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  • vor 8 Stunden
Lukas Kwasniok ist nicht mehr Trainer beim 1. FC Köln. Nach dem 3:3 im Derby gegen Borussia Mönchengladbach wurde der Coach freigestellt. Für kicker-Reporter Jim Decker ist die Nachfolgelösung mit Assistent René Wagner eine ziemlich mutige.

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Sport
Transkript
00:02Ja, nach sieben Spielen ohne Sieg war tatsächlich einfach das Vertrauen darin aufgebraucht,
00:08dass Trainer Lukas Kwasniok es noch schaffen könnte mit dem 1. FC Köln. Man muss sich da
00:13mal vor Augen halten. Es ist nicht so, dass er jetzt eine kleine Negativserie den Aufsteiger
00:18ereilt hat. Vielmehr ist es so, dass letztendlich fast ein halbes Jahr einfach zu wenig Ergebnisse
00:24rumgekommen sind. Seit dem Hinrundenspiel gegen den HSV sind es überhaupt nur noch zwei Siege
00:29gewesen. Das sind fast fünf Monate. Also ein wahnsinnig langer Zeitraum, in dem es einfach
00:36zu wenig Punkte gab. Und da haben die Verantwortlichen sich dann von Woche für Woche dazu hinreißen
00:42lassen, zu sagen, okay, die Leistung stimmt, die Ergebnisse aber nicht. Nur irgendwann war
00:47dann insbesondere bei Sportgeschäftsführer Thomas Kessler einfach dieses Vertrauen aufgebraucht,
00:53sodass man jetzt nach dem Derby mit dem 3 zu 3 gesagt hat, okay, wir haben jetzt eben
00:59nicht mehr den Glauben daran, dass sich das irgendwann ändert, sondern wir müssen
01:02jetzt mal einen Impuls setzen, weil es sonst im Abstiegskampf ziemlich kompliziert wird.
01:07Für Kwasniok war das Hauptproblem, dass es an den Ergebnissen gemangelt hat. Diese
01:13Sieglosserie, die ist wirklich sehr, sehr schwer zu erklären. Einerseits hat er ja schon
01:19seit vergangenem Herbst immer wieder mit einer großen Verletzungsmisere zu kämpfen gehabt.
01:24Zeitweise waren da sechs Innenverteidiger plötzlich verletzt. Jetzt zuletzt war es die halbe rechte
01:28Seite, sodass dann am Ende der 19-jährige Kenny Neumann plötzlich auflaufen musste im Derby
01:34gegen Borussia Mönchengladbach. Also immer wieder solche Probleme. Und dann hat er es
01:38einfach nicht geschafft, dieser Mannschaft eher die letzte Stabilität zu geben. Es ist
01:43so, dass der 1. FC Köln quasi permanent Gegentore kassiert hat. Nur dreimal in dieser Saison
01:48ist Keeper Marvin Schwebe dann mit einem zu Null nach 90 Minuten vom Platz gegangen. Und das
01:54ist insgesamt einfach eine viel zu hohe Verwundbarkeit, eben verbunden mit diesem Quäntchen Glück,
02:00was eben immer fehlte. Es waren mal Ausrutscher, mal VR-Entscheidungen, die ihn geärgert haben.
02:06Permanent hat es Traumtore gehagelt. Also irgendwie so eine Mischung, wo man sagt, das kann einem ja
02:11eigentlich nicht immer passieren. Aber der Mannschaft ist es eben permanent passiert, sodass dann irgendwann
02:17gesagt wurde, okay, vielleicht ist es auch so, dass eben das letzte Prozent nicht so rausgeholt wird,
02:23dass die Mannschaft eben die nötige Stabilität aufweist. Mit René Wagner übernimmt jetzt jemand,
02:29der auch ein bisschen für diese Rolle geholt würde, für den Fall, dass es mit Quasenjok womöglich
02:33nicht funktioniert. Wagner war ja schon einmal beim 1. FC Köln, war Co-Trainer von Steffen Baumgart,
02:39hat den eine Zeit lang begleitet, hat in Paderborn den Weg in Baumgarts Team gefunden,
02:45dann in Hamburg, in Köln und bei Union mit ihm gearbeitet und als im vergangenen Sommer
02:50Quasenjok alleine fast, kann man sagen, nach Köln kam. Er hatte nur noch den jetzt mit ihm
02:55freigestellten Frank Kaspari bei sich. Da musste Thomas Kessler ein neues Team bauen und ein paar
03:01Mitstreiter finden. Und da hat er sich eben auch an René Wagner erinnert, auf den nicht nur Kessler
03:07große Stücke hält, sondern der an vielen seiner Stationen, an denen er war, ja tatsächlich einen
03:12sehr guten Ruf genoss, der als hochtalentiert galt. Da kann man vielleicht sagen, dass er zuletzt
03:17in Köln das Standardproblem so ein bisschen behoben hat. Das hat er vorher ein anderer
03:21Co-Trainer übernommen, da war Köln offensiv und defensiv dann das schlechteste Standardteam
03:25der Liga. Und nachdem sich Wagner dann so ein bisschen mit Analyst Dennis Huckestein darum
03:30gekümmert hat, ja, hat es zuletzt zwei Ecken-Tore gegeben und hinten bei eigenen Standards
03:36stand die Mannschaft auch deutlich sicherer. Wagner ist jemand, ein Dresdner, der im US-Fußball
03:44tatsächlich ja so ein bisschen seine ersten Schritte gemacht hat, dann wie gesagt nach
03:48Deutschland ist, nach Paderborn gekommen ist und dem man jetzt eben zutraut, dass er
03:52den Schritt aus der zweiten Reihe in die erste Reihe geht, aber der eben in dieser Rolle
03:56noch überhaupt gar keine nennenswerte Erfahrung hat. Und ja, deswegen ist da auch auf jeden Fall
04:01eine ordentliche Portion Risiko damit dabei, wenn man jetzt Wagner in die erste Reihe schiebt.
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