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  • vor 4 Monaten

+++ Vermisste Milina tot aufgefunden +++ Fahndungserfolge +++
Diebstahl in Berlin-Kreuzberg +++ Cartoon +++ Überfall
Wechselstube +++ Neue Masche Bankbetrug +++

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Transkript
00:00Willkommen an diesem Sonntagabend.
00:18Schön, dass Sie bei uns sind.
00:20Den ganzen Sommer waren wir Tätern auf der Spur und haben erzählt,
00:23wie Verbrechen aufgeklärt werden konnten.
00:25Jetzt ist wieder Ihre Hilfe gefragt.
00:27Die Polizei hofft auf Ihre Hinweise, auch bei der Suche nach diesem Mann.
00:33Er hat einen Pizzalieferdienst in Berlin überfallen.
00:36Und das auf brutale Art und Weise.
00:39Hier sieht man, wie er in die Kasse greift.
00:41Mehr dazu später in der Sendung.
00:46Wir starten heute mit einem Fall,
00:47der uns seit fast genau vier Jahren beschäftigt.
00:50Damals im September 2021 verschwand eine junge Frau aus Lückenwalde,
00:54Melina K., 22 Jahre alt, beliebt bei Freunden und Kollegen.
00:58Und niemand, der einfach so abhaut.
01:00Schnell war die Vermutung da, hier ist ein Verbrechen geschehen.
01:03Und seit Mitte August ist das auch Gewissheit.
01:06Da wurde Melinas Leiche gefunden.
01:08Dort, wo sie gefunden wurde, suchen Polizisten jetzt am Donnerstag wieder nach Spuren.
01:17Sie suchen nach Sachen, die Melina womöglich bei sich hatte,
01:21als sie in dieses Waldgebiet gebracht wurde, das Dutzende Kilometer von ihrem Zuhause entfernt liegt.
01:27Dazu Theresa Jonitz von der Staatsanwaltschaft Potsdam.
01:33Die menschlichen Überreste der vermissten Melina K. sind in Sachsen-Anhalt aufgefunden worden.
01:38Durch DNA-Analyse konnte die Rechtsmedizin die Überreste der vermissten Personen zuordnen.
01:45Zum Zeitpunkt, wann sie gefunden wurde und auch zum Fundort, sagen wir aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit nichts.
01:51Vier Jahre nach ihrem Verschwinden gibt es jetzt also Gewissheit. Melina ist tot.
01:58Hier in Luckenwalde, ihrer Heimatstadt, wurde sie am 25. September 2021 das letzte Mal lebend gesehen.
02:06Sie hatte sich am späten Abend noch mit Freunden verabredet, im Nutepark.
02:12Hier entsteht auch das letzte nur unscharfe Foto von ihr.
02:16Gegen zwei Uhr nachts verabschiedet sich Melina und erklärt, dass sie nach Hause will.
02:23Sie macht sich auch auf den Weg, kommt aber offenbar nie in ihre Wohnung an.
02:29Ihr Vater versucht sie am nächsten Tag zu erreichen, doch vergeblich.
02:35Für ihn ist sofort klar, da stimmt etwas nicht. So erzählte er es damals.
02:40Das war das erste Mal in unserem Leben so. Sie hat so nie gemacht.
02:47Dieses Video wurde kurz vor ihrem Verschwinden aufgenommen und zeigt Melina an ihrem Ausbildungsplatz zur Bürokauffrau.
02:55Kollegen erzählen damals, wie gewissenhaft sie war.
02:58Auf sie kann man sich echt verlassen.
03:00Wenn sie jetzt zum Beispiel krank war, hat sie angerufen oder in der WhatsApp geschrieben.
03:04Dass Melina verschwinden wollte, um ein neues Leben anzufangen, wird schnell ausgeschlossen.
03:10Eine Mordkommission ermittelt seit Oktober 2021.
03:16Es gibt immer wieder Suchaktionen von Freunden und der Familie in Luckenwalde und in der Umgebung.
03:22Auch von der Polizei, die mit Tauchern und Hunden nach Spuren, nach Hinweisen sucht, die das Verschwinden von Melina erklären können.
03:33Doch vier Jahre lang bleibt es erfolglos. Bis zu dem Fund im Wald.
03:38Der Fundort der Leiche liegt bei Gräfenhainichen, in der Nähe von Dessau in Sachsen-Anhalt.
