Skip to playerSkip to main content
  • 4 minutes ago
Transcript
00:00Is that now my job? Will I do that now? And what is now my job?
00:04Ah, yeah, I think I want to be a mother.
00:05I am a born mother.
00:07And then I just wanted it.
00:09Also it was a really, I can say, a klatsch,
00:13also a little bit in the throat.
00:15Plötzlich is the whole time someone is screaming
00:16and you don't get it control.
00:18I said to my husband, oh my God, what have we done?
00:22To say, I don't care about my mother role
00:25or I don't have to be a mother,
00:27it doesn't mean that I love my children.
00:33Herzlich willkommen, liebe Ivona.
00:35Du zeigst auf Social Media, wie dein Alltag mit Kindern aussiehst.
00:40Teilst da dein Alltag aber auch deine Gefühle.
00:42Und das kann auch mal sehr emotional sein.
00:44Da schauen wir mal rein.
00:46Eigentlich keinen Bock mehr, Mutter zu sein.
00:49Ja, weil es mir einfach alles nimmt.
00:51Ich bin die Freude, weil ich einfach fertig bin.
00:54Ich wollte die Kinder und will sie auch nicht missen.
00:57Aber heute ist echt so ein Tag, wo ich mir so denke,
01:00hätte ich das alles mal nicht gemacht.
01:01Was war das für ein Tag?
01:04Das war auf jeden Fall kein guter Tag.
01:07Ich kann mich erinnern, dass es eine Situation war,
01:10dass beide Kinder eigentlich gleichzeitig geweint haben
01:14und was von mir wollten und ich alleine war mit den beiden.
01:16Und das war tatsächlich dann auch ein Moment, wo ich sie dann vor den Fernseher gesetzt habe
01:20und ins Zimmer gegangen bin und mir die Nägel lackiert habe.
01:23Einfach, um mal kurz was anderes zu machen, als mit den Kindern zu sein und runter zu kommen.
01:28Und dann habe ich das Handy genommen und das aufgenommen, meine Gefühle.
01:32Und als du das dann gepostet hast, was hast du da für Reaktionen bekommen?
01:36Die Reaktionen waren wirklich wahnsinnig in vielerlei Hinsicht.
01:40Also sowohl positiv als auch negativ.
01:43Viel Zuspruch, viele Mamas und Papas, die sich da wiedergefunden haben.
01:47Aber auch ganz viele Kommentare gegen mich und dieses Gefühl, wie ich das denn aussprechen kann.
01:54Und halt mit der schlussendlichen Aussage, ich würde meine Kinder nicht lieben.
01:58Aber ich weiß ja, dass ich sie liebe und dass das gar nicht im Zusammenhang damit steht.
02:02Und wieso ist es dir wichtig, so offen zu sein?
02:05Weil ich das Gefühl habe, dass als ich Mutter geworden oder Mutter werden wollte,
02:10dass mir nicht bewusst war, was da auf mich wartet.
02:13Also dass ich irgendwie in so einer Bubble war, wo alles so positiv ist rund um die Kinder.
02:17Und ich bin mit 25 schwanger geworden, also relativ früh,
02:22und war somit auch die erste in meinem Umfeld, die einen Kinderwunsch hatte und Kinder bekommen hat.
02:28Das heißt, ich hatte niemanden, der mir mal auch so einen Seitenhieb geben konnte
02:32und mal zeigen konnte, so läuft das wirklich.
02:34Ich weiß auch nicht, ob man genau überhaupt in dem Alter
02:38auch die Folgen davon verstehen kann vielleicht.
02:42Die Folgen davon, die sehen wir auf deinem Instagram auch.
02:46Wir schauen da noch mal ein paar Ausschnitte rein.
02:54Ich habe so ein krass schlechtes Gewissen.
02:58Ich war gerade eben so asozial zu meiner Tochter,
03:02dass ich quasi abgebrochen habe und gesagt habe, ich muss jetzt duschen,
03:06weil sonst passiert hier gleich irgendwas.
03:10Was meintest du da, als du gesagt hast, sonst passiert gleich was?
03:14In dem Moment, kann ich mich erinnern, hatte ich halt das Gefühl,
03:17also dann fast körperlich zu werden.
03:20Also würde ich niemals tun.
03:22Aber man hat so eine Wut und so diese Emotionen muss man ja selber reguliert bekommen.
03:28Deswegen habe ich ja dann auch gesagt, dass ich die Situation dann versucht habe aufzulösen
03:32oder habe sie dann aufgelöst, damit nichts passiert.
03:35Und ich bin zum Beispiel groß geworden, da ist dann was passiert.
03:38Also ich bin groß geworden mit dieser Generation, dass man halt auch mal vielleicht Gewalt anwendet,
03:43um Ordnung und Respekt hervorzurufen oder zu sichern.
03:48Und ich will das nicht weitergeben und möchte es anders machen, weil ich es nicht gut fand.
03:52Und dann in dem Moment seine eigenen Emotionen zu regulieren, ist halt extrem krass.
03:58Dieses emotionale Aussaugen nenne ich das manchmal, weil die beide was von mir emotional wollen.
04:03Die wollen getröstet werden, die wollen bespielt werden.
04:05Das ist ja alles was, was ich begleiten muss und dann irgendwie noch fördern.
04:09Und wenn dann irgendwie beide an mir ziehen, dann wird der Druck ja immer krasser.
04:15Du sagst, die Kinder wollen ja ständig was von dir.
04:19Und das ist ja aber so krass.
04:20Viele Sachen müssen die ja von dir wollen, weil die zu klein sind, um irgendwie das Leben zu regeln.
04:25Ja genau, die brauchen mich, aber häufig würde man denken, können die Situation natürlich auch selber klären.
04:32Aber wenn die den ganzen Tag jetzt in der Kita waren, dann haben die mich vermisst und die wollen meine
04:37Aufmerksamkeit.
04:38Das verstehe ich auch, aber wenn mir das dann zu viel wird, kann ich aber ja nicht sagen,
04:43so jetzt mal kurz Pause, sondern das geht ja dann weiter.
04:45Und somit übergehe ich die ganze Zeit mein Gefühl von, ich kann nicht mehr, ich kann nicht mehr, ich brauche
04:50eine Pause.
04:52Und wenn du das so verbalisierst im Internet, denkst du auch manchmal darüber nach, was sein könnte, wenn deine Kinder
05:01das zum Beispiel später sehen?
05:02Ja, das ist so eine klassische Frage oder Aussage, so deine armen Kinder, wenn die das mal sehen.
05:08Und ich sehe das zum Beispiel gar nicht so, weil ich denke, das ist vollkommen okay, wenn die das sehen,
05:13dann sehen die einfach nur ihre Mutter, die Emotionen gezeigt hat, die auch mal zugegeben hat, dass sie das nicht
05:18schafft.
05:19Die auch mal einfach ausspricht, was sie denkt und nicht zurückhält, einfach für sich einsteht und sich als Frau auch
05:27sehen möchte.
05:28Ich möchte nicht, dass meine Tochter oder mein Sohn irgendwie später nur funktionieren, sondern die sollen für sich einstehen und
05:34das sagen, wie sie sich fühlen.
05:36Deswegen bin ich das gar nicht schlimm.
05:46Zu sagen, ich bereue meine Mutterrolle oder ich habe manchmal keinen Bock Mutter zu sein, heißt nicht, dass ich meine
05:52Kinder nicht liebe.
05:53Da müssen wir klar differenzieren zwischen der Liebe einer Mutter zum Kind, dieser Bindung und einfach der Mutterrolle, der Erwartung
06:02der Gesellschaft, der Generation, der Familie.
06:05Also einfach dieser Druck, der auf der Rolle als Mutter lastet.
06:08Und das ist das, was mir zu viel ist, worauf ich keinen Bock habe.
06:13Nicht die Kinder sind das Problem, sondern heutzutage hat eine Frau viel mehr Aufgaben, als sie vielleicht früher hatte.
