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  • vor 15 Stunden
Der finnische Künstler Kim Simonsson will mit seinen grünen Wesen auf die Schönheit der Natur verweisen. Seine Skulpturen sehen aus, als seien sie aus Moos.

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Transkript
00:00Was ist denn das? Grüne Riesen, die Töne von sich geben? Mitten im Wald?
00:08Wo ihr sie finden könnt? In Finnland, knapp 200 Kilometer westlich von Helsinki.
00:14Und manchmal begegnet ihr auch ihm hier.
00:17Hi, ich bin Kim. Ich bin Künstler und kreiere diese feenhaften Kreaturen, die im finnischen Wald leben.
00:24Ich liebe es, Skulpturen zu machen. Davon zu leben, war immer mein Traum.
00:28Der Keramikkünstler Kim Simonson liebt die finnische Mythologie und die Natur.
00:34Beides ist in seiner Heimat eng miteinander verbunden und gehört quasi zur DNA der Finnen.
00:40Moss People, Moss Menschen hat er seine grünen Fabelwesen getauft. Wie sie entstehen, dazu später.
00:49Der Wald hat mich definitiv für meine Figuren inspiriert.
00:53Sie wollen die Menschen einladen, dort hinzukommen und ihnen sagen, dass dies der schönste Teil der Erde ist, besonders in Finnland.
01:01Die Giganten hier im Wald waren ursprünglich eine Auftragsarbeit für die Kunstbiennale 2022 im französischen Lyon.
01:09Jetzt stehen sie auf dem Grundstück eines verstorbenen finnischen Kunstmezens.
01:12Dessen ehemaliges Sommerhaus ist heute ein Museum.
01:19In jedem der historischen Zimmer befinden sich ganz verschiedene Kunstwerke von Kim Simonson.
01:24Das ist altes Spielzeug von meinen Kindern. Und dann sind da noch ein paar andere Dinge.
01:32Das ist meine alte Brille aus meiner Werkstatt. Und hier noch eine alte Kassette von meinem Vater.
01:38All diese Objekte haben eine persönliche Bedeutung für mich. Es ist eine Art Recycling.
01:43Anstatt sie auf den Müll zu werfen, baue ich sie in der Skulptur ein.
01:47Ich bin sozusagen ein Alchemist, der sie in grünes Gold verwandelt.
01:50Seine Skulpturen sind weltweit in Galerien und Museen wie dem Victoria and Albert Museum in London ausgestellt.
02:00Private Sammler zahlen für die Figuren bis zu 35.000 Euro.
02:06Und hier entstehen sie. In dem kleinen Künstlerdorf Fiskars, bekannt als die Hochburg finnischen Designs, eine Stunde von Helsinki entfernt.
02:15In einer ehemaligen Industrieanlage hat Kim sein Atelier.
02:20Als Teenager wollte ich unbedingt Maler werden. Aber dann wurde ich beim ersten Versuch an der Kunstakademie nicht angenommen und im nächsten Jahr verpasste ich die Bewerbungsfrist.
02:33Dann beschloss ich mich an der Hochschule für Design zu bewerben und mir wurde klar, dass Bildhauerei mein Ding ist, viel mehr als Malen.
02:41Und dann hörte ich mit dem Malen auf.
02:43Als ich studierte, wurde Ton als Material für zeitgenössische Kunst nicht wirklich ernst genommen, insbesondere nicht für Bildhauerei.
02:57Ton galt eher als feminines Material, was aber nicht unbedingt schlecht ist, denn ich finde, in der Kunst ist es gut, sensibel zu sein.
03:04Ton ist ein erstaunliches Material. Man kann ihn in jede beliebige Form bringen.
03:11Das Gute ist, dass sich das Gewicht beim Auflegen auch auf die Beine überträgt. Sieht dann wie eine ganz natürliche Körperhaltung aus.
03:17Die fertigen Figuren werden bei 1150 Grad 12 Stunden gebrannt. Nach dem Abkühlen bestreicht Kim die Oberfläche mit Harz, dann beflockt er sie mit einer Nylonfaser.
03:35Das Grün war ursprünglich ein Zufall.
03:37Ich habe Neongelb auf eine schwarze Skulptur aufgetragen und plötzlich hat es sich in dieses seltsame Grün verbandelt.
03:45Und dann kam jemand ins Studio und sagte, das sieht aus wie Moos.
03:51Es ist wichtig, an sich selbst zu glauben und einfach weiterzuarbeiten.
03:55Sei mutig und zeige deine Arbeit, dann sieht sie vielleicht die richtige Person.
03:59Ich möchte, dass diese Figuren, die freundliche Wesen sind, den Menschen Trost spenden in diesen schweren Zeiten, in denen wir leben.
04:12Die Chance dafür wächst schon allein deshalb, weil auch die Familie seiner Moosmenschen immer weiter wächst.
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