00:00Wie bist du, meine Königin?
00:24Durch sanfte Güte, wundervoll,
00:34Du lächle nur, denn zwüfte will durch mein Gemüte.
00:44Wundervoll, wundervoll.
00:59Frisch aufgeblühte Rosenglanz
01:19Vergleich ich ihm dem deinigen
01:27Ach, über alles Wasser blüht ist deine Blüte.
01:38Wundervoll, wundervoll.
01:53Durch tote Wüsten wandle hin
02:11Und grüne Schatten breiten sich
02:19Ob fürchterlich schwere dort
02:25Ohnende Brüte
02:31Wundervoll, wundervoll.
02:43Wundervoll, wundervoll.
02:49Lass mich vergehen in deinem Arm
03:10Wundervoll, wundervoll.
03:12Es ist in ihm ja selbst ihr Tod
03:19Ob auch die Herzen
03:25Todesquall die Brust durchwüte
03:30Wundervoll, wundervoll.
03:46Wundervoll, wundervoll.
03:50Wie bist du, meine Königin, von Johannes Brahms, Benjamin Appel und Dhan Burtin sind zu Gast hier in NDR Kultur Extra.
04:16Ja und das ist jetzt natürlich ein ganz anderer Bereich, in den ihr uns da reingeführt habt. Das sind sehr, sehr innige Welten, die besungen werden in diesen Liedern und für mich waren ganz neue Sachen dabei. Also diese Kurtagstücke kannte ich natürlich überhaupt nicht und zum Beispiel auch das Heideröslein von Albert Fischer-Diesgau, dem Vater von Dietrich Fischer-Diesgau und der hat dich ja und dein Liedgesang, Benjamin, extrem geprägt.
04:42Du warst sein letzter Schüler. Was ist das, was du ganz besonders von ihm mitnehmen konntest?
04:48Ich hatte das große Glück mit ihm nicht nur technisch und musikalisch zu arbeiten, sondern er war wirklich ein Mentor. Wir hatten über Liederabendprogramme gesprochen, wie man mit Veranstaltern umgeht, wie man auf der Bühne sich zu benehmen hat.
05:04Das waren ganz viele Aspekte, aber wenn ich einen herausgreifen soll, dann würde ich sagen, war es für mich die Inspiration, die er mir übertrug.
05:14Für 40 Jahre lang war er auf der Bühne und er hat nie abgeliefert. Er hat immer wieder tiefer gegraben, sich damit beschäftigt. Er wollte jeden Abend, jeden Tag kreieren, neu entdecken, neue Wege gehen.
05:29Und das ist etwas, was einen Künstler am Leben hält, hoffentlich auch interessant macht. Und das, würde ich sagen, war eigentlich für mich das Faszinierendste an ihm.
05:38Er wird im nächsten Jahr gefeiert werden. Sein 100. Geburtstag wird sich jähren im Mai. Und auch ihm wirst du ein Album widmen, To Dieter, eine Hommage, eine Verbeugung.
05:52Und ja, es ist, glaube ich, wirklich etwas, dass man sagen muss, es braucht ja auch immer wieder eine neue Motivation, immer wieder in die Musik neu einzutauchen.
06:03Egal, ob das Lied ist, ob das Oper ist. Dan, wir haben jetzt hier so viele kurze Stücke gehabt. Wie ist das für dich, immer wieder umzuschwenken, ganz neue Atmosphären zu schaffen?
06:13Ja, das ist ganz spannend. Jedes Lied ist eigentlich wie ein kleines Kunststück mit einer ganz anderen Welt. Und mit der Einatmung schafft man eigentlich eine ganz neue Welt.
06:32Und das ist eine der Sachen, die ich so schön finde an Lied, dass man in so einer kurzen Zeit so viel vermitteln kann. Und dann ist es auch wieder weg. Und dann kommt das Neue. Und so entstehen Geschichten.
06:50Ja, ich beobachte euch ja hier im Studio und sehe das eben auch. Du atmest auch mit Benjamin, wenn du ihn begleitest, wenn du mit ihm zusammenspielst am Klavier.
07:00Ja, das ist, glaube ich, eine sehr wichtige Sache für Liedpianisten. Und das Schöne von Zusammenmusizieren mit Benjamin ist, dass er, jede Phrase kommt wirklich in den Moment.
07:16Er gestaltet das in den Moment und deswegen klingt es immer so natürlich.
07:22Benjamin, jetzt wirst du ab Samstag auf der Opernbühne stehen in Hamburg, in der Staatsoper Hamburg als Papageno in der Zauberflöte.
07:34Wenn du diese beiden verschiedenen Bereiche für dich miteinander vergleichst, den Liedgesang, wie wir dich jetzt heute hier erleben und dann die große Opernbühne, den Papageno.
07:45Bist du ein anderer auf der Opernbühne als hier bei uns im Studio beim Liedgesang?
07:50Also grundsätzlich ist man eine Person natürlich mit vielen Schattenseiten.
07:55Ich würde sagen, ich bin der Gleiche. Ich teile nur oder zeige vielleicht nur eine andere Seite von mir.
08:04Das ist aber auch das Spannende in diesem Beruf. Man kann alles ausleben. Es gibt keine Tabus.
08:08Auf der anderen Seite, wenn ich einen Liederabend gestalte, sind bei mir auch ganz viele Bilder, ganz viele Vorstellungen in meinem Kopf, die ich auch nicht teile mit irgendjemandem.
08:19Und das ist das Wunderbare von Musik, ob es Papageno ist oder ein Zyklus von Franz Schubert.
08:26Wir senden etwas. Wenn man als Künstler eine klare Vorstellungskraft hat, senden wir das zu unserem Publikum.
08:32Und das Publikum nimmt es individuell auf und bringt es in ihre eigene Welt.
08:37Jeder Einzelne im Publikum hat, ob es die Parkplatzsuche war oder der Verlust der Partnerin oder ein Streit oder ein schönes Erlebnis, bringt das in die eigene Welt und assoziiert es mit den eigenen Gefühlen, mit den eigenen Erfahrungen.
08:53Und das ist das ganz Wunderbare in Musik.
08:56Die Zauberflöte wirst du singen bis zum 4. Januar. Es sind fünf Aufführungen ab Samstag jetzt.
09:02Es gibt auch noch Karten zum Beispiel für Neujahr. Eine tolle Sache, wenn man da Lust hat, in die Oper zu gehen hier in Hamburg und die Zauberflöte von Mozart mit dir zu erleben.
09:11Wenn du jetzt so aufwachst dieser Tage, hast du denn dann eher Papageno? Der Vogelfänger bin ich ja im Kopf oder dann doch eher Weihnachtsmusik?
09:20Es ist Papageno momentan, ganz klar. Bis zum 21. bekommt Papageno drei Tage Pause über Weihnachten.
09:28Dann wird er ganz zahm und legt sein Federkleid ab. Und ab dem 28. ist er dann wieder voll auf der Opernbühne.
09:35Dann wird er ganz zahm und legt sein.
Kommentare