06:22Sie muss erfolgreich sein, sie muss gut aussehen, zu Hause muss es super aussehen, ein soziales Umfeld pflegen, ständig irgendwie
06:30Freunde einladen und groß kochen und das Essen.
06:32Also es sind nur tausend Aufgaben, denen du versuchst, gerecht zu werden.
06:38Und dann bist du noch irgendwo da in der Mitte, bist noch eigentlich du, dein altes Ich, das vielleicht irgendwie
06:43eine Vorstellung vom Leben hatte und jetzt realisieren muss, so weiß ich nicht, ob das was wird.
06:51Ich wundere, ich finde das krass, du bist in sehr beängten Verhältnissen groß geworden, hast dir mit deiner Mutter das
06:57Bett geteilt, der Vater hat auf der Couch geschlafen.
07:01Was hattest du für ein Verhältnis zu deinen Eltern?
07:03Meine Eltern sind aus Serbien nach Deutschland gekommen und es hat sich irgendwann so entwickelt, dass ich dann ein Zimmer
07:10mit meiner Mutter geteilt habe zu Beginn, das Ehebett von meinen Eltern wahrscheinlich, weil die sich nicht verstanden haben.
07:15Es gab immer ganz viel Streit. Bis ich ausgezogen bin, habe ich mit ihr in einem Zimmer geschlafen.
07:20Und meine Mutter und ich hatten eigentlich nie ein gutes Verhältnis. Wir haben uns sehr viel gestritten und dann noch
07:27mit der Person im Raum zu sein, mit der man sich gestritten hat, ist natürlich extrem schwierig.
07:32Zu meinem Vater habe ich, also das Verhältnis zu meiner Mutter hat sich auch jetzt mittlerweile gebessert und das mit
07:37meinem Vater war schon immer gut.
07:40Und ich bin aber irgendwie so groß geworden, dass Familie und Kinder das Ein und Alles sind. Das gehört zum
07:48Leben dazu.
07:49Du machst deine Schule, machst deine Ausbildung und dann findest du den Mann, dann heiratest du. Das musste auch passieren,
07:56bevor das Kind kommt und dann kriegst du Kinder.
07:59Meine Mutter ist in einer ganz konservativen Familie groß geworden, sehr streng und es ging eigentlich, das Wichtigste war es,
08:07dass du gut in der Schule bist, dass du dich ordentlich benimmst und eigentlich die Noten, also Leistung.
08:12Es ist auch schon mal ein Satz gefallen wie, und das bestreitet sie, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass
08:17das so ist, dass sie gesagt hat, dass wenn ich die und die Note nicht bekomme, dass sie mich dann
08:22nicht mehr lieb hat.
08:23Also ich glaube aber auch, ich sehe das jetzt auch nochmal so aus einer anderen Perspektive als selber als Mutter,
08:29dass sie ihre eigenen Probleme hatte und das dann irgendwie auch versucht hat, mich auf den richtigen Weg zu bringen,
08:39aber auf eine falsche Art und Weise einfach.
08:41Aber dann hast du aber irgendwann gesagt, ich gehe jetzt raus.
08:45Ja genau, das war für mich eigentlich, ja, 18 und weg, das war der einzige Weg raus, weil ich dann
08:51schon teilweise so Gedanken hatte, so ich will so nicht mehr leben.
08:54Also es war sehr schwierig für mich und dann bin ich raus und habe quasi einen Absprung geschafft und das
09:02hat mir sehr gut getan.
09:04Und dann, genau, habe ich eine Ausbildung gemacht, war dann im Job und irgendwann kam so dieser Punkt, wo du
09:11dich fragst, ja, ist das jetzt mein Job, will ich das jetzt und was ist denn jetzt meine Berufung?
09:15Ah ja, ich glaube, ich will Mutter werden.
09:17Ja, ich bin geborene Mutter.
09:19Also so kam das dann und dann hat das aber nicht von Anfang an geklappt, schwanger zu werden.
