00:01Liebe Frau Welch, wie schaffen Sie es das Buch so spannend zu machen, dass man jeden
00:07Abend denkt, ich freue mich schon mein Buch zu lesen. Wie schafft man das?
00:15Ich halte mich da immer an an einem wunderschönen Satz, den mir mal ein Bub
00:19geschrieben hat nach einer Lesung, der geschrieben hat, deine Bücher gefallen mir,
00:24weil so viel Platz für mich drin ist. Dank Ihrer Frau kann ich überhaupt lesen.
00:29Ich habe das so geliebt. Ich habe diese Bücher gefressen.
00:34Ja, genau. Aber das ist trotzdem seit dem Schlag und Fall jetzt schlechter, oder?
00:38Ganz am Anfang habe ich überhaupt nicht reden können. Und das ist halt der Verlust aller Verluste für mich.
00:45Aber es waren immer die anderen, die sprachlos waren. Und plötzlich zu merken, dass ich sprachlos bin,
00:52das war so ein Ich-Verlust.
00:53Ich bitte euch jetzt, während dieser Arbeitseinheit nicht mit dem Nachbarn zu reden, und zwar wirklich gar nicht.
01:02Und dafür alles zu sagen, was euch in irgendeiner Weise durch den Kopf flitzt.
01:09Liebe Frau Welsch, ich habe nicht gewusst, dass es Spaß machen kann, über etwas nachzudenken.
01:18Ich werde dieses jetzt öfters tun, dein Freund unterschrieben. Und ich meine, das ist einfach zu schön, da geht dir
01:27das Herz auf.
01:32Es ist ganz komisch. Du bist wahnsinnig dankbar, wenn du das Gefühl hast, wenn dir Leute sagen, dass die Art,
01:47wie ich schreibe, ihnen das Gefühl gegeben hat, dass sie anders zuhören müssen.
01:56Und ich glaube ja, das Zuhören ist eines von den ganz, ganz wichtigen Sachen.
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