00:00Seit einem Jahr wildet die israelische Armee im Gaza-Streifen.
00:05Die große Mehrheit der Menschen dort wurde aus ihren Häusern vertrieben.
00:09Zigtausende sind verletzt, ermordet, liegen unter Trümmern begraben.
00:14Ein Ende ist nicht in Sicht.
00:16Auch der historische Beschluss des Internationalen Gerichtshofs vom 26. Januar 2024,
00:23der aufgrund der Klage Südafrikas gegen Israel zu dem vorläufigen Ergebnis gelangte,
00:29dass im Gaza-Streifen plausible Anhaltspunkte für einen Völkermord an Palästinenserinnen vorliegen,
00:37hat nicht geholfen, diesen zu stoppen.
00:41Oh, das ist ja nicht so kalt.
00:43Entschuldigung.
00:44Sieht brennend aus.
00:45In den Augen läuft das Morden weiter gewissermaßen im Livestream.
00:50Dieses Morden, dieser vom Internationalen Gerichtshof in den Haaren fast plausibel erklärte Völkermord,
00:58beginnt hier in Lübeck und an all den anderen Orten in diesem Land,
01:04in denen Rüstungsunternehmen sich an diesem Völkermord profitsträchtig beteiligen.
01:10Warum Lübeck?
01:12Das Lübecker Unternehmen Lubecca Marine Germany muss irgendwo da hinten liegen,
01:18weil der hat die Polizei schon abgesperrt.
01:20Dieses Unternehmen ist Eigentümer des Frachters MS Katrin,
01:25der am 31. Juli 2024 den Hafen von Haiphong in Vietnam verließ,
01:32beladen mit acht Containern die Sprengstoffen RDX Hexogen enthalten,
01:39im Auftrag der israelischen Waffenfirma Israel Weapon Industries.
01:44Die Ladung soll in Kuba in Slowenien entladen werden,
01:48von wo aus sie an Bord eines anderen Schiffes oder eines Flugzeuges nach Israel gebracht werden soll.
01:56Nach internationalem Recht sind Verkauf, Kauf und Transzid von Waffen nach Israel illegal.
02:04Besteht doch die Gefahr, dass sie oder Güter mit doppeltem Verwendungszweck
02:09im Rahmen der israelischen Gräueltaten in Gazastreifen eingesetzt werden.
02:14Für die Bundesrepublik Deutschland erwächst daraus die Verpflichtung,
02:19derlei Tätigkeiten zu unterbinden.
02:22Es liegt in der Verantwortung der Bundesregierung als Aufsichtsbehörde,
02:27Unternehmen, die in Deutschland registriert sind oder dort ihren Hauptzins haben,
02:32für die Einhaltung des internationalen und deutschen Rechts in Rechenschaft zu legen.
02:37Und das gilt auch für das Unternehmen Lubecka Marine Germany hier in Lübeck.
02:42Die Bundesregierung schweigt, dass nichts Neues endet.
02:46Nicht nur zivilgesellschaftliche Organisationen.
02:49Und ich verlese einfach nochmal die Länder, in denen das passiert.
02:52In Malaysia, in Angola, Namibia, Portugal, Frankreich, Niederlande, Montenegro, Slowenien und auch hier.
03:01Die alle lassen nicht locker und haben unter der Parole block the boat dafür gesorgt,
03:08dass dies auch weiterhin geschieht, dass die MS Katrin ihre tödliche Ladung nicht los wird.
03:15Wir alle sind Zeugen und Zeuginnen eines plausiblen Völkermords und erheben lautstark und effektiv unsere Stimmen
03:23gegen Komplizenschaft der Bundesregierung, gegen Unternehmen wie Lubecka Marine,
03:28gegen all diejenigen, die diesen plausiblen Völkermord ignorieren, davon profitieren,
03:34die uns in unseren Grundrechten beschneiden, uns kriminalisieren, zum Schweigen bringen wollen.
03:41Aber wir werden nicht schweigen.
03:43Wir erinnern deutsche Geschichte.
03:45Den Völkermord an den Herero und Nama, an den Armenierinnen und Armeniern,
03:51an den Sinti und Roma, den Juden und Jüdinnen.
03:54Völkermorde, die durch Deutschland und mithilfe deutscher Unternehmen ausgeführt
03:59oder mit ihrer Unterstützung ermöglicht und durchgeführt wurden.
04:03Es reicht. Es reicht schon lange.
04:06Nie wieder ist jetzt. Und nie wieder meint alle.
04:11Danke.