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  • vor 6 Stunden
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Kategorie

🎥
Kurzfilme
Transkript
00:00:00Judas hat Christus verraten, Dreyfus hat Frankreich verraten.
00:00:30Untertitelung des ZDF, 2020
00:01:00Untertitelung des ZDF, 2020
00:01:30Untertitelung des ZDF, 2020
00:01:59Der Chefredakteur hatte eine Idee für einen Artikel, so in der Art, alle paar Jahre spielt die Welt verrückt und ganze Völker verlieren den Kopf.
00:02:08Ihr Chefredakteur ist ja gar nicht so dumm, wie ich dachte.
00:02:11Er möchte, dass ich Ihnen ein paar Fragen zur Dreifussaffäre stelle.
00:02:14Über die beteiligten Männer wie Picard und Solar und Esther Hasen.
00:02:18Ha! Dreifussaffäre.
00:02:20Uralte Geschichte. Eine Bagatelle.
00:02:24Eine Bagatelle? Frankreich war für die nächsten zehn Jahre völlig zerlassen.
00:02:28Ach, diese Franzosen. So lächerlich hitzig wegen jeder Nichtigkeit.
00:02:32War doch nur ein simpler Spionagefall.
00:02:34War sehr amüsant, sich das anzusehen.
00:02:37Das ganze Volk hätte vor lauter Schuldgefühlen ins Irrenhaus gehört.
00:02:40Wie gesagt, eine Lappalie.
00:02:46Stimmt, ja. Also, hier wären wir.
00:02:48Ich frage mich, wie Esther Hasen wohl im Rückblick zu seiner Rolle in der Affäre steht. Hat er irgendwelche Reuegefühle?
00:02:54Reuegefühle?
00:02:55Mein lieber Freund, die ganze Sache war eine Komödie. Eine Tragikomödie.
00:03:00Esther Hasen hat Geld gebraucht.
00:03:01Nichts wäre geschehen, wenn seine Frau so reich gewesen wäre, wie sie behauptet hat, um ihn in die Ehefalle zu locken.
00:03:07Aber die Welt stand Kopf und die französische Armee hat sich nie richtig davon erholt.
00:03:10Übrigens kann diese Tatsache Deutschland überzeugt haben, dass es ruhig einen Krieg beginnen könne.
00:03:14Und all das nur, weil Esther Hasen die falsche Frau gewählt hat?
00:03:17Da sehen Sie es. Eine Komödie.
00:03:22Kapitän Dreifuss, Sie sind unwürdig, eine Waffe zu tragen.
00:03:26Im Nahen des französischen Volkes degradiere ich Sie.
00:03:31Kapitän Dreifuss, Sie sind unwürdig, eine Waffe zu tragen.
00:04:01ouchen
00:04:03Kapitän Dreifuss, Sie sind unwürdig, eine Waffe zu tragen.
00:04:08Kapitän,falle!
00:04:09Kapitän!
00:04:10Kapitän,falle!
00:04:10Kapitän,falle!
00:04:11Kapitän,
00:04:23Part!
00:04:23Kapitän,falle!
00:04:23Kapitän,falle!
00:04:24Kapitän,falle!
00:04:25Kapitän,falle!
00:04:25Marst!
00:04:26Kapitän,falle!
00:04:27Kapitän,falle!
00:04:27Kapitän!
00:04:28Da ist es gegenwärtig vom Tambur die Kapelle einsetzen zu lassen, um ihn zu übertönen.
00:04:35Hat er unserer Nation nicht schon genug Schande gebracht?
00:04:37Gibt es einen einzigen Jutta auf der Welt, der sich anders verhalten würde?
00:04:40Nein. Aber selbst als Verräter ist er immer noch Armeeangehöriger.
00:04:44Das heißt, er hätte seine Strafe wie ein Soldat annehmen müssen, nicht wie ein hysterischer Schneider.
00:04:50Drei Fuß, ein hysterischer Schneider!
00:04:53Ganz vermuss, Picard, ganz vermuss.
00:04:55Ich meine, was war das für eine Haltung?
00:04:58Bekommt lebenslang und fühlt sich auch wie ein jüdischer Schneider, der den Wert der Knöpfe zusammenzählt, die ihm von der Uniform gerissen werden.
00:05:04Helders of the French Army, we're joining with the Cavalry.
00:05:09Fighting in some foreign peace, winding at those filthy bees.
00:05:13French, when we must all unite, to fight the Yates with all our might.
00:05:17Citizens, it is your right to stamp these vermin out of sight.
00:05:20They can't talk right.
00:05:22Na, na, na, na, na, na, na.
00:05:24They can't talk right.
00:05:26Na, na, na, na, na, na.
00:05:28Das sind die zwei Kandidaten.
00:05:40Kommandant Henri und Colonel Picard.
00:05:44Wen empfiehlt die Militärpolizei als Ersatzmann für den leider verblichenen Colonel Sander?
00:05:49Kommandant Henri ist eine verdammt gute Nummer zwei bei der Spionageabwehr.
00:05:56Wir könnten ihn einfach befördern.
00:05:58Er hat Erfahrung, zeigt Einsatz.
00:06:00Er hat es ganz allein bis an die Spitze geschafft.
00:06:02Und?
00:06:04Er hat erstklassige Arbeit im Fall Dreifuß geleistet.
00:06:07Das ist verdammter Unsinn und das wissen Sie auch.
00:06:10In der Sektion Spionageabwehr herrscht wüste Lotterwirtschaft.
00:06:14Und Dreifuß hat er nur durch Zufall erwischt.
00:06:16Wenn der deutsche Militärattaché vorsichtiger gewesen wäre
00:06:18und keine belastenden Dokumente in den Papierkorb geworfen hätte,
00:06:22hätten wir immer noch keine Ahnung, dass er Dreifuß mit Haut und Haaren gekauft hat.
00:06:26Was hier nötig ist, ist ein guter Stabsoffizier.
00:06:29Selbst wenn er aus der Kavallerie kommt.
00:06:32Jemand, der dafür sorgt, dass die Spionageabwehr ihren Papierkram sortiert und ordentlich ablegt.
00:06:38Hat Picard denn Ambitionen auf die Spionageabwehr?
00:06:41Er wird hingehen, wo man ihn hinschickt.
00:06:44Und er wird erfolgreich arbeiten.
00:06:47Picard.
00:06:48Einer der unseren.
00:06:54Wenn Sie sich eingewöhnt haben, möchte ich, dass Sie einen Blick auf die Dreifußakte werfen.
00:06:59Warum hat er das getan?
00:07:01Das ist vor dem Kriegsgericht nicht ans Licht gekommen.
00:07:04Warum um alles in der Welt setzt sich nach 15 Jahren in der Armee
00:07:08ein vorbildlicher Generalstabsoffizier hin und schreibt an den deutschen Militärattaché
00:07:13und bietet ihm eine Bestellliste mit Informationen an?
00:07:19Warum?
00:07:19Tja, wohl kaum aus Liebe zu dem deutschen Mondgeneral.
00:07:24Das hat er deutlich gemacht, als er mein Schüler war.
00:07:26Verpressung?
00:07:28Weibergeschichten?
00:07:29Nein, er hatte ein Familienleben, das schon beinahe unanständig moralisch war.
00:07:34Eine Schwäche für kleine Jungen?
00:07:35Er wüsste nichts mit ihnen anzufangen.
00:07:37Warum wissen wir es nicht?
00:07:39Das haben wir übersehen.
00:07:40Gott sei Dank bin ich nicht mehr lange genug da, um noch viele Schlachten im 20. Jahrhundert zu erleben.
00:07:49Die Dinge ändern sich, Picard.
00:07:51Es macht keinen Spaß, Soldat zu sein.
00:07:54Nicht mehr.
00:07:55Genau das habe ich gesagt, als ich jeher versetzt wurde.
00:07:58Ich bin Soldat.
00:07:59Ein Polizist.
00:08:00Es musste sein.
00:08:02Der beste Mann für den Posten.
00:08:03Ist Kommandant Henri wütend, dass man ihn übergangen hat?
00:08:09Wir schaffen es, zusammenzuarbeiten.
00:08:12Ich sage mir immer wieder, dass wir trotz allem in derselben Armee sind.
00:08:16Ihre Karriere ist gesichert, wenn Sie hier Erfolg haben.
00:08:19Sie können alles erreichen, was Sie wollen.
00:08:21Sogar das Kriegsministerium.
00:08:25Ist es wichtig zu erfahren, warum Dreifuß es getan hat?
00:08:28Schließlich ist der Jude.
00:08:32Sie wissen, wie die sind.
00:08:33Man hat Kapitän Dreifuß nicht, weil er Jude ist, vor ein Kriegsgericht gestellt.
00:08:37Nein.
00:08:38Natürlich nicht nur General.
00:08:40Aber vielleicht war es ein Fehler, einen von Ihnen zum Generalstabsoffizier zu machen.
00:08:44Ich erinnere mich, dass er auf der Militärakademie immer zu bemüht war.
00:08:48Sie stellen eine Frage.
00:08:50Er hat immer als Erster geantwortet.
00:08:52Sie können einen Mann nicht geringschätzen, weil er klug ist.
00:08:54Aber dafür, dass alle es mitbekommen sollten?
00:08:58Er ist tot.
00:08:59So gut wie.
00:09:00Auf der Teufelsinsel und oben bei einem Einzelhaft.
00:09:03Klären Sie den Fall vorher und dann graben Sie ihn.
00:09:10Können wir das Buch haben?
00:09:11Vorher saß ich nur in Garnisonen rum.
00:09:23Beförderungsmöglichkeiten gibt es da keine.
00:09:24Wenn Sie das hier durchgestanden haben, Kolonel, dann sind Sie keine Jungfrau.
00:09:33Vor zehn Jahren hat mich die Armee ohne Vorwarnung nach China geschickt.
00:09:44Ich musste bei null anfangen.
00:09:47Ich wusste praktisch nicht mal was über das Klima und die Menschen dort.
00:09:51Und nun bin ich hier in der Spionageabwehr, von der ich noch weniger verstehe.
00:09:54Bei der Armee geht es darum, dass Männer andere Männer vernichten.
00:09:58Hier geht es darum, andere Leute Post zu lesen, Erpressung, Dienstboten zu bezahlen, dass sie ihre Herrschaften bespitzeln.
00:10:06Kein Thema, das man leicht vergessen kann.
00:10:09Ein ganzes langes Jahr.
00:10:11Da.
00:10:11Das ist das Billet von Dreifuß an den deutschen Militärattaché, in dem er ihm anbietet, Geheimnisse zu verraten.
