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00:00I was the worst friend on earth.
00:02I was from the victim to the victim.
00:04I was in this relationship.
00:06I was the sick and sick friend,
00:08who was very controlled.
00:09I looked at his phone,
00:10and I didn't want to go out.
00:12I knocked him out of his car,
00:16because...
00:17that a man comes out of his car with his friends.
00:20That was for me a great deal.
00:26It's so nice to have you today.
00:27You are a very interesting mix.
00:32Pastorin and Influencerin.
00:34They love you because of your humor,
00:38your openness.
00:39And those who don't know it,
00:40they look at it now.
00:41I'm Merle,
00:42the slowest and slowest Läufer in the world.
00:44So langsam,
00:45that my man Enno can just walk around.
00:47And now we can walk around 4 kilometers together.
00:49So that you can finally get out of the way.
00:51How many times you take for 3 days?
00:55I'm going to drink it all day.
00:56I'm afraid I'm not going to drink it all day.
00:59Even if I do that forever.
01:00I never drink it all day.
01:01So this time I'm going to drink it all day.
01:03So I'm just for 3 days,
01:04I was like to change it.
01:04I have to go for 6% of all days.
01:05Is there a look at any of people who never wash their Woll- or Strick-sachen?
01:09waschen. Mir wurde nämlich gesagt, das ist sehr eklig
01:12und ganz ehrlich, da habe ich gesagt, liebe
01:13Monika, bei Strick und Wolle bin ich noch
01:16schmerzbefreiter als bei meinen BHs.
01:17Da sage ich euch ehrlich, da bin ich sehr gerne eine
01:19Ekelige.
01:26Also bei den
01:28bei den Stricksachen hattest du mich?
01:30Ich habe einen großen Strickpullover,
01:32wo ich dachte, ja, aber ich fühle das sehr.
01:34Ich habe ihn neulich gewaschen, ich bereue es,
01:35dass ich es getan habe. Ist er auch so?
01:37Ja, irgendwie.
01:38So, lassen wir es lieber gleich.
01:40Danke dafür. Ich sage immer, Merle macht das auch so,
01:42ich mache es aber jetzt auch so. Ist dir irgendwas peinlich?
01:44Ist dir irgendetwas auf dieser Welt peinlich?
01:46Leider ja. Mehr als man denkt wahrscheinlich.
01:49Das Film in der Öffentlichkeit
01:51bis heute kann ich es nicht.
01:53Es ist wieder die Angst
01:55vor Ablehnung und irgendwie davor, dass
01:57Leute das Judgen, das
01:58Schlimmste. Sonst ist mir wenig peinlich, aber
02:01paradoxerweise genau das, was ich eigentlich jeden Tag
02:03mache. Das Ganze gucken wir uns später noch
02:05an. Du hattest
02:06eine erste Beziehung. Du warst 16 Jahre alt
02:09und diese Beziehung war richtig,
02:11richtig toxisch. Kannst du erzählen,
02:13was passiert ist damals?
02:15Wir sind also mit 16 zusammengekommen.
02:17Das war meine erste Beziehung, muss man dazu sagen.
02:19Es war ein richtig schöner Start und wir hatten
02:21anfangs eine richtig gute Zeit.
02:23Das war so mein Nonplusultra.
02:25Und das hat sich so aufgebaut, dass es, glaube ich,
02:28einfach immer kontrollierender
02:30wurde, dass wir
02:32einfach nur noch uns beide kannten.
02:34Also das war völlig normal, dass wir
02:36jeden Abend von 18 Uhr bis
02:38ich morgens aufgewacht bin, telefoniert
02:40haben. Dadurch hat sich das so ein bisschen
02:42entwickelt, dass ich einfach immer abgesagt
02:44habe bei Freundinnen und keine Zeit mehr hatte.
02:46Das heißt, meine sozialen Kontakte sind halt immer
02:48weiter runtergebrochen.