09:25Ich hatte zwei Abgänge und dann wollte ich es einfach unbedingt.
09:29Also erst mal tut es mir wahnsinnig leid mit den zwei Abgängen, die du hattest, das muss furchtbar sein, dann
09:35hast du es weiter versucht, schwanger zu werden und ich glaube, ihr habt auch einen Kinderwunsch.
09:42Ja genau, wir waren dann in der Kinderwunschklinik, da war aber auch alles in Ordnung, nur es war halt ungewöhnlich,
09:49wie alt war ich da, 24, dass das schon abgeht.
09:54Und wie verlief dann die Schwangerschaft? Welche Vorstellung hattest du und wie war es dann?
09:59Ja, die Schwangerschaft war super, also ich hatte eine gute Schwangerschaft, war alles tippitoppi, so wie das dann ist zum
10:05Ende, dann denkst du einfach nur, ja, wann kommt das Kind und so und ich hatte diese Klassiker, Nestbautrieb, alles
10:12gekauft, mehr als genug, also so wirklich so dieses typische, ich habe mich sehr gefreut auf das, was kommt.
10:18Und war das auch so ein bisschen, okay, das ist jetzt wirklich meine, das wird meine Erste.
10:23Ja genau, es war noch alles okay, genau, es war noch alles so, ja, ich werde jetzt Mama, so und
10:27dann bin ich in Elternzeit und es war so, ja, ich muss ja nicht arbeiten gehen.
10:32Hat sich gefreut.
10:33Ja, ja genau, so.
10:35Hast du gedacht, es ist ein bisschen Freizeit, nicht Freizeit?
10:37Was vieles damit zu tun hat, dass ich irgendwie auch nicht genau richtig im Job war, ne, dass das irgendwie
10:42dann so, ja, okay, dann bin ich erstmal raus, dann bin ich erstmal Mama, genau.
10:46Und wie war dann die Geburt?
10:48Die Geburt war eine sehr lange Geburt, meine Tochter war ein Sterngucker, das hat sich dann erst unter der Geburt
10:53irgendwann gezeigt, die PDA ist rausgerutscht, also alles richtig, also volle Dröhnung und irgendwann war sie da und natürlich hatte
11:02sie auch Stress unter der Geburt und hat dann halt ganz viel geschrien.
11:06Und das hat irgendwie gar nicht aufgehört.
11:08Ich hatte auch kein Familienzimmer, also war ohne meinen Mann, also ich war alleine mit diesem kleinen Baby, was die
11:15ganze Zeit geschrien hat und sich nicht hat beruhigen lassen von mir.
11:19Also es war irgendwie von Anfang an, sind wir nicht so gut reingekommen.
11:24Also es war richtig, ich darf mal so sagen, ein Klatschen, also so ein Tritt in die Fresse erstmal, so
11:29wirklich, ich hab zu meinem Mann da noch gesagt, oh mein Gott, was haben wir getan, ne.
11:33Also plötzlich ist die ganze Zeit jemand am Schreien und du kriegst es nicht kontrolliert.
11:37Ich war noch nicht mal alleine im Raum, das heißt, es war mir auch super unangenehm.
11:41Der Zimmernachbarin gegenüber, ich war super, also ich war überfordert und alleine damit, weil mein Mann ja auch nicht da
11:48war dann, ne.
11:49Aber der konnte dich besuchen?
11:50Der konnte mich besuchen, aber ja, trotzdem war man viel alleine, ne.
11:55Okay.
11:56So und irgendwann hat sich das halt dann so ein bisschen eingependelt, ne, aber sie war dann, sie war eigentlich
12:01immer so ein nähebedürftiges, viel weinendes Baby, nachts auch.
12:06Und das hat mich einfach überfordert.
12:09Ich war mir nicht bewusst, dass mein Kind 24-7 auf mir klebt und die ganze Zeit weint, wenn ich
12:15es mal kurz ablegen will oder so.
12:16Ich kann mir das alles sehr gut vorstellen.
12:19Da ist plötzlich so ein neues Wesen da, es ist irgendwie alles schwierig, man hat irgendwie maximal Stress, das ist
12:25alles gar nicht so, wie man sich das vorgestellt hat.
12:28Und dann entscheidet ihr euch aber für ein zweites Kind.
12:30Genau.
12:30Ja, das ist auch eine Frage, was ist denn da passiert?
12:36Ja, und da sage ich ganz klar, ich bin ein Geschwisterkind, mein Mann ist jetzt ein Geschwisterkind, das war so,
12:45ein Einzelkind kommt eigentlich nicht in Frage.
12:49Und auch nochmal dieses Thema Gesellschaft und Familie, das war, also das erste Kind war gerade geboren, da hieß es
12:54schon, wann kommt das zweite?
12:56Und jetzt ist es auch ständig, egal wo man hingeht, ob an der Kasse beim Edeka oder wo auch immer,
13:01ah, die sind ja so schnell groß geworden, wann kommt denn das dritte?
13:04Nein, Mann, es kommt kein drittes.
13:05Also es ist trotzdem immer diese klassischen Fragen, wann geht es weiter?
13:10Und auch nochmal dahingehend, meine Elternzeit ging dem Ende hin und es wurde auch kalkuliert, sodass wir gedacht haben, okay,
13:17gut, ich bin im Außendienst gewesen, ich müsste da wieder zurück, das funktioniert mit der Kleinen nicht, das heißt am
13:23besten, wenn wir ein Kind haben wollen, dann jetzt.
13:26Also ich finde es krass, dass voll viele Teile deiner Geschichte kommen von einer gewissen Erwartungshaltung, also von deiner eigenen
13:33Familie, aber auch so eine gesellschaftliche, ne?
13:34Selbst wenn die Familie das nicht sagen würde, hat man ja ständig das Gefühl, die Frau muss das tun, das
13:40tun, das tun, das tun.
13:41Das ist ja einfach ein strukturelles Problem und ich glaube, diese ganzen strukturellen Probleme sorgen ja für, dass wir so
13:47viel Druck haben als Frauen und dann als Mütter dann noch mehr.
13:50Und wir aber eigentlich gar nicht das Problem sind, sondern eben diese Strukturen.
13:53Ja genau, die Kinder sind nicht das Problem, wir sind nicht das Problem, sondern das System und die Struktur, in
13:57dem wir heute leben, dieses Vergleichen, immer mehr, immer schneller, immer besser, das ist das Problem.
14:03Aber man muss da ja nicht mitmachen.
14:05Ja, aber, ja, leicht gesagt, aber das ist so ein Teufelskreis.
14:13Also Leute um sich rum hat, die Eltern.
14:15Und Mütter, also Eltern unter sich, das ist auch fies.
14:18Also wenn du da nicht mitziehst, jetzt fand ich auch beim Karneval, du kommst in den Kindergarten rein, da geht
14:24es nicht um die Kinder und die Verkleidung, sondern da geht es darum, wessen Eltern haben jetzt hier am besten
14:28performt, ne?
14:29Also so, wer hatte das geilste Kostüm, ne?
14:31Ja, ich würde mir wünschen, dass einfach mehr Leute auf sich selber schauen, anstatt zu gucken, dass sie anderen gefallen.
14:37Weil ich glaube, daraus kommen die meisten Probleme, dass man halt immer in diesem Vergleich ist und ich glaube, das
14:42kann man nur ändern, wenn man sagt, ja, okay, ich höre auf damit, ich werde mich nicht mehr mit anderen
14:46vergleichen.
14:52Sag mal, wer war bei euch der Hauptdruckmacher für das zweite Kiel?
14:55Ja, ich.
14:56Ja, ich.
14:57Ja, mein Mann.
14:57Also ich bin generell, habe ich meinen Mann, würde ich sagen, schon nur heftig da reingedrückt.
15:01Der hätte viel mehr gewartet noch.
15:03So, kannst jetzt auch sagen, hat seine Vor- und Nachteile, hätte man länger gewartet.
15:07Ja, dann hätte man aber dann nochmal von vorne angefangen nach fünf Jahren.
15:11Also egal, wie man es macht, glaube ich, macht man es wieder falsch.
15:15So, und jetzt kann ich mir vorstellen, also die zweite Geburt lief ja leichter.
15:18Ja, genau.
15:19Aber der Alltag nicht, weil jetzt sind ja zwei Kinder.
15:23Dein Mann ist Arzt, hat Nachtschichten.
15:25Wie ist der Alltag jetzt?
15:26Der Alltag sieht so aus, wir stehen morgens um sechs, halb sechs auf.
15:30Also wir haben Frühaufsteher, ja.
15:32Ja, und dann wird schon, die dürfen ein bisschen Fernsehen, mein Mann macht sich fertig für die Arbeit und dann
15:38kümmere ich mich um zu Kita gehen, Haushalt, Instagram.
15:45Danach hole ich die ab.
15:46Also ich kümmere mich eigentlich um alles, Essen, so.
15:49Und der größte Stressfaktor ist einfach anziehen, essen, losfahren, abholen.
15:57Also es ist eigentlich alles mit einem Aufwand verbunden.
16:00Und wir sagen jetzt nicht, komm, wir gehen jetzt in die Kita.
16:02Ja, okay.
16:09Du bist in einem dauerhaften Funktionsmodus.
16:11Ja, auf jeden Fall.
16:12Und wenn du gerade mal denkst, ich kann gerade nicht, ich muss mich mal hinsetzen, das funktioniert nicht.
16:16Du bist einfach die ganze Zeit gefordert.
16:19Was macht das mit eurer Beziehung?
16:21Also Zweisamkeit, Intimität, das geht natürlich komplett verloren.
16:24Also wir schaffen es zwischendrin mal, aber es ist schon krass, weil du halt abends bist so komplett ausgelaugt.
16:34Wenn du nach anderthalb Stunden Einschlafbegleitung rauskommst, hast du wahrscheinlich noch geschlafen, bist geredet.
16:39Fehlt einfach nur deine Ruhe, weil du den ganzen Tag geredet hast und irgendwie Emotionen begleitet hast.
16:46Und es geht jetzt nicht um uns, es geht jetzt um die Kinder.
16:49Das ist gerade so eine Zeit.
16:50Aber wir schaffen es durch die Hilfe meiner Eltern, uns immer wieder auch mal ein bisschen Zeit für uns zu
16:55nehmen.
16:55Lass uns mal so einen Tag reinnehmen.
16:57Du warst die ganze Zeit zu Hause und er kommt, Schatz, da bin ich.
16:59Ja, der kommt natürlich immer gut gelaugt nach Hause.
17:02Und ich brauche dann wirklich immer, der merkt dann, der tastet sich da so an die Stimmung ran.
17:07Und dann, ich kann dann nicht reden.
17:09Also ich darf nicht reden, weil sonst flippe ich aus, weil er natürlich mein Ventil ist.
17:14Und deswegen brauche ich dann in der Regel so eine Stunde schon, um runterzukommen.
17:18Eine Stunde?
17:19Ja, eine Stunde, ja.
17:21Wünschst du dir, dass er mehr übernimmt?
17:24Dass das nicht eine Stunde dauert, bis du zur Ruhe kommst?
17:27Ja, aber meine Kinder lassen das gar nicht zu.
17:30Also nicht, dass er das nicht will, aber meine Kinder wollen nicht zu ihm.
17:34Die klemmen mir am Bein wie so Kletten.
17:36Aber mein Mann ist halt nun mal Arzt, Hauptverdiener, wir leben von seinem Gehalt.
17:42So stand es auch nie zur Debatte, dass er zu Hause bleibt und du arbeiten willst.
17:46Das könnten wir ja so finanziell gar nicht stemmen.
17:48Wir gucken uns mal ganz kurz an, was Nikos Einblicke sind von deinem Mann.
17:54Das ist ganz süß.
