00:00Nach dem desaströsen Ergebnis bei der Wien-Wahl ist Markus Fiegl erst nach CM-Ringen in den Parteigremien zum neuen, vorerst geschäftsführenden Wiener ÖVP-Chef gekürt worden.
00:10Fiegls Ernennung wurde zur Zitterpartie, nachdem mit Daniel Resch aus Döbling ein weiterer Bezirksvorsteher in den Ring gestiegen war.
00:18Schließlich einigte man sich bei einer Präsidiumssitzung darauf, dass Fiegl Parteichef wird und Resch amtsführender Stadtrat.
00:24Ich glaube, dass es eine gute Diskussion war in diesem Gremium selber, im Parteipräsidium.
00:32Man muss halt dazu sagen, auch ich persönlich hätte jetzt nicht damit gerechnet, dass wir unter 10 Prozent sind.
00:39Also das war halt für uns alle schon eine Enttäuschung, aber auch eine Überraschung.
00:46Und ich glaube, dass es wichtig war, dann auch schnell zu sagen, was oder wie wollen wir da jetzt auch weiter vorgehen.
00:57Deswegen war es wichtig, in dieser Sitzung auch zu einem Ergebnis zu kommen.
01:01Und wenn man sich die Sitzung selber anschaut, also das war eine wirklich gute Diskussionskultur, die wir da hatten.
01:07Es gab keine einzige Wortmeldung, die irgendwie gehässig oder sonst irgendwas war, sondern es war einfach die Frage,
01:12wie wollen wir jetzt weiter vorgehen. Und diese Frage haben wir jetzt auch unmittelbar beantwortet im Rahmen dieser Sitzung.
01:21Der Bezirksvorsteher der inneren Stadt sieht keine Gräben- bzw. Spaltung in der Partei.
01:26Ich glaube, es war halt dann einfach, muss ich ganz offen sagen, in dieser Dynamik dieser paar Stunden vom Wahlergebnis bis hin zum nächsten Tag,
01:35dass sich das so ergeben hat.
01:36Aber ich glaube, es ist für eine Partei auch nichts Schändliches, wenn sich die zwei Personen beide dafür interessieren,
01:45etwas zu machen in und für die Wiener Volkspartei, die beide sehr erfolgreich als Bezirksvorsteher diese Wahl abgeschlossen haben.
01:54Und das ist, glaube ich, etwas sehr, sehr Positives für die Wiener Volkspartei insgesamt,
01:58dass es einfach Menschen gibt, die sagen, ja, ich möchte da gerne mitarbeiten.
02:01Und ich kann nur sagen, ich habe immer ein gutes Verhältnis zum Daniel Resch gehabt.
02:06Wir haben auch im Laufe dieser Sitzung in einer Sitzungsunterbrechung ein Vier-Augen-Gespräch geführt, ein längeres.
02:13Und ich glaube und meine, hoffe auch, dass dieses Verhältnis auch weiterhin ein sehr gutes bleiben wird.
02:18Dass er nun nicht ins Rathaus einzieht, sondern Bezirksvorsteher der inneren Stadt bleibt, verteidigt Fiegl.
02:24Ich habe mich dazu entschlossen, ganz bewusst Bezirksvorsteher der inneren Stadt zu bleiben.
02:28Das ist das, worum ich mich ja auch in den letzten Wochen wieder beworben habe.
02:34Und die Menschen haben ja auch mit ihrem Wahlergebnis zum Ausdruck gebracht, dass sie das gerne haben möchten.
02:40Und der Bezirksvorsteher ist einfach eine Tätigkeit, wo man nahe an den Menschen ist.
02:44Und ich glaube, dass das ganz, ganz wichtig ist für die Politik.
02:47Und es ist auch eine Möglichkeit, wirklich etwas zu machen und umzusetzen.
02:53Und ich glaube, dass das auch die DNA der ÖVP ist, dass wir etwas umsetzen wollen, dass wir tatsächlich etwas machen und bewegen wollen.
03:00Und das ist die Möglichkeit des Bezirksvorstehers.
03:03In der Stadtregierung wird der Volkspartei das allerdings verwehrt bleiben.
03:06Denn derzeit stehen die Zeichen klar auf eine Fortsetzung der SPÖ-Neos-Koalition.
03:12Was Fiegl jetzt nicht sehr überrascht.
03:14Weil der Herr Bürgermeister hat ja einen Wahlkampf geführt in den letzten Wochen und Monaten, wo er diese Koalitionsform gelobt hat.
03:22Und man hat ja auf den Wahlplakaten der NEOS gesehen, das war ja schon fast eine Ergebenheitsadresse im Laufe des Wahlkampfs,
03:29dass diese zwei Parteien miteinander auch wollen.
03:34Für uns war es wichtig, einfach diese Sondierungsgespräche auch ernsthaft zu führen.
03:38Und ich kann das nur sagen, von beiden Seiten jetzt, die sich getroffen haben,
03:42dass wir wirklich viel über Inhalte diskutiert haben und dass das sehr ernsthafte Gespräche waren von allen Seiten.
03:48Das Wahlergebnis selbst beurteilt Fiegl als sehr schmerzhaft und enttäuschend und soll nun analysiert werden.
03:54Ich glaube auch, dass wir als Wiener Volkspartei und so mit den Leuten, mit denen ich auch spreche,
04:00diesen Weckruf, wenn ich das so nennen darf, der Wählerinnen und Wähler wirklich verstanden haben,
04:06dass wir nicht so weitermachen können, sondern dass wir hier wirklich auch diese Neuaufstellung brauchen.
04:12Wenn man so knapp über 20 Prozent und dann unter 10 Prozent landet,
04:17dann ist das natürlich sehr schmerzhaft und sehr enttäuschend.
04:20Da muss man natürlich auch strukturell sich neu aufstellen.
04:24Es ist eben hin bis zum Landesparteitag und dann in weiterer Folge auch die Frage stellen,
04:29wohin soll sich Wien entwickeln und welchen Beitrag soll die Wiener Volkspartei dazu leisten.
04:34Und ich glaube, wenn wir diese Fragen wirklich beantworten können,
04:37dann werden wir auch gute Wahlergebnisse haben.
04:40Die offizielle Wahl von Fiegl zum Parteischiff soll dann im Herbst bei einem Landesparteitag stattfinden.
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