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  • vor 6 Monaten
Im schwedischen Västerås will der Stadtrat eine russisch-orthodoxe Kirche in der Nähe einer Militärbasis enteignen. Der Grund: Spionagevorwürfe. Tatsächlich wirkt an der Kirche so Einiges ziemlich seltsam.

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Transkript
00:00Die Kirche der heiligen Mutter Gottes von Kazan glänzt hell im Wald der Stadt Westeros in Schweden.
00:07Aber manche sagen, dass sie eine dunkle Seite habe.
00:10Sie werde finanziert von der russischen Atombehörde Horsatom.
00:14Sie gehöre zudem zur russisch-orthodoxen Kirche in Moskau, die den Krieg in der Ukraine aktiv unterstützt.
00:20Und sie unterstehe einem wegen Finanzbetrugs verurteilten Priester, der selten in der Öffentlichkeit zu sehen ist.
00:26Sie ist definitiv ein Instrument für russische Einflussnahme im Ausland.
00:32Der Journalist Patrick Oxanen warnt seit Jahren vor der Kirche.
00:37Das perfide ist, dass eine Kirche einen Bereich darstellt, der vor Spionageabwehr geschützt ist.
00:46Nach schwedischem Recht ist es den Behörden nicht gestattet, Kirchen abzuhören.
00:50Er und ein Kollege veröffentlichten ihre Recherchen erstmals 2019, als die Bauarbeiten begannen.
01:00Das machte einigen Beamten der Stadt die strategische Bedeutung des verkauften Grundstücks bewusst.
01:05Eine der längsten Start- und Landebahnen Schwedens, die für Militärübungen genutzt wird, liegt nur etwa 300 Meter entfernt.
01:12Auch wichtige Industriezentralen, ein Krankenhaus und ein Hafen befinden sich in der Nähe.
01:16Doch 2019 konnte die Stadträtin Elisabeth Nell nicht genügend Unterstützung für einen Baustopp gewinnen.
01:23Mit dem Ukraine-Krieg im Jahr 2022 änderte sich die Einstellung.
01:28Ich dachte, wir müssen etwas tun.
01:31Die Verbindung zum Kreml ist stark und dann sollte die Kirche nicht 300 Meter vom Flughafen entfernt sein.
01:35Ihre Initiative, die Kirche dazu zu bringen, das Grundstück zurückzuverkaufen und einen neuen Standort zu finden, wurde im Juni dann einstimmig vom Stadtrat unterstützt.
01:47Die Stadt bemüht sich nun um eine Genehmigung der Nationalregierung.
01:51Im vergangenen Jahr strich die zuständige schwedische Behörde der Kirche finanzielle Mittel, nachdem sie vom Geheimdienst gewarnt worden war.
01:58Die Kirche werde genutzt, Zitat, für die Sammlung von Informationen und andere sicherheitsgefährdende Aktivitäten.
02:08Unsere Entscheidungen beeinträchtigen nicht ihr Recht, ihre Religion auszuüben.
02:13Das können sie in Schweden weiterhin frei tun.
02:15Aber wenn der Staat ihnen Zuschüsse gewähren soll, dann müssen sie sich natürlich an die Werte des schwedischen Staates halten.
02:21Der russische Botschafter Sergej Beljaev sagt, die Entscheidung des Stadtrats spiegle eine antirussische Kampagne wider und diskriminiere Gläubige.
02:31Es war nicht ihre Entscheidung, wo die Kirche gebaut werden sollte, das wurde ihnen vorgegeben.
02:40Orthodoxe Gläubige aus verschiedenen Teilen Schwedens kommen hierher.
02:43Es ist die einzige Kirche der russisch-orthodoxen Gemeinde in Schweden.
02:47Zur Kirche gefragt, wollten Nachbarn nicht namentlich genannt werden.
02:55Ich finde, sie sollten nicht hier sein. Sie können eine Kirche haben, damit habe ich kein Problem, aber nicht hier.
03:01Hier ist es strategisch zu wichtig, um eine Kirche zu haben.
03:05Wir sind zum Sonntagsgottesdienst hergekommen, in der Hoffnung, dass jemand aus der Kirchenleitung nach mehreren Anfragen bereit sein würde, mit uns zu sprechen.
03:14Aber das ist nicht passiert. Die meisten Gläubigen schauten uns kaum an.
03:19Ein Mann machte Gesten, dass wir gehen sollten. Eine russischsprachige Frau nannte uns Spione.
03:23Nur ein junger Mann war bereit, mit uns zu sprechen.
03:28Wir verschleiern seine Identität, da er unter 18 Jahre alt ist.
03:32Er sagte, er sei stolz darauf, die Kirche zu besuchen und zu verteidigen und hoffe, dass die Enteignungsbemühungen scheitern.
03:39Wenn sie diese Kirche ablehnen, wenden sie sich von den Menschen in ihrer Stadt ab.
03:45Aber es scheint, als hätte unser Gespräch die Kirche dazu gebracht, sich abzuwenden.
03:50Nach dem Gespräch mit der DW durfte der junge Mann nicht mehr eintreten.
03:54Vorfälle wie dieser könnten Sorgen verstärken, was sich hinter diesem Zaun abspielt.
03:59Was auch immer es ist, die Stadt Westeros ist zuversichtlich, dass es hier nicht mehr lange so weitergehen wird.
04:05Was auch immer es ist, die Stadt Westeros ist zuversichtlich, dass es hier nicht mehr lange so weitergehen wird.
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