Zum Player springenZum Hauptinhalt springen
  • vor 2 Jahren
In dieser Ausgabe von Brüssel, meine Liebe? diskutieren Stefan Grobe und seine Gäste die Auswirkungen der Wahlen in Frankreich und Großbritannien und das Reiseverhalten der Europäer in diesem Sommer

Kategorie

🗞
News
Transkript
00:00Hallo und herzlich willkommen zu Brüssel, meine Liebe,
00:16unserer wöchentlichen Talkshow aus dem Herzen Europas.
00:19Ich bin Stefan Grobe und ich freue mich, dass Sie heute eingeschaltet haben.
00:23Unsere Themen.
00:25Nach der Krise das Chaos.
00:27Bei den Parlamentswahlen in Frankreich stoppten die Wähler den erwarteten Rechtsrutsch
00:32und stärkten überraschend die Linke und die Zentristen von Staatspräsident Macron.
00:37Das Land steht nun vor einer komplizierten Regierungsbildung.
00:41Wie wird das Ergebnis in Brüssel gesehen?
00:43Wie reagieren Wirtschaft und Finanzmärkte?
00:46Und klare Verhältnisse nach historischem Linksrutsch.
00:50In Großbritannien straften die Wähler die Konservativen nach 14 Jahren böse ab.
00:56Kirstamers Labour-Partei verfügt im Unterhaus fast über eine Zweidrittelmehrheit
01:00und könnte nach Belieben schalten und walten.
01:03So soll der Brexit zum Funktionieren gebracht
01:06und eine freundschaftliche Hand nach Brüssel ausgestreckt werden.
01:10Wie könnte dies aussehen?
01:11Kann Londons Isolierung in Europa beendet werden?
01:15Fragen an unsere heutigen Gäste und zwar
01:17Klaus Welle, ehemaliger Generalsekretär des Europäischen Parlaments,
01:21jetzt Vorsitzender des Akademischen Rats des Wilfried-Martin-Zentrums.
01:26Katrin Priebill, Brüsseler Korrespondentin der Augsburger Allgemeinen und anderer Regionalzeitungen.
01:32Und Philipp Lausberg, politischer Analyst beim European Policy Center in Brüssel.
01:37Nochmals herzlich willkommen an Sie alle.
01:39Bevor ich allerdings zu Ihnen komme, schauen wir einmal auf das,
01:42was Brüssel diese Woche am meisten bewegt hat.
01:48Wie es in Frankreich weitergeht, ist ungewiss.
01:51Die Parlamentswahlen warfen mehr Fragen als Antworten auf.
01:56Die Gewinner waren überraschend das Linksbündnis und Macrons Zentristen.
02:00Die Rechtspopulisten von Marine Le Pen wurden nur Dritte.
02:04Da niemand eine Mehrheit hat, befindet sich Frankreich auf unbekanntem Koalitionsterrain.
02:09Zwar wartet Präsident Macron sein Gesicht,
02:11doch seine Fraktion verlor in der Nationalversammlung ein Drittel ihrer Sitze.
02:15Nun erscheint eine Koalition mit der Linken als wahrscheinlichste Lösung.
02:19Die siegreiche neue Volksfront versprach mehr Sozialausgaben und eine Rücknahme der Rentenreform.
02:25Ungeachtet aussuchender Defizite.
02:30Damit sind Konflikte mit Macron fortprogrammiert.
02:33Was bedeutet das für die Stabilität in Europa?
02:40Ja, geben wir die Frage einmal gleich weiter.
02:42Was bedeutet die politische Unsicherheit in Frankreich für die Stabilität Europas, Herr Welle?
02:49Also ich glaube, zunächst einmal war jeder sehr erleichtert,
02:52dass die Möglichkeit einer rechtsextremistischen Übernahme der Regierung in Frankreich,
02:57dass das jetzt ausgeschlossen ist.
02:59Aber damit ist das Problem nicht zu Ende.
03:01Es gibt immer noch das Problem der Instabilität.
03:03Also wer kann überhaupt eine stabile Regierung bilden?
03:06Und hinzu kommt, dass die Linke die relativ stärkste geworden ist.
03:11Ein Wahlprogramm vorgelegt hat, was zu dramatischen Mehrausgaben führt.
03:16Und heute schon hat Frankreich eine Neuverschuldung von 5% und eine Gesamtverschuldung von 112%.
03:23Das heißt, sehr sehr hoch und da kann man nicht mehr einfach noch Schulden draufsetzen.
03:29Wie kann das abfärben, Herr Lausberg, auf Europa?
03:32Worin steht die Wahl?
03:34Man sagt immer, es gefährdet die Stabilität.
03:36Oder sagen wir mal, die Franzosen müssen damit leben.
03:39Das geht uns nichts an.
03:41Wie könnte das aber doch uns angehen?
03:43Also es ist ja nun mal so, dass wir alle den Euro haben.
03:46Und wir haben das ja auch in der Staatsschuldenkrise gesehen mit Griechenland
03:50und mit anderen Ländern um 2010 bis 2015 rum,
03:54dass zu viel Schulden und auch das Brechen der Maßkriterien der Schulden- und Defizitregeln
04:01schwerwiegende Auswirkungen haben kann auf die Stabilität des Euros.