17:56Gerade in den ersten ein, zwei Jahren seit der Mutterschaft ist ein wenig die Leichtigkeit verloren gegangen,
18:04die sie vorher hatte oder die wir auch als Paar hatten.
18:07Unsere Beziehung ist gewachsen.
18:10Wir sind stärker, wir sind ein stärkeres Team als vorher.
18:13Das Einzige, was natürlich unter Kindern leidet, ist natürlich ein bisschen die partnerschaftliche Vielliebesbeziehung.
18:22Für Iruna wünsche ich mir, dass sie ihre alte Leichtigkeit und Stärke wieder zurückgewinnt.
18:29Und ich glaube, sie ist auf einem sehr guten Weg dahin.
18:41Was denkst du, wenn du das siehst?
18:43Ich denke mir so, das ist mein Peter.
18:45Also wir nennen uns Peter und er ist für mich wirklich mein Ein und Alles.
18:52Ich bin froh, dass wir so einen guten Grund haben, eine gute Basis, dass wir so gut miteinander funktionieren,
18:58dass das nicht an uns rüttelt, dass wir da irgendwie auseinanderfallen.
19:03Und es hat ja auch mehr Spuren hinterlassen.
19:06Du bist in therapeutischer Behandlung, du bist in medizinischer Behandlung.
19:10Sprich, du hast Antidepressiva verschrieben bekommen.
19:14Ich war schon in therapeutischer Behandlung, zur Kinderwunschzeit schon.
19:20Und ich habe das einfach für uns entschieden und in einem ganz klaren Moment,
19:24weil ich gesehen habe, wie meine Kindheit lief.
19:27Meine Mutter kam nach Hause nach der Arbeit.
19:29Du durftest sie auch nicht ansprechen.
19:31Es war ganz fies, weil sie einfach überlastet ist.
19:34Ich habe einfach irgendwann dann gesehen, was dieser Stress, diese Überlastung,
19:40dieses Stress mit den Kindern, diese Anforderungen, was die eigentlich mit mir machen,
19:43was die auslösen und habe einfach Muster erkannt, die ich bei meiner Mutter einfach gesehen habe.
19:49Und ich weiß, wie sehr ich gelitten habe durch diese Beziehung meiner Eltern,
19:52durch diesen Streit, durch die Konflikte mit ihr.
19:55Und ich habe mir ganz fest gewünscht, das will ich nicht.
19:57Und wenn das dann für mich bedeutet, dass ich mir Hilfe holen muss,
20:01dann ist das okay für mich, weil ich will, dass es meiner Familie gut geht
20:04und dass wir uns verstehen und dass wir glücklich miteinander sind.
20:08Und ich muss sagen, das war für mich die beste Entscheidung,
20:12weil ich meine eigenen Zwänge habe, wie dass ich die ganze Zeit Ordnung haben möchte
20:18und das in Kombination mit Kindern, das funktioniert nicht.
20:21Und einfach dieser Druck, Leistung zu bringen, ständig zu funktionieren,
20:25ist einfach weniger geworden und dadurch ist es deutlich leichter.
20:29Was hast du für eine Botschaft für junge Frauen,
20:31die wie du Anfang 20 sind und davon träumen, Kinder zu bekommen?
20:35Und lasst euch Zeit.
20:38Ja, ich glaube, was mir gefehlt hat, ist tatsächlich wirklich jemand
20:45oder einfach das Bewusstsein für Elternschaft, für die Mutterrolle
20:50und auch so ein bisschen abzuwägen und wirklich rational zu verstehen,
20:53ob man überhaupt dafür geeignet ist.
20:56Ich bin dir sehr dankbar dafür, einen großen Beifall.
20:59Liebe Ivona, dass du heute bei uns bist
21:01und deine Geschichte so auch für uns geteilt hast.
21:03Dankeschön.
21:05Die Talks mit den anderen Gästen und die ganze Runde deep und deutlich
21:08findet ihr hier in der ARD Mediathek.
Comments

Recommended