02:49Und es hat dabei nie irgendjemand von außen
02:52was gesagt, dass es irgendwie falsch sein könnte.
02:54Dass er auch,
02:56das habe ich erst später herausgefunden tatsächlich,
02:58dass er meinen Laptop
03:00kontrolliert hat, dass er mein Handy kontrolliert
03:02hat, dass er war so ein Computertechnik-
03:04Freak. Und es war zu keinem
03:06Zeitpunkt hatte ich das Gefühl,
03:08dass es irgendwie falsch ist, dass es
03:09kontrollierend ist. Wenn ich das heute anschaue,
03:11denke ich mir um Gottes Willen,
03:13Rennmädchen. Es war einfach
03:15völlig normal, dass ich ihm erzählt habe,
03:17wo ich gerade bin. Dass er das auch
03:19komischerweise sehr oft wusste, wo ich
03:21hingehe, weil er natürlich die Nachrichten auf meinem Laptop
03:23gesehen hat und so weiter.
03:26Auch dadurch, dass er weiter
03:27weggewohnt hat, öfter mal hergefahren
03:29ist und dann an Orten war,
03:31wo ich war, ohne dass ich wusste, dass er da war.
03:33Aber es war immer so, ach krass, er interessiert
03:35sich für mich. Und ich glaube, so war
03:37es letztendlich auch von ihm irgendwie geplant.
03:39Also, dass ich einfach, dass
03:41er mein Fokus ist,
03:43dass diese Kontrolle und dieses
03:45Eingeengtsein und dieses, ich bestimme alles, was du
03:47tust, ich weiß, wo du bist, ich weiß, was du machst,
03:49ich weiß, was du denkst. Lass mal kurz
03:51zum Laptop zurückgehen. Du sagtest,
03:53er war Computerfreak, war
03:55Technik-Nerd. Was hat er gemacht?
03:57Ich weiß nicht, es gibt so ein Programm, das
03:59nutzt man auch manchmal, um dann irgendwie auf den
04:01Laptops von anderen dann
04:03irgendwie was zu machen. Und ich dachte, mega cool,
04:05er kann mir alles einstellen.
04:07Das war mein erster Laptop und ich hatte
04:09das erste Mal, ich wohne auf dem Dorf, das erste Mal Internet
04:11auf meinem Laptop und die ersten
04:14sozialen Medien, die es dann
04:15da irgendwie gab. ICQ hieß das
04:17damals noch, das war so, ich weiß nicht, ob ihr das kennt.
04:20Das war so, genau,
04:21das war das Medium damals
04:23und ich dachte, mega toll, dass er
04:25mir das alles einrichtet.
04:27Bis ich dann immer
04:29zwischendurch dachte, krass, dass der das
04:31weiß, habe ich dir gar nicht
04:33erzählt. Aber ich habe es nicht hinterfragt
04:35und es ist heute auch irgendwie so beschämend, das zu erzählen.
04:38Das ist für mich von
04:39außen, denkst du so, meine Güte, Mädel, hast du das
04:41nicht irgendwie mitbekommen oder so?
04:43Er kontrolliert dich, er beobachtet
04:45dich, er weiß alles über dich
04:47bis hin zum Hacken deiner
04:49Kamera, deiner Laptop.
04:50Genau, genau.
04:51Das heißt, dieser Mensch hat dich
04:51beobachtet.
04:52Genau, auch beobachtet über die
04:54Kamera,
04:56also auf dem Laptop, den er natürlich selber auch
04:58für mich eingerichtet hat
05:00und das habe ich irgendwann gesehen.
05:02Ich glaube, ihr könnt immer darauf achten, wenn die Kamera blinkt,
05:04dann ist irgendwas nicht richtig
05:06und erst später habe ich dann halt, dadurch, dass ich selber
05:09recherchiert habe und auch meine Eltern
05:11so, wissen wir auch nicht.
