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  • vor 2 Tagen
Bei der EM und bei Olympia wurden sie zuletzt mit Deutschlands Handballern Zweiter: Juri Knorr und David Späth sprechen über Stolz und Kritik, Respekt und das große Ziel bei der Heim-WM 2027. Denn: "Zweimal Silber ist überragend, aber wir wollen auch den letzten Sieg."

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Sport
Transkript
00:00Es war trotzdem was Großes und wir haben wieder eine Silbermedaille gewonnen.
00:03Da wäre schon was möglich gewesen.
00:05Es war einfach insgesamt eine hohe Frustration nach dem Spiel, weil man eigentlich das Gefühl hat, wir sind viel besser.
00:11Ich finde, Juri hat auch da nichts Falsches gesagt.
00:14Das zeigt auch seine Größe in dem Moment, dass er das nicht persönlich genommen hat, weil das hätten andere Trainer
00:19möglicherweise getan.
00:20Es ist einfach respektlos, das so zu betiteln.
00:22Am Ende machen Journalisten und Experten ja auch irgendwo ihren Job.
00:27Eine Hate-Welle abzubekommen ist schon eigentlich brutal, obwohl man dann eigentlich auch noch ein gutes Spiel gemacht hat.
00:32Es tat mir leid, dass ihm das so passiert ist.
00:35Ich stehe in der Kurve mit dem Arlbock-Trikot an.
00:38Lüge.
01:01Dankeschön für die Glückwünsche.
01:03Ich glaube, wir können sehr zufrieden sein mit dem Ergebnis.
01:07Es war schon ein Auf und Ab über das gesamte Turnier, aber ich glaube, darauf gehen wir ja noch ein
01:11bisschen ein.
01:13Aber mit dem Resultat können wir, glaube ich, zufrieden sein.
01:16Ich habe das Finale letztes Sommer so ein bisschen gesehen und ärgert man sich schon über die eine oder andere
01:23Situation.
01:24Aber am Ende muss man auch akzeptieren, dass Dänemark dann doch ein bisschen besser war an dem Tag.
01:30Und so ist es.
01:31Ja, Dankeschön.
01:33Ich glaube, Juri hat alles gesagt.
01:35Es war schon eine Achterbahnfahrt, weil wirklich gefühlt vor dem Aus zu stehen, dann auf einmal im Finale zu stehen,
01:42war alles mit dabei.
01:44Und natürlich ist dann der Stolz da, aber ich glaube, wir waren dann alle schon enttäuscht, dass es dann nicht
01:50gereicht hat.
01:50Aber wie Juri sagt, an dem Tag war dann Dänemark auch irgendwo besser, weil sie dann in den entscheidenden Phasen
01:56da waren.
01:57Und trotzdem sollte uns das Mut geben, weil ich glaube, an dem Tag oder generell bei dem Turnier hat es
02:02gezeigt, dass man in Zukunft vielleicht, wenn so ein Tag kommt, Dänemark auch schlagen kann.
02:09Naja, es war natürlich schön, also wie gesagt, diesen Monat dann zusammen zu verbringen.
02:14Wir haben uns schon ein paar Tage vorher getroffen, haben Silvester noch verbracht zusammen.
02:18Und dann hatten wir schon einen langen Monat.
02:20Und das war schon cool, wie gesagt, auch die ganze Truppe wiederzusehen, die Jungs.
02:26Und das war echt auch neben dem Sportlichen einfach so wirklich eine coole Zeit, die wir hatten.
02:31Und ich denke immer noch daran zurück, es kommen immer wieder Momente, wo man da, keine Ahnung, Bilder sieht oder
02:36sonst was.
02:37Und das ist immer schön zu sehen und hat einfach Spaß gemacht.
02:40Ja, das war schon sehr, sehr gesellig.
02:42Und ich habe mich schon gefreut.
02:44Wie gesagt, für mich ist ja auch nochmal eine andere Erfahrung.
02:48Jetzt dadurch, dass ich hier in Dänemark natürlich nicht immer alles verstehe, nicht immer voll involviert bin.
02:54Und natürlich, sobald du dann nur unter Glanzleuten bist, ist das nochmal was anderes.
02:59Und generell haben wir einfach eine coole Mannschaft.
03:02Ich habe es genossen, mit David wieder auf dem Zimmer zu sein.
03:04Und generell hatten wir aber einfach einen, weiß nicht, echt guten Zusammenhalt da.
03:08Und haben, weiß nicht, viele Brettspiele gespielt.
03:12Oder, weiß nicht, einfach auch Zusammenhalt verbracht.