00:10:19Und ein Muster von Dreifuß Handschrift.
00:10:21Ließen wir ihn nach seiner Verhaftung machen.
00:10:26Die Akte Dreifuß.
00:10:30Es heißt, dass zu Anfang Dreifuß das Kriegsgericht auf seiner Seite zu haben schien.
00:10:34Aber dann habe die Spionageabwehr insgeheim mit den Richtern gesprochen.
00:10:39Das ist richtig.
00:10:40Und Sie hätten gesagt, gleichgültig wie das mit der Handschrift ist,
00:10:44Sie hätten unwiderlegbare Beweise, dass es einen Verräter gab und dass dieser eben Dreifuß sei.
00:10:49Ja.
00:10:51Ich hatte erwartet, die Beweise in der Akte zu finden.
00:10:54Das sind Staatsgeheimnisse.
00:10:56Kann man nicht einfach so rumliegen lassen.
00:10:57Irgendwo müssen diese Beweise doch sein.
00:10:59Der Beweis ist, dass Dreifuß schuldig befunden wurde.
00:11:03Ohne Wenn und Aber.
00:11:04Nach Recht und Gesetz.
00:11:07Existieren geheime Beweise.
00:11:08Sehen Sie, nur ein halbes Dutzend Offiziere des Generalstabs hatte Zugang zu den Informationen,
00:11:14die angeboten wurden und war in der fraglichen Woche auch in Paris.
00:11:18Es war nicht schwer.
00:11:20Wo doch alle anderen Offiziere loyale Franzosen waren.
00:11:22Was hat ein Jude für ein Vaterland, ne?
00:11:28Wo liegt seine Loyalität?
00:11:30Wie wahr?
00:11:32Eine uralte Frage.
00:11:35Trotzdem.
00:11:37Hätten von den anderen Offizieren nicht auch Schriftproben genommen werden sollen?
00:11:41Nur für den Fall.
00:11:42Welchen Fall?
00:11:43Wir hatten den Mann.
00:11:44Warum dann?
00:11:45Keine Zweifel.
00:11:46Keine...
00:11:47Keine Alternativen.
00:11:50Selbst als Dreifuß weiterhin alles ableugnete.
00:11:53War denn etwas anderes zu erwarten, Kolonel?
00:11:56Wenn es nicht der Jutz war, wer war es dann?
00:11:58Arise, children of the Fatherland, for glory is ours by right.
00:12:07Hateful banners all raised against us, evil banners of tyranny.
00:12:15Do you care the savage soldiers in the fields, killing our sons and our loved ones?
00:12:23We must take up armed citizens, we're not safe with filthy yids around us.
00:12:32Destroy these filthy yids, restore our honour and our gold, till not one more.
00:12:45Two traitors stands in France upon the land.
00:12:52Erzählen Sie mir was über den Mann, für den Dreifuß spioniert haben soll.
00:12:56Er ist der deutsche Militärattaché von Schwarzkoppen.
00:13:06Der Deutsche hatte, sagen wir mal, spezielle Vorlieben.
00:13:11Und die ermöglichten Picard, einen Mann auf ihn anzusetzen.
00:13:16Sozusagen.
00:13:16Und nach ein paar Monaten gab es einen weiteren Brief.
00:13:26Wegtreten.
00:13:30Es da, Herr, sieh.
00:13:32Kolonel Picard.
00:13:54Danke.
00:13:55Ich habe die Ehre, meine Aufgabe als erledigt zu melden, General Bordefre.
00:14:05Für einen Verrat durch Kapitän Dreifuß kann kein Beweis gefunden werden.
00:14:09Denn der Verräter ist in Wirklichkeit ein anderer Mann.
00:14:12Die Spionageabteilung der Armee hat diese Postkarte des deutschen Militärattachés abfangen können.
00:14:21Sie ist an einen unserer Generalstabsoffiziere adressiert.
00:14:24Kolonel Picard hat sich sofort die Akte des Offiziers kommen lassen.
00:14:29Und bei der Durchsicht stieß er auf die Handschrift des betreffenden Offiziers.
00:14:32Sie schien ihm mit der Handschrift in der Dreifußakte übereinzustimmen.
00:14:39Es stellte sich heraus, dass jener Offizier den belastenden Brief verfasst hatte.
00:14:44Nicht Kapitän Dreifuß.
00:14:46Der Name dieses Offiziers lautet Kommandant Graf Ferdinand Valsain Estahasi.
00:14:56Estahasi?
00:14:57Estahasi.
00:14:58Er trinkt, er huert, er spielt.
00:15:01Er ist ein schlechter Ehemann und all diese Fehler versucht er dadurch wettzumachen, dass er ein miserabler Offizier ist.
00:15:07Aber das macht ihn noch nicht zum Verräter.
00:15:10Was ist nun mit dieser Handschrift?
00:15:12Ich meine, sie passt beinahe genauso gut wie die von Dreifuß.
00:15:14Ohne eine Beweiskraft jedenfalls.
00:15:18Sie können einen Generalstabsoffizier nicht aufgrund eines Stückchens Papier festnehmen.
00:15:21Was ist genau, was mit Dreifuß geschehen ist?
00:15:23Er war ein Jude und ein Verräter.
00:15:25Also gab es gar keine echte Untersuchung.
00:15:26Dieser Dreifuß hat uns mit Scheiße beworfen.
00:15:30Verzeihung, Mon General.
00:15:32Unsere Ehre ist wiederhergestellt, weil wir schnell gehandelt und einen Schuldspruch erreicht haben.
00:15:36Wenn Sie eine Wiederaufnahme wollen, bedenken Sie, wie schlecht die Armee dann aussieht.
00:15:39Nicht nur die Spionageabwehr.
00:15:40Ich kann das nicht ignorieren.
00:15:42Können wir den Schaden für die Männer da unten ignorieren?
00:15:44Jeden Tag könnte ein Krieg mit Deutschland beginnen.
00:15:46Darum geht es doch hier.
00:15:48Möchten Sie wirklich, dass die anfangen, Fragen zu stellen?
00:15:54Ich sage zum Teufel mit allem, was die armen Schweine davon abhält, zu lernen, wie man ein Bayonett in deutsche Eingeweide stößt.
00:16:00Sie taten Recht daran, die Angelegenheit Ihrem Minister zu Gehör zu bringen, Bois d'Effre.
00:16:09Ich danke Ihnen.
00:16:10Hier müssen politische Fragen in Erwägung gezogen werden, nicht nur militärische.
00:16:15Ich sehe nicht, wie wir es verhindern können, Exzellenz.
00:16:18Esterhazy ist einer dieser Menschen, die für Geld alles tun würden.
00:16:21Und hatte er auch Zugang zu den Informationen, die den Deutschen angeboten wurden?
00:16:26Ja, hatte er.
00:16:28Er war in der fraglichen Woche auch in Paris.
00:16:31Es stellt sich aber als möglich heraus, dass Dreifuss nicht da war.
00:16:35Vergessen Sie Dreifuss.
00:16:37Dreifuss hatte nichts damit zu tun.
00:16:39Dreifuss wurde von dem Gericht für schuldig befunden.
00:16:42Während uns diese neue Information sagt, dass es im Generalstab zwei Spione gegeben hat.
00:16:48Der Jude Dreifuss und der aussätzige Esterhazy.
00:16:52Das ist Ihr Ausweg, General.
00:16:54Liegt das nicht völlig auf der Hand?
00:16:57Passen nicht alle Fakten zusammen?
00:17:00Danke.
00:17:06Ja, Exzellenz.
00:17:13Zwei Spione.
00:17:14Die nichts voneinander wissen.
00:17:20Einer mit einem Motiv und der andere ohne.
00:17:28Weder die Öffentlichkeit noch die Presse werden das glauben.
00:17:31Sie werden gar nichts davon erfahren.
00:17:34Der Minister wünscht nicht, dass das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Armee erneut strapaziert wird.
00:17:39Und Sie behalten bitte Esterhazy diskret im Auge.
00:17:42Passen Sie auf, dass er nicht noch mehr vom Familiensilber stiehlt.
00:17:46Drei Fuß bleibt, wo er ist.
00:17:49Selbstverständlich bleibt er, wo er ist.
00:17:57Ach, nun kommen Sie, Picard.
00:18:00Können Sie ehrlichen Herzens sagen, Sie wissen, dass er unschuldig ist?
00:18:03Oder, präzise gefragt, können Sie es beweisen?
00:18:06Hm?
00:18:09Picard hatte eine Schwäche.
00:18:11Seine Liebe zu der Frau eines anderen Mannes.
00:18:14Und nun fing er noch etwas viel Gefährlicheres an.
00:18:17Er schrieb einen Brief.
00:18:18Zu meinem Bedauern muss ich formell meine Befürchtungen und Vorbehalte zu dem Ausgang des Verfahrens festhalten.
00:18:26Zu diesem Justizirrtum.
00:18:28Es muss etwas geschehen.
00:18:30Früher oder später wird die ganze Wahrheit der Öffentlichkeit bekannt werden.
00:18:34Schon jetzt gibt es eine schändliche Agitation in der Boulevardpresse.
00:18:37Sowohl gegen das Urteil als auch gegen die Armee.
00:18:39Wir selbst müssen die Initiative ergreifen und die Untersuchung weiterführen,
00:18:45anstatt tatenlos abzuwarten, dass man sie uns aufzwingt.
00:18:48Initiative?
00:18:50Ich schlage vor, einen Brief zu fälschen, und zwar von Schwarzkoppen an Esterhazy,
00:18:54in dem er um ein Treffen bittet.
00:18:56Wenn Esterhazy erscheint, haben wir unseren Spion.
00:18:59Dann haben wir ja zwei Spione.
00:19:02Als Chef der Spionageabwehr, General Gans, muss ich wiederholen,
00:19:05es existiert kein Beweis gegen Dreifuss, und es hat nie einen gegeben.
00:19:09Dreifuss? Was kümmert der Sie?
00:19:12Was kümmert einen von uns, ob ein Jude auf der Teufelsinsel verratet?
00:19:16Er ist vielleicht unschuldig.
00:19:18Sie sind unser Musteroffizier, Picard.
00:19:20Niemand in der Armee hat eine größere Zukunft vor sich als Sie.
00:19:23Ich habe Ihre Zweifel geteilt, aber möglicherweise sind wir am Ende doch einem Irrtum aufgesessen.
00:19:29Vielleicht ist Dreifuss eben doch schuldig.
00:19:31Das zu akzeptieren, ist alles, was man von uns erwartet.
00:19:36Dreifuss steht.
