00:00Meine sehr geehrten Damen und Herren, zunächst einmal gilt es Ihnen gerade jetzt in den Stunden das Beileid den Angehörigen auszudrücken.
00:09Ein Feuerwehrmann ist gestern im Einsatz gestorben.
00:11Wir fühlen mit der Familie, mit den Angehörigen und vor allem auch mit den Feuerwehrkameraden, die zutiefst betroffen sind.
00:18Es ist gleichzeitig auch eben, wie man sieht, zutiefst beeindruckend, wie stark das freiwillige Feuerwehrwesen hier im Katastrophenschutz dient
00:27und die Menschen bereit sind mit vollem Einsatz und eben auch, wie gefährlich es sein kann, wenn man in die Einsätze geht.
00:33Heute bei der Koordinierung wieder hier den Informationen, wie jetzt tatsächlich die Katastrophenlage sich darstellt,
00:40sieht man, dass nach wie vor die Lage sich in Niederösterreich weiter zuspitzt.
00:44Es gibt hier große Druckpunkte, wo gegen die Wassermassen auf der einen Seite gekämpft wird
00:49und auf der anderen Seite auch gegen die Sturmschäden und den Sturm an sich.
00:52Es ist sehr beeindruckend, wie das Zusammenwirken aller Bundesländer derzeit agiert wird und auch funktioniert.
00:58Das heißt, es werden zusätzliche Hilfskräfte aus den Bundesländern nach Niederösterreich zugeführt von der Freiwilligen Feuerwehr her.
01:05Es gibt eine enge Abstimmung mit dem Roten Kreuz, mit allen Blaulichtorganisationen, Arbeiter-Samariter-Bundes.
01:10Es sind so viele, die helfen und bereit sind, dazustehen und auch vor allem aus ihren eigenen Ressourcen weiter Hilfe zu geben, weil sie nicht so betroffen sind.
01:19Die Lageentwicklung bleibt weiter angespannt.
01:21Die Meteorologen sagen, dass erst Mitte der Woche eine Entspannung tatsächlich auch meteorologisch,
01:26also durch die Regenfälle, die dann abklingen, sich darstellen wird.
01:29Bis dahin gilt es vollen Einsatz zu leisten.
01:31Das österreichische Bundesheer, die österreichische Polizei stehen den Rettungskräften in vielen Bereichen zur Verfügung.
01:37Heute war es sogar schon so dramatisch, dass das Bundesheer mit einer Seilbergung mit dem Black Hawk auch Polizistinnen und Einsatzkräfte gerettet hat.
01:44Also man sieht, wie gefährlich der Einsatz tatsächlich ist, aber wie wichtig das Zusammenwirken der Einsatzorganisationen ist.
01:50Ich werde jetzt im Anschluss auch den Einsatzstab in Tulln besuchen, da Niederösterreich am stärksten betroffen ist,
01:56mit meinem nationalen Sicherheitsberater und auf dem Weg dorthin über die Lageentwicklung an sich auch den Herrn Bundespräsidenten informieren.
02:03Was ist jetzt der Appell an die Bevölkerung? Es geht noch weiter bis Dienstag. Wie soll man sich hier am besten verhalten?
02:09Den Anweisungen der Behörden Folge leisten, die Warnungen ernst nehmen.
02:14Es wurde auch Vorsorge getroffen, dass die Kinder zum Beispiel entschuldigt sind, wenn sie jetzt nicht in die Schulen gehen können, genauso Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
02:20Denn die Freiwillige Feuerwehr lebt ja auch von dem Einsatz vieler Mitarbeiter, die sonst woanders gebraucht werden.
02:26Hier ist auch im Schuldienst, im öffentlichen Dienst wird Vorsorge getroffen, dass diese Mitarbeiter entschuldigt sind, wenn sie nicht da sein können,
02:32eben weil sie im Einsatz sind oder weil der Weg an den Dienst dort oder in die Schule zu gefährlich ist.
02:37Können Sie ein bisschen eine Größenordnung nennen? Wie viele Einsätze aus der Luft hat es mittlerweile gegeben?
02:41Inwieweit spielt der Sturm oder der Winter dann auch noch eine Rolle? Wie gefährlich sind diese Einsätze? Was ist da derzeit?
02:46Nein, derzeit sind insgesamt 2.400 Soldatinnen und Soldaten einsatzbereit vom österreichischen Bundesheer,
02:52um diese Assistenz zu den wirklich hunderten Feuerwehrleuten zu leisten.
02:56Feuerwehrfrau und Mann sind sozusagen jetzt Stunden schon im Einsatz, sie brauchen auch Ablösen und Verstärkung.
03:022.400 Soldatinnen und Soldaten stehen dafür bereit.
03:05Jetzt kommt dann der nächste Schritt, in Niederösterreich werden ca. 1.000 eingesetzt.
03:09Und dann geht es darum, wo die jeweiligen Landeskatastrophenstellen in anderen Bundesländern ebenfalls die Einsätze in Anspruch nehmen.
03:15Das heißt, es ist Vorsorge getroffen worden und es gibt diese Unterstützung eben nicht nur zu Lande.
03:19Zum Beispiel wird das Rote Kreuz auch unterstützt mit geländegängigen Fahrzeugen von Seiten des Bundesheeres, sondern eben auch aus der Luft aus.
03:25Wie ist die Stromversorgung derzeit? Wir sehen da ein bisschen Übersicht, stromlos, regional eingeschränkt.
03:30Wie erschwert es die Zusammenarbeit und wie viele Gebiete sind da mittlerweile betroffen?
03:33Nein, es ist eine umfassende Katastrophe. Das heißt also tatsächlich, dass es Stromausfälle gibt,
03:38dann gibt es auch Erreichbarkeitsausfälle unter Umständen der Infrastruktur.
03:42Derzeit ist es so, dass aber auch bei den Polizeieinspektionen nach wie vor gewährleistet ist, dass diese erreicht werden können.
03:47Es wird jetzt länger brauchen, die Schäden an sich zu beheben, aber auch hier gibt es ein starkes Zusammenwirken aller Kräfte,
03:53auch von Seiten der Telekommunikation, weil das ist wichtig, dass Verbindung gehalten werden kann.
03:57Und es gibt leider in der Steiermark, natürlich in NÖ und anderen Bundesländern nach wie vor Haushalte, die ohne Strom sind.
04:03Hier kämpfen die Energieversorger darum, dass sie rasch auch zu den Störbetroffenen Sendemasten
04:09beziehungsweise Elektroleitungen vordringen können, um hier Verbesserung herbeizuführen.
04:14Der Sturm erschwert das noch. Wenn der Sturm abklingt, gehen auch diese Reparaturarbeiten dann leichter und schneller.
04:19Es wurde ja eigentlich schon seit Montag gewarnt, dass dieser Sturm so heftig ausfallen könnte.
04:24Würden Sie sagen, dass man da richtig vorbereitet war, beziehungsweise wenn man sich darauf überhaupt richtig vorbereiten kann?
04:30Also das Ausmaß, was tatsächlich getan werden konnte, um sich vorzubereiten, ist geleistet worden.
04:35Die freiwilligen Feuerwehren waren vorzeitig alarmiert, haben sich auf diesen Einsatz gut vorbereitet.
04:40Die Rettungsorganisationen, das österreichische Bundesheer hat schon Vorlage geleistet und auch Soldatinnen und Soldaten eben darauf vorbereitet,
04:47dass es jetzt zu Einsätzen kommen kann. Eine Katastrophe ist tatsächlich immer in der Wirkung heftig.
04:52Jetzt geht es darum, die Schäden rasch sozusagen tatsächlich zu beheben.
04:56Menschenleben zu retten steht jetzt im absoluten Vordergrund.
04:59Nach dem Menschenleben retten, Schäden beheben, das ist jetzt die Katastrophenbewältigung, die ansteht.
05:04Aber wirklich nochmals ein großes Danke an alle freiwilligen Einsatzkräfte, an alle, die jetzt in dieser Katastrophe arbeiten,
05:10sei es vom Bundesheer, von der Polizei, von der Feuerwehr, vom Roten Kreuz, vom Arbeiter-Samariter-Bund, die Gemeinden, die Bauhöfe,
05:16die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, die hier jetzt die Katastrophenmanager vor Ort sind bei den betroffenen Gemeinden.
05:22Die Menschen müssen wissen, wir lassen sie nicht alleine.
05:25Auch von Bundesseite her, die Bundesmittel werden zur Verfügung gestellt, die notwendig sind, um diese Katastrophe zu bekämpfen.
05:31Werden die Mittel ausreichen?
05:37Es gibt ganz klar von uns die Garantie, sollten die Mittel nicht ausreichen, werden sie erhöht.
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