03:15Es war nicht so, dass jeder nur auf seinem Zimmer gehockt hat.
03:20Ich glaube, wir können insgesamt sehr zufrieden sein.
03:23Ich glaube, wenn du mit einer Medaille von so einer Europameisterschaft nach Hause fährst,
03:26dann kannst du schon stolz darauf sein.
03:28Und glücklich darüber, wie es gelaufen ist.
03:31Und ja, ich meine, für mich war es schon auf und ab in dem Turnier.
03:36Aber ich bin auch darüber glücklich, über die Erfahrungen, die ich dort gesammelt habe.
03:42Das war sicherlich auch wichtig für mich.
03:44Das hatte ich auch gar nicht so häufig bisher an den letzten Turnieren so einen Auf und Ab.
03:52Und ja, das war sehr lehrreich und bin auch ein bisschen stolz auf mich,
04:00dass ich da die Kurve noch bekommen habe und auch mithelfen konnte.
04:06Dass es am Ende so ein gutes Resultat wurde.
04:10Und ich bin alles in allem wirklich zufrieden und denke sehr positiv jetzt an die Zeit zurück.
04:15Man kann ja nie vorher sagen, so habe ich mir das Turnier vorgestellt.
04:20Natürlich, wenn du den Titel holst, das ist der Traum, den wir haben.
04:24Aber man kann ja nie sagen, wie verläuft ein Turnier, wie haben wir es geplant.
04:28Und natürlich gab es viele positive, auch viele negative Erfahrungen bei dem Turnier.
04:33Aber ich fand, wie wir das gemeistert haben.
04:35Und ich fand den Verlauf überragend, wie gesagt, kurz vorm Aus zu stehen, uns da wieder rauszukämpfen.
04:41Natürlich dann auch irgendwo das Spielglück zu haben, dass Österreich dann für uns gespielt hat.
04:46Das war schon cool.
04:54Es war einfach insgesamt eine hohe Frustration nach dem Spiel, weil man eigentlich das Gefühl hat,
04:59wir sind viel besser, wir müssen das Spiel gewinnen.
05:03Und man war einfach unzufrieden und wusste natürlich auch, was diese Niederlage jetzt bedeutet,
05:10mit Blick auf das restliche Turnier.
05:11Dass eigentlich dadurch schon der Halbfinal-Anzug nahezu unmöglich wird und vielleicht auch in Gruppenhaus bevorsteht.
05:18Und deshalb würde ich nicht sagen, dass die Nerven blank lagen.
05:22Aber man war einfach sehr genervt von der Situation.
05:32Wir waren natürlich auch frustriert.
05:33Aber ich meine, ich kenne Juri schon, also er spricht Sachen auch gerne direkt an.
05:37Und ich finde, es war jetzt auch nicht schlimm.
05:40Natürlich war das offensiv und die Medien pushen sowas immer hoch.
05:42Das haben wir bei dem Turnier auch viel erfahren, dass Aussagen dann entzerrt werden oder dann halt auch falsch dargestellt
05:49werden.
05:49Aber ich finde, Juri hat auch da nichts Falsches gesagt und hat es einfach direkt angesprochen.
05:55Auch wenn er das in der Situation natürlich auch aus Emotionen raus gemacht hat.
05:59Weil die Situation, glaube ich, auch für uns alle neu war, dass du kurz vom Vorrunden ausstandest und wir gegen
06:05Serbien verloren haben.
06:06In dem Moment dachte ich, dass ich gar nicht so viel gesagt habe.
06:10Auf der anderen Seite muss man sich natürlich bewusst sein, in welchem Moment man was sagt, in welchem Kontext.
06:18Und ich glaube, es gibt einen Unterschied dazwischen, ob du jetzt in der Situation was direkt formulierst und kein Blatt
06:25vom Mund nimmst, gegen das Außen oder gegen das Innen.
06:30Und in dem Moment war es ja, ich habe, glaube ich, nicht viel gesagt, aber man hat es mir natürlich
06:35auch angemerkt.
06:36Das war natürlich gegen das Innen so ein bisschen.
06:39Und ja, was heißt gegen Alfred, aber ich habe das dann angesprochen, was ich in dem Moment wahrgenommen habe.
06:48Und das sollte man dann eher, besser im Privat, aber innerhalb des Kreises der Mannschaft machen oder mit dem Trainerteam.
06:57Und nicht mit den Medien, dass die sich da irgendwas rauspicken können.
07:01Das habe ich daraus sicherlich auch gelernt und würde es in der Form wahrscheinlich dann auch nicht wieder machen.