05:12Also es war, das war neu, das war das Internet, ich war 16 so, es gab noch kein Instagram
05:16und kein irgendwie Smartphone-Internet oder so, um dann zu checken, boah krass, der sieht
05:24alles und selbst da habe ich noch nicht direkt gedacht, oh mein Gott, wie kannst du das
05:29nur tun, das ist ja völlig übergriffig, sondern es war
05:33immer noch, okay, eigentlich will ich das nicht und das ist irgendwie ekelig und ich habe irgendwie Gänsehaut
05:43am ganzen Körper und trotzdem macht er das bestimmt, weil er mich beschützen will.
05:50Kurz bevor ich 20 geworden bin, hat sich das dann so verlaufen sozusagen, es ging auch so weit, dass er
05:56dann bei meinen Eltern vor der Tür stand
05:58und da halt auf mich gewartet hat, während meine Eltern im Urlaub waren und da hatte ich das erste Mal
06:02Angst, also dass er so das Gesicht gezeigt hat und gesagt hat, wir müssen nochmal reden, so, du gehst nicht
06:08weg, ich lasse dich nicht alleine, ich weiß alles über dich.
06:12Und das hat mir dann zum ersten Mal Angst gemacht, zu wissen, ah okay, das möchte ich gerade nicht und
06:19das fühlt sich falsch an und ich glaube nicht, dass Männer so mit mir reden sollen
06:24und dass ich eine Beziehung so anfühlen muss, dass ich Angst vor dir bekomme und dass ich davon träume, dass
06:30du auf einmal so vor mir stehst.
06:32Was hat das mit deinem Alltag gemacht?
06:34Also ich hatte nie eine Benennung dafür bis zu meiner Therapie, bis ich gemerkt habe, ach krass, ich wurde immer
06:41kontrolliert, ich wurde immer eingeengt dadurch,
06:43hat sich irgendwann eine Essstörung entwickelt, also auch mit 16 hat es dann irgendwie so angefangen, dadurch, heute würde man
06:50sagen, okay, ich habe was gefunden, was ich kontrollieren kann
06:53und das ist das, was ich esse, das ist das, was ich an Sport mache, das ist mein Körper, wenn
06:58alles andere mir schon genommen wird.
06:59Er hat entschieden, was ich anziehe, er hat entschieden, mit wem ich mich treffe, er war eifersüchtig auf meine Eltern,
07:07auf meine Geschwister
07:09und es hat halt nie jemand von außen gemerkt, weil ich wollte ihm ja gefallen.
07:14Also diese Abhängigkeit war so stark, dass ich mir meine eigene Abhängigkeit gesucht habe und bis heute sind daraus halt
07:23krasse Ängste geblieben.
07:25Und da bin ich dann mit 19, 20 nach dieser Trennung bin ich direkt, also dann habe ich meinen jetzigen
07:32Mann in der Zeit so als Übergang Gott sei Dank kennengelernt.
07:37Ich war ja nie nicht in einer Beziehung, also ich hatte diese Beziehung, das war meine erste Beziehung und mein
07:43Non-Fluss-Ultra und bin dann in eine neue Beziehung rein
07:46und währenddessen in eine Klinik gegangen aufgrund meiner Erstörung und der dadurch entstandenen Depressionen, einfach weil ich so isoliert war,
07:54weil ich so alleine war.
07:55Und dann in der Klinik habe ich so erst gecheckt, was ich für einen Haufen Scheiße bin irgendwie, also das,
08:02was ich noch irgendwie da übrig bin
08:04und wie meine ganze Jugend einfach nur diese Beziehung war und nicht mehr.
08:09Ich hatte keine Freundinnen mehr, ich bin nie ausgegangen.
08:13Ich habe mich irgendwie verloren in meiner Erstörung und dieser einzigen Kontrolle, die ich hatte in Sport und bin deshalb
08:20dann auch in die Klinik gegangen, um das aufzuarbeiten.
08:22Gott sei Dank aber auch, weil das, ich glaube einzugestehen, dass man Hilfe braucht, in die Klinik geht.
08:28Immer, immer.
08:28Das ist so, so wichtig, dass du den Schritt gegangen bist.
08:31Alle, alle.
08:32Das ist ein Applaus, wirklich.
08:34Gott sei Dank.
08:38Das war einfach diese Spirale, du hast deinen ersten Partner, du weißt noch nicht, was auf dich zukommt, du kannst
08:42es auch nicht vergleichen.
08:43Wie war denn dann für dich diese Zeit in der Klinik?
08:46Ich glaube, der Grund, warum ich diese Zeit geschafft habe, war, so traurig es ist, zu sehen, wie schlimm es
08:52noch werden kann.
08:53Also da waren junge Frauen, die seit langer Zeit dort waren.
08:57Und ich hatte schon immer so, glaube ich, diesen tiefen Wunsch in mir, so, ich selbst möchte was verändern.
09:05Ich glaube, dass es ganz wichtig ist, wenn man so ein Thema angeht, um dann zu checken, das ist jetzt
09:11die Endstation.
09:12So, alle gehen gerade studieren, alle haben irgendwie ein geiles Leben, so, und ich sitze hier irgendwie von Mama in
09:17die Klinik gebracht und kriege mein Leben nicht geschissen.
09:21So, was soll ich mit dem Abi machen, so, was, was habe ich für eine Zukunft, was liebt mich überhaupt
09:25noch irgendwie ein Mann?
09:27Kann ich eine Beziehung führen, kann ich nochmal vertrauen?
09:30Aber trotzdem zu wissen, das ist meine einzige Chance, so, also die 20er warten, ich habe alles verpasst und ich
09:37möchte leben.
09:39Und in der Klinik gab es dann auch einen ganz besonderen Moment für dich, ne?
09:43Ja.
09:44Was ist da passiert?
09:46Ich habe erstmal, also, meinen Mann drei Wochen vorher kennengelernt im Fitnessstudio, das ist so richtig Klischee.
09:55Er war der Fitnesstrainer und ich war die, die trainiert hat und dann dachte ich mir, der sieht gut aus.
10:00Und dann, genau, haben wir uns kennengelernt und ich habe ihm dann auch direkt gesagt, hey, ich bin krank so,
10:08ich bin jetzt bald weg.
10:09Ähm, ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist und er hat nicht gezögert, ähm, mir zu sagen, dass
10:15er den Weg mit mir geht.
10:16Okay.
10:18Also, gibst Applaus.
10:21Und ehrlich gesagt, vielen Dank.
10:23Vielen Dank.
10:30Genau, und dann, ähm, ja, war das natürlich für mich ein Antrieb zu wissen, krass, ich, ich kenne diesen Mann
10:35irgendwie noch nicht gut.
10:37Ähm, aber er hat sich für mich entschieden und er hat gesagt, okay, ich gehe den Weg mit dir und
10:42irgendwie so der Wunsch, einfach gesund geliebt zu werden, war super groß.
10:48Und in der Klinik habe ich, ähm, als jemand, der schon immer mit Gott unterwegs war, würde ich sagen, meinen
10:54Glauben wiedergefunden und, ähm, auch einen, einen Deal mit Gott geschlossen, sage ich immer.
10:58Ja, die Ärzte und die ganzen Therapeuten haben mir hier, äh, drei bis sechs Monate gegeben und ich will hier
11:06schneller raus.
11:07Wenn du mit mir hier in vier Wochen rausgehst, dann werde ich mein Leben in deinen Dienst stellen und dann
11:14werde ich, ähm, ja, das, also im frommen Jargon sagt man irgendwie, ähm, Zeugnis sein von, von dem, dass es
11:20dich wirklich gibt.
11:21Und ich glaube, das kann ich heute sagen, weil ich nach genau vier Wochen, ähm, entlassen wurde, äh, ohne dass
11:27das vorher irgendwie, ähm, ja, zu sehen war, dass ich das schaffe.
11:31Und jetzt sitze ich hier.
11:33Ja.
11:35Wie schön.
11:39Das heißt, Gott auf der einen Seite als Geschenk für dich, da in vier Wochen rauszukommen, was unglaublich ist, aber
11:45auch einen Enno, dein Ehemann, dein jetziger, und hoffentlich bist du in alle Ewigkeit Ehemann, das klingt so, das klingt
11:51so.
11:51Das klingt so straflich.
11:53Ich hab doch hier ein Partou von dem, das muss doch für immer bleiben.
11:56Das machen wir es für immer, ich sag gar nichts dagegen, ich will eigentlich nur sagen.
11:59Deswegen, es ist so schön, dass, obwohl du in die Klinik gegangen bist, dass Enno gesagt hat, ich bin an
12:05deiner Seite, ich bleib da.
12:06Gleichermaßen denke ich mir aber auch so, okay, die Ex-Beziehung, die ja mit so viel Kontrolle verbunden war, hat
12:13sich die dann vielleicht auch irgendwie in eure neue Beziehung so ein bisschen übertragen?
12:19Das war crazy.
12:20Ich war, ich war die, die schlimmste Freundin auf Erden.
12:23Ich hoffe, heute mach ich das als Ehefrau besser.
12:24Ja, aber klar, also so, ich hab das erst später alles natürlich Gott sei Dank aufgearbeitet und wusste gar nicht,
12:32dass wenn man in bestimmten Strukturen aufwächst oder irgendwie gelebt hat, dass man die dann einfach adaptiert und auch, also
12:40internalisiert hat und das übernimmt.
12:42Und plötzlich war ich irgendwie so, ich sag immer so, ich bin vom Opfer irgendwie zum Täter geworden und war
12:47in dieser Beziehung plötzlich die krankhaft eifersüchtige Freundin, die super kontrolliert hat, die diese, diese Engel irgendwie gebraucht hat.
12:56So, ich, ich, ich hab ihn nicht alleine gelassen.
12:58Ich wollte nicht, dass er rausgeht.
12:59Ich hab mich auf sein Auto geschmissen, weil ich, ich schäme mich, ich schäme mich.
13:06Aber toll, dass du sowas, toll, dass du sowas, sowas sagst.
13:09Nein, also es war, es war wirklich über alle Maße einfach, ich, ich wusste ja selbst nicht, ne, was, was
13:14ich da mache, aber wenn er weggegangen ist, war das für mich Bedrohung.
13:17Ich meine, ich hab mit meinem Ex-Partner jeden Abend telefoniert, der ist nie weggegangen, das war mein Fokus.
13:22Ich wusste ja auch nicht, was soll ich in der Zeit sonst machen.
13:25Ähm, und dann sind natürlich, also, dass ein Mann abends weggeht und sich mit seinen Freunden trifft, das war für
13:31mich Hochverrat.
13:32Also warum hat er denn noch ein anderes Leben, weil mein Partner vorher, und dann natürlich auch die Vorwürfe, aber
13:38mein, mein Freund vorher, der war immer da, so.
13:41Und ich bin dir nicht wichtig genug.
13:43Ähm, und das dann natürlich auch, also ich, ich war auch kontrollierend und manipulativ.
13:46Ich hab in sein Handy geschaut, ich hab, ich, ich, ich war all das, wovon ich eigentlich so viel Schaden
13:52getragen habe.
13:53Du hast in sein Handy geschaut und wir durften wohlbemerkt, wir durften, du hast es uns angeboten, auch in dein
13:58Handy schauen.
13:59Und wir haben einen Chatverlauf von euch beiden.
14:02Danke, dass du uns den zur Verfügung stellst, weil ich glaube, ehrlich gesagt, einige kennen genau so ein Szenario.
