
10:39Die letzten Schritte, bevor sie die natürliche Umgebung der Menschheit verlassen. Unseren Planeten.
10:53Um das Abenteuer miterleben zu können, simulieren wir die Reise virtuell.
10:58Gehen dorthin, wo die Kameras normalerweise nicht hinkommen. Ins Raumschiff selbst.
11:08Während draußen die Systeme gecheckt werden, bereiten sie sich drinnen vor.
11:14An der Spitze dieser riesigen Rakete zum Mond geschossen zu werden.
11:24Gc.
11:25Gnw.
11:25Buster.
11:26Control.
11:27Gnw.
11:27Gnw.
11:28Gnw.
11:28Gnw.
11:28Gnw.
11:28Gnw.
11:29Gnw.
11:30Gnw.
11:30Gnw.
11:31Gnw.
11:58So in etwa wird der Start aussehen.
12:02Astronautin Christina Cook hat ihn bereits einmal erlebt.
12:08Das Überwältigende beim Raketenstart ist, dass du am Ende dieses Countdowns wirklich hochsteigst und du steigst hoch und hoch und
12:15immer höher.
12:26Und du steigst so lange hoch, dass am Ende klar ist, es gibt nur einen Ort, an dem du sein
12:31kannst und das ist der Weltraum.
12:33Wenn die dritte Stufe abschaltet und du etwas aus deinem Sitz rausschwebst, das ist unbeschreiblich.
12:39Ground Control to Major Tom
12:47Ground Control to Major Tom
13:08Das ist Giraffity. Meine Mutter hat sie meiner Tochter geschenkt und die hat sie mir dann gegeben.
13:13Stofftiere wie dieses hängen wir oben in unser Raumschiff.
13:16Als ich schon einmal im Weltraum war, habe ich oft zu Giraffity geschaut, weil das tatsächlich ein super Instrument ist.
13:23Man erkennt daran, wie sich das Raumschiff bewegt oder wann die Triebwerke zünden und wann nicht.
13:32Jede Crew hat ihr eigenes Maskottchen. Aber die Bedeutung der Stofftiere geht über eine rein technische hinaus.
13:43Es erinnert uns daran, warum wir hier sind, wie wir hergekommen sind und wer uns unterstützt hat.
13:48Und wenn man sich in einer komplett fremden Umgebung befindet, schafft das die Verbindung zurück.
14:15Im Europäischen Astronautenzentrum in Köln treffen wir einen Deutschen, der diese Erfahrung teilen kann.
14:22Alexander Gerst ist einer der Astronauten, die mit den kommenden Artemis-Missionen auf dem Mond landen könnten.
14:28Er war bereits zweimal auf der ISS.
14:35Die ISS ist riesig innen drin. Wir befinden uns jetzt hier im Columbus-Labor, das ist das europäische Forschungslabor.
14:43Aber die Raumschüssel selbst ist mindestens 10 bis 15 Mal größer als dieses eine Modul.
14:48Wenn man das jetzt vergleicht mit der Orion-Kapsel, die ist, also der verfügbare Raum in der Kapsel ist kleiner,
14:55als das wir jetzt hier zur Verfügung haben.
14:59Zum Vergleich. Die ISS ist ungefähr so groß wie ein Fußballfeld.
15:04Die Orion-Kapsel, also das Crewmodul des Raumschiffs, ist dagegen gerade mal so groß wie das Tor.
15:12Die Orion-Kapsel als 1 zu 1 Modell steht in Houston.
15:17Erst der Blick ins Innere zeigt, wie klein das Teil tatsächlich ist.
15:25Der Platz ist sehr effizient genutzt. Die Toilette ist im Boden, der Wasserspender auch, das Trainingsgerät an der Wand.
15:32So sind Dinge aus dem Weg, damit man mehr Platz hat.
15:35Im Erdorbit kann man die Sitze runterklappen, für noch mehr Raum sorgen und Dinge hinter einer Art Vorhang verstauen.
15:41Also es ist wahrscheinlich wie Camping, nur dass man nicht einfach raus kann.