04:05Und es kann eben auch, falls jetzt Frankreich das Vertrauen der Märkte verlieren sollte,
04:11indem es weiter Schulden macht, indem es weiter die Regeln bricht,
04:14also mehr als 60% Schulden insgesamt und 3% Defizit pro Jahr,
04:19dass das wirklich dann zu erhöhten Zinsen führt,
04:24die dann sich auch auf andere Länder übertragen könnten
04:27und uns wieder in eine Art Euro-Krise schlittern lassen könnten.
04:30Auf andere Länder übertragen, Frau Bribil, sehen Sie das auch, diese Gefahr?
04:34Ich glaube, das ist erstmal auch politisch zu bewerten.
04:37Also natürlich hat das Auswirkungen auf die Finanzmärkte,
04:40aber ich glaube auch, dass Emmanuel Macron jetzt viel schwächer dasteht,
04:44auch innerhalb der EU einfach.
04:46Er hat im Grunde keine Mehrheit, oder er hat keine Mehrheit mehr,
04:51war schon davor schwierig, Dinge durchs Parlament zu bekommen,
04:54jetzt im Grunde unmöglich.
04:56Ich glaube, dass das einfach auch ein Problem ist dann im Kreis der 27 Mitgliedstaaten,
05:02wo im Grunde dann natürlich Frankreich mit Deutschland
05:06eigentlich immer so den Motor dargestellt haben.
05:09Und wenn jetzt ein geschwächter Macron nach Brüssel kommt,
05:12ich weiß nicht, wie sich das dann auch langfristig auf die EU auswirken kann.
05:16Olaf Scholz ist auch nicht der Schlimmste im Saal.
05:19Wir wollen uns noch einmal das Ergebnis der Wahlen
05:22zur Nationalversammlung in Erinnerung rufen.
05:25Hier ist es, die meisten Stimmen hat das Linksbündnis bekommen,
05:29gefolgt von Macrons Zentristen und den Rechtspopulisten vom Rassemblement National.
05:35Abgeschlagen auf Platz 4 hier in hellblau,
05:38die früheren Gaullisten, die Christdemokraten,
05:43die Partei von Jacques Chirac und Nicolas Sarkozy.
05:47Mit einer solchen Situation ist Frankreich noch nie konfrontiert worden.
05:52Es hat zwar Koalition gegeben, aber das war eine andere Situation.
05:57Kann die politische Klasse in Frankreich jetzt etwas zustande bringen,
06:02was der politischen Kultur nach eigentlich gar nicht möglich ist,
06:07bisher gar nicht möglich war, Herr Welle?
06:09Also seit 1958 gibt es ja die aktuelle Republik
06:13und seitdem mussten Parteien auf der rechten und auf der linken
06:17nicht mehr miteinander kooperieren.
06:19Auch auf der lokalen Ebene nicht, auch auf der regionalen Ebene nicht.
06:23Das heißt, es gibt keine Kultur der Kooperation.
06:26Jetzt gibt es aber keine Alternative dazu,
06:29weil ansonsten gibt es keine stabilen Mehrheiten für Frankreich
06:33und für ein Jahr lang kann man auch keine Neuwahlen ausrufen.
06:36Also man muss jetzt zusammenkommen und in der letzten Woche
06:39hat ja Präsident Macron mit einem Brief mitgeteilt,
06:42dass niemand diese Wahl gewonnen hat und er jetzt erwartet,
06:45dass die Kräfte, die die Republik unterstützen, in der Tat zusammenarbeiten
06:49und sich verständigen, wie man das in Deutschland auch tun würde.
06:52Sozusagen eine super große Koalition, Koalitionsvertrag,
06:56Abstriche müssen natürlich gemacht werden,
06:59aber es gibt nach wie vor eine demokratische Mehrheit in Frankreich,
07:03ohne die beiden Extreme.
07:05Deutschland hat natürlich kein Präsidialsystem.
07:09Aber Macron hat ja auch gesagt, wir brauchen ein bisschen Zeit.
07:14Ist jetzt die gesamte französische Klasse sozusagen am Beginn eines Lernprozesses?
07:20Ja, also sie werden auf diesen Prozess umsteuern müssen.
07:24Also wie gesagt, wir haben eine sehr gespaltene Gesellschaft.
07:27Wir haben drei Blöcke, die sich eigentlich nichts schenken wollen
07:31und der Druck auf der Straße ist enorm.
07:33Es wird sehr schwierig sein, auch mit Macrons Partei eine Koalition einzugehen,
07:38denn gerade auf der linken Seite wurde der die letzten Jahre so verteufelt,
07:42dass alles andere bevorzugt werden würde.
07:45Also ich glaube, es wird schwierig werden.
07:47Aber ich denke, umso schwieriger die Situation wird,
07:50und das heißt dann auch, wir sprachen vorher von der Wirtschaft,
07:54aber auch andere Formen, die dringend angegangen werden müssen.
07:57Wenn das nicht der Fall ist, dann wird der Druck steigen
08:00und es wird irgendwann, ich denke, es wird eine Periode von Chaos folgen jetzt,
08:05aber irgendwann wird man sich zusammenraufen,
08:07wie das übrigens auch in der EU immer passiert.
08:09Also man spricht ja davon, dass die Krisen die EU immer vorangebracht haben,
08:13dass man sich dann irgendwo zu einem Kompromiss durchgerungen hat
08:16und ich denke, dass das vielleicht auch eine Lehrstunde sein kann,
08:20mehr gemeinsam zu regieren.
08:23Lehