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  • 1 week ago
Transcript
00:00Zum Ausklang befinden wir uns in einem gepflegten Restaurant mit erstklassiger Küche.
00:06Ach, war das künstlich!
00:08Ganz ausgezeichnet! Der darf nicht umkommen.
00:11Herr Pröll, Sie müssen doch von den Böhnchen nehmen.
00:13Vielen Dank, Herr Pröll. Räumlich unnötig.
00:18Verehrte gnädige Frau, lieber Herr Pröll.
00:21Wünschen die Herrschaften noch ein Dessert?
00:23Etwas Süßes in Ehren kann niemand verwehren.
00:26Was gibt es denn Schönes?
00:27Dann bitte Hebeeren, Creme Karamell und Birne Helene.
00:31Köstlich!
00:32Ich hätte gern eine Creme Karamell.
00:33Das nehme ich auch.
00:35Sie hatten doch immer so eine Spezialität.
00:37Kusakenzipfel?
00:38Kusakenzipfel, das ist das Größte.
00:40Den müssen Sie probieren.
00:42Zwei Kusakenzipfel.
00:43Kusakenzipfel?
00:44Das ist ein Mokka Trüffelparfus mit einem Zitronencreme-Wäldchen.
00:47Hervorragend!
00:48Zwei Creme Karamell, zwei Kusakenzipfel.
00:50Ach, was werden wir heute verwöhnt.
00:54Verehrte gnädige Frau, lieber Herr Pröll.
00:58Es sind nun fünf Jahre her, dass meine Gattin und ich, Ihre Gattin und Sie auf dem Campingplatz in Klagenfurt kennengelernt haben.
01:06Und dass wir, dass uns, jawohl, so etwas wie eine Freundschaft verbindet.
01:13Und das ist ein Grund zum Feiern.
01:15Und ich möchte, und wenn wir jetzt das Glas erheben, ich meine, wir sollten das Förmliche Sie, also ich heiße Walter.
01:23Bravo!
01:26Lieselotte.
01:27Erich.
01:28Roswitha.
01:29Walter.
01:31Lieselotte.
01:32Roswitha.
01:33Erich.
01:34Walter.
01:35Es tut mir leid, aber wir haben leider nur noch einen Kusakenzipfel.
01:38Oh!
01:38Dann nimmst du ihn, Walter.
01:40Kommt nicht in Frage, Erich.
01:41Dann wird eben brüderlich geteilt.
01:43Geteilte Freude ist doppelte Freude.
01:47Also, einen Kusakenzipfel.
01:49Sehr wohl.
01:50Und du stehst in der Berufsausbildung, Lieselotte?
01:53Ja, zwei Jahre Jodelschule.
01:54Sehr vernünftig.
01:55Dann habe ich mein Jodel-Diplom.
01:56Sehr vernünftig.
01:57Dann habe ich wirklich was Eigenes.
01:59Und du bist unabhängig.
02:01Erich, deine Frau ist doch vormittags auch Berufsthändin.
02:04Ja, Roswitha reitet dreimal die Woche.
02:06Toll.
02:07Auch als Frau braucht man eine sinnvolle Aufgabe.
02:09Zu Hause komme ich mir völlig überflüssig vor.
02:11Und Reiter werden ja immer gebraucht.
02:14Zwei Creme Karamell und einen Kusakenzipfel.
02:17Köstlich.
02:18Der sieht gut aus.
02:19Vielen Dank.
02:21Fang doch an, Erich.
02:22Ich bestehe darauf.
02:24Also gut, Walter.
02:26Genau bis hier.
02:31Ach, ist das gut.
02:32Röstlich.
02:33Walter, du musst mal probieren.
02:35Danke, danke. Ich bin ja gleich dran.
02:37Na, dir schmeckt es aber, Erich.
02:38Lass ihn doch.
02:40Vorzüglich.
02:43Genau die Hälfte.
02:45Naja, genau die Hälfte?
02:48Also abgewogen habe ich es nicht.