15:52Um sich an den Platzmangel zu gewöhnen, trainieren die Artemis-AstronautInnen alle Abläufe wieder und wieder.
16:00Auch in kompletter Ausrüstung.
16:03Sich vorzustellen, 10 Tage auf diesem engen Raum zusammen zu verbringen, zu viert, mit all den Grundbedürfnissen des Menschen, auch
16:11nach Privatsphäre, erfordert besondere Eigenschaften.
16:17Wir vier werden auf sehr engem Raum sein. Und da gibt es ein paar Dinge, die wirklich wichtig sind.
16:23Das eine ist Geduld. Und das andere ist Empathie. Man muss sich in die anderen reinversetzen können.
16:36Im Erdorbit werden die Solarflügel aufgeklappt. Die Crewmitglieder beginnen mit ihrer Arbeit.
16:43Besonders der Pilot ist hier gefordert.
16:53Die Aufgabe des Piloten ist es, den Commander zu unterstützen, als seinen Stellvertreter und das Raumschiff im Griff zu haben,
17:00es bei Bedarf manuell zu steuern. Und wenn der Commander eine Frage hat, dann habe ich hoffentlich eine Antwort für
17:07ihn.
17:11Schon am Boden wird alles zigmal geübt.
17:15Zwar kann das Raumschiff theoretisch komplett über die Software gesteuert werden,
17:19aber die AstronautInnen müssen es auch händisch bedienen können.
17:24Der wichtigste Weg, wie wir mit dem Raumschiff interagieren, ist unser...
17:28Cursor-Control-Device. Dein absoluter Favorit. Dieses Teil. Es sieht etwas seltsam aus, aber es ist ein wirklich geniales Gerät.
17:36Und ich weiß, es ist dein Favorit.
17:38Oh ja. Das ist unsere Hauptinteraktionsmöglichkeit mit dem Raumschiff. Damit können wir uns auf den Displays bewegen.
17:46Ich kann den Cursor also zu einer bestimmten Stelle führen und dann mit bestimmten Datenfeldern interagieren.
17:55Ein wichtiges Manöver ist das Abtrennen der ausgebrannten oberen Raketenstufe.
18:01Bevor sie zu Weltraumschrott wird, dient sie noch als Trainingsobjekt für den Piloten.
18:10Es geht darum, im Weltraum zukünftige Andock-Vorgänge zu üben. Etwa an die Mondlandefähre.
18:17Schon bei Artemis 3 muss dieser Vorgang sitzen.
18:24Jedes Mal, wenn du den Hand-Controller berührst, feuern die Triebwerksdüssen.
18:28Und die sind genau neben uns. Du kannst sie hören.
18:31Es macht bang, bang, bang.
18:33Und obwohl das Raumschiff ziemlich gut abgeschirmt ist und wir Anzüge tragen, hört und fühlt man die Düsen trotzdem, wenn
18:40sie feuern.
18:42Und dann endlich geht's los zum Mond.
18:46Um die Erdanziehungskraft zu überwinden, muss das Raumschiff enorm beschleunigen.
18:51Von rund 28.000 auf über 40.000 kmh.
18:57Das Besondere im luftleeren Weltraum, ist diese Geschwindigkeit einmal erreicht, bleibt sie gleich.
19:04Wenn ich mich auf einem Bötchen befinde, auf einem See und mich einmal mit meinem Paddel wegstoße, dann fahre ich
19:13ja auch erstmal in eine Richtung, ohne dass ich weiter paddeln muss.
19:18Irgendwann komme ich dann wieder zum Erliegen, weil es Reibung gibt zwischen dem Boot und dem Wasser, was halt wieder
19:23bremst.
19:23Und das haben wir halt im Weltall nicht. Da geben wir nur einmal Gas. Mit einem langen, starken Burn geben
19:29wir Gas.
19:30Und dann gleiten wir quasi durch den Weltraum, ohne weiterhin irgendwie Gas geben zu müssen. Wir fliegen quasi von alleine
19:36zum Mond.