07:09Und bin Alfred auch, du hast es gerade angesprochen, auch dankbar oder auch beeindruckt von seiner Reaktion.
07:17Ich glaube, ich hatte es dann auch irgendwann mal gesagt, dass er, ich weiß nicht, das Gespräch gesucht habe am
07:24nächsten Tag.
07:25Und er einfach sehr entspannt damit umgegangen ist und mir das nicht übel genommen hat und mich fast noch bestärkt
07:33hat, darin Dinge anzusprechen.
07:37Und das war schon beeindruckend, weil das gerade in unserer Sportwelt oder generell in der Welt, wo unser hoher Leistungsdruck
07:46herrscht,
07:48nicht selbstverständlich ist, dass wenn man etwas gegen die Führungsperson sagt, das dann so damit umgegangen wird.
07:54Und das zeigt auch seine Größe in dem Moment, dass er das nicht persönlich genommen hat, weil das hätten andere
08:00Trainer möglicherweise getan.
08:05Ich glaube, ich würde jetzt lügen, wenn wir Spieler nicht drauf geguckt haben.
08:08Ich weiß nicht, ich kann da auch jetzt nur jetzt für mich sprechen, muss ich sagen.
08:11Ich weiß jetzt nicht, was bei den anderen abging.
08:13Aber natürlich habe ich dann schon geguckt, die Zwischenstände gecheckt.
08:17Aber ich glaube, es wurde bei uns in der Kabine versucht, nicht zu thematisieren, auch von den Trainern explizit.
08:22Weil egal, was Österreich vorher gemacht hätte, hätten wir das Spiel verloren, wäre es eh egal gewesen.
08:27Das heißt, wir mussten unser Spiel hinkriegen.
08:29Wir mussten in erster Linie auf uns schauen und das Spiel gewinnen.
08:32Aber natürlich musste man dann schauen, okay, wie ging das Spiel vorher aus?
08:35Müssen wir jetzt mit den drei Toren gewinnen?
08:37Reicht uns ein Sieg oder wie ist die Ausgangslage?
08:40Aber natürlich hat es dann jeder mitbekommen.
08:42Aber es wurde gar nicht thematisiert richtig in der Kabine.
08:44Es wurde einfach weiter in unserem Matchplan gehalten, wie wir es auch schon vorher besprochen haben.
08:48Und gesagt haben, jetzt gehen wir raus und gewinnen dieses Spiel, egal was vorher ist.
08:52Weil, wie gesagt, wenn man zu viel Fokus auf die anderen Sachen legt, verliert es dann vielleicht an unser Spiel.
08:59Das war vielleicht bei dem Serbien-Spiel der Fall, dass wir vielleicht schon, keine Ahnung, zu weit nach vorne geguckt
09:04haben.
09:04Was auch immer.
09:05Und ich glaube, wir wollten einfach alles auf der Platte lassen, um dieses Spiel zu gewinnen.
09:09Und gar nicht so viel Wert darauf legen, was vorher passiert ist.
09:14Ich bin eigentlich dann in die Hauptrunde gegangen und dachte, hey, weiß nicht, jetzt bin ich persönlich gut drin.
09:21Wir haben jetzt dieses Momentum, keine Ahnung, warum es dann für uns so gelaufen ist.
09:26Aber wir hatten das Glück, dass wir jetzt mit zwei Punkten sogar noch in die Hauptrunde kommen.
09:30Und da war ich echt optimistisch und dachte, das wird gut.
09:34Und dann setze ich halt zwei, drei Spiele da in Folge in den Sand.
09:39Und ja, das hat mich dann, also die Phase hat mich dann eigentlich mit am meisten gestört, beziehungsweise runtergezogen.
09:49Weil ja, da habe ich zwei, drei Spiele einfach wirklich nicht gut gespielt.
09:54Und ja, das war sehr nervig.
09:57Aber grundsätzlich war da ein gutes Gefühl.
09:59Und auch als Mannschaft haben wir ja Portugal und Norwegen dann geschlagen und vielleicht nicht super gespielt.
10:04Andi hat auch sehr gut gehalten in dem einen oder anderen Spiel.
10:07Aber wir haben es geschafft, die Spiele zu gewinnen.
10:09Und das musst du am Ende machen.
10:15Natürlich, wenn Andi 21 Bälle hält oder 22 Bälle gegen Norwegen,
10:21natürlich rechnet jeder damit, dass er dann gegen Dänemark spielt.
10:26Für mich kam das jetzt nicht krass überraschend, weil ein Turnier ist lang.
10:30Und natürlich müssen dann auch vielleicht taktische Entscheidungen getroffen werden.
10:33Zu sagen, okay, wer fängt jetzt an?
10:36Vielleicht braucht Andi auch eine Pause, dass er nicht sieben, acht Spiele durchspielt.
10:42Und deswegen wurde die Entscheidung mir mitgeteilt.
10:45Und ich habe mich natürlich darüber gefreut und habe mich dann darauf vorbereitet, wie auf jedes andere Spiel.
10:48Aber mir war auch bewusst, dass genau das Thema sein wird, egal wie das Spiel ausgehen wird.
10:53Und völlig egal, wie gut ich spiele oder schlecht spiele, es wird thematisiert.
10:57Und das hat mich auch schon ein bisschen beschäftigt vor dem Spiel, muss ich sagen.
11:02Weil natürlich hatte ich im Kopf, ich muss überragend spielen und wir müssen gewinnen.
11:07Sonst ist das mit ein Grund, warum wir dieses Spiel verloren haben.
11:11Egal, wie es das war.
11:12Und das war schon für meinen Kopf ziemlich hart, weil ich halt der Meinung bin,
11:17natürlich haben wir mit Andi Weltklasse-Torhüter, aber ich weiß, was ich kann.
11:21Und ich weiß, was ich der Mannschaft geben kann.
11:23Und deswegen habe ich auch das Gefühl von der Mannschaft bekommen,
11:26wenn ich anfange, war das jetzt keine Überraschung oder sonst was.
11:30Die Mannschaft hat das normal aufgenommen, so wie ich es aufgenommen habe.
11:33Andi auch aufgenommen hat.
11:34Es war einfach eine Entscheidung, ich fange an.
11:36Und das wurde dann akzeptiert.
11:37Und deswegen bin ich auch der Mannschaft, dem Trainerteam da dankbar,
11:40dass sie mir da auch einfach dieses gute Gefühl gegeben haben.
11:42Und da auch gar kein Ding draus gemacht wurde, obwohl außenrum sehr viel Trubel war.
11:46Generell, jeder wartet ja grundsätzlich, wenn ein Torwart keine Ahnung,
11:52wie viele Bälle hält, aber eine überragende Leistung zeigt
11:54oder ein Spieler vorher vielleicht zehn Tore wirft,
11:56dass er im nächsten Spiel dann auch wieder spielt.
11:59Das war eine taktische Entscheidung von Alfred.
12:03Keiner hat, glaube ich, einen Gedanken daran verschwendet,
12:06dass wir darüber reden, wenn ich anfange, dass wir ein Spiel abschenken.
12:08Ich glaube, oder was für Aussagen auch von Experten getroffen wurden,
12:13die im Nachhinein einfach, da denke ich mir auch,
12:14dass es einfach respektlos ist, das so zu betiteln,
12:17weil es wurde einfach so rausgeworfen,
12:19natürlich redet man so, aber die wissen gar nicht,
12:22was für eine Wirkung das auf den Spieler hat.
12:24Weil ich meine, wie gesagt, ohne die Leistung von Andi zu schmälern,
12:29aber wie gesagt, ich bin ja auch ein Teil der Mannschaft
12:31und wurde dann eingesetzt.
12:33Und dann so viel eine Hate-Welle abzubekommen,
12:35ist schon eigentlich brutal,
12:37obwohl man dann eigentlich auch noch ein gutes Spiel gemacht hat.
12:41Was ist das für ein Spiel?
12:44Wenn man sich das Dänemark-Spiel anguckt
12:46oder jemand weniger Ahnung hat von Handball oder sonst was,
12:50wird natürlich das immer als ersten Grund nehmen,
12:52weil wenn man das jetzt im Fußball mit vergleicht,
12:55weil du aus dem Fußball kommst, sagst du,
12:56ja, in damaligen Zeiten ist es in dem Fall,
12:59wenn Manuel Neuer nicht spielt.
13:00So ist das der Fall.
13:03Bloß Handball ist einmal was,
13:04kannst du nicht mit Fußball vergleichen.
13:07Und ich finde das natürlich auch wahnsinnig,
13:08weil eigentlich genau diese Experten vor dem Turnier auch gesagt haben,
13:12dass wir zwei Torhüter haben, die auf einer Augenhöhe sind.
13:16Und weil ich, glaube ich, schon häufiger bewiesen habe,
13:18dass ich eben nicht mehr ein Ersatz-Torhüter bin
13:20oder ein zweiter Torhüter.
13:21Die Rede ist ja immer von, wie Alfred sagt,
13:241A und 1B,
13:25weil egal, wen er reinstellt, er hat keine Bauchschmerzen.