02:50Die Hälfte war ausgemacht.
02:52Willst du damit sagen, dass ich dich übervorteilt habe?
02:55Nein, nein.
02:56Es klang aber so.
02:57Mit seinem Kusakenzipfel versteht Walter keinen Spaß.
03:00Und wo ist das Zitronen-Creme-Bällchen?
03:03Vielleicht habe ich es versehentlich verschluckt.
03:06Versehentlich?
03:07Es gab nur noch einen Kusakenzipfel und den wollten wir teilen.
03:10Also auch das Zitronen-Creme-Bällchen.
03:12Dafür habe ich weniger von den Mockertrufeln genommen.
03:14Weniger?
03:15Hier wäre die Hälfte gewesen.
03:18Wer?
03:18Wo?
03:19Hier.
03:20Aber diese Hälfte ist dicker.
03:22Sie ist dicker als die, die ich gegessen habe.
03:24Erich.
03:25Du kannst ja gar nicht beurteilen, wie dick die Hälfte war, die nicht mehr da ist.
03:28Walter, nur lasst doch.
03:29Aber ich kann beurteilen, wie dick die Hälfte ist, die noch da ist.
03:32Offensichtlich kannst du das eben nicht.
03:33Ich bitte dich, Erich.
03:34Du hast doch darauf bestanden, dass ich den Kusakenzipfel teile.
03:37Weil ich dummerweise mit deiner Zuverlässigkeit gerechnet habe.
03:40Nein, weil du damit gerechnet hast, dass ich mir aus Höflichkeit die kleinere Hälfte nehmen würde und du dann die größere kriegst.
03:45Das ist doch aber nicht mit mir.
03:47Erich, wie kannst du so etwas sagen?
03:49Nicht mit mir.
03:50Ihr verderbt uns den ganzen Abend.
03:52Sie haben mir vom Kusakenzipfel kaum was übrig gelassen.
03:54Sie haben mir das Zitronencreme-Bällchen weggegessen und wagen es noch.
03:58Ich wage es zu behaupten, dass Sie mich übervorteilen wollen.
04:00Das ist eine bodenlose Unverschämtheit, die ich mir in dieser Form verbitten möchte.
04:04Und den zweiten Kusakenzipfel, der Herr?
04:06Na Gott sei Dank.
04:07Herr Ober, Sie werden bestätigen können, dass dies doch wohl die Hälfte von diesem Kusakenzipfel ist.
04:11Bitte?
04:12Halt, antworten Sie nicht.
04:13Sie sind durch die infame Art der Fragestellung schon beeinflusst.
04:16Die Frage ist die, wäre eine Hälfte der zwei gleichgroßen Hälften von diesem Kusakenzipfel
04:21größer als diese kleine Hälfte oder wäre...
04:24Als eine absolut gleichgroße Hälfte.
04:25Oder wäre die kleinere Hälfte...
04:27Diese gleichgroße Hälfte.
04:28...wäre diese Hälfte etwa größer als eine von den beiden gleichgroßen Hälften.
04:31Den Kusakenzipfel habe ich eben serviert und den anderen vorhin.
04:34Wohlsein, Wohlsein.
04:35Kann man hier wohl noch ein vernünftiges Gespräch führen, ohne ständig unterbrochen zu werden?
04:39Ich verbiete Ihnen, in diesem Ton mit meiner Frau zu sprechen.
04:42Dann erloffen wir uns zu gehen.
04:44Die Rechnung bitte, gestatten Sie.
04:45Bitte sehr.
04:47Man soll eben auf Campingplätzen keine Bekanntschaften machen.
04:52Sie haben uns doch zuerst angequatscht, um Sie von Ihrem besoffenen Garten loszueisen.
04:57Nein, weil Ihr sauberer Herr Gemalt, dieser Camping-Casanova hinter allem, er ist fast beinartig.
05:02Entschuldigung, benötigen Sie einen Weihnachtsmann. Ich bin Studentin.
05:05Doudalschnöpfe, Wünsallstute, Röte!
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