19:38Genauso wie wir auch von alleine um die Erde fliegen. Es sind die Anziehungskräfte der Himmelskörper, die da oben wirken.
19:45Durch sie ergeben sich festgelegte Bahnen. Gas gibt man nur, um sie zu wechseln. Den richtigen Moment zu erwischen, ist
19:52aber entscheidend.
19:54Es ist nicht so, wie wenn wir jetzt mit einem Auto in die Wüste fahren und feststellen, wir haben Wasser
20:01vergessen, dass wir einfach umdrehen können und die gleiche Strecke zurückfahren.
20:04Das geht eben nicht. Weil wir uns eben auf diesen festgelegten Bahnen befinden, müssen wir immer bestimmte Punkte abwarten, bis
20:14wir erneut feuern können, um wieder zurückzukommen.
20:17Die Orientierung auf den unsichtbaren Umlaufbahnen ist mit bloßem Auge kaum möglich.
20:23Für die Navigation im Weltraum braucht der Pilot deshalb spezielle Technik. Und die kommt aus Jena.
20:33Jena Optronik in Thüringen ist die Heimat des sogenannten Sternsensors.
20:39Es ist eine Art Navi für den Weltraum. Mit deutlich vielschichtigeren Anforderungen, als wir sie von der Erde kennen.
20:49Dadurch, dass der Weltraum in Bewegung ist, ist das so ein komplexes System und so eine komplexe Bewegung, dass es
20:55für einen Astronauten eigentlich unmöglich ist, in so einer komplexen Lage sich zu orientieren.
21:00Das heißt, er braucht ein Referenzsystem, in dem Fall den Sternenhimmel, der steht fest. In dem kann er sich orientieren
21:07und das macht der Sternsensor.
21:08Und so funktioniert er. Angebracht an der Außenhülle des Raumschiffs macht der Sensor, der im Grunde eine hochpräzise Kamera ist,
21:18permanent Fotos vom Sternenhimmel.
21:22Über die eingebaute Software erkennt er spezielle Konstellationen, gleicht sie mit einer internen Karte ab und kann so die exakte
21:31Lage des Raumschiffs im Weltall bestimmen.
21:37Der Sternsensor für das Orion-Raumschiff wird in Handarbeit zusammengesetzt. Ein Prozess, der etwa ein Jahr dauert.
21:48Mit absoluter Genauigkeit wird hier gearbeitet. Schließlich verantwortet auch dieses verhältnismäßig kleine Teil am Ende das Überleben der AstronautInnen im
21:59Weltraum.
22:10Um in der Raumfahrt erfolgreich zu sein, muss man eigentlich mit anderen Ländern zusammenarbeiten.
22:17Ich sage eigentlich, weil China es auch schafft, das aktuell mehr oder weniger alleine zu machen.
22:22Aber es ist ein unglaubliches Investment in Form von Geld, Menschen und Know-how.
22:29Die Amerikaner sind sehr, sehr gut in der Raumfahrt, kaufen aber Sternsensoren aus dem kleinen Jena, um somit ihre wichtigsten
22:40Missionen, wie zum Beispiel Artemis, auszurüsten.
22:44Allein das zeigt, hier geht internationales Know-how über nationales Interesse, beziehungsweise stärkt nationales Interesse.
22:55Nach vier Tagen wird die Artemis 2-Crew ihr Ziel erreichen, den Mond.
23:03Ihn zum ersten Mal aus der Nähe zu sehen, ist der Traum eines jeden Astronauten.
23:11Für mich gab es eigentlich nie eine Zeit, in der ich Nicht-Astronautin werden wollte.
23:16Solange ich mich erinnere, war das immer mein Traum.
23:18Der Funke sprang endgültig über, als ich mit meiner Familie das Kennedy Space Center besuchte
23:23und anschließend eine Menge Bilder in meinem Zimmer aufhängte, von denen ich dann träumte.
23:31Ich bin auf einer Farm außerhalb von London, Ontario aufgewachsen.
23:36Und ich interessierte mich schon als Kind für die Fliegerei.
