00:00Der Markt für industrielle humanoide Roboter wird zunehmend dichter und nun betritt ein weiteres Unternehmen die Bühne, das mit einem
00:07ungewöhnlichen Ansatz auf sich aufmerksam macht.
00:11Ich bin Carsten vom Automagazin TuningBlog und schaue mir heute an, was hinter dem neuen Player Noble Machines steckt und
00:19warum das Unternehmen bewusst einen anderen Weg als viele Konkurrenten einschlägt.
00:23Noble Machines stammt aus Sunnyvale in Kalifornien und war bisher unter dem Namen Under Control Robotics tätig.
00:31Die Firma wurde erst 2024 gegründet, kann aber bereits mit einem Team aus erfahrenen Ingenieuren von SpaceX, Apple, der NASA
00:39und dem Caltech Institute aufwarten.
00:42Jetzt hat das Startup offiziell seinen Tarnmodus verlassen und gleichzeitig die erste kommerzielle Auslieferung an einen Kunden aus der Fortune
00:49Global 500 verkündet.
00:52Damit zeigt das junge Unternehmen sofort, dass es nicht nur an futuristischen Konzepten arbeitet, sondern an seine Technik bereits in
01:01realen industriellen Umgebungen einsetzen will.
01:05Interessant ist dabei vor allem die Philosophie hinter den Maschinen.
01:08Während viele Entwickler humanoider Roboter versuchen, möglichst menschenähnliche Bewegungen, künstliche Haut oder feine Interaktionen zu entwickeln, verfolgt Noble Machines eine
01:18deutlich pragmatischere Strategie.
01:21Der Fokus liegt auf sogenannter Physical AI, also künstlicher Intelligenz, die speziell für harte Arbeitsumgebungen optimiert ist.
01:30Einsatzgebiete sind beispielsweise Baustellen, Bergbauanlagen oder Energieinfrastruktur, also Orte, an denen Maschinen täglich mit Staub, Schmutz, Hitze und schwierigen Bedingungen
01:41umgehen müssen.
01:41Die Geschichte des Unternehmens begann mit einem internen Prototypen, der den Spitznamen Mobi trug.
01:48In rund acht Monaten Entwicklungszeit entstand daraus eine robuste Plattform, die nun unter dem Namen Noble Machines in den kommerziellen
01:56Betrieb überführt.
01:57Unterstützt wird das Projekt von mehreren Industriepartnern, darunter A-Link, Soloman und der Antriebsspezialist Schaeffler, der sich weltweit intensiv mit
02:06humanoider Robotik beschäftigt.
02:08Technisch sind die Roboter vor allem für sogenannte 4-Day-Jobs konzipiert.
02:13Gemeint sind Aufgaben, die als langweilig, schmutzig, gefährlich oder zunehmend unattraktiv gelten.
02:20Die Maschinen können Lasten von bis zu 27 Kilogramm bewegen und transportieren, was besonders im Bauwesen oder in der Logistik
02:28entscheidend ist.
02:29Die Energieversorgung ermöglicht rund fünf Stunden Einsatzzeit pro Ladung, während ein Nvidia Jetson Orin als Edge-KI-Computer das System
02:38steuert.
02:39Statt auf perfekte Laborbedingungen ausgelegt zu sein, sind die Roboter für Treppen, Gerüste und unübersichtliches Gelände optimiert.
02:47Ein zentrales Element ist außerdem die sogenannte Ganzkörpersteuerung durch künstliche Intelligenz.
02:53Die Systeme sollen neue Aufgaben innerhalb weniger Stunden lernen können, indem sie Sprachbefehle und physische Demonstrationen kombinieren.
03:02Grundlage dafür ist eine Trainingsumgebung auf Basis der Nvidia-Isaac-Plattform.
03:06Durch eine Kombination aus Simulation und realen Tests will Noble Machines eine Erfolgsquote von etwa 95 Prozent erreichen, wenn trainierte
03:16Modelle in echte Hardware übertragen werden.
03:19Der Ansatz zeigt deutlich, dass der Wettlauf in der humanoiden Robotik längst nicht mehr nur im Labor stattfindet.
03:26Besonders Branchen mit hohem Risiko und akutem Fachkräftemangel gelten inzwischen als ideale Testfelder.
03:33Noble Machines tritt damit in Konkurrenz zu mehreren internationalen Startups, die ebenfalls versuchen zu beweisen, dass Physical AI nun tatsächlich
03:42bereit für den industriellen Alltag ist.
03:45Wer das alles noch einmal in Ruhe nachlesen möchte, der findet den Link in der Videobeschreibung.
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