03:43Doch warum wurde sie dorthin gebracht? Der Ort liegt über 80 Kilometer von Luckenwalde entfernt.
03:50Was ist Melina in ihrer Stadt zugestoßen? Das sind nur einige Fragen der Ermittler, die nach dem oder den Tätern suchen.
03:58Denn...
04:00Wir ermitteln derzeit wegen eines Tötungsdeliktes. Weitere Informationen können wir derzeit nicht bekannt geben,
04:05da vieles potenzielles Täterwissen ist und wir die Ermittlung nicht gefährden wollen.
04:09Trotzdem wird mit Fahndungsaufrufen wie diesen um ihre Mithilfe gebeten.
04:14Wem ist Melina nach dem 25. September 2021 irgendwo aufgefallen?
04:21Sie war 1,65 Meter groß. Sie trug am Tag ihres Verschwindens eine weiße Jacke, eine schwarze Lederhose und hatte eine schwarze Handtasche dabei.
04:31Zuletzt gesehen wurde sie in Luckenwalde mitten in der Stadt im Nutepark.
04:41Ist die 22-Jährige in jener Nacht zum Samstag noch jemandem begegnet und die Situation ist eskaliert? Oder ist sie doch in ein Auto gestiegen?
04:54Haben Sie in diesem Zusammenhang Wahrnehmungen gemacht? Können Sie gegebenenfalls was zu tatverdächtigen Personen sagen?
05:03Oder sind Sie vielleicht Mitwisser, Mitwisserinnen der Tat? Dann können Sie sich auch anonym an die Mordkommission der Polizeidirektion Westwenden.
05:11Wer weiß etwas über das Schicksal von Melina? Warum musste diese lebenslustige junge Frau sterben?
05:19Die Erfahrung zeigt, es gibt in solchen Fällen immer Menschen, die etwas gehört haben, die etwas wissen, die eine Vermutung haben.
05:28Bitte seien Sie mutig und informieren Sie die Polizei. Das geht wie gesagt auch anonym.
05:33Für Hinweise, die helfen den Tod von Melina aufzuklären, hat die Staatsanwaltschaft Potsdam eine Belohnung ausgelobt in Höhe von 5000 Euro.
05:40Sie erreichen die Mordkommission in Potsdam per Telefon unter Vorwahl 0331, dann die 5508 2779 oder auch über die Online-Wache bzw. per E-Mail.
05:52Alle Informationen dazu finden Sie auf unserer Täter-Opfer-Polizei-Fahndungsseite.
05:57Auch wenn wir in den vergangenen Wochen mit unserer Fahndungs-Sendung in der Sommerpause waren, die Polizei hat natürlich weiter ermittelt und das in einigen Fällen auch sehr erfolgreich.
06:10Auch dank ihrer Hilfe, dank ihrer Hinweise.
06:13Dazu gehört auch die Aufklärung eines mutmaßlichen Auftragsmordes am Alexanderplatz in Berlin.
06:19Das sind die drei, die jetzt verhaftet wurden und deshalb unkenntlich gemacht werden müssen.
06:25Mit den Bildern suchte man jahrelang nach den Männern, die für einen Mord verantwortlich sein sollen. Opfer ist der 26-jährige Edgar O.
06:34Er arbeitete 2019 am Alexanderplatz bei diesem Textildiscounter.
06:39Am Abend des 19. März hatte er Spätdienst und war gegen 22 Uhr auf dem Heimweg.
06:45Als er am Haus des Lehrers vorbei war, wurde er angegriffen und mit einer Stichwaffe schwer verletzt.
06:52Er schaffte es zwar noch, selbst die Rettung zu rufen, starb dann aber auf dem Fußweg in der Karl-Marx-Allee.
07:00Täter-Opfer-Polizei traf damals Freunde des Mannes.
07:04Der Edgar war ein richtig guter Junge. Wir sind mit ihm groß geworden.
07:08Er hat flüssiges Deutsch gesprochen, er hat ein gerades Leben gefühlt, er hat ehrliches Geld verdient.
07:13Eine Mordkommission übernahm die Ermittlungen und bat auch die Öffentlichkeit um Mithilfe.
07:19So wie bei Täter-Opfer-Polizei.
07:21Die Bilder der drei Männer wurden gezeigt, die mit dem Mordanschlag in Verbindung gebracht wurden.
07:26Danach gab es Hinweise und eine internationale Fahndung über Europol, die jetzt zu den Verhaftungen geführt haben.