23:39Ich erinnere mich noch genau, wie ich im Lexikon nach Flugzeugen suchte und dabei auf Neil Armstrong stieß, den ersten
23:46Menschen auf dem Mond.
23:48Das Bild eines Menschen auf dem Mond hat sich mir eingebrannt.
23:52Von da an baute ich mein Baumhaus in ein Raumschiff um.
23:55Ich unternahm Weltraummissionen. Jetzt schließt sich der Kreis.
24:00Es geht dorthin zurück, wo es angefangen hat. Zurück zum Mond.
24:08Den Mond aus der Nähe anzuschauen, ist nur wenigen Menschen vergönnt.
24:13Aber auch von der Erde aus kann man sich den Mond heranholen.
24:16Mit Teleskopen wie dem großen Refraktor in Botsdam.
24:26Erbaut im Jahr 1899 wird das historische Doppelfernrohr immer noch von Forschenden für Mondbeobachtungen genutzt.
24:36Sie nehmen den Mond ins Visier, um durch ihn unsere eigene Welt und ihre Entstehung besser zu begreifen.
24:48Der Mond ist ein geologisches Fenster in die Vergangenheit.
24:52Das heißt, wir blicken fast überall auf Landschaften, die älter als dreieinhalb Milliarden Jahre alt sind.
24:58Und das heißt also, wir können auf dem Mond die Frühgeschichte des Sonnensystems praktisch direkt vor unserer Haustüre untersuchen.
25:05Im Zentrum dieser Untersuchungen stehen Gesteinsproben.
25:12Die Apollo-Astronauten brachten von sechs verschiedenen Landeplätzen insgesamt 382 Kilogramm Steine zur Erde zurück.
25:26Die Mondgesteine, die zur Erde gebracht worden sind, das ist der heilige Kral der Geowissenschaften, der Planetenwissenschaften.
25:32Weil wir genau feststellen konnten und messen konnten, wie alt welche geologischen Einheiten, von denen sie stammen, sind.
25:40Und konnten diese Ergebnisse dann extrapolieren, also praktisch übertragen auf Gegenden, wo niemand war.
25:46So konnten wir den gesamten Mond, seine Oberfläche, die Alter bestimmen.
25:51Und das Zweite war, wir konnten die Entstehungsgeschichte des Mondes entschlüssen.
25:54Und schließlich auch die Frühgeschichte der Erde, bis sie eine feste, solide Kruste hatte, konnten wir auch aus den Mondgesteinen
26:01ablesen.
26:02Insofern, da geht nichts drüber.
26:11So zauberhaft der Mond aus der Ferne aussieht, aus der Nähe ist er eine karge Kraterlandschaft.
26:20Krater, die in den letzten viereinhalb Milliarden Jahren entstanden sind, durch Meteoriten.
26:26Dadurch, dass der Mond keine Atmosphäre hat, schlagen sie ungehindert ein und pulverisieren den Mondstein.
26:35Das Ergebnis ist Staub. Meterhoher Staub.
26:39Neil Armstrong fällt er nach seiner Landung auf dem Mond sofort auf.
26:43Und so spricht er noch vor seinen berühmten ersten Worten, vom kleinen Schritt für den Menschen und vom großen Sprung
26:50für die Menschheit, über den Staub.
27:03Elektrostatisch aufgeladen klebt dieses Puder an den Anzügen und lässt sich auch mit Pinseln nicht in den Griff bekommen.
27:10Nach nur zwei Stunden auf dem Mond sehen die Apollo-Astronauten aus wie Kohlekumpel aus einem Bergwerk.
27:19Um den Umgang mit dem Staub zu trainieren, hat der deutsche ESA-Astronaut Matthias Maurer in Köln den Bau einer
27:27Halle mitinitiiert, die den Staub in den Fokus rückt.
27:30Die Luna-Halle.
27:34Auch Matthias Maurer könnte zu den Astronauten gehören, die einmal auf dem Mond landen werden.
27:42In der Luna-Halle sollen solche Einsätze trainiert und das Equipment getestet werden.
27:49Das fängt schon bei den Anzügen für die Außeneinsätze an.