00:19:39Gar nicht zur Debatte.
00:19:41Esterhazy muss dringend überprüft werden.
00:19:43Mann, bleiben Sie auf dem Teppich, Picard.
00:19:46Dreifuss Witwe, in Verzeihung, seine Frau, hat sich an die Presse gewandt.
00:19:52Ist es das, was Sie wollen?
00:19:54Ja.
00:19:55Wollen Sie, dass man uns durch den Dreck zieht?
00:19:57Überlassen Sie die Sache Ihren Vorgesetzten.
00:19:59Keine weiteren Nachforschungen.
00:20:01Sie sind der Armee gegenüber verpflichtet.
00:20:04Und Ihren Vorgesetzten, Kolonel.
00:20:06Äh, Kolonel.
00:20:20Kolonel, wir sind eine Republik.
00:20:23Wenn es zum Krieg mit den Deutschen kommt, sind wir im Nachteil.
00:20:26Denn wir können unsere Männer nicht für etwas so Romantisches in den Kampf schicken, wie einen König, einen Kaiser, eine Krone.
00:20:34Kein Mensch, der seine fünf Sinne beisammen hat, würde für einen Politiker in den Krieg ziehen.
00:20:39Aber es gibt die Fahne.
00:20:44Dafür wird er kämpfen.
00:20:46Und die Armee verkörpert die Fahne.
00:20:48Und ich bin dafür verantwortlich, vor Abermillionen französischer Männer und Frauen, dass auf keinen Fall etwas geschieht, was dem Prestige der Armee schaden könnte.
00:20:56Was würden Sie tun, Kolonel?
00:20:58Was soll ich tun, hier, von meinem Schreibtisch aus, wenn ich eine mögliche Ungerechtigkeit einem Mann gegenüber gegen das Leben von Millionen abwägen muss?
00:21:08Das da wird nächsten Monat bei uns eingeführt.
00:21:11Die Deutschen haben auch sowas.
00:21:13Es feuert 600 Schuss pro Minute.
00:21:15Es verwundet sie nicht, es zersägt sie in zwei Hälften.
00:21:18Von nun an wird das Überleben auf dem Schlachtfeld eine Frage der Statistik sein.
00:21:23Nicht der persönlichen Verdienste oder Tapferkeit.
00:21:26Nur die Disziplin wird einen Mann noch in der Schusslinie halten können.
00:21:30Und der Glaube daran, dass das Oberkommando es am besten weiß und dass es niemals einen Fehler machen kann oder wird.
00:21:40Sind Sie willens, diesen Glauben zu zerstören, Kolonel?
00:21:45Männer kämpfen für die Ehre.
00:21:46Es ist nicht die Ehre, um deren Willen Sie kämpfen.
00:21:50Es ist das Gewissen.
00:21:52Und das Gewissen ist Privatsache.
00:21:55Und wenn Sie den Waffenrock anziehen, Kolonel, dann geben Sie das Recht auf ein eigenes Gewissen auf.
00:22:01Sie akzeptieren das Gewissen der Armee, wie im Ehrenkodex beschrieben.
00:22:05Und der nun wieder hat Vorrang vor jedem persönlichen Kodex, den Sie vielleicht haben.
00:22:12Ich spreche mit Ihnen, Kolonel, wie mit jemandem, der eines Tages vielleicht sogar an diesem Schreibtisch sitzt.
00:22:16Was haben Sie zu erwidern?
00:22:18Ich glaube nicht, dass mein persönlicher Ehrenkodex mit dem der Armee in Konflikt gerät.
00:22:26Ich würde gern die Untersuchung Esterhase betreffend fortführen.
00:22:32Aus den bereits erwähnten Gründen.
00:22:35Obwohl Ihnen die Risiken, die Sie eingehen, wenn etwas durchsickert, bekannt sind?
00:22:41Ja.
00:22:41Gut, Sie müssen tun, was Sie für richtig halten.
00:22:45Aber teilen Sie mir die Ergebnisse mit.
00:22:47Und zwar alle.
00:22:49Danke, Exzellenz.
00:22:50Ich würde mich gerne mal mit Ihnen über Picard unterhalten.
00:23:00Er ist in letzter Zeit ziemlich widerschwenstig.
00:23:03Er ist aber auch ungewöhnlich ehrgeizig.
00:23:05Ein Monat raus aus Paris.
00:23:07Und er wird sich fangen.
00:23:09Er ist einer von uns.
00:23:13Esterhase ist zu verhaften.
00:23:14Ja, Kolonel, hervorragend, Kolonel.
00:23:16Sie haben Order, Paris zu verlassen.
00:23:19Unverzüglich.
00:23:30Da sind Sie.
00:23:33Sie schicken mich also auf eine Inspektionsreise
00:23:35der östlichen Verteidigungslinien.
00:23:40Sie glücklicher.
00:23:42Um mich aus dem Weg zu haben.
00:23:44Wir alle glauben an Sie, Picard.
00:23:47Niemand will, dass Sie wegen dieser Geschichte
00:23:49Ihre Karriere zerstören.
00:23:50Nicht mal der Minister.
00:23:53Wird Esterhase behaftet werden?
00:23:57Bis auf Weiteres haben Sie
00:24:00offiziell nichts mit der Esterhase-Affäre zu tun.
00:24:06Und Reifus?
00:24:09Verdammt, Sie sind raus aus dem Schlamassel.
00:24:12Sie sollten mir dankbar sein.
00:24:14Mon General,
00:24:18gibt es etwas, das ich nicht weiß?
00:24:22Können Sie mir versichern, dass ich mich täusche
00:24:24und Reifus schuldig ist?
00:24:27Dass es einen geheimen Beweis gibt,
00:24:29dass er wirklich
00:24:30ein deutscher Spion ist.
00:24:32Reifus bleibt, wo er ist.
00:24:34Auf die Art dient es seinem Land am besten.
00:24:39Hier geht es um mehr als die Karriere eines Artillerieoffiziers.
00:24:44Das ist ein inversentsb grandchildren,
00:24:45das ist er, die Karriere eines Artillerieoffiziers.
00:24:49Melo Vinis.
00:25:19Will wie lange eine Woche?
00:25:37Zwei Wochen, einen Monat?
00:25:39Ich weiß es nicht.
00:25:44Du Ärmster.
00:25:45All diese öden, provinziellen Garnisonsstädte.
00:25:54Was ist passiert?
00:25:57Bist du einem auf die Zehen getreten?
00:26:15Bist du einem auf die Zehen getreten?
00:26:21Bist du einem auf die Zehen getreten?
00:26:25Bist du einem auf die Zehen getreten?
00:26:32Ja, ganz heiß.
00:26:35Picard kommt heute nach Paris zurück.
00:26:38Setzt er sich immer noch für drei Fuß ein?
00:26:41Ja, das tut er.
00:26:43In Nordafrika ist in Kürze ein Posten zur Neubesetzung fällig.
00:26:47Ich hatte mir schon Gedanken gemacht, wen ich abkommandiere.
00:26:51Das ist Picard, der richtige Mann.
00:26:53Kein Zweifel.
00:26:56Morgen früh bekommt er seinen Marschbefehl.
00:26:59Sehr klug.
00:26:59Schön, dass Sie es doch ermöglichen konnten, zu kommen, Liebste.
00:27:14Er ist Algerien, Kantonesien und Gott weiß, wohin sonst noch.
00:27:42Ich fürchte, ich lerne eine ganze Reihe unserer überseerischen Besitzungen kennen.
00:27:46Aber du bist doch schon wochenlang aus Paris weg gewesen.
00:27:50Zu dumm, du hast die halbe Saison verpasst.
00:27:53Ich habe meine Befehle, morgen früh verlasse ich Paris.
00:27:58Ich hatte so oft die Möglichkeit gehofft, dir auf Wiedersehen sagen zu können.
00:28:02Es war gebührend.
00:28:04Oh, ich kann nicht.
00:28:06Wir haben heute Abend Gäste.
00:28:09Du wirst mir fehlen.
00:28:12Reizen, das war besonders hübsch.
00:28:23Vielen Dank.
00:28:23Ich meine, diese Nettel würden noch ein Stück für uns spielen.
00:28:26Das letzte war einfach wundervoll.
00:28:27Neuigkeiten aus Tunis.
00:28:38Den armen, alten Pikar haben Sie ins Hospital gebracht.
00:28:41Ein Reitunfall.
00:28:43Oh.
00:28:45So ein Pech.
00:28:47Ähm, ob es ihm etwas ausmacht, wenn ich für eine Weile in sein Büro umziehe?
00:28:51Es wird ein bisschen voll hier drin.
00:28:53Ich mache es amtlich.
00:28:55Ich mache es amtlich.
00:28:55Die Tatsache, dass ich vor kurzem dem Tode entronnen bin, veranlasst mich, zur Feder zu greifen.
00:29:22Ich möchte unter keinen Umständen mit dem Wissen, über das ich verfüge, sterben, ohne es weitergegeben zu haben.
00:29:29Ich richte diesen Brief an den Präsidenten der Republik, der ihn nur aufgrund einer ausdrücklichen Anweisung von mir oder nach meinem Tod ausgehändigt bekommen soll.
00:29:37Der Inhalt sind meine persönlichen Betrachtungen über die Angelegenheit, die als die Dreifuss-Affäre bekannt geworden ist.
00:29:45In den Stunden, die der Enttarnung eines Spions im Generalstab folgten, ist möglicherweise eine schreckliche Ungerechtigkeit begangen worden.
00:29:52Diese anfängliche Ungerechtigkeit wurde noch gesteigert durch die Weigerung, geeignete Schritte zu unternehmen, als Esterhasis Fehlverhalten ans Licht kam.
00:30:01Ich akzeptiere, dass einige Offizierskameraden Dreifuss noch immer für schuldig halten.
00:30:06Andere, und das bedauere ich, haben beschlossen, dass er zum Wohle eines höheren Gutes geopfert werden muss.
00:30:12Dem Ansehen der Armee.
00:30:13Ich hingegen glaube, dass sie mehr um ihr eigenes Ansehen und ihre eigenen Karrieren besorgt sind.
00:30:27Ich sehe, haben sie sich eingerichtet. Was ist das für ein Krach?
00:30:31Maler.
00:30:32Was?
00:30:33Ein Wiener Jude.
00:30:35Picard schätzt ihn sehr. Sagt, er sei katholisch geworden.
00:30:39Kann ein Leopard seine Flecken ablegen?
00:30:41Picard ist wieder auf den Beinen und möchte nach Paris zurückkommen.
00:30:45Ach, tatsächlich?
00:30:46Ich wollte ihn gerade nach Libyen schicken.
00:30:49Da fängt es wieder an zu brodeln.
00:30:51Genau der richtige Ort für einen ehrgeizigen Offizier.
00:30:58Was immer sie auch von ihm halten mögen.
00:31:02Wozu auch immer er sich verstiegen haben mag.
00:31:05Kolonel Picard gehört zu der Sorte Offiziere, ohne die die französische Armee nicht auskommen kann.
00:31:13Ich werde ihn niemals dem Risiko von Schermützeln mit Eingeborenen aussetzen.
00:31:19Die Sache ist weit genug gegangen.
00:31:29Beordern Sie ihn zurück.
00:31:30Halte ihn!
00:31:32Halte ihn!
00:31:33Halte ihn!
00:31:34Halte ihn!
00:31:35Halte ihn!
00:31:35Halte ihn!
00:31:38Halte ihn!
00:31:38Halte ihn!
00:31:39Halte ihn!
00:31:40Halte ihn!
00:31:41Halte ihn!
00:31:42Halte ihn!
00:31:42Schlagte ihn!
00:31:43Schlagte ihn zusammen!
00:31:45Schlagte ihn zusammen!
00:31:45Schlagte ihn zusammen!
00:31:46Dein Fuß ist unschuldig!
00:31:50Das sind Schoten, die den Namen Frankreichs besudeln!
00:31:53Zeigt dem Pakt, dass ihr aufrechte Franzosen seid!
00:31:56Lass ihn doch verrufen, wo er ist!
00:31:58Der Eifuss!
00:32:00Der Eifuss!
00:32:01Der Eifuss!
00:32:09Da Sie mein Anwalt sind, hatte ich Ihnen die Briefe zur sicheren Aufbewahrung gesandt.
00:32:16Ich habe gefürchtet, ich hätte nur geträumt, Sie geschrieben zu haben.
00:32:20Es gibt nichts hinzuzufügen.
00:32:23Soll ich Sie einfach im Safe lassen?
00:32:26Ja.
00:32:28Ich habe mir die Freiheit genommen, jemandem mitzuteilen, dass Sie hier sein werden.
00:32:37Madame Dreifuss.
00:32:39Und der Anwalt, Maître Labovie.
00:32:41Ich brauche jemanden vom Militär, der es ausspricht.
00:32:50Jetzt!
00:32:51Madame, ich bin diensttunde Offizier.
00:32:54Ich habe einen Eid geschworen.
00:32:56Sie glauben doch, dass er unschuldig ist.
00:32:58Das darf ich Ihnen nicht sagen.
00:33:00Aber Sie tun es.
00:33:03Sie glauben es, Monsieur.
00:33:04Ich darf diese Frage nicht beantworten.
00:33:10Sie hatten kein Recht, das zu tun.
00:33:12Ich bin verärgert.
00:33:13Ich bin äußerst verärgert.
00:33:15Ich will in dieser Sache meine eigenen Entscheidungen treffen.
00:33:17Und denken Sie daran, dass ich Sie bezahle, Maitre.
00:33:19Der Name Esterhazy wird immer wieder erwähnt.
00:33:26Hat die Spionageaffir mit Untersuchungen gegen ihn begonnen?
00:33:29Könnten Sie uns vielleicht das sagen?
00:33:31Ja?
00:33:32Ich kann es weder bestätigen noch leugnen.
00:33:35Ist Esterhazy der Spion?
00:33:37Ist ein Verfahren gegen ihn im Gange?
00:33:38Der Kolonial Pika hat Befehl darüber, keine Aussagen zu machen.
00:33:40Ich bedauere Sie, mit dem Vorschlag zu diesem Treffen beherrlicht zu haben.
00:33:43Mein Mann ist Offizier wie Sie.
00:33:46Hat er nicht das Recht auf ebenso viel Loyalität wie die Generäle?
00:33:50Und wie Esterhazy?
00:33:52Ich habe getan, was ich tun konnte.
00:33:55Vielleicht hätte ich nicht einmal das tun sollen.
00:33:58Mehr ist unmöglich.
00:34:00Helfen Sie mir, dieses Unrecht wieder gut zu machen.
00:34:03Sagen Sie sich, dass die Ehre der Armee in Wirklichkeit nach einer solchen Handlungsweise verlangt.
00:34:09Sagen Sie sich, dass dies Loyalität bedeutet.
00:34:12Sagen Sie sich, was Sie wollen.
00:34:15Aber helfen Sie mir.
00:34:17Helfen Sie mir.
00:34:18Ich bin nicht bestechlich, Madame.
00:34:20Entschuldigen Sie mich.
00:34:22Nehmen wir doch mal an, dass diese Papiere aus Versehen 20 Minuten offen auf diesem Schreibtisch lagen.
00:34:28Nehmen wir an, dass Madame Dreifuss und ich ganz zufällig hier waren und Sie unabsichtlich.
00:34:33gefunden haben.
00:34:35Wären Sie damit nicht jeden Verdachts enthoben?
00:34:38Ihre Ehre gerettet?
00:34:40Und Ihr Gewissen beruhigt?
00:34:42Frankreich wird an dem Tag untergehen, an dem seine Armee Ratschläge in Fragen der Ehre und des Gewissens von seinen Anwälten annimmt.
00:34:49Ohne Sie gibt es keine Wiederaufnahme des Verfahrens.
00:34:53Er wird sterben, Kolonel.
00:34:54Ich wäre beinahe in der libyschen Wüste gestorben, Madame.
00:34:58Mein Beruf ist das Soldat sein.
00:35:00Und so ist das auch bei Ihrem Mann.
00:35:03Kolonel Picard?
00:35:07Wenn er kein Jude wäre, würden Sie da nicht mehr für ihn tun?
00:35:11Ich werde beschattet.
00:35:38Meine Korrespondenz wird geöffnet.
00:35:40Wir kommen zurück in Paris.
00:35:42Sie sind beurlaubt, auf ungestimmte Zeit.
00:35:47Amüsieren Sie sich.
00:35:48Ich kenne nichts außer der Armee.
00:36:05Wenn Sie mir das nehmen, was bin ich da noch?
00:36:07Wer bin ich?
00:36:08Ich hasse die Armee.
00:36:09Ich hasse sie für das, was sie dir antut.
00:36:11Als Dreyfuss verhaftet wurde, haben Sie ihn für zehn Minuten mit einer Pistole allein gelassen.
00:36:28Manchmal, manchmal wünsche ich mir, er hätte sie auch benutzt.
00:36:32Esterhazy, Esterhazy, Esterhazy, Sie sind von ihm besessen.
00:36:45Sind Sie wütend auf ihn?
00:36:47Was haben Sie bloß gegen den Mann?
00:36:51Esterhazy ist ein Verräter.
00:36:53Das ist, was ich gegen ihn habe.
00:36:55Kleinlich von mir, ich weiß.
00:36:56Nein, nein, nein, das ist Unsinn.
00:36:59Das ist Unsinn.
00:37:00Nein, nein.
00:37:02Sie, Sie, Sie können nicht recht haben, was Esterhazy angeht und alle anderen Unrecht.
00:37:08Das kann irgendwie nicht stimmen, kann nicht stimmen.
00:37:11Na, wohin?
00:37:11Dahinten?
00:37:13Meinetwegen.
00:37:14Sehen Sie doch die Schwierigkeiten, die Sie sich damit einbrocken.
00:37:16Vielmehr uns allen.
00:37:18Jetzt ist es amtlich.
00:37:19Dieser arrogante Stümper Henri hat Ihren Posten endgültig besetzt.
00:37:23Ja, und der ignorante Stümper Henri hat Sie auf seiner Seite, weil Sie Esterhazy schützen.
00:37:29In nächster Zukunft wird jemand den genialen Einfall haben, dass Sie selbst für den deutschen Geheimdienst arbeiten.
00:37:35Dass Sie versuchen, die Moral der Armee zu untergraben.
00:37:37Und den Glauben des Soldaten an seine Offiziere, an das Oberkommando.
00:37:41Er hat recht.
00:37:42Sehen Sie es rein.
00:37:43Bang, bang, bang, bang, bang.
00:37:45Wie können Sie behaupten, Recht zu haben?
00:37:47Und alle anderen haben Unrecht.
00:37:50Sie wissen, wie sich Gerüchte verbreiten.
00:37:51Picard und Dreifuss sind Komplizen.
00:37:54Picard hat sich auch kaufen lassen.
00:37:57Was hätte er sonst für einen Grund, sich so stark für diesen jüdischen Verräter einzusetzen?
00:38:01Er muss selbst im Sold der Deutschen stehen.
00:38:04Und wie entstehen solche Gerüchte?
00:38:08Durch Kommandant Henri vielleicht?
00:38:11Seien Sie sehr vorsichtig, Picard.
00:38:13Alles, was die Feldgendarmerie braucht, ist ein simpler Fetzen Papier mit Ihrem Namen drauf.
00:38:20Und merken Sie sich endlich, Kolonel.
00:38:22Ihre Offizierskameraden sind überzeugt, dass die Armee der Republik die Kraft, das Selbstvertrauen und den Stolz hat, um die Deutschen im nächsten Krieg zu schlagen.
00:38:31Selbst wenn das bedeuten würde, dass ein Dutzend Picards mit Samt einem Dutzend Dreifüße auf der Teufelsinsel verrotten.
00:38:38Sie können Ihnen mitteilen, meinen Offizierskameraden.
00:38:53Ich werde nicht mit dem Wissen ins Grab sinken, dass die Armee einen Verräter geschützt und einen Unschuldigen entehrt hat.
00:39:02All das für einen Juden?
00:39:07Ja.
00:39:12Furchtbare Geschichte.
00:39:14Abscheuliche Geschichte.
00:39:17Wie sind wir da reingeraten?
00:39:20Wer weiß.
00:39:20Scheint inzwischen völlig unerheblich, ob Dreifuss es war oder nicht.
00:39:25Ist Ihnen das klar?
00:39:28Jetzt geht's ums Prinzip.
00:39:30Wem kann man glauben?
00:39:32Uns oder den Störenfrieden?
00:39:34Wer regiert das Land?
00:39:36Der Pöbel.
00:39:38Schande, aber so ist es.
00:39:40Prinzipien, mon général?
00:39:43Über welche Prinzipien reden wir denn genau?
00:39:46Mir ist jetzt alles völlig klar.
00:39:48Aber es gab Zeiten, da wusste ich nicht, wem ich verpflichtet bin, wie Sie.
00:39:53Die Spionageabwehr arbeitet für die wahre Regierung, den Staat im Staat.
00:39:57Manchmal ist Schwarz dort weiß, vielleicht sogar meistens.
00:40:01Das Anständige ist manchmal nicht machbar.
00:40:04Ihre Pflicht befiehlt Ihnen, Dinge zu tun, die Sie woanders unanständig finden.
00:40:08Karrieremacher, die Kommandant Henri, werden mit diesem Wissen geboren.
00:40:16Männer von Ehre, wie Sie und ich, müssen das lernen.
00:40:25Mon General, sehen Sie sich mit mir die Beweise an.
00:40:29Streiten Sie mit mir.
00:40:30Zeigen Sie mir, dass ich mich täusche.
00:40:32Wenn Kommandant Henri ein Repräsentant der Armee der Zukunft ist,
00:40:39dann brauche ich einen Mann mit einem Sinn für Ehre, der auf die Aufpasser aufpasst.
00:40:42Verstehen Sie das, Kolonel?
00:40:44Es tut mir leid, mon General.
00:40:46Das Erste, was ich tun würde, wenn meine Beurlaubung aufgehoben würde, wäre,
00:40:50um eine offizielle Untersuchung, sowohl im Fall Dreifuß, als auch im Fall Estahassi, zu ersuchen.
00:40:56Ganz von vorne.
00:40:57Es tut mir leid, Kolonel.
00:41:04Nun ist es zu spät.
00:41:08Vor ein paar Wochen möglicherweise.
00:41:11Aber nun ist es zu spät, ich kann Ihnen nicht helfen.
00:41:21Und Sie waren der Beste von uns.
00:41:27Nun?
00:41:33Er ist starkköpfig.
00:41:35Ich kann Ihnen nicht umstimmen.
00:41:36Versuchen Sie, eine Lösung zu finden.
00:41:39Es gibt noch ein Problem.
00:41:41Graf Estahassi.
00:41:43Er hat mich aufgesucht.
00:41:44Er weiß, dass er unter Verdacht steht.
00:41:47Er möchte seinen Namen reinwaschen.
00:41:49Andernfalls ist er durchaus willens, Schwierigkeiten zu machen.
00:41:53Hat er auch vorgeschlagen, wie wir das anstellen sollen?
00:41:55Eine öffentliche Verhandlung.
00:42:00Er will eine öffentliche Verhandlung?
00:42:03Solange er sich schon im Vorfeld des Urteilsspruchs sicher sein kann.
00:42:06Wer hätte je geglaubt, dass wir Estahassi mal dringender brauchen, als er uns?
00:42:12Estahassi verlangt.
00:42:15Estahassi hält es für unbedingt nötig.
00:42:17Er kennt seine Rechte.
00:42:23Er verlangt also eine öffentliche Verhandlung.
00:42:25Wenn ich dies richtig verstehe, Kommandor Estahassi, haben Sie eine mysteriöse Notiz erhalten, nicht unterzeichnet,
00:42:38in der Sie gebeten wurden, sich zu einer bestimmten Zeit auf dem Pont Alexandre einzufinden.
00:42:42Eine Dame mit einem Schleier trat an sie heran.
00:42:45Sie hat ihre Identität nicht preisgegeben, aber sie sagte, dass sie Kolonel Picard im Schlaf habe Reden hören.
00:42:50Er habe von der Dreifuß-Affäre gesprochen und über seine Rolle bei der Vernichtung von Beweisen,
00:42:58die Dreifuß mit dem Fall in Verbindung bringen.
00:43:01Dann habe er sich darüber ausgelassen, dass Sie, Kommandant Estahassi, sein Feind seien
00:43:05und dass ihr alles tun würde, um Sie in den Fall zu verwickeln.
00:43:09Schockiert?
00:43:11Durch Picards Falschheit hat diese loyale Französin ihre Informationen in einen Brief niedergelegt,
00:43:16den sie Ihnen aushändigte.
00:43:18Sie verschwand darauf in der Menge.
00:43:20Sie haben den Brief geöffnet.
00:43:21Er hat alles bestätigt, was sie gesagt hatte.
00:43:24Sie leiteten den Brief an ihre Vorgesetzten weiter,
00:43:28die ihnen diese unterschriebene und datierte Quittung dafür gaben.
00:43:35Traurigerweise ist dieser Brief, bevor eine Kopie angefertigt werden konnte,
00:43:38spurlos vom Erdboden verschwunden.
00:43:41Das gleiche Schicksal teilt die verschleierte Dame.
00:43:44Somit ist der Fall ja wohl ziemlich klar.
00:43:46Sie können sich widersetzen.
00:43:50Rufen Sie Kolonel Picard in den Zeugenstand.
00:43:57Nun, endlich kann die Wahrheit unter Eid ausgesagt werden.
00:44:01Das glauben Sie doch.
00:44:03Die Generäle hatten da andere Vorstellungen.
00:44:07Ich erkläre die Zeugenaussage von Kolonel Picard für eine Verschlusssache.
00:44:10Lassen Sie den Saal räumen.
00:44:23Dies Tribunal erklärt Kommandant Ferdinand Valsain Esterhazy für unschuldig in allen Anklagepunkten.
00:44:32Ich hatte gehofft, hier wurde mein Mann recht zuteil.
00:44:37Sehen Sie jetzt, wie verrückt das alles war?
00:44:39Die Frankreich ach so ergebenen Generäle eilten nach vorne, um die Hand des Mannes zu schütteln,
00:44:45von dem sie wussten, dass er Frankreich verraten hatte.
00:44:48Diese Farce wurde von Emile Sola beobachtet.
00:44:52Zwei Tage später tat er seine Meinung darüber kund.
00:44:55Sola beschuldigt Sie unter Nennung des Namens und des Dienstgrades.
00:44:59General Gans, General Depelieu, General Bradefe und ein halbes Dutzend andere.
00:45:04Er beschuldigt Sie, die ursprüngliche Untersuchung manipuliert zu haben,
00:45:07dann Lügen über Lügen zu verbreiten, um Esterhazy zu decken und zu schützen.
00:45:11Das ist Verleumdung! Verbrecherische Verleumdung!
00:45:14Meine Herren, Sie müssen zum Gegenangriff übergehen.
00:45:17Bringen Sie Sola wegen Verleumdung vor Gericht. Unverzüglich.
00:45:20Und alles ans Licht der Öffentlichkeitsherrn!
00:45:23Die Angelegenheit vor Gericht bringen!
00:45:24Die verfluchte Presse?
00:45:26Wir haben nichts zu verbergen.
00:45:28Die Bevölkerung liebt die Armee und sie vertraut ihren Generälen.
00:45:33Was ist mit Kolonel Picard?
00:45:36Sola wird ihn bestimmt als Zeugen benennen.
00:45:37Sola war entzückt, angeklagt zu werden.
00:45:43War er der berühmteste und brillanteste Schriftsteller Frankreichs,
00:45:47für den die Öffentlichkeit ihn hielt?
00:45:49Oder ein umtriebiger Selbstdarsteller, wie ich dachte?
00:45:54Wie auch immer, er hat diese Geschichte ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt.
00:45:58Auf ewig und alle Zeiten.
00:46:00Und jetzt hat auch Picard das Verrückte an der Sache erkannt.
00:46:04Wenn die Generäle einem Verräter die Hand schütteln konnten,
00:46:07dann war er nicht mehr an seinen Eid gebunden.
00:46:09Zumindest nicht vor seinem eigenen Gewissen.
00:46:12Kapitän Dreifuß wurde zu lebenslanger Haft verurteilt,
00:46:16aufgrund von ein paar Zeilen in seiner Handschrift,
00:46:19die der Handschrift in diesem belastenden Brief so sehr ähnelte,
00:46:22wie ihre oder meine.
00:46:23Die Panik bei der Spionageabwehr war an diesem Morgen so groß,
00:46:31dass hätte ein Hund mit einem Stift an seinem Schwanz ein paar Zeichen auf einen Zettel gewedelt,
00:46:36sie geschworen hätten, der Hund hätte jenen Brief geschrieben.
00:46:39Vorausgesetzt natürlich, es wäre ein unbeliebter Hund gewesen.
00:46:44Ein jüdischer Hund.
00:46:46Ein halber Tag Arbeit und sie hätten den Verräter an Ort und Stelle fassen können.
00:46:51Esterhazy, direkt vor ihrer Nase.
00:46:54Esterhazy.
00:46:55In Paris in jener Woche.
00:46:57Und im Besitz aller wichtigen Informationen.
00:47:00Esterhazy.
00:47:02Er hätte schon bis zum Mittagessen verhaftet sein können.
00:47:05Und wir hätten uns nicht so zu zerfetzen brauchen wie jetzt.
00:47:11Ich fasse mich kurz.
00:47:41Ich bestätige Punkt für Punkt die Aussagen, die von meinen Generalskameraden gemacht worden sind.
00:47:45Das ist alles, was ich zu diesem Fall zu sagen habe.
00:47:47Monsieur le General.
00:47:48Ich werde keine disbezüglichen Fragen beantworten.
00:47:52Aber erlauben Sie mir, Ihnen als Soldat etwas zu sagen.
00:47:55Sie sind das Gericht.
00:47:57Sie sind die Nation.
00:47:59Wenn die Nation kein Vertrauen in die Befehlshaber der Armee hat.
00:48:06Wenn die Nation kein Vertrauen zu den Personen hat, die für die Landesverteidigung zuständig sind,
00:48:15in diesen schwierigen Zeitläuften,
00:48:18dann sind wir willens, diese schwere Aufgabe anderen zu überlassen.
00:48:22Sie brauchen nur ein Wort zu sagen.
00:48:26Mehr habe ich dazu nicht zu bemerken.
00:48:30Mit der Ausnahme, dass ich im Namen der Armeen Frankreichs
00:48:34jedem Wort, jedem Übergriff, jeder Lüge, Widerstand leiste,
00:48:41die von dem früheren Chef der Spionageabwehr, dem Verräter, Kolonel Picard, stammen.
00:48:45Ich weiß, dass Picard die Beweise manipuliert hat.
00:49:11Ich habe es selbst gesehen.
00:49:12Er hat recht. Es wurde etwas der Akte Dreifuß hinzugefügt.
00:49:16Er müsste es wissen, denn er hat es beigelegt, mit der Absicht, das Urteil in Zweifel zu ziehen.
00:49:20Sie haben mich dabei gesehen. Können Sie mir sagen, wie oft?
00:49:23Einmal wenigstens. Ich kam an Ihrem Büro vorbei.
00:49:26Ich manipuliere Beweise und vergesse, dass meine Bürotür offen steht.
00:49:30Ich habe seine Handschrift erkannt, euer Ehren.
00:49:33Sie haben also meine Handschrift erkannt? Von der offenen Bürotür aus?
00:49:36Ich bin Spezialist für Spionageabwehr. Würde ich bei einer so wichtigen Sache einen Fehler machen?
00:49:42Was ich sage, stimmt. Picard lügt.
00:49:45Dagegen verwahre ich mich auf das Entschiedenste, Henri.
00:49:47Dagegen verwahre ich mich auf einmal.
00:50:02Nur eine Fleischwulde.
00:50:19Gehen wir frühstücken, Kolonial.
00:50:32Im Namen des französischen Volkes, der Angeklagte Émile Sola ist schuldig. Türen Sie ihn ab.
00:50:41Nein, die Armee ist schuldig, nicht ich.
00:50:45Er hat die Armee beleidigt.
00:50:47Ich werde schuldlos verurteilt.
00:50:49Er hat Frankreich beleidigt.
00:50:51Dreifuß wurde unschuldig verurteilt. Aber die Wahrheit wird siegen. Die Wahrheit lässt sich nicht untersehen.
00:50:57Sola hat die Wahrheit gesagt und wurde wegen Verleumdung verurteilt.
00:51:00Picard hat die Wahrheit gesagt und wurde des Verrats angeklagt.
00:51:10Tut mir leid, die Wache hat am Infizieren ihrer Sachen einiges zerbrochen.
00:51:14Macht nichts.
00:51:16Sie reichen fürs Erste.
00:51:19Sie werden wegen Spionage angeklagt.
00:51:21Was Kriegsgerichte bedeutet.
00:51:24Was auch bedeutet, dass Sie Ihren Feind nicht Geschworenen darlegen können.
00:51:28Geschworene würden mich sowieso nicht freisprechen.
00:51:31Als Sie damals in meinem Büro Madame Dreifuß abgewiesen haben, wusste ich, dass das zum Teil aufgrund Ihrer Rasse geschah.
00:51:37Ich bin nicht wegen Madame Dreifuß hier.
00:51:40Nicht einmal wegen Dreifuß selbst.
00:51:43Ich habe Madame Dreifuß wegen meines Eides abgewiesen.
00:51:47Als die Armee mich entlassen hat, war ich an den Eid nicht mehr gebunden.
00:51:50Sie sind Armeeoffizier. Bis in die Zehenspitzen.
00:51:53George, man wird sich fragen, wohin es mit Ihrer Treue gekommen ist.
00:51:57Ich bin nicht treu gegenüber einer Einzelperson, sondern gegenüber der Institution der Armee.
00:52:01Der Idee der Armee.
00:52:06Hören Sie zu.
00:52:13Was ist das, was Sie hören?
00:52:1480 Männer.
00:52:17Übergewichtig die meisten.
00:52:19Die Bläse ist wahrscheinlich Trinker.
00:52:22Der erste Geiger prügelt seine Frau.
00:52:25Der Flötist hat Mundfeuer und sein Atem haut einen auf 20 Schritt um.
00:52:28Und das Privatleben des Dirigenten ist ein einziger Skandal.
00:52:30Aber das ist nicht, was Sie hören.
00:52:38Das.
00:52:42Das ist, was Sie hören.
00:52:45Die Idee.
00:52:48Die Idee.
00:52:51Den Geist der Musik.
00:52:54Nun, wo Picard dort ist, wo er hingehört, können wir, scheint mir, mit Zuversicht sagen,
00:52:59die Drei-Fuß-Affäre?
00:53:01Es gibt keine Drei-Fuß-Affäre.
00:53:03Das ist sehr beruhigend.
00:53:04Oh ja, aber gern.
00:53:07Vielen Dank, Herr Minister.
00:53:08Sieht fabelhaft aus.
00:53:10Meine Herren, ich muss Ihnen etwas sagen.
00:53:12Mir ist ein anderes Ressort zugewiesen worden.
00:53:14Ich gratuliere, Herr Minister.
00:53:16Danke, Depelleu.
00:53:18Jedoch hat mich der Präsident gebeten,
00:53:20bevor ich dieses Ministerium aufgebe,
00:53:22sicherzustellen, dass die Öffentlichkeit vollständig beruhigt wird.
00:53:26Kapitän Quignet.
00:53:31Kapitän Quignet.
00:53:36Kapitän Quignet,
00:53:37Sie werden eine vollständige und endgültige Untersuchung
00:53:40der Dokumente durchführen, die die Akte Drei-Fuß beinhaltet,
00:53:45sowie auch die Akte von Kommandant Estahasi.
00:53:47Seien Sie gründlich und unparteiisch
00:53:50und beweisen Sie für immer und alle Zeiten,
00:53:53dass der Generalstab und der Kriegsminister
00:53:55sich während der ganzen Dauer dieser fürchterlichen Geschichte
00:53:58untadelig verhalten haben.
00:54:00Danke.
00:54:00Dieser Kapitän Quignet, Herr Minister,
00:54:11empfiehlt er sich für diese Aufgabe?
00:54:14Seien Sie beruhigt, General.
00:54:16Der Mann ist ein Arbeitstier.
00:54:18Nichts weiter.
00:54:19Der Mann ist ein Arbeitstier.
00:54:49Der Mann ist ein Arbeitstier.
00:54:51Der Mann ist ein Arbeitstier.
00:54:53Der Mann ist ein Arbeitstier.
00:54:54Der Mann ist ein Arbeitstier.
00:55:03Ja?
00:55:05Diese Akte sind Dokumente hinzugefügt worden.
00:55:10Na und?
00:55:12Mal abgesehen von den Dingen,
00:55:15die die Gerichtsverfahren betreffen,
00:55:17finden wir immer aufs Neue zusätzliche Beweise.
00:55:21Sie finden sie oder fabrizieren sie?
00:55:24Ich muss doch sehr bitten, Kapitän.
00:55:28Zumindest eins der Dokumente ist eine Fälschung.
00:55:32Zwei Briefe sind kombiniert worden,
00:55:33die obere Hälfte des einen und die untere Hälfte eines anderen.
00:55:37Das ist nicht möglich, Kapitän.
00:55:40Schauen Sie ihn sich an.
00:55:42Wie können Sie es wagen,
00:55:44gegenüber dem Chef der Spionageabwehr einen solchen Ton anzuschlagen?
00:55:47Ich arbeite auf ausdrücklichen Befehl des Kriegsministers
00:55:50und ich verlange eine Antwort.
00:55:52Wer hat dieses Dokument gefälscht?
00:55:55Wie viele andere Fälschungen existieren?
00:56:17Ich denke, Sie sollten es erfahren.
00:56:37Das Arbeitstier durchwühlt Henri's Büro.
00:56:40Und Henri liegt noch mit seiner Frau im Bett, nehme ich an.
00:56:44Leider nein.
00:56:46Er ist arretiert worden.
00:56:47Rufen Sie den Minister an.
00:56:54Ich brauche sofort einen Termin.
00:56:55Das gerät hier außer Kontrolle.
00:57:01Sie brauchen mich nicht anzumelden.
00:57:03Herr General, ich werde erwartet.
00:57:05Sie müssen langsam etwas unternehmen
00:57:07wegen dieses Arbeitstiers, Herr Minister.
00:57:10Er tritt einfach zu vielen Leuten auf die Zehen.
00:57:12Guten Morgen, General.
00:57:14Wie Sie sehen,
00:57:14habe ich den Platz meines Vorgängers
00:57:16vor dem geplanten Zeitpunkt eingenommen.
00:57:18Ich bin froh, dass Sie geahnt zu haben scheinen,
00:57:20dass ich sie herbestellen wollte.
00:57:22Kapitän Coenier hat seinen Bericht abgegeben.
00:57:25Ich möchte Ihre Meinung dazu hören.
00:57:37Ich streite es ab.
00:57:38Ich streite alles ab.
00:57:39Du liebe Güte.
00:57:41Es ist noch nicht mal eine besonders gute Fälschung.
00:57:43Das war nur ein Teil des Beweismaterials.
00:57:45Das bedeutet ein neues Verfahren für Esterhazy,
00:57:47das Kriegsgericht für Sie
00:57:48und für Dreifuß die Heimkehr.
00:57:49Das bedeutet,
00:57:50dass sich Frankreich auch weiterhin zerfleischen wird,
00:57:52während die Deutschen zusehen.
00:57:53Sie wissen, unter welchem Druck wir standen.
00:57:56Er verwischte seine Spuren.
00:57:57Wir mussten den Fall wasserdicht machen.
00:57:58Wir haben Ihnen geglaubt.
00:57:59Wir haben Ihnen alles geglaubt,
00:58:01was Sie uns gesagt haben.
00:58:01Nein, General Gons.
00:58:04Wir haben geglaubt,
00:58:05was wir glauben wollten.
00:58:13Links!
00:58:14Auf!
00:58:16Links!
00:58:17Links!
00:58:18Jetzt geht das vielleicht gleich rechts.
00:58:20Links!
00:58:21Links!
00:58:22Links!
00:58:23Links!
00:58:24Links!
00:58:25Ich habe eine Frau
00:58:36und einen kleinen Jungen, Kapitän.
00:58:40Ich habe eine Frau
00:58:41und einen kleinen Jungen.
00:58:44Kommandant Henri wird wissen,
00:58:52was er zu tun hat.
00:58:54Er begreift,
00:58:55was seine Ehre von ihm verlangt.
00:58:57Hoffentlich.
00:58:59Aber wenn er es nicht tut,
00:59:02müssen wir ihm helfen.
00:59:03Ich bin ein Opfer der Juden und ihrer Helfershelfer
00:59:10und ich bitte dich von ganzem Herzen,
00:59:11unserem Sohn zu sagen,
00:59:12dass ich bis zum letzten Atemzug bestreite,
00:59:15irgendetwas gefälscht zu haben.
00:59:16Der fragliche Brief ist echt.
00:59:19Wenn es einen gefälschten Brief in der Akte gibt,
00:59:22dann stammt er von Picard und seinen Komplizen,
00:59:24um die Generäle und mich zu diskreditieren.
00:59:26Es existiert eine geheime Akte mit Beweisstücken,
00:59:30die aus Gründen der nationalen Sicherheit
00:59:31nicht bekannt gemacht werden darf.
00:59:33Bitte glaube mir, dass ich unschuldig bin.
00:59:38Und dass eines Tages die Wahrheit ans Licht kommen wird
00:59:40und drei Fuß und Picard als die wirklichen Verräter bloßgestellt werden.
00:59:44Surtile Gefühle, nobel formuliert.