07:32Zwei Männer wurden in Rumänien gefasst, einer in Lettland.
07:38Die drei zwischen 44 und 58 Jahren befinden sich in Haft und werden mit organisierter Kriminalität in Verbindung gebracht.
07:46Die Ermittlungen zum Hintergrund des Mordanschlags auf Edgar O. sind noch nicht abgeschlossen.
07:51Eine Verhaftung gab es auch in einem anderen Fahndungsfall unserer Sendung.
08:00Ein 18-jähriger Berliner wurde in seiner Wohnung in Spandau gestellt.
08:04Ihm wird zweifacher versuchter Mord vorgeworfen.
08:07Er soll am 1. Juni in Lichtenberg erst eine 19-Jährige überfallen und mit einem Messer angegriffen haben.
08:13Als dann ihre Mutter helfen wollte, wurde auch sie von dem Täter attackiert.
08:18Bilder kurz danach halten fest, wie Rettungskräfte um das Leben der beiden Frauen kämpfen, die schwer verletzt wurden.
08:26Im Juni trafen wir Thomas Behle, den Chef der 7. Mordkommission, der in diesem Fall ermittelt.
08:33Unseren Ermittlungen zufolge ist es tatsächlich eine Tat und ein Täter aus dem Nichts gewesen.
08:38Wir haben keine Anhaltspunkte dafür, dass es eine Vorbeziehung gibt.
08:40Der Angreifer konnte zwar flüchten, aber es gab dieses Phantombild von ihm, das wir jetzt auch unkenntlich machen müssen.
08:50Nach unserer Sendung gab es Hinweise.
08:53Letztendlich führten die Ermittlungen der 7. Mordkommission zu dem 18-jährigen Berliner,
08:58der als Tatverdächtiger festgenommen wurde und sich in Untersuchungshaft befindet.
09:03Die Ermittlungen unter anderem zum Motiv laufen noch.
09:06Und auch zu diesem Mann mit dem Elektroroller gab es nach einer öffentlichen Fahndung Hinweise zu seiner Identität.
09:15Er soll unter anderem nördlich von Berlin unterwegs gewesen sein, in Oranienburg, am 28. Juli vergangenen Jahres.
09:24An dem Tag wird in einem Krankenhaus in der Robert-Koch-Straße eine Geldkarte gestohlen und dann mehrmals eingesetzt.
09:32Kurz nach dem Diebstahl wird noch in Oranienburg Geld abgehoben.
09:36In Berlin geht es dann weiter. Dort werden Einkäufe bezahlt am U-Bahnhof Weinmeisterstraße und am Hauptbahnhof.
09:43Überwachungskameras zeichnen dabei den Mann auf, der mit einem Elektroroller unterwegs war.
09:50Nach unserer Sendung gab es Hinweise zu ihm.
09:53Die Ermittlungen laufen jedoch weiter, um zu klären, ob er für weitere Diebstähle verantwortlich sein könnte.
09:59In der Fahndung Kompakt heute sucht die Polizei Berlin nach einem Mann, der einen Pizza-Lieferdienst überfallen hat, und zwar abends gegen 22 Uhr.
10:11Dabei wurde ein Mitarbeiter des Geschäfts brutal geschlagen und dann weggestoßen.
10:15Wir schauen zunächst mal auf den Tatort.
10:20Der liegt in Berlin-Kreuzberg im Bergmann-Kiez, und zwar in der Arnstraße.
10:25Dort tauchte der Mann am 1. Oktober des vergangenen Jahres auf. Das war ein Dienstag.
10:30Sein Ziel war das Bargeld aus der Kasse der Filiale.
10:35Hier sieht man, wie er den Pizza-Dienst betritt und sich prüfend umschaut.
10:40Dann nähert er sich der Kasse und greift zu.
10:44Als ein Mitarbeiter ihn an der Flucht hindern will, schlägt er zu und rennt aus dem Laden.
10:49Wer kennt diesen Mann mit dem kurzen schwarzen Haar?
10:52Auffällig bei ihm die braune Steppweste mit Kapuze.
10:56Wo ist der Mann noch gesehen worden?
10:59Die Aufnahmen entstanden, wie gesagt, vor knapp einem Jahr, am 1. Oktober 2024.
11:06Ihre Hinweise dazu bitte an die Polizei in Berlin, und zwar unter Vorwahl 030 und an die 46 64 571 100 oder an jede andere Polizeidienststelle.