14:09Das jetzt uns darzubieten, das finde ich, da hab ich echt wirklich Respekt vor.
14:13Und das ist ein Vorbild, sowas zu machen.
14:17Hättest du auch nicht machen müssen.
14:19Ich glaube, viele erkennen sich darin.
14:21Und es ist ja nichts, was du böse meinst, sondern was einfach aufgrund von der Psyche passiert, aufgrund von Vergangenheit
14:28passiert, aufgrund der Geschichten, die einem widerfahren sind.
14:30Deswegen danke, dass du das mit uns geteilt hast.
14:33Und ich finde es so krass, wie Anno reagiert, wie entspannt er ist, wie ruhig er ist.
14:38Anno?
14:39Anno, du bekommst einen großen Applaus dafür, weil das ist überragend.
14:44Aber wenn man es mit Abstand jetzt anschaut, denke ich mir, meine Güte, entspann dich.
14:49Verstehe ich, verstehe ich.
14:50Aber wenn du sagst, du hast dich sogar bei ihm aufs Auto geschmissen, das heißt, sowas kam öfter vor.
14:55War das irgendwie so euer Normal?
14:57Also es war schon so, dass ich jedes Mal eine Szene gemacht habe, wenn er irgendwie.
15:01Und er hatte diesen Freundeskreis, den ich ja auch nie hatte.
15:05Und irgendwo tief in mir habe ich mir das natürlich auch gewünscht, irgendwie einfach Freunde zu haben, zu denen man
15:09irgendwie abends geht und mit denen man dann abhängt.
15:13Und wenn man dann in so einem Moment ehrlich zu sich ist, was halt gar nicht passiert, weil du ja
15:19so sehr in dieser Rolle bist, dieser Verlustangst, dann kannst du dir wahrscheinlich auch eingestehen,
15:25krass, das ist eigentlich, hätte ich das auch gerade gerne.
15:29Und wie oft hat er mir angeboten, mitzugehen?
15:32Aber ich kam da nicht raus.
15:33Also das war irgendwie meine Persönlichkeit.
15:36Und ich war froh, wenn er dann zu Hause geblieben ist.
15:40Ich habe immer gesagt, du bist mein Ein und Alles.
15:43Ich kann ohne dich nicht leben.
15:44Du musst zu Hause bleiben.
15:45Also wirklich so, dass er ein schlechtes Gewissen hat.
15:47Wenn man manipulativ ist, hast du ja unterschiedliche Gesichter.
15:51Dir selbst das zu legitimieren, dass du es jetzt gerade geschafft hast, dass dein Partner sich isoliert, so wie du
15:56es eigentlich immer gehasst hast.
15:58Und gleichzeitig aber zu wissen, ich muss dieses schlimme Gefühl von diesem Herzschmerz jetzt nicht aushalten, so wenn er da
16:05mit irgendwelchen anderen Frauen ist und er könnte sich verlieben.
16:08Und ich war eifersüchtig auf seine Schwester, auf seine Mutter.
16:11Also alles, was irgendwie nicht ich war, war eine Gefahr.
16:14Total, total.
16:15Aber gab es dann auch einen Moment, wo du oder wo ihr beide gemerkt habt, wir sind hier an der
16:20Grenze?
16:21Oder wo er auch gesagt hat, ey, ganz ehrlich, ich habe dir so viel Vertrauen gegeben.
16:24Ich war so nett und habe so viel Verständnis gezeigt, aber mir reicht's?
16:28Voll, ja.
16:28Ja, also das war tatsächlich diese Situation, wo ich mich auf sein Auto geschmissen habe und er hat sehr oft
16:35gesagt, ich kann das nicht mehr, das ist nicht gesund, das ist nicht richtig.
16:38Und es war so viel ernster und so anders als all die Male, wo wir diskutiert haben.