27:58Also die Apollo-Anzüge, die in den 60er, Anfang 70er Jahre zum Mond geflogen sind, die waren nicht so robust
28:05ausgelegt, dass man sie sehr oft verwenden konnte.
28:08Sie hatten Reißverschlüsse, waren dadurch natürlich sehr praktisch anzuziehen.
28:12Aber der Nachteil war, dass in solchen Reißverschluss sehr schnell Staub eingedrungen ist und dann waren die nahe nicht mehr
28:18dicht.
28:20Der Staub war damals eine ernstzunehmende Gesundheitsgefahr für die Astronauten und wird es auch in Zukunft sein.
28:28Daher hat die NASA den Staub als eine der größten Herausforderungen für zukünftige Mondmissionen eingestuft.
28:36Die Luna-Halle ist die deutsche Antwort darauf. In ihrer Konzeption ist sie einzigartig auf der Welt.
28:43Eine wirklichkeitsgetreue Nachbildung der Mondoberfläche.
28:48900 Tonnen Staub. Mehrere Meter hoch. Dem Mondstaub nachempfunden. Dazu eine realistische Beleuchtung.
28:59Es sind exklusive Trainingsbedingungen für AstronautInnen. Aber auch für Technologieentwickler.
29:08Denn für die Geräte gilt dasselbe wie für die Raumanzüge. Sie müssen dem Staub standhalten.
29:18Der Mondstaub ist aber mehr als nur eine Gefahr. Man kann und will ihn auch nutzen.
29:26Der Staub ist auch eine Ressource, wenn man es positiv sehen möchte. Aus diesem Staub kann ich etwas zusammenbacken.
29:32Ich kann daraus einen Stein backen oder ich kann daraus vielleicht sogar ein Haus bauen.
29:37Das ist hier einmal dargestellt. Das ist jetzt hier dieser Sand, der verfestigt wurde mittels Laserstrahl.
29:44Er sieht auf der heißen Seite sogar aus wie eine Glasoberfläche.
29:49Wenn wir zum Mond fliegen und später auch zu Mars, dann fangen wir streng genommen wieder mit der Steinzeit an.
29:55Wir Astronauten müssen dann klarkommen wie die Steinzeitmenschen, nur dass wir Hochtechnologie dabei haben.
30:02Und dann lernen wir, wie wir aus Sand einen Stein bauen. Und aus dem Stein bauen wir dann ein Bauteil.
30:10Es ist die Vision eines Moon Villages. Einer Siedlung auf dem Mond.
30:16Bestehend aus Baustoffen, die eben nicht von der Erde mitgebracht werden müssen, sondern die vor Ort aus Staub hergestellt werden.
30:25Entstehen soll so eine Art Basislager. Zunächst, um den Mondfahrenden ihre Forschung zu ermöglichen.
30:35Wie diese konkret aussehen soll, wird auf der Erde längst geprobt. Zum Beispiel in den Vulkanfeldern von Arizona.
30:43Hier trainieren die Astronauten-KandidatInnen der kommenden Missionen, wie sie für die Wissenschaft vielversprechende Proben erkennen und einsammeln können.
30:54Da die Schwerkraft auf dem Mond geringer ist als auf der Erde, wird auch unter Wasser trainiert.
31:01Im Neutral Buoyancy Lab in Houston werden die AstronautInnen mit Gewichten und Auftriebskörpern so präzise austariert,
31:09dass sie auf den Boden des 12 Meter tiefen Beckens absinken und dort entlanglaufen können. Fast wie auf dem Mond.
31:26Unser Drang, Neues zu entdecken, ist Bestandteil unseres Wesens. Es gehört zum Menschsein dazu.
31:31Wenn man uns in einen dunklen Raum stellt und wir wissen, dass es dort eine Tür gibt, dann werden wir
31:36die Tür im Dunkeln ertasten.
31:37Und wenn man uns eine Mauer in den Weg stellt, dann finden wir einen Weg außenrum oder drüber oder mittendurch.
31:45Wir wollen einfach wissen, was hinter dem Horizont ist.
31:49Bevor am Horizont des Mondes das Moon Village zu sehen ist, wird noch viel Zeit vergehen.
31:55Für den Übergang soll erstmal eine Raumstation errichtet werden, der Nachfolger der ISS, das sogenannte Lunar Gateway.
32:07In einer stark elliptischen Umlaufbahn soll die Station den Mond so umfliegen, dass sie sowohl Transporte von der Erde entgegennehmen,
32:16als auch Abstiege zum Südpol des Mondes ermöglichen kann.
32:21Hier nämlich gibt es etwas Besonderes.
32:24Durch die schwache Rotationsachse des Mondes scheint am Südpol fast immer die Sonne.
32:30Doch nur an der Oberfläche, niemals im Inneren der Krater.
32:34Und genau das macht den Südpol für eine dauerhafte menschliche Präsenz so attraktiv.
32:41Denn in den Kratern verbirgt sich die Ressource, die Leben erst möglich macht.
32:46Ich bin damit aufgewachsen mit dem Wissen, dass der Mond komplett trocken sei, dass es da keinerlei Wasser gibt.
32:54Und dass das natürlich das größte Problem für die Exploration des Mondes sei.
32:58Und dann erst in den letzten Jahren hat man entdeckt, dass am Mond Südpol tatsächlich Wasser existiert.
33:04Und zwar in Kratern, die nie das Sonnenlicht sehen innen drin.
33:08Da ist es weit unter minus 200 Grad, so kalt wie das Universum, also unvorstellbar.
33:13Aber dort gibt es Wasser.
33:14Und dieses Wasser, wenn wir das irgendwie nutzen können, dann haben wir schon die Hälfte der Miete quasi auf dem
33:22Mond.
33:22Weil dadurch können wir den Mond sehr viel leichter erforschen.
33:28Um das gefrorene Wasser zu bergen, sollen Solarmodule an den Kraterrändern Strom produzieren.
33:38Dieser wird unten im Krater für den Abbau des Wassers benötigt.
33:48Aus wissenschaftlicher Sicht ist dieses Wasser äußerst wertvoll.
33:52Möglicherweise hat es die Geschichte des frühen Sonnensystems aufgezeichnet.
33:55Das ist fast so, als würde man ein Buch aus der Bibliothek holen und in der Erdgeschichte blättern.
34:01Gab es flüchtige chemische Stoffe?
34:03Enthielten sie Biosignaturen oder Bausteine für Leben?
34:07Solche Fragen können wir beantworten, wenn wir an das Wasser auf der Mondoberfläche rankommen.
34:16Aber nicht nur für die Wissenschaft, auch für das Leben auf dem Mond ist das Wasser wichtig.
34:22Zum Trinken, aber auch aufgespalten. In Sauerstoff zum Atmen und Wasserstoff als Energielieferant.
34:31Energie für den Betrieb des Moon-Villages und für die weitere Exploration des Sonnensystems.
34:40Eine Rakete vom Mond aus zu starten, hat einen enormen Vorteil.
34:45Durch die geringere Schwerkraft und den fehlenden Luftwiderstand braucht man viel weniger Energie.
34:51Und so wird der Mond zum perfekten Weltraumbahnhof.
34:56Wohin die Reise gehen soll, ist längst klar.
35:00Der Mars ist das Ziel.
35:05Vor Jahren schon sind unbemannte Missionen wie Curiosity oder Perseverance auf dem Mars gelandet.
35:12Seitdem erkunden Rover und sogar ein kleiner Hubschrauber die Oberfläche des erdähnlichen Gesteinsplaneten
35:19und bereiten den Besuch von Menschen ganz konkret vor.
35:24Worum es hier geht?
35:27Um die Suche nach Leben.
35:34Der Mars hat eine ganz andere Geschichte als der Mond.
35:37Er ähnelt eher der Erde. Allerdings verfügt er nicht mehr über ein starkes Magnetfeld, das ihn schützt.
35:43Er hat aber eine Atmosphäre.
35:45Und wir wissen, dass es dort in der Vergangenheit Prozesse mit flüssigem Wasser gegeben hat.