11:23Egal ob Sie Auto, Motorrad oder Lkw fahren, vermutlich weiß jeder noch, wie er bei der Führerscheinprüfung geschwitzt hat.
11:30Das vergisst man nicht.
11:32Wobei einige schon, denn sie haben diese Erinnerung gar nicht.
11:34Warum das so ist, erfahren Sie im Cartoon heute, im kuriosen Fall der Woche, wenn die Verwaltung kreativ wird oder Scheine gegen Scheinchen.
11:42Jonas arbeitet dort, wo man so schöne Begriffe erfindet wie Fahrerlaubnisstelle.
11:51Man könnte auch sagen, er arbeitet im Amt, wo die Führerscheine ausgestellt werden.
11:55Das macht ihn die ganze Zeit ganz gewissenhaft und widersteht all den Anfragen der netten Bürger, die ihm alles Mögliche versprechen, wenn er ihnen so einen Führerschein auch mal ganz ohne Prüfung ausstellen würde.
12:08Doch ein Bekannter kriegt Jonas irgendwie rum. Er stempelt einen Führerschein ab, für den nie Theorie und Praxis geprüft wurden. Einmal ist ja keinmal.
12:20Jonas öffnet sich nun doch diesen netten Bürgern, die auch ohne Fahrschule so einen Führerschein haben wollen.
12:27Aus der Gefälligkeit wird jetzt allerdings ein Geschäft. Den Schein gibt es ab 500 Euro aufwärts.
12:34Damit der Euro auch ordentlich rollt, wird das Team vergrößert.
12:38Bald arbeiten der Freund des Freundes und noch ein Freund mit Jonas zusammen.
12:43Die Jungs bringen frische Kundschaft, er schwingt den Stempel und unterschreibt.
12:47Das Geld wird brüderlich geteilt.
12:51Alles läuft wie geschmiert. Anderthalb Jahre lang.
12:56Inzwischen sind mehr als 100 Führerschein-Fantome unterwegs mit Fahrern, die nie eine Prüfung abgelegt haben.
13:03Und Jonas ist um viele Euro reicher.
13:0656.500 Euro hat er mit dem Nebenbeigeschäft schon eingenommen.
13:12Doch alles hat dann doch einmal ein Ende.
13:14Jemand zeigt ihn an und er landet vor Gericht.
13:19Dort gibt er sich reumütig und erklärt, das war ein Riesenfehler.
13:23Der Richter nennt es anders. Bestechlichkeit. Und zieht Jonas aus dem Stempelverkehr.
13:29Und das eben für recht lange. Jonas muss für vier Jahre und zehn Monate ins Gefängnis, eben wegen Bestechlichkeit und auch wegen Falschbeurkundung im Amt.
13:40Das eingenommene Geld muss er natürlich zurückzahlen. Auch die Komplizen wurden inzwischen verurteilt.
13:45Manchmal dauert es einige Wochen, manchmal sogar Monate, bis die Polizei mit einem Fahndungsfoto an die Öffentlichkeit gehen kann.
13:56Denn das muss am Ende ein Richter entscheiden. Auch Tatverdächtige haben Persönlichkeitsrechte.
14:01Im nächsten Fall jedoch ging das recht schnell. Ende Juni haben wir von einem Überfall auf einer Wechselstube in Berlin berichtet.
14:06Damals noch ganz aktuell ohne Fahndungsfotos. Inzwischen aber liegen sie vor und jetzt dürfen sie auch gezeigt werden.
14:17Die Bilder sind jetzt also freigegeben für die öffentliche Fahndung.
14:22Irgendwo muss der Mann wohnen. Erkennt ihn jemand?
14:26Er ist bereit, Waffen einzusetzen, seine Opfer zu fesseln und sie hilflos zurückzulassen.
14:37So wie hier in Berlin-Schöneberg, am Tatort in der Potsdamer Straße.
14:46Nach dem Raubüberfall auf die Wechselstube suchen Kriminaltechniker nach allem, was bei der Suche nach dem Täter helfen könnte.
14:54DNA-Spuren zum Beispiel. Oder Fingerabdrücke.
14:58Die Auswertung dazu ist noch nicht abgeschlossen.
15:01Fest steht aber, am 23. Juni startet der Tag in der Wechselstube erstmal wie üblich.