13:28Das ist natürlich auch immer schwierig,
13:29weil am Ende machen die Journalisten
13:31und Experten ja auch irgendwo ihren Job.
13:35Sie werden dafür bezahlt.
13:37Ich weiß nicht.
13:38Das ist natürlich auch wichtig für sie,
13:39dass sie in ihrem Job gut rüberkommen.
13:42Aber natürlich muss man sich
13:43der Tragweite irgendwie bewusst sein,
13:45was man sagt.
13:47Ich habe es mir nochmal angeguckt,
13:48natürlich, weil mich das beschäftigt hat.
13:49Und ich weiß noch,
13:50ich habe mir extra angeguckt,
13:51in der 40. Minute, 45. Minute
13:53stand ich in einer Quote von knapp 40 Prozent.
13:56Und ich glaube,
13:57das ist,
13:58also besser geht es kaum gegen Dänemark.
14:00Und da frage ich mich halt,
14:02wie man als Experte,
14:04als Journalist halt sowas droppen kann.
14:07Natürlich ist das am einfachsten gesetzt,
14:09weil das war halt das Ding,
14:11worüber alle geredet haben.
14:12Natürlich, Andi war halt der Faktor,
14:13warum wir gegen Norwegen gewonnen haben.
14:15Das braucht man, glaube ich,
14:15nicht drüber reden.
14:1722 Paraden,
14:18das ist Weltklasse.
14:20Und dass man dann das Timing natürlich so macht,
14:22aber dass Leute,
14:23die weniger Ahnung haben von Handball,
14:26das so sagen,
14:26kann ich verstehen.
14:27Aber dass das halt von Journalisten
14:29oder vielleicht halt von vermeintlich
14:31diesen Experten gestreut wird,
14:32das hat mich halt fertig gemacht.
14:34Und finde ich eigentlich auch Wahnsinn,
14:35dass man da so diese Unruhe reinbringt.
14:37Das war natürlich eine extrem schwierige Situation
14:38für David,
14:39weil er hat es ja beschrieben,
14:41er konnte machen,
14:42was er wollte,
14:42aber er wird dieser Situation
14:43ausgesetzt werden.
14:46Und man muss sich einfach dem bewusst sein,
14:48dass man einfach, glaube ich,
14:49manche Sachen nicht unter Kontrolle hat.
14:51Und dass das so oder so kommt.
14:55Und dass man,
14:56David hatte darüber keine Kontrolle.
14:58Und es tat mir leid,
15:00dass ihm das so passiert ist.
15:02Hat mich auch sehr beschäftigt.
15:03Ich glaube,
15:03das wissen die Jungs auch.
15:04Ich glaube,
15:05Juri hat sich da auch viel angehört.
15:07Aber das hat mich echt färggemacht.
15:09Und deswegen habe ich auch großen Respekt
15:11vor Fußballern,
15:11muss ich ehrlich sagen.
15:12Wenn ich da so Leute wie Florian Wirz sehe
15:14oder Nick Woltemade,
15:18für die teilweise auch grundlos kritisiert werden,
15:20finde ich das echt Wahnsinn,
15:21was die durchmachen.
15:22Ich habe es ja auch schon
15:23bestimmt ein paar Mal erlebt
15:25in meiner Karriere,
15:25dass diese Momente kommen.
15:27Und es ist auch wichtig,
15:28das vielleicht zu lernen.
15:31Und das Einzige,
15:32was man tun kann,
15:33ist,
15:34sich auf sich selbst zu konzentrieren
15:36und auf das,
15:36was man selber beeinflussen kann.
15:38Und nicht auf das Außen,
15:40weil am Ende sind wir Teil dieses Spiels
15:43und profitieren ja auch von diesem Spiel,
15:46von diesem ganzen Business.
15:48Und das muss man so ein bisschen akzeptieren.
15:51Aber gleichzeitig sollte sich jeder,
15:53egal ob wir in einem Interview stehen
15:55oder auch die,
15:57die das Interview führen
15:58oder in anderen Funktionen auftreten,
16:00auch dem Bewusstsein.
16:05Ich würde sagen,
16:06das Finale hätten wir eher gewinnen können,
16:10fand ich,
16:10auch vom Gefühl her,
16:12von den Chancen,
16:13die wir rausgespielt haben.
16:14Ich glaube auch.
16:18David hat es ja hautnah erlebt
16:19und ich war schon ziemlich down
16:21und habe sehr viel gegrübelt,
16:23aber habe dann die letzten zwei Tage
16:26sehr viel auch mit mir selber beschäftigt,
16:29mich mit mir selber beschäftigt
16:31und auch gearbeitet,
16:35Lösungen zu finden.
16:36Habe dann ein paar Sachen für mich gefunden,
16:38die ich auch umsetzen konnte.
16:40Und vielleicht hat mir das geholfen,
16:42aber ich glaube,
16:43auch da manche Dinge hast du manchmal nicht in der Hand.
16:46Und ich glaube,
16:48ich hatte eigentlich schon ein ähnliches Mindset
16:49bei dem Spiel vorher gegen Dänemark,
16:51als ich reinkam
16:51und mache dann in der ersten Aktion Tor
16:54und danach zwei, drei Aktionen,
16:56wo ich eigentlich fast bessere Situationen nehme,
17:01Würfe nehme,
17:02als in dem Frankreichspiel.
17:03Und dort werden sie ja gehalten
17:05oder gehen nicht rein.
17:06Und beim Frankreichspiel gehen sie dann rein
17:07und so ist manchmal der Sport.
17:09Dann läuft es auf einmal wieder
17:11und dann gehen da Würfe rein,
17:13die vorher absolut nicht reingegangen wären.
17:17und das Spielglück braucht man auch manchmal.
17:21Ja, aber nach dem Spiel war ich einfach glücklich,
17:24dass das in dem Turnier noch passiert ist
17:27und dann auch in so einem wichtigen Spiel
17:29und dass ich den Schwung dann auch mitnehmen konnte
17:32in die ganz großen Spiele.
17:38Also wir haben gesagt Halbfinale
17:40und das hat auch bei vielen,
17:42also ich habe es auch formuliert, glaube ich,
17:43von Anfang an, weil es ist ja Quatsch.
17:44Also wofür spielst du das alles,
17:46wenn du da nicht durch die Hauptrunde durch willst
17:48und dann Halbfinale ist auch Quatsch,
17:51weil wenn du durch den Turnierbaum durchgehst
17:54auf der Seite,
17:56dann willst du, musst du ins Finale
17:58und im Halbfinale waren wir dann auch
18:01sicherlich der Favorit.
18:05Es ist doch mega geil,
18:07gegen den Gastgeber im Finale zu spielen.
18:10Ich weiß nicht,
18:11also ich finde, es sollte so sein.
18:13Ich finde, man sollte dort ausgefüffen werden.
18:16Ich finde, das muss eine Aufklärungsstimmung sein.
18:20Sonst würde es dem Rahmen gar nicht gerecht werden.
18:23Und nur wenn man das dänische Volk
18:25grundsätzlich von außen nicht so einschätzt
18:28und das vielleicht dann überraschend kommt,
18:30ich habe das nicht so wahrgenommen
18:32und fand das völlig okay.
18:37Wir sind das Spiel ganz anders angegangen
18:39als das Olympia-Finale damals.
18:41Wir waren viel mehr da
18:42und wollten das Ding gewinnen.
18:46Und dann waren es einfach so ein paar Sachen,
18:49die einfach nicht gereicht haben.
18:50Ich glaube, die erste Halbzeit
18:51war wirklich mehr oder weniger auf Augenhöhe.
18:53Das war wirklich gut.
18:56Auf der anderen Seite muss man natürlich auch sehen,
18:58dass Dänemark ja auch gebeutelt war
19:00durch die Kreisläufer- und Inblock-Situation.
19:03Das hätten wir noch besser nutzen können, tatsächlich.
19:05Man hatte schon das Gefühl,
19:07und das war das erste Mal seit langem,
19:08jetzt vor allem gegen Dänemark,
19:09so dass du sagst,
19:11da wäre schon was möglich gewesen.
19:12Das war schon so ärgerlich,
19:14weil, wie gesagt, glaube ich,
19:15wenn man bei diesen ein, zwei Schlüsselmomenten
19:17mehr Glück gehabt hätte oder was auch immer,
19:19dann wäre das, glaube ich,
19:20vielleicht echt gut geworden.
19:22Es sind so Kleinigkeiten,
19:24die dann einen schon ärgern,
19:26weil im Nachhinein,
19:28es war schon relativ schnell dieses Gefühl von,
19:30ey, es war trotzdem was Großes
19:32und wir haben wieder eine Silbermedaille gewonnen
19:34und das ist echt gut.