16:43Ich wollte diese Beziehung nicht verlieren und ich wusste natürlich, tief in mir wissen wir alle, wenn wir solche Probleme
16:48haben, dass es nicht richtig ist und dass wir auch darunter leiden.
16:50Ich glaube, an manchen Tagen ist es immer noch irgendwie tief in mir drin und wir sind jetzt zehn Jahre,
16:56fast elf Jahre zusammen.
16:57Und verheiratet, seit 2021 verheiratet.
17:00Wie seid ihr rausgekommen? Also wo war der Punkt, wo ihr es habt lösen können?
17:06Es war schon so und es ist halt so, ich sag auch immer, ich weiß, dass Selbstverantwortung eklig ist und
17:13dass das irgendwie bedeutet, dass ich mich nicht mehr in dieser Opferrolle lassen kann.
17:17Und ich bin dann, also durch den Klinikaufenthalt bin ich auch in eine Verhaltenstherapie gegangen, also habe ambulante Therapie gemacht,
17:24habe das dann natürlich auch mit meinem Therapeuten besprochen, der natürlich auch jetzt nicht verwundert war über meine neue Beziehung
17:32und dass ich dann diese Verhaltensmuster übernehme.
17:35Und es war schon so diese Mischung aus, okay, ich gehe in Therapie, ich habe das Problem.
17:41Und das ist meine Verantwortung. Das bedeutet nicht, dass mein Mann mich nicht unterstützt.
17:46Er hat direkt gesagt, hey, ich gehe das mit dir an, vielleicht kann ich dir einen Rahmen bieten für dieses
17:51Problem.
17:52Aber trotzdem ist es nicht seine Verantwortung, mir zu zeigen, dass ich ihm vertrauen kann.
17:59Wie ist es denn heute, wenn er abends weggeht?
18:01Mittlerweile kann ich wirklich, lege ich meine Hand für ins Feuer, wenn Frauen da sind, reden wir nochmal drüber.
18:06Ich schalte ihn auch dabei an, während du antwortest. Warte.
18:11Die Reaktion von Miesel, das stimmt.
18:13Nein, ich glaube, also dadurch, dass wir auch verheiratet sind und ich gemerkt habe, okay, wenn ich keinen Grund dafür
18:20bekomme, eifersüchtig zu sein, dann ist es nicht mein Recht, sondern ist es wieder die alte Merle, die irgendwie da
18:27durchkommt.
18:28Das ist ja nicht alles. Ich meine, das kriegt ihr hin. Aber du hast heftige Angststörungen. Also es ist was
18:34übrig geblieben.
18:34Irgendwo verlagert sich es dann.
18:36Irgendwo verlagert sich das. Kannst du uns mal erklären für die, die das sich nicht vorstellen können, was das ist?
18:41Das ist ja das Problem an der ganzen Sache. Das ist auch so schwer, das zu benennen, wenn man irrationale
18:47Ängste hat. Also wenn jetzt irgendwie jemand hier ein gebrochenes Bein hat oder was erlebt, was wir irgendwie uns vorstellen
18:55können, wo wir sagen können, boah, das kann ich gerade verstehen, dass das wirklich schlimm ist.
18:59Aber zu sagen, ich habe Angst, auf irgendwie einen Geburtstag zu gehen, wo ich Leute nicht kenne und ich muss
19:06da vielleicht mit meinem Auto hin und ich muss da parken und ich habe Angst, mein Auto zu parken, da
19:11würde ich ja sagen, komm jetzt, also du hast da einen Parkplatz, meine Güte, da packst du dann dein Auto
19:16rein, sonst fragst du irgendwie jemanden von außen.
19:18Das kann ja nicht das Problem sein. Und bis heute habe ich in sehr vielen Bereichen Ängste, sei es irgendwie
19:28alleine schlafen zu Hause, kann ich bis heute nicht.