15:10Ein Angestellter bereitet an dem Morgen alles für die Öffnung des Ladens vor, in den Geldwährungen gewechselt oder weltweit verschickt werden können.
15:18Was dann passiert, erklärt die Polizei Berlin.
15:21Gegen 8.40 Uhr erschien bei dem Geldtransferleister in der Potsdamer Straße ein Mann, der sich als Paketbote ausgab.
15:30Der Paketbote macht auf sich aufmerksam, weiß also, dass die Ladentür noch verschlossen ist.
15:37Der Angestellte lässt ihn herein, weil er glaubt, dass etwas abgegeben werden soll.
15:42Doch plötzlich ändert sich die Situation. Der Paketbote zieht eine Waffe, so die Polizei.
15:47Wo ist die Kohle? Wo ist die Kohle? Los!
15:50Mit dieser Waffe wurde der Angestellte bedroht und in die hinteren Räume gedrängt.
15:55Dort wurde er zum Öffnen des Geldschranks aufgefordert und dann dort auch gefesselt und geknebelt.
16:02Der Täter will offenbar sicher gehen, dass er nicht gestört oder aufgehalten wird.
16:07Eine schwierige Situation für den Angestellten, der dem Mann mit der Waffe ausgeliefert ist.
16:11Der Täter kann innerhalb von fünf Minuten Geld erbeuten und damit verschwinden.
16:18Zur Höhe der Beute machen wir aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben.
16:23Aber es gibt die Bilder aus der Überwachungskamera von dem Mann, mit denen nach ihm gesucht wird.
16:28Nach dem Überfall bleibt der Angestellte gefesselt zurück, kann sich selbst befreien und die Polizei rufen.
16:37Unklar ist noch, ob der Täter auf seiner Flucht nur zu Fuß unterwegs war oder doch zu einem Auto ging, in dem womöglich ein Komplize saß.
16:46Vielleicht hat jemand etwas beobachtet, in Tatortnähe.
16:51Der Raubüberfall war in Berlin, in Schöneberg, in der Potsdamer Straße.
16:56Im Haus Nummer 138 befindet sich die Wechselstube von Western Union.
17:01Hier taucht am Montag, den 23. Juni, der Paketbote auf, gegen 8.40 Uhr.
17:07Danach verschwindet er in Richtung Kurfürstenstraße.
17:11Weiß jemand mehr zur Flucht und hat sich noch nicht bei der Polizei gemeldet?
17:17Wer ist dieser Mann, der für den Überfall verantwortlich sein soll?
17:23Wo ist er noch gesehen worden?
17:28Gut möglich, dass er nicht zum ersten Mal die Tarnung als Paketbote nutzt, um so unauffällig wie möglich an Tatorte zu kommen.
17:37Wie hier in der Potsdamer Straße.
17:40Ihre Mithilfe ist gefragt.
17:44Hinweise können helfen, den Mann zu fassen, der bereit ist, Gewalt einzusetzen.
17:52Wenn Sie wissen, wer das ist, wenden Sie sich bitte an die Polizei Berlin und nutzen diese Mailadresse.
17:58Inzwischen sind wir einiges gewöhnt an kriminellen Tricks.
18:04Immer wieder warnen wir vor Phishing-Mails, mit denen Betrüger wichtige Daten abgreifen wollen,
18:09z.B. Kontodaten.
18:11Und wir warnen auch vor Schockanrufen.
18:12Hier wollen die Täter Angst machen, Angst um Angehörige oder auch Angst um unser Erspartes und so an unser Geld kommen.
18:19Relativ neu ist die Masche, beides zu verbinden und sich dabei auch Zeit zu lassen.
18:24So eine Art Zwei-Schritt-Betrug.
18:27Leider klappt das immer wieder.
18:28Neuruppin haben sich die Betrüger diesmal ausgesucht.
18:35Hier sind sie auf der Suche nach Opfern, die sie abzocken können.
18:39So wie an jenem Mittwoch.
18:41Da bekommt ein 58-jähriger Mann einen Anruf.
18:46Die Nummer kennt er. Es ist die von seiner Bank in Neuruppin.
18:51Also geht er ran.
18:53Was dann passiert, beschäftigt auch die Brandenburger Polizei.
18:56Lars Däbel erklärt, wie die Betrugsmasche am Telefon abläuft.
19:02Ein Mitarbeiter von der Sparkasse stellte sich vor, sagte, dass die Gefahr besteht, dass das Konto gehackt wird.