35:50Der Mars hat also eine Geschichte, die durchaus einmal Leben beinhaltet haben könnte.
36:01Das ist nicht Science-Fiction.
36:03Das ist nicht etwas, was die Menschheit vielleicht erst in tausend Jahren weiß, sondern vielleicht schon in 20.
36:07Wenn wir auf dem Mars eine einzige Mikrobe entdecken, von der wir wissen, dass sie nicht auf der Erde entstanden
36:13ist,
36:14sondern unabhängig von uns, beim ersten Blick über den Tellerrand,
36:17dann können wir davon ausgeben, dass da oben im Sternenhimmel Millionen und Milliarden von Welten existieren.
36:25Den Mars zu erreichen, ist aber gar nicht so einfach.
36:29Im Gegensatz zum Mond, der im Schnitt nur etwa 400.000 Kilometer von der Erde entfernt ist,
36:35beträgt die Entfernung zum Mars mindestens 55 Millionen Kilometer.
36:40Für AstronautInnen bedeutet das eine Reisezeit von sieben Monaten und mehr.
36:46Und das ist nur der Hinweg.
36:48Einmal angekommen, gilt es auf dem Mars auszuharren.
36:51So lange, bis sich die Planeten auf ihren Umlaufbahnen zwei Jahre später erneut annähern.
36:57Zwei Jahre. Eine psychische, aber auch physische Herausforderung.
37:02Denn der Weltraum ist voller für den Menschen gefährlicher Strahlung.
37:07Solare Strahlung durch Explosionen auf der Sonne und kosmische Strahlung durch weit entfernte Sternenexplosionen.
37:14Kriegt ein Mensch sie ungeschützt ab, droht Lebensgefahr.
37:21Die Weltraumstrahlung ist das größte, ungelöste Problem der astronautischen Raumfahrt.
37:28Um sie genau zu vermessen, wurden bei Artemis I zwei Messpuppen mit zum Mond geschickt.
37:34Zwei weibliche Messpuppen.
37:39Geleitet wurde das internationale Forschungsprojekt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.
37:45Genauer von Dr. Thomas Berger.
37:49Also Helga und Soa sind die zwei Astronautinnen, die wir auf der Artemis I-Mission geflogen haben.
37:54Wir haben Helga, die deutsche Astronautin, Soa ist die israelische Astronautin.
37:58Wir sind deswegen zwei Frauen.
38:00A, weil wir immer mehr Astronautinnen haben.
38:03B, weil wir eben herausfinden wollten, wie hoch die Organdosen für Frauen im freien Weltraum sind.
38:09Auch im Hinblick auf künftige Explorationsmissionen.
38:14Die Messpuppen bestehen nicht aus einem Stück, sondern aus Scheiben.
38:20Um später genau feststellen zu können, wie groß die Strahlenbelastung in welchem Teil des Körpers war,
38:27wurden die Scheiben äquivalent zu menschlichen Organen, Gewebe und Knochen aus unterschiedlich dichtem Material gefertigt
38:35und vor der Mission flächendeckend mit Messinstrumenten gefüllt.
38:41Das waren kleine Kristalle, die Strahlung speichern können.
38:47Rund 6000 dieser Kristalle befanden sich in jeder Messpuppe.
38:52Es war das bisher größte Strahlungsexperiment im tiefen Weltraum.
38:58Nachdem die Kristalle von der Artemis-Mission zurückgekehrt sind, kommen die hier am DLR ins Auslesegerät.
39:05In dem Auslesegerät werden die Kristalle auf 400 Grad erhitzt und die Kristalle senden beim Erhitzen, senden die Licht aus.
39:14Und dieses Licht können wir messen.
39:15Und dieses Licht entspricht im Prinzip der gesamten Strahlungsdosis, die der jeweilige Kristall über die Mission abbekommen hat.
39:23Und das sind grundlegende Daten, die vor allem auch oder die jetzt sicher auch in die Artemis-II-Mission einfließen
39:29werden.