00:59:49Alles, was Sie jetzt noch tun müssen,
00:59:51ist ein gut getroffener Abschluss.
00:59:54Ich liebe dich,
00:59:56wie ich mein Vaterland liebe.
01:00:00Bete für mich,
01:00:02dein ergebener Ehemann.
01:00:05All dieses Gerede über Liebe,
01:00:08ist das nicht so blumig?
01:00:09Nein?
01:00:10Nein, durchaus nicht.
01:00:13Unterschreiben.
01:00:14Ich, äh, ich, äh,
01:00:22ich habe Ihnen etwas für Ihr Wohlergehen gebracht.
01:00:25Ein paar hervorragende Zigarren,
01:00:27sowie Rasierzeug,
01:00:28das natürlich auch ein Rasiermesser enthält,
01:00:30welches eine besonders scharfe Klinge hat.
01:00:34Ich habe es selbst ausgewählt.
01:00:35Machen Sie,
01:00:47dass wir auf Sie stolz sind.
01:00:49Geben Sie ihm genau zehn Minuten,
01:01:02dann legen Sie das neben die Leiche.
01:01:03Aufwand!
01:01:16Kommen Sie, kommen Sie, aufwand!
01:01:18Kommen Sie, kommen Sie, aufwand!
01:01:30Kommen Sie auf, los, los, los!
01:01:31Aufstehen!
01:01:31Nichts falsch!
01:01:32Nichts falsch!
01:01:33Sitz auf!
01:01:34Nichts falsch!
01:01:34Los!
01:01:36Aufstehen!
01:01:36Der Gefangene wird in Chemedie transferiert
01:01:39und steht dort bis auf weiteres
01:01:40unter militärischer Aufsicht.
01:01:42Schreiben Sie in das Protokoll,
01:01:43wenn ich tot in meiner Zelle aufgefunden werde,
01:01:45war es Mord, nicht Selbstmord.
01:01:46Ruhe!
01:01:47Bring Sie ihn weg!
01:01:48Übergeben Sie ihn dem Gewahrsam des Militärs.
01:01:50Alle müssen erfahren,
01:01:51dass ich diesen Ausweg nie wählen würde.
01:01:55Glauben Sie immer noch,
01:01:55dass die Armee eine Seele hat?
01:01:57Hören Sie immer noch die Musik?
01:01:58Ja, mehr als hier zuvor.
01:02:01Wünschen Sie sich nicht manchmal,
01:02:02Sie hätten Ihr Geschick nicht
01:02:03auf Gedeih und Verderb
01:02:04an das von Dreyfus gekettet?
01:02:05Ich hatte keine andere Wahl.
01:02:08Irgendwie bin ich mit Ihnen verbunden.
01:02:14Oh, ich weiß,
01:02:14ich bin nichts weiter als ein kleiner Soldat,
01:02:16aber trotzdem,
01:02:20ich bin mit ihm verbunden.
01:02:22Ich war sein Lehrer
01:02:23an der Militärakademie.
01:02:25An dem Morgen,
01:02:26als er verhaftet wurde,
01:02:27noch bevor er wusste,
01:02:28dass er angeklagt würde,
01:02:29war ich zufällig da
01:02:30und damit der Letzte,
01:02:31mit dem er als freier Mann gesprochen hat.
01:02:33Ich war Zeuge seiner Degradierung
01:02:36und dann haben Sie ausgerechnet
01:02:38mich ausgewählt,
01:02:39um seinen Fall endlich
01:02:41zum Abschluss zu bringen.
01:02:44Die Ironie ist,
01:02:47dass ich immer nur
01:02:48den Juden in ihm gesehen habe.
01:02:51Ich habe ihn nie gemacht.
01:02:56Ist das nicht eigenartig?
01:03:03Die Umstände im Zusammenhang
01:03:05mit Kommandant Henri's Tod
01:03:06veranlassen mich,
01:03:09meinen Rücktritt einzureichen.
01:03:20Als ich noch ein junger Soldat war,
01:03:24fand ich meinen vorgesetzten Offizier
01:03:26eines Nachts bewusstlos auf.
01:03:27Zwei seiner Kammerleristen
01:03:31waren von Eingeborenen verschleppt worden.
01:03:34Der Häuptling wurde geholt.
01:03:37Es war schnell klar,
01:03:38dass er eher unter der Folter sterben würde,
01:03:40als sagen, wo sie waren.
01:03:42Mein vorgesetzter Offizier griff ein.
01:03:44Langsam wurde die Zeit knapp.
01:03:48Daraufhin erklärte er dem Häuptling,
01:03:50was für einen Soldaten
01:03:52der Ehrbegriff bedeutet.
01:03:54Und er versprach ihm,
01:03:56bei seiner Ehre,
01:03:57dass er nichts gegen ihn unternehmen würde,
01:03:59wenn die Soldaten zurückkehrten.
01:04:02Er bekam die Männer zurück
01:04:04und den Rest können sie erraten.
01:04:07Sie ließen den Häuptling
01:04:08und seinen Sohn erschießen
01:04:09und das Dorf brannten sie ab.
01:04:12Er musste das tun.
01:04:14Es gefiel ihm gar nicht.
01:04:15Er hat sich hinterher betrunken.
01:04:16Aber er hatte das Richtige getan.
01:04:18Ich begann, das Pflichtgefühl zu würdigen.
01:04:22Die Pflicht kommt vor allem anderen.
01:04:28Ich werde nicht erlauben,
01:04:31dass die Armee der Republik
01:04:32von drei Fuß zerstört wird.
01:04:35Der Verräter und Pornograf Solar
01:04:36hatte mit einer Sache recht.
01:04:38Es existiert hier eine Verschwörung
01:04:40zwischen den Juden und den Sozialisten.
01:04:43Wir kämpfen jetzt
01:04:44für das Überleben unseres Staates.
01:04:48Und wir kämpfen weiter, ist das klar?
01:04:52In San Francisco wurde jedes ankommende Schiff
01:04:54mit Fragen begrüßt.
01:04:56Ist drei Fuß frei?
01:04:57Ist Picard noch im Gefängnis?
01:04:59In Australien, in Finnland,
01:05:00in Sankt Petersburg und Lima
01:05:02brachen Faustkämpfe aus,
01:05:03wenn die Affäre nur erwähnt wurde.
01:05:05Aber im Zentrum des Sturms
01:05:07war Picard in den zwölf Monaten Gefängnis,
01:05:10so hat man mir erzählt,
01:05:12die Ruhe selbst.
01:05:18Das ursprüngliche Urteil ist kassiert worden.
01:05:21Drei Fuß wird von der Teufelsinsel zurückgebracht
01:05:23und vor ein neues Kriegsgericht gestellt werden.
01:05:26Sie werden bis zu ihrem eigenen Verfahren
01:05:27auf freien Fuß gesetzt.
01:05:28Drei Fuß wird von der Teufelsinsel zurückgebracht.
01:05:58Drei Fuß wird von der Teufelsinsel zurückgebracht.
01:06:28Das ist nun das Frankreich,
01:06:49das uns die Aufklärung geschenkt hat.
01:06:51Descartes, Lafayette.
01:06:54Man wusste nicht, wo man stammt.
01:06:56Man war gar nicht am Leben,
01:06:57wenn man nicht eine eigene Meinung zu der Affäre hatte.
01:07:11Picard liebte zwei Dinge.
01:07:13Die Armee und Eloise.
01:07:15Die Armee hatte er schon verloren,
01:07:18aber Eloise war immer da gewesen.
01:07:21Georges, Georges.
01:07:23Was ist, bist du?
01:07:24Sie haben ihm von uns erzählt.
01:07:26Sie fordern ihn auf, dich zu töten,
01:07:27um dich zum Schweigen zu bringen.
01:07:29Tun sie alles.
01:07:29Ist dir wirklich nichts geschehen?
01:07:31Georges, du darfst nicht bleiben.
01:07:32Du musst fort von hier.
01:07:33Paris verlassen?
01:07:35Jetzt?
01:07:35Sie bringen mich heute Nacht weg,
01:07:37aber meine Sachen sind gepackt.
01:07:39Wir können binnen eine Stunde fort sein.
01:07:41Wohin können wir gehen?
01:07:43Fliegen wir doch nach Montreal.
01:07:45Ich habe dort Freunde, wir können bei...
01:07:46Ich wünsche mir nichts lieber als das.
01:07:52Georges.
01:07:53Ich muss aussagen, verstehe das.
01:07:56Ich bin Soldat.
01:07:58Ich bin der einzige Mensch,
01:07:59dessen Worten man Glauben schenken wird.
01:08:03Georges, verstehst du denn nicht?
01:08:07Dies ist unsere letzte Chance.
01:08:10Wir werden uns niemals wiedersehen,
01:08:11wenn wir jetzt nicht fortgehen.
01:08:23Ich liebe dich.
01:08:26Dann musst du mit mir zusammen weggehen.
01:08:28Ich kann nicht.
01:08:29Wir treffen uns um vier am Bahnhof.
01:08:45Sie hatten sein Verfahren aus Paris verlegt.
01:08:49Sie befürchteten,
01:08:49dass Paris dem Sturm nicht standhalten könnte.
01:08:53Also folgte der Sturm dem Verfahren
01:08:57in die Stadt Rennes.
01:09:02Name?
01:09:07Alfred...
01:09:08Alfred...
01:09:08Dreyfus.
01:09:12Alfred Dreyfus, Kapitän der Artillerie.
01:09:1539 Jahre alt.
01:09:17Dieser Brief wurde an den deutschen Militärattaché gesandt.
01:09:23Haben Sie ihn geschrieben?
01:09:28Ich...
01:09:29Ich bin unschuldig, mon Kolonel.
01:09:34Aspecteur!
01:09:35Du lügst doch, wenn du den Nulltag verhust!
01:09:37Dreyfus!
01:09:38Dreyfus!
01:09:38Dreyfus!
01:09:38Dreyfus!
01:09:40Aspecteur Bertillon.
01:09:42Diese Schlussfolgerung ist schlechterdings unausweichlich.
01:09:45Dreyfus hat diesen Brief in einer Handschrift geschrieben,
01:09:48die er absichtlich seiner eigenen ähnlich sehen ließ,
01:09:51sodass er, falls er ertappt würde,
01:09:53behaupten konnte, dass jemand seine Handschrift kopiert hatte,
01:09:56sodass man die Schuld auf ihn schieben könnte.
01:09:58Falls ich Sie richtig verstehe, Monsieur Bertillon,
01:10:01wollen Sie sagen, dass mein Mandant
01:10:03absichtlich seine eigene Handschrift nachgeahnt hat?