19:37Aber es war immer noch nicht ganz dieses Gefühl,
19:42was ich zum Beispiel damals beim Pokalfinal vor
19:45mit den Löwen jetzt letztes Jahr auch hatte,
19:47aber auch als wir gewonnen haben,
19:49als du da um Biegen und Brechen einfach gewinnen wolltest
19:52und alles andere völlig, völlig egal war
19:54und vielleicht kommen wir da jetzt hin,
19:56aber wir müssen uns natürlich auch die Dankbarkeit bewahren
20:00für so einen Moment
20:01und da vielleicht einen Mittelweg finden,
20:04dass man, ja,
20:07dass am Ende eigentlich natürlich der Sieg zählt,
20:09aber man natürlich auch glücklich ist über das,
20:12was man erreicht,
20:12egal wie weit man kommt,
20:14eine Silbermedaille ist,
20:15ist was Großes bei so einem Turnier.
20:19Jedes Turnier ist neu,
20:21diese Erfahrung einfach mitzunehmen
20:23und vor allem einfach auch dieses Bewusstsein zu haben,
20:28wie Juri sagt,
20:29dass wir diese Mentalität entwickeln,
20:33dieses Duodai-Spiel auch gegen Dänemark zu schaffen,
20:36dass es uns egal sein soll.
20:38Jetzt haben wir eigentlich den perfekten Rahmen im Januar,
20:40wir haben ein Heimturnier
20:41und hoffentlich läuft alles so,
20:43wie wir es uns vorstellen
20:44und dass wir wirklich dann diese Einstellung haben.
20:47Und klar, natürlich auch diese Dankbarkeit,
20:48wie Juri sagt, beibehalten,
20:49aber wirklich diese Mentalität reinzukriegen,
20:52zu sagen, wir wollen einfach diesen Sieg,
20:54wir wollen das,
20:55wir haben jetzt zweimal Silber geholt,
20:57was überragend ist,
20:59aber dass wir wirklich es schaffen.
21:00Das ist immer eine Momentaufnahme
21:02und wir sind jetzt einfach in diesem Pool drin
21:05an Mannschaften,
21:06die da ganz vorne mitspielen können
21:08und gehören sicherlich,
21:10oder die Erwartungshaltung ist eine andere,
21:12aber auch der Blick der anderen Mannschaften auf uns
21:14ist ein anderer.
21:16Ich glaube, den Status haben wir uns erarbeitet
21:17und darauf können wir auch stolz sein
21:19und daran werden wir auch gemessen.
21:21Und natürlich wird es unser Ziel sein,
21:23immer um die Medaille mitzuspielen
21:24und bei einem Heimturnier ist das nochmal was anderes.
21:27Aber man darf auch nicht den Fehler jetzt machen,
21:32sowas nicht wertzuschätzen
21:33und dann auch nicht mehr demütig zu sein.
21:39Das sind eigentlich meine größten Erfolge.
21:42Das ist meine Goldmedaille.
21:44Das sind einfach meine kleinen, großen Erfolge
21:48und das waren immer die Träume, die ich hatte,
21:52gegen meine Idole zu spielen,
21:54mit meinen Idolen irgendwie zu spielen
21:57und sich da Respekt zu erarbeiten
22:00und das so ein bisschen zu spüren.
22:04Das ist ein krasses Gefühl
22:06und das ist, wenn ich wirklich mal einen ruhigen Moment habe,
22:09dann kommt sowas hoch
22:11und dann überkommt es mich vielleicht,
22:14weil das ist das, was mich wirklich im Inneren erfüllt
22:19und wirklich auch nur bei mir ist.
22:25Natürlich, die mediale Präsenz wird hoch sein.
22:28Das ist uns auch allen bewusst.
22:29Aber es ist ja auch was Gutes.
22:31Das heißt, dass unser Sport wächst.
22:33Unser Sport lebt davon.
22:35Und es ist ja auch schön,
22:37dass wir auf die größte Bühne kommen
22:38und immer mehr Leute unsere Sportart sehen.
22:41Aber dann müssen wir halt für uns, ich für mich,
22:44dieses Bewusstsein entwickeln,
22:46wenn es dann halt eben nicht läuft oder was auch immer,
22:47dass man das halt wirklich versucht auszublenden.
22:49Und ich weiß, es ist schwer
22:50und ich habe es immer noch nicht hingekriegt.
22:53Aber man hat jetzt ein Jahr Zeit
22:55und wie Juri schon sagt,
22:57erstmal muss man hoffen, dabei zu sein.
22:59Es ist immer so ein Ding.
23:01In einem Jahr kann viel passieren.
23:03Ich habe das schon miterlebt.
23:04Ich möchte einfach nur fit bleiben.
23:06Meine Knien soll jetzt gut gehen.
23:08und ich werde erstmal ein Jahr hart an mir arbeiten,
23:13weil ich möchte mich weiterentwickeln.
23:15Wir alle möchten uns weiterentwickeln, glaube ich,
23:19um einfach noch stärker in einem Jahr zu sein
23:21und dann in erster Linie erstmal dabei sein zu dürfen.
23:23Und über alles andere mache ich mir danach Gedanken.
23:25Ich möchte mich jetzt nicht schon verrückt machen über die Medien.
23:29Aber wie gesagt, in erster Linie ist es auch erstmal was Gutes.
23:31Ich glaube, wenn die Medien nicht da wären
23:33und keiner würde sich für unser Turnier interessieren,
23:36wäre das ja eigentlich noch schlimmer.
23:38Deswegen ist es ja schön, dass es wächst
23:40und dass immer mehr Leute auch Interesse entwickeln.
23:47Wir posaunen jetzt auch nichts raus.
23:49Wir sind eine Mannschaft,
23:51die auch viele Höhen und Tiefen hatten.
23:53Wir versuchen uns zu stabilisieren.
23:55Das haben wir jetzt geschafft
23:56in den letzten zwei Spielen.
23:58Aber natürlich hat man das auch gesehen im Kiel-Spiel,
24:00dass wir eben solche Spiele
24:02oftmals noch nicht ziehen können.
24:03In den Verein, wo wir besser sind, das Spiel kontrollieren,
24:06aber trotzdem dann in den entscheidenden Phasen
24:09nicht clever genug sind,
24:10vielleicht auch irgendwo noch nicht erfahren genug sind.
24:14Aber natürlich, wir gehen in jedes Spiel rein
24:15und wollen es gewinnen.
24:17Das wissen wir, wir haben die Qualität.
24:20Natürlich muss da auch vieles passen an dem Tag.
24:22Aber mein Ziel ist es,
24:24soweit es geht, in der Tabelle nach oben zu klettern.
24:26Und dann schauen wir, was am Ende bei rumkommt.
24:30Wir wollen kein genaues Ziel rausgeben,
24:32weil wenn ich sage,
24:34ich möchte unbedingt Fünfter werden,
24:35das klingt ja auch irgendwie komisch, das Leben.
24:37Europa soll es schon sein.
24:38Wir wollen natürlich international spielen.
24:40Das ist ja keine Frage.
24:48Ja, das ist das große Ziel des Vereins.
24:53Das spürst du in jedem Moment eigentlich hier.
24:57Darauf arbeitet der ganze Verein hin.
24:59Und natürlich in der Liga stehen wir auch sehr gut da,
25:03haben eine gute Ausgangssituation
25:04und wollen natürlich dort Meister werden.
25:07Das wird schwer genug.
25:09Aber jetzt sind wir ja bereits für das Viertelfinale qualifiziert
25:13und haben natürlich eine gute Chance,
25:15zu uns vorzukommen.
25:16Und das wollen wir schaffen.
25:19Und in Köln kann alles passieren.
25:21Ich war da häufig genug als Zuschauer
25:24in der vorletzten Reihe ganz oben.
25:26Und häufig habe ich erlebt,
25:28dass die Underdogs da gewinnen.
25:29Und ich will nicht sagen, dass wir ein Underdog sind,
25:31aber wir haben einfach eine sehr gute Mannschaft
25:34und haben sicherlich eine Chance.
25:37Ich stehe in der Kurve mit dem Arlbock-Trikot dann.
25:39Da stehe ich dann da.
25:40Also 100 Prozent.
25:43Natürlich verfolge ich die Spiele alle.
25:46Natürlich die Champions-League-Spiele
25:48und dann die dänischen Spiele
25:50habe ich auch alle verfolgt, muss ich auch sagen.
25:51Da habe ich immer einen Live-Ticker laufen.
25:53Lüge.
25:54Lüge ich?
25:55Das schreibe ich dir nicht immer nach den Spielen.
25:57Ist nicht?
25:58Egal.
25:59Und weil Instagram mir immer noch,
26:01weil ich die Arlbock-Seite abonniert habe.
26:02Da kriege ich immer meine News.
26:04Nein, aber natürlich ist das schon ein Riesending jetzt,
26:06dadurch, dass Arlbock sich jetzt schon
26:07für das Viertelfinale qualifiziert hat.
26:09Natürlich würde ich es mir wünschen.
26:11Also wie gesagt, ich glaube,
26:12in Köln das DHB-Pokalfinale war schon wahnsinnig.
26:16Aber ich glaube,
26:16die Champions-League ist nochmal eine Stufe drüber.
26:23Es gibt Leute,

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