19:32Ich traue mich nicht in Parkhäuser, ich traue mich nicht, mein Auto zu parken, ich traue mich nicht in Menschenmengen
19:37alleine irgendwo hingehen.
19:39Also ich bin schon, ich bin nicht emotional abhängig von meinem Mann, aber immer wenn jemand mit mir ist, ist
19:45das meine Sicherheit.
19:46Und das ist wieder die Sicherheit von damals, so irgendwie, dass jemand für mich etwas kontrolliert, weil ich Angst habe,
19:53etwas nicht kontrollieren zu können.
19:54Und das beschäftigt mich auf allen Ebenen und ich probiere es auch immer wieder, die Ängste anzugehen, aber Ängste sind
20:02halt, also dein Körper reagiert.
20:05Wir gucken mal rein, weil da sieht man das besonders deutlich.
20:08Ich habe so viele Ängste und es ist so schwer, jeden Tag dafür zu kämpfen, dass die aufhören, dass es
20:16besser wird.
20:17Ich bin 31 und ich habe Angst, alleine zu Hause zu schlafen und dann schlafe ich einmal alleine zu Hause
20:25und dann ist es nicht gegessen, dann ist die Angst nicht weg.
20:28Respekt davor, dass du das in der Offenheit zeigst und dann sagst du, ich bin eine 31 Jahre alte Frau,
20:35die nicht abends alleine schlafen kann und dann muss ich wieder zu meinen Eltern.
20:39Das ist heftig.
20:41Das ist beschämend, gibt es offen zu.
20:44Also für mich ist es so, weißt du, weil man rechtfertigt ja immer viel mit seinem Alter und sagt, ich
20:48bin 25 und ich kann schon das und das und mit 20 machst du das.
20:52Und ich glaube, alleine zu Hause schlafen kann man vielleicht schon im Kindesalter oder Jugendalter, aber für mich ist das
20:58die Herausforderung meines Lebens so.
21:01Was hilft dir, das zu überwinden, wenn wir Leute haben, die sagen, ja, ich kenne das? Was kann man machen?
21:07Ich habe gelernt, dass Angst mit mir gehen darf. Also so tue es trotz deiner Angst, das ist mein Lebensmotto
21:17irgendwie.
21:18Ich darf sie fühlen und ich darf die Gefühle fühlen, die da irgendwie drin hängen und merke dann, okay, vielleicht
21:26kann ich doch noch einen Schritt weiter gehen.
21:28Ich kock mir jetzt schon in die Hose, aber ich werde euch zeigen, sodass alle überleben, wenn wir im Leben
21:32mal mutig sind und keine Pipelflieser mehr sind.
21:34Deshalb werde ich jetzt so einkaufen gehen.
21:37Boah, das sieht schon scheiße aus.
21:39Du musst mit, das weißt du.
21:40Am allerschlimmsten sind Kinder, weil man denen anseht, dass sie irritiert sind. Erwachsene gucken einmal und dann gucken sie wieder
21:47weg.
21:49Und ich glaube, Dinge trotzdem tun und das klingt irgendwie so plakativ und irgendwie so, das ist jetzt dein Tipp.
21:57Aber mit jedem Schritt, den ich irgendwie vorwärts gehe und den ich, ich habe schon versucht alleine zu Hause zu
22:01schlafen und von dreimal habe ich es einmal geschafft und danach habe ich es wieder nicht geschafft.
22:05Oh, das ist schön.
22:06Und immer wieder versuchen und gnädig mit sich selbst sein.
22:11Ich finde das so toll.
22:13Liebe Merle, vielen Dank dafür, dass du so viele andere Menschen empowerst und dass du diese Geschichte mit uns geteilt
22:19hast.
22:19Schön, dass du da bist. Dankeschön.
22:21Und danke, Enno, dass du an ihrer Seite stehst, natürlich.
22:25Noch mehr Talks von Dieb und Deutlich gibt es hier in der ARD-Mediathek.
22:30Vielen Dank.
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