19:09Er hat suggeriert, dass die Gefahr besteht, dass das Geld von den Konten abgebucht wird und er dann nicht mehr rankommt, dass es weg ist.
19:15Der Neuruppiner ist erst einmal unsicher, ob er dem angeblichen Bankmitarbeiter glauben soll.
19:21Aber die Nummer, die angezeigt wurde im Telefon, das war halt die tatsächlich offizielle Einwahl der Hauptzentrale der Sparkasse gewesen.
19:30Somit konnte man da keinen Verdacht schöpfen, zunächst erstmal. Der Mann hat Deutsch gesprochen, war freundlich.
19:36Entscheidend ist, der Anrufer hat auch Einblick auf das Konto des Mannes.
19:45Die Kontostände, die er ihm durchgesagt hat, haben tatsächlich mit denen übereingestimmt, mit dem Geld, das auf dem Konto war.
19:52Mit diesen Daten macht der Anrufer jetzt Druck und fordert vom 58-Jährigen, das Geld erstmal zur Sicherheit auf andere Konten zu transferieren.
20:03Dafür müsste er halt einfach nur die Tanz freigeben und dann wurde er aufgefordert eben zu etlichen Überweisungen.
20:11Der Neuruppiner folgt jetzt den Anweisungen, weil er tatsächlich glaubt, mit der Bank verbunden zu sein und nur so sein Geld schützen kann.
20:20Deshalb bestätigte er am Handy die Überweisungen auf ein fremdes Konto. Insgesamt 40 Mal. Mit Tanz.
20:28Die hat er durchgegeben und dann, zack, war das Geld weg.
20:32Der Betrug fliegt erst auf, als die Ehefrau des Mannes nach Hause kommt und er ihr vom Anruf erzählt.
20:39Und sie hat eine böse Ahnung gehabt, schaut aufs Konto und 45.000 Euro circa waren dann weg.
20:47So wurden die gesamten Ersparnisse des Ehepaars gestohlen.
20:52Doch wie konnte der Anrufer, der vermeintliche Bankmitarbeiter, die ganze Zeit über den Kontostand sehen?
21:00Das ist halt tatsächlich später im Rahmen der Anzeigenaufnahme bekannt geworden, dass die Ehefrau Tage zuvor eine E-Mail bekommen hat, eine sogenannte Phishing-Mail.
21:10Diese Phishing-Mail führte die Frau auf eine gefälschte Website, auf eine Seite, die so aussah wie die von ihrer Bank.
21:17Als sie dort einen Link bestätigt, sind die Täter am Ziel. Sie haben die Kontodaten.
21:24Und damit hatten sie dann Zugriff aufs Konto. Nur eben überweisen konnten sie noch nicht.
21:29Da kam jetzt der zweite Schritt dazu, den wir am Anfang hatten, der Anruf beim Ehemann.
21:36Der Neuruppiner ist einer von vielen, der so reingelegt wurde.
21:40Warum die Masche immer wieder funktioniert, erklärt Kriminalpsychologin Caroline Klemke.
21:46Dem Opfer wurde vorgetäuscht, sehr detailliert, dass das Konto gehackt worden ist.
21:53Das erzeugt Angst. Das erzeugt Hilflosigkeit. Und diese Angst und diese Hilflosigkeit zusammen erzeugt einen Handlungsdruck, tätig zu werden.
22:01Und dann bieten die Täter eben diese Handlungsmöglichkeit an.
22:05Also das Geld vermeintlich zu retten. Außerdem wird eine Telefonsoftware benutzt, um mit realen Banknummern anrufen zu können.
22:16Das erhöht die Glaubwürdigkeit. So können Täter Druck machen, um Opfern keine Bedenkzeit zu geben.
22:22Also das ist eine kriminelle Strategie, die sehr viel Scham und Schuldgefühle beim Opfer hinterlässt, die sozial sehr, sehr schädigend ist.
22:32Weil normalerweise Menschen, denen das passiert ist, anders als bei anderen Straftaten, sich oft selber die Schuld geben.
22:40Ah, ich war zu doof. Ich habe es nicht begriffen.
22:43In Wirklichkeit müssen sich diese Täter schämen, weil sie mit Absicht Menschen in eine Notsituation bringen, um die dann bewusst und manipulativ auszubeuten.
22:53Täter gehen dafür oft gut organisiert vor, so die Polizei.
