00:02München, Theresienwiese. Tausende Iraner demonstrieren gegen das Mullah-Regime, möglicherweise unter ihnen Agenten.
00:10Immer wieder bedrängen iranische Geheimdienstmitarbeiter Oppositionelle in Deutschland.
00:15Gefolterte Familienangehörige, Drohungen und Aussperrversuche.
00:20Exil-Iraner wie Hossein Yagobi erleben sowas täglich.
00:23Seit mehr als 40 Jahren lebt der Ingenieur in Deutschland und fast genauso lang wird er vom Geheimdienst belästigt.
00:31Gleich nach meiner Ankunft hier in Deutschland wurden zunächst mal meine Familienangehörigen im Iran festgenommen.
00:38Und dann ging es richtig die Unterdrückung und sogar Folterung von einigen Familienangehörigen weiter.
00:46Mir wurde immer wieder gesagt, wenn du bereit wärst, mit uns zusammenzuarbeiten, dann würden wir natürlich sie nicht nur in
00:54Ruhe lassen,
00:55sondern sie können auch als Ingenieur nach Iran kommen und wir würden ihnen auch sogar als Chef einer Firma einsetzen
01:00und so weiter und so fort.
01:03Angebote, die Hossein Yagobi ablehnt.
01:05Um Exil-Iraner unter Druck zu setzen, nutzen die Geheimdienste eine perfide Masche.
01:10Sie geben sich als Oppositionelle aus und kontaktieren ihre Opfer per WhatsApp.
01:15Euronews liegen Chats vor, die einen solchen Kontaktversuch zeigen.
01:19Der mit der roten Jacke hat eine Freundin, groß, mit langen Haaren. Wie heißt er?
01:25Durch wen bist du mit ihm in Kontakt gekommen?
01:27Ich will nicht, dass du Probleme mit deinem Fall bekommst, weil du ja eine Aufenthaltserlaubnis bekommen willst.
01:33Ich helfe dir auch.
01:34Wir wissen, dass Leute, die als Flüchtlinge in den Iran zurückkehren wollen, dann müssen sie bei der iranischen Botschaft ein
01:41Formular ausfüllen und sich verpflichten und dafür bereit erklären, dass sie auch bereit sind, Namen zu nennen eventuell.
01:51Und das ist leider eine Gefahr, wodurch dann einige Leute auch als Spione dann angeworben werden.
01:59Der Politikwissenschaftler Ralf Gatban recherchiert seit langem zu dem Thema.
02:04Er weiß genau, wie wichtig die Geheimdienste für die Mullers sind.
02:07Das sind diese Regime, die diktatorischen Regime, die denken, dass jede oppositionelle Stimme eventuell eine Gefahr sein kann, die muss
02:19verstummen.
02:21Das gehört zu den Regimen, dem autoritären Regimen.
02:27Etwa 160.000 Iraner ohne deutschen Pass leben in Deutschland.
02:32Hinzu kommen zahlreiche mit Doppelstaatsbürgerschaft.
02:35Anzeigen gegen mögliche Bedrängungen durch Geheimdienstler verlaufen auf dem Sand.
02:40Den Exiliranern bleibt nur die Hoffnung auf ein baldiges Ende des iranischen Regimes.
02:45Besonders aktiv ist der iranische Geheimdienst hier in Deutschland auf Demonstrationen.
02:50Er versucht, Oppositionskreise zu infiltrieren, Namen, Fotos, Adressen von Kritikern herauszubekommen.
02:57Dafür schickt das iranische Regime, so haben es mehr Experten erzählt, sogar Geheimdienstmitarbeiter als Flüchtlinge nach Deutschland.
03:04Mittlerweile ist das Problem so groß, dass der Verfassungsschutz eine eigene Meldestelle für Betroffene eingerichtet hat.
03:11Laura Fleischmann aus Berlin für Euronews.
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