39:29Die Daten zeigen, dass der Mensch, je weiter er sich von der Erde entfernt, umso stärker durch die Strahlung bedroht
39:37wird.
39:38Frauen noch mehr als Männer.
39:40Die Weltraumstrahlung ist damit womöglich der größte einschränkende Faktor für Langzeitmissionen zum Mond oder Mars.
39:52Sollte es jedoch gelingen, dieses Problem in den Griff zu bekommen, könnte unsere Gegenwart den Beginn einer ganz neuen Epoche
40:01markieren.
40:04Man kann sich natürlich fragen, wie es in 10.000 Jahren aussieht, wenn wir dann noch existieren als Menschheit.
40:11Hoffentlich ja. Und zurückschauen auf die jetzige Zeit.
40:15Ich glaube, diese Zeit, in der der Mensch lernt, die ersten Schritte von diesem Planeten raus in dieses große Unbekannte
40:24zu gehen,
40:24das wird so signifikant sein wie der erste Fisch, der den Ozean verlassen hat.
40:29Wir sind noch so nah dran, dass wir noch gar nicht realisieren, wie signifikant das eigentlich für die Menschheitsgeschichte ist.
40:37Apollo 8. Die ersten Menschen, die vor über 50 Jahren den Mond umrundet haben.
40:43Sie waren verblüfft, was sie da oben entdeckt haben.
40:46Oh mein Gott, schau an das Bild da oben da. Wow, ist das schön.
40:52Ist das ein Schild, Jim?
41:06Bill, I got a phrase, it's very clear right here.
41:11Sie waren aufgebrochen, um den Mond zu erkunden. Entdeckt haben sie die Erde.
41:23Alle zwölf Apollo-Astronauten, die auf dem Mond waren, und all die anderen, die mit ihnen um den Mond gekreist
41:30sind,
41:31haben nach ihrer Rückkehr gesagt, man sieht von da oben keine Ländergrenzen.
41:35Und das hat mit allen etwas gemacht, sodass also diese globale Perspektive,
41:40wirklich den Blick auf den Planeten Erde in diesem unendlichen Schwarz des Weltalls,
41:46sollte in unseren Köpfen doch, sag ich mal, genügend auslösen,
41:51dass wir mit unserem Planeten sorgfältiger umgehen.
41:54Und wenn das als Ergebnis der Artemis-Missionen am Ende übrig bleibt,
42:01wenn dieses Programm abgeschlossen ist, dass wir ein besseres Verständnis für unseren eigenen Planeten haben,
42:06dann wäre unglaublich viel erreicht und es wäre all das Geld wert, das man dafür ausgibt.
42:14Ziehen wir los in die unendlichen Weiten, nur um am Ende wiederkommen zu können, zu unserer Erde?
42:47Die Erde ist ein wunderbares, perfektes Raumschiff.
42:50Hier funktioniert alles ohne Hilfsmittel und wenn man oben als Astronaut unterwegs ist,
42:55dann schaut runter und denkt an die ganze Technik um einen rum, die erforderlich ist, um diesem Vakuum zu überleben,
43:02dann wundert man sich wirklich, wie diese perfekte Welt funktionieren kann.
43:10Ich glaube, auch eine wichtige Erkenntnis, die man als Astronaut oder als Astronautin gewinnt, ist, dass man im Weltraum ist.
43:16Und zwar nicht nur, wenn man jetzt da oben auf der ISS fliegt, sondern hier unten, hier.
43:21Wir alle hier auf diesem Planeten sind im Weltraum.
43:25Wir realisieren es nur nicht, weil wir diese schöne kleine Erde haben, die direkt vor unserer Nase ist,
43:30aber wir sind umgeben von einem unendlichen Kosmos.
43:32Wenn man das von außen sieht, ist das relativ klar, dass diese Erde nichts anderes ist als ein Raumschiff mit
43:38endlichen Ressourcen.
43:39Und wir da drauf können uns raussuchen, ob wir Teil der Passagiere sein wollen oder Teil der Crew.
43:55Und wir sehen uns beim nächsten Mal.
44:20Und wir sehen uns beim nächsten Mal.
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