01:10:09Maitre Laborie, bitte!
01:10:11Diese Aussage soll Kapitän Dreyfus wieder in den Kerker bringen
01:10:14und das für den Rest seines Lebens.
01:10:17Isoliert von allen.
01:10:18In Einzelhaft.
01:10:18Was hat er verdient?
01:10:19In Eisen.
01:10:2024 Stunden am Tag an sein Bett gekettet,
01:10:24unter unaufhörlicher Bewachung.
01:10:25Die Diskussion der Haftbedingungen
01:10:27ist vor diesem Kriegsgericht
01:10:28weder vorgesehen noch erwünscht.
01:10:33Führen Sie den nächsten Zeugen vor.
01:10:35Wenn ich auch nur den leisesten Zweifel gehabt hätte,
01:10:38würde ich ohne zu zögern, Kapitän Dreyfus, sagen,
01:10:41dass ich mich ehrlich getäuscht habe.
01:10:42Aber Sie wissen, dass ich unschuldig bin.
01:10:44Wenn ein Fehler unterlaufen wäre,
01:10:46hätte ich alles unternommen, ihn wieder gut zu machen.
01:10:48Aber es ist Ihre Pflicht, Ihre...
01:10:50Ich weiß, was Ihre Pflicht ist.
01:11:03Monsieur Picard?
01:11:08Im Spätsommer des Jahres 1894
01:11:12hat Kommandant Graf Ferdinand Valsin Estahasi
01:11:15sich aus Gewinnsucht als Spion angeboten.
01:11:18Ruhe im Gerichtssaal, Ruhe!
01:11:27Hat sich dort irgendjemand Fragen gestellt
01:11:29über die Veränderungen, die er durchgemacht hatte?
01:11:32Er war doch einer von Ihnen gewesen.
01:11:34Und nun konnte er klären,
01:11:37wie sie alle ihre erste Lüge ausgesprochen hatten,
01:11:40aus leicht nachvollziehbaren patriotischen Gründen.
01:11:42und dann zusahen, wie aus ihren Lügen Unheil erwuchs.
01:11:47Unheil durch Männer, die guten Willens waren
01:11:50und im Namen ihres Landes.
01:11:52Amüsant, nicht wahr?
01:11:54Und da sind wir nun nach all dieser Zeit.
01:11:59Die Generäle bestehen immer noch darauf,
01:12:01dass Schwarz-Weiß ist
01:12:01und dass das Wasser bergauf fließt.
01:12:06Und trotz aller Gegenbeweise
01:12:08gibt es immer noch Menschen, die ihm glauben.
01:12:09Alles, was ich je verlangt hatte,
01:12:15alles, was ich je gewünscht hatte,
01:12:19war, dass die Wahrheit gesagt würde.
01:12:22Die Wahrheit wurde gesagt!
01:12:23All dies hätte unserem Land erspart bleiben können.
01:12:33Hätten sich die Beteiligten einmal die einfache Frage gestellt,
01:12:37was ist die Wahrheit?
01:12:40Nicht?
01:12:42Nicht?
01:12:44Wie möchte ich, dass die Wahrheit aussieht?
01:12:49Was würden meine Vorgesetzten,
01:12:51meine Kameraden,
01:12:52mein Land
01:12:55gerne hören?
01:13:06In Rage gebracht hatte er den Pöbel bereits,
01:13:10aber dann besaß er auch noch die Unverschämtheit,
01:13:12der Frau des Juden seinen Arm anzubieten.
01:13:22Unschuldig!
01:13:43Unschuldig!
01:13:45Lass dich frei!
01:13:46Lass dich frei!
01:13:47Unschuldig!
01:13:50Schulig!
01:13:51Schulig!
01:13:53Schulig!
01:13:55Schulig!
01:13:59Ja!
01:14:01Schulig!
01:14:02kschuldig!
01:14:03Ungschuldig!
01:14:03Vielen Dank.
01:14:33Vielen Dank.
01:15:03Es liegt, dass wir sehr, sehr ernsthaft erwägen müssen. Sie ziehen eine Begnadigung in Betracht. Und eine Generalamnestie. Das bedeutet, dass er nicht auf die Teufelsinsel zurückzukehren hat.
01:15:18Und, dass alle Beschuldigungen gegen jeden Beteiligten an der Affäre fallen gelassen werden.
01:15:23Aber ich kann auch noch die verklagen, die mich verleumdet und zum Verlassen der Armee gezwungen haben.
01:15:30Nein.
01:15:31Was ist mit den Fälschungen?
01:15:33Alle Beschuldigungen, Kolonel. Alle.
01:15:40Wie kann ich Ihnen nur danken? Ist es wirklich wahr? Ich kann es kaum... Ich kann es...
01:15:48Es ist wahr, Kapitän.
01:15:50Und... Und er wird nicht dorthin zurück müssen?
01:15:53Er wird frei sein. Er bleibt bei Ihnen.
01:15:56Und er bleibt...
01:15:58...entehrt.
01:15:59Wenn Sie diese Begnadigung annehmen, dann gestehen Sie damit praktisch Ihre Schuld.
01:16:10Sie müssen gewillt sein, Ihre Unschuld zu beweisen.
01:16:13Selbst wenn das bedeutet, wieder zurückzugehen.
01:16:16Wie immer hat der Kolonel recht.
01:16:20Zum Teufel mit einer Begnadigung.
01:16:22Wir wollen ein Nichtschuldig hören.
01:16:24Wir wollen drei Fuß frei und die Generäle verurteilt wissen.
01:16:27Und die Politiker.
01:16:31Ich weiß, Sie sind müde.
01:16:32Die ganze Welt ist es müde.
01:16:35Es wäre ein schäbiger Kompromiss.
01:16:38Sollen wir weiter kämpfen?
01:16:39Wir werden die Begnadigung annehmen.
01:16:49Kolonel.
01:16:56Kolonel.
01:16:58Eine Begnadigung sagt, dass Sie es getan haben und nun um Mitleid bitten.
01:17:03Das ist nicht, worum ich gekämpft habe.
01:17:05Ich werde dort sterben.
01:17:07Sie werden Ihre Ehre behalten.
01:17:08Es wird mich umbringen, Kolonel.
01:17:10Kapitän Dreifuss.
01:17:12Sie sind aus eigener Wahl, Soldat.
01:17:29Er war so grässlich unflexibel.
01:17:32Ein Mann mit zu viel Ehrgefühl.
01:17:38Ein großer Mann?
01:17:43Nun, es gab da schon ein bisschen Größe.
01:17:46Aber niemand ist vollkommen.
01:17:49Ich ernenne Sie hiermit zum Ritter der Ehrenlegion.
01:17:53Es dauerte sechs weitere Jahre, bis die Armee nachgab und Dreifuss rehabilitierte.
01:17:59Picard war da und beobachtete es.
01:18:01Endlich hatte er Dreifuss vergeben, dass er nur ein Mensch war.
01:18:05Picard wurde Kriegsminister.
01:18:07Aber er bekam nie Gelegenheit sein Können unter Beweis zu stellen.
01:18:12Er starb kurz vor Beginn des Krieges, auf den Sie alle gewartet hatten.
01:18:20Sie sehen, eine Komödie.
01:18:22Möchten Sie vielleicht einen Kognak?
01:18:25Oh, danke, nein.
01:18:26Aber bitte.
01:18:27Einen Kognak, seien Sie so freundlich.
01:18:34Ihr Redakteur hat mir gegenüber eine kleine Summe erwähnt.
01:18:38Was noch absonderlicher ist, es hatte überhaupt kein Verbrechen gegeben.
01:18:48Keinerlei Informationen hatten den Besitzer gewechselt.
01:18:51Und sie wären sowieso wertlos gewesen.
01:18:56Die Deutschen wussten alles von Anfang an.
01:19:00Was hat Esther H. sie von Picard gehalten?
01:19:03Picard?
01:19:05Picard tat, was er tun musste.
01:19:07Genau wie Esther H. sie.
01:19:11Aber wer konnte schon einem Mann ohne Fehler vertrauen?
01:19:15Aber er hatte einen Fehler.
01:19:17Er konnte Juden nicht leiden.
01:19:18Stimmt, ja.
01:19:19Er konnte keine Juden leiden.
01:19:21Esther H. sie hingegen.
01:19:23Esther H. sie mochte Juden.
01:19:24Dafür mochte er keine Franzosen.
01:19:27Wie auch immer, zweifellos war Picard der Beste von ihnen allen.
01:19:33Nur stammte er eigentlich aus dem vorigen Jahrhundert.
01:19:36Wären Picard sagen müsste, dass Esther H. sie der Einzige aus dem 20. Jahrhundert unter ihnen war?
01:19:41Mein lieber Freund.
01:19:43Der erste Mann des 20. Jahrhunderts.
01:19:49Wären Sie so freundlich, mir dieses Buch über die Dreifuß-Affäre zu signieren, bevor ich gehe?
01:19:53Gefangene der Ehre.
01:20:04Wären Sie so freundlich, mir dieses Buch über die Dreif fusionne.
01:20:23Untertitelung. BR 2018
01:20:53Untertitelung. BR 2018
01:21:23Si tous les généraux sur cheval blanc tournaient en rond comme un manège,
01:21:33on jouera plus à la guerre comme des enfants.
01:21:36Jamais, jamais, et dans toute cette histoire d'une armée privée de gloire,
01:21:49un homme de conscience, M. Picard,
01:21:55qui ne lâchera pas la vérité,
01:22:01jamais, jamais.
01:22:05Et si tous les braves soldats sur cheval blanc tournaient en rond comme un manège,
01:22:22on jouera plus à la guerre comme des enfants.
01:22:24Jamais, jamais.
01:22:33Et si l'encre dans l'épine est remplacée par des larmes,
01:22:39les mots seraient plus tristes, mais plus sincères.
01:22:43Plus de traces sur le papier,
01:22:49jamais, jamais.
01:22:55Et si nous jouons nos drames dans nos petits univers,
01:23:01dans ce monde si fragile, si éternel,
01:23:06à quoi ça sert,
01:23:07à quoi ça sert, on sait que rien va changer,
01:23:12mais on ne peut pas arrêter.
01:23:19Jamais, jamais.
01:23:24Et si nous jouons nos drames dans nos petits univers,
01:23:33dans ce monde si fragile, si éternel,
01:23:38à quoi ça sert, on sait que rien va changer,
01:23:44mais on ne peut pas arrêter.
01:23:51Jamais.
01:23:54Jamais.
01:23:56Jamais.
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