22:58Grundsätzlich weiß man, dass sie oftmals in großen Gruppierungen handeln, arbeitsteilig vorgehen.
23:06Es gibt die sogenannten Anrufer, die dort die Leute sozusagen anrufen und das Geld heranholen.
23:13Dann gibt es Abholer, die zu den Banken fahren, das Geld sofort abheben, damit es auf das Konto, wo es rauftransferiert wurde, auch gar nicht wieder zurückgezogen werden kann.
23:24So ist das wohl auch beim Fall aus Neuruppin gelaufen.
23:28Denn die 45.000 Euro hat das Ehepaar nicht zurückbekommen.
23:33Die Betrüger waren mit dem Geld schon auf und davon.
23:38Und auch die Bank wird das Geld nicht zurückzahlen, weil sie hier keine Schuld trifft.
23:42Die Abbruchung wurde ja durch die Freigabe eigener TANs, eigener Transaktionsnummern ausgelöst.
23:47Deshalb bleibt als Botschaft, Ihre Hausbank wird Sie niemals, wirklich niemals um irgendeine Geheimzahl oder TAN bitten.
23:55Auch nicht um den Zugang zu Ihrem Konto. Das sind immer Betrüger.
23:58Legen Sie also auf, wenn so ein Anruf kommt, oder löschen Sie entsprechende Mails und dann passiert Ihnen und Ihrem Konto nichts.
24:05Das war's fast für heute. Es fehlt noch der Blick zurück auf unsere Fahndungsfälle an diesem Sonntag.
24:09Hier kommt unsere Zusammenfassung.
24:13Sie wurde jahrelang vermisst, die junge Frau aus Luckenwalde.
24:18In einem Waldgebiet ist nun ihre Leiche gefunden worden.
24:21Doch wer ist für Melinas Tod verantwortlich?
24:23Für den entscheidenden Hinweis auf den oder die Täter gibt es eine Belohnung von 5000 Euro.
24:30Dieser Mann mit dem Rucksack wird für einen Überfall auf einem Berliner Pizzalieferdienst verantwortlich gemacht.
24:36Die Bilder einer Überwachungskamera zeigen, wie er in die Kasse greift und Bargeld einsteckt.
24:41Wer erkennt ihn?
24:42Gesucht wird auch dieser Mann. Er gibt sich als Paketbote aus, zieht dann eine Waffe und fesselt den Angestellten einer Wechselstube in Berlin-Schöneberg.
24:52Der Täter verschwindet dann mit Geld.
24:54Diese beiden Bilder gibt es von dem Mann. Wer ist das? Wo hat er es noch versucht?
24:58Wer kann jetzt helfen? Sie erreichen die Polizei auch per E-Mail oder über die Online-Wache in Berien und in Brandenburg.
25:07Alle Kontakte, alle Fakten zur Sendung finden Sie ebenfalls online und zwar auf unserer Täter-Opfer-Polizei-Fahndungsseite.
25:14Danke fürs Zuschauen heute. Nächsten Sonntag geht es ja weiter mit ungeklärten Verbrechen, mit neuen aktuellen Fahndungsfällen.
25:20Bis dahin alles Gute. Und jetzt kann ich es ja wieder sagen, achten Sie auf Ihr Handgepäck.
25:24Und wenn Sie mögen, gerne auch auf unsere neue Podcast-Folge. Die ist ab heute online.
25:32Im Visier. Verbrecherjagd in Berlin und Brandenburg. Das ist der rbb-Crime-Podcast.
25:39Elvira Siebert und Uwe Madl beleuchten wahre Kriminalfälle aus der Region und deren Hintergründe.
25:45Diesmal geht es in den Norden Brandenburgs, in die Uckermark. Dort telefoniert im Februar 2009 eine Mutter mit ihrem Sohn.
25:54Doch plötzlich bricht sie das Telefonat ab und verschwindet spurlos. In einem Fluss wird später ihre Leiche gefunden.
26:02Ein 54-Jähriger steht dann vor Gericht. Ein Handwerker, der zwar die Frau kannte, doch warum sollte er sie umbringen?
26:10Was der Schaden an einer Heizung damit zu tun hat, erfahren Sie im Podcast Im Visier.
26:17Zu finden in der ARD Audiothek und überall, wo es Podcasts gibt.
26:22ARD Audiothek undéismetern
26:24An Wave 2

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