00:04Die iranischen Behörden haben bekannt gegeben, dass Mojtabar Khamenei zum neuen obersten Führer des Iran gewählt wurde.
00:11Er ist der Sohn des vor und einer Woche getöteten Ayatollah Ali Khamenei.
00:15Die Expertenversammlung, ein Gremium von Klerikern, ernannte ihn nach einer Woche intensiver Beratungen.
00:22Ali Khamenei hatte das Amt des obersten Führers seit 1989 fast 37 Jahre lang inne.
00:28Sein Sohn Mojtabar, ein 56-jähriger Geistlicher, gilt als geheimnisvoll und pflegt enge Kontakte zur iranischen Revolutionsgarde.
00:37Obwohl er nie ein Regierungsamt hatte und nicht demokratisch gewählt wurde, übernimmt er nun die höchste Position des Landes.
00:44Kritiker bemängeln die Ernennung als vererbte Machtübertragung.
00:48Sie sei eine klerikale Version der Scharherrschaft, die 1979 durch die Islamische Revolution gestürzt wurde.
00:55Dennoch entschied das Gremium der Geistlichen offenbar, Mojtabar Khamenei zu ernennen, um die aktuelle Kriegspolitik fortzuführen.
01:05Der neue Ayatollah wird nun die iranischen Streitkräfte und Entscheidungen über das Atomprogramm leiten.
01:11Teheran besitzt weiterhin hoch angereichertes Uran, das nur einen kleinen Schritt von waffenfähigem Material entfernt ist.
01:18Viele Experten befürchten, Mojtabar Khamenei könne eine Atombombe bauen.
01:24Israel hat das neue geistliche Oberhaupt des Iran bereits als potenzielles Angriffsziel identifiziert,
01:30während US-Präsident Donald Trump die Ernennung scharf kritisierte.
01:34Er bezeichnete sie als inakzeptabel und forderte jemanden, der Harmonie und Frieden ins Land bringe.
01:40Zudem warnte er, dass jede Machtübernahme ohne die Zustimmung Washingtons nicht lange im Amt bleiben werde.
01:58Die NATO-Streitkräfte haben zum zweiten Mal in weniger als einer Woche eine iranische Rakete abgefangen.
02:05Die Fernlenkwaffe steuerte auf die Türkei zu.
02:08Eine NATO-Sprecherin bestätigte den Vorfall und versicherte, das Bündnis werde seine Mitglieder gegen jede Bedrohung verteidigen.
02:15Bislang gibt es keine Anzeichen dafür, dass Ankara konkrete Schritte gegen den Iran einleitet.
02:22Die Regierung hatte zuletzt den iranischen Botschafter vorgeladen.
02:26Am vergangenen Mittwoch fing das türkische Verteidigungsministerium bereits eine ähnliche ballistische Rakete in der Nähe der syrischen Grenze ab.
02:34Einem Gebiet, in dem die USA auf dem Luftwaffenstützpunkt in Schirlik militärisch präsent sind.
02:41In einem Gespräch mit Euronews warnte Oberst Martin O'Donnell, Sprecher der alliierten Streitkräfte in Europa, dass der Iran US-Stützpunkte
02:50ins Visier nehme.
02:51Er bekräftigte die Haltung des Generalsekretärs mit den Worten, die NATO ist nicht Teil dieses Krieges, aber die NATO wird
02:58sich verteidigen.
03:01In der belgischen Stadt Lüttich ist eine historische Synagoge durch eine Explosion beschädigt worden.
03:07Dabei wurden auch Fenster in umliegenden Gebäuden beschädigt. Verletzt wurde nach Angaben der Polizei niemand.
03:14Belgiens Ministerpräsident Barth de Wever verurteilte den Vorfall als antisemitische Tat und erklärte, solche Angriffe richteten sich gegen die Grundwerte
03:22des Landes.
03:22Auch Lüttichs Bürgermeister Willi de Meillet äußerte sich besorgt und betonte, ausländische Konflikte dürften nicht nach Belgien importiert werden.
03:31Die belgische Bundesstaatsanwaltschaft erklärte, sie habe Ermittlungen aufgenommen.
03:35Unter anderem wegen möglicher Hinweise auf eine terroristische Straftat.
03:40Die Synagoge wurde 1899 erbaut, gilt als Wahrzeichen der lokalen jüdischen Gemeinde und wird als Museum genutzt, das dem kulturellen
03:48Erbe gewidmet ist.
03:50Belgien will die Sicherheitsmaßnahmen nun an vergleichbaren Einrichtungen verschärfen.
03:54Auch in anderen europäischen Ländern wurden die Sicherheitsvorkehrungen mit Blick auf den Iran-Krieg zuletzt erhöht, darunter in Deutschland.
04:05Der slowakische Ministerpräsident Robert Vizu hat gedroht, sein Land werde das 90 Milliarden Euro Kreditpaket der EU für die Ukraine
04:13nach April blockieren.
04:14Auslöser sei aus seiner Sicht ein mögliches Szenario.
04:17Sollte Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban die Wahl verlieren und Kiew die Ölversorgung über die Druzhba-Pipeline nicht wieder aufnehmen, wolle
04:24die Slowakei ihr Veto einsetzen.
04:26Die Drohung kommt inmitten eines eskalierenden Streits um die Pipeline.
04:30Nach dem Stopp russischer Öllieferungen haben die Slowakei und Ungarn den Druck auf Kiew erhöht.
04:35Vizu trifft am Dienstag EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
04:40Dabei will erklären, warum aus seiner Sicht ukrainische Interessen Vorrang vor denen der Mitgliedstaaten haben.
04:45Kiew erklärt, die Pipeline sei durch russische Angriffe beschädigt worden.
04:49Vizu dagegen behauptet, er verfüge über so wörtlich geheime Satellitenbilder, die zeigen sollen, dass die Leitung weiterhin voll funktionsfähig ist.
04:57Der slowakische Regierungschef sagt außerdem, der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky warte auf einen Sieg der ungarischen Opposition im April, bevor
05:06die Öllieferungen wieder aufgenommen würden.
05:12Die traditionelle Weltordnung gerät zunehmend ins Wanken, befeuert durch immer häufigere Verstöße gegen das Völkerrecht.
05:18Davor warnten Ursula von der Leyen und Kaya Callas auf der Jahreskonferenz der EU-Botschafter in Brüssel.
05:24Die Europäische Union, so ihr Appell, müsse sich auf ein neues Zeitalter einstellen, geprägt von Unordnung und wachsendem Druck.
05:31Die Europäische Union kann nicht mehr sein Kastodien der alten Weltordnung, für eine Welt, die weggekehrt und nicht zurückgekehrt werden.
06:06EU-Außenbeauftragte Kaya Callas warf Russland vor, mit der groß angelegten Invasion in der Ukraine, die, so wörtlich, Aushöhlung,
06:13des Völkerrechts weiter beschleunigt zu haben.
06:40Weder von der Leyen noch Callas bezeichneten die amerikanisch-israelischen Angriffe auf den
06:45Iran ausdrücklich als illegal.
06:54Der griechische Verteidigungsminister Nikos Dendias plant, die Verteidigungskräfte im Norden Griechenlands zu verstärken.
07:01Die Maßnahme geht auf die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten zurück und wurde auf Antrag der bulgarischen Regierung getroffen.
07:07Nach Angaben von Dendias soll der Schutz des Nachbarlandes Bulgarien verbessert werden.
07:12Der Plan sieht vor, eine Patriot-Raketenabwehrbatterie in Nordgriechenland zu stationieren.
07:16Sie soll Bulgarien vor möglichen ballistischen Raketenangriffen schützen.
07:20Darüber hinaus werden zwei hochrangige Offiziere der griechischen Luftwaffe dem Operationszentrum der bulgarischen Streitkräfte in Sofia zugewiesen.
07:28Gleichzeitig werden zwei F-16-Kampfflugzeuge auf einen Luftwaffenstützpunkt im Norden Griechenlands verlegt.
07:51In der kommenden Woche wird Dendias auf Einladung Bulgariens nach Sofia reisen.
08:03Am Berliner Flughafen kommen Verletzte an. Hier probt die Bundeswehr den Ernstfall.
08:08Wir haben eine instabile Weckenverletzung. Wir legen eine Weckenschwinge an, nachdem wir den Bordichick gemacht haben.
08:14Wie können mehrere hundert verletzte Soldaten schnell versorgt werden, wenn jede Minute zählt?
08:19Diese sogenannte Rettungskette für Verwundete, also der gesamte Weg vom Einsatzgebiet in Litauen bis zur Behandlung in Deutschland, ist Teil
08:27der Übung MediQuadriga.
08:29Denn für die NATO ist Deutschland ein unverzichtbarer Knotenpunkt.
08:35Deutschland, das wissen Sie, hat mit seiner zentralen Lage eben auch eine besondere Verantwortung als Drehscheibe in Europa im Ernstfall.
08:43Und dieser medizinische Hab steht daher für mehr als nur nationale Gesundheitssicherstellung.
08:51Er steht für das entscheidende, das wirklich entscheidende Thema der militärisch-zivilen Zusammenarbeit im Operationsplan Deutschland.
09:01Beteiligt sind neben der Bundeswehr auch zivile Rettungsdienste wie das Deutsche Rote Kreuz.
09:06Los auf drei, eins, zwei, drei.
09:11Das ist operativer verdruckter Wirbelsäulenverletzung mit inkompletten Querschnitt.
09:17Die Rettungsdienste bringen die Verletzten vom Verteilungszentrum am Flughafen in Krankenhäuser in der Umgebung.
09:23Das haben wir in dieser Form in der Vergangenheit so zumindest nicht mit den Vorzeichen, die wir jetzt haben, jemals
09:29geübt.
09:30Es kommt nämlich darauf an, dass wir tatsächlich in einer echten Krise in der Lage sind, mit einer großen Anzahl
09:36von Verwundeten zurechtzukommen, sie bewältigen zu können.
09:40Sollte es zu einem Spannungsfall an der NATO-Ostflanke kommen, wird mit bis zu 1.000 Verwundeten pro Tag gerechnet,
09:46die aus dem Baltikum nach Deutschland gebracht werden müssten.
09:49Die Übung Mediquadriga zeigt, wie viel Planung hinter jeder einzelnen Rettung steht.
09:54Da die Bundesrepublik eines der Drehkreuze des Verteidigungsbündnisses ist, könnten im Ernstfall bis zu 800.000 Soldaten über deutsches Gebiet
10:03an die NATO-Ostflanke verlegt werden.
10:05Es bleibt die Frage, ob Europa auf einen großen militärischen Ernstfall vorbereitet ist.
10:13Neigen junge Europäer wirklich eher dazu, links statt rechts zu wählen?
10:21Die Mehrheit der 16- bis 39-Jährigen tendiert zur politischen Mitte.
10:26Besonders Italien und Deutschland haben einen hohen Anteil an jungen Menschen, die sich der Mitte zuordnen.
10:32Spanien sticht unterdessen hervor.
10:35Hier ist die linksgerichtete Stimmung bei jungen Menschen am stärksten ausgeprägt, mit 28 Prozent, die sich der linken oder der
10:42extremen Linken zuordnen.
10:43Am anderen Ende des Spektrums liegt Polen mit 35 Prozent und Frankreich mit 33 Prozent, die größten Gruppen, die rechts
10:51- oder rechtsextrem orientiert sind.
10:54Beide Länder weisen zudem den höchsten Anteil junger Menschen auf, die sich speziell mit der extremen Rechten identifizieren.
11:01Gleichzeitig berichten sie von den stärksten politischen Spannungen.
11:05In Frankreich gaben 59 Prozent an, dass Ideenkonflikte häufig unter Gleichaltrigen auftreten,
11:11während in Polen vor allem Altersunterschiede politische Konflikte auslösen.
11:16Trotz dieser Unterschiede gibt es einen gemeinsamen Nenner in allen fünf Ländern.
11:21Ein starkes Gefühl der europäischen Identität.
11:24Rund 85 Prozent der jungen Menschen fühlen sich als Europäer entweder eindeutig oder zumindest teilweise.
11:31In Italien und Frankreich zeigt sich jedoch ein etwas höheres Maß an Skepsis.
11:36Fast jeder Fünfte fühlt sich nur wenig oder gar nicht mit Europa verbunden.
11:40Fünfte泡
11:42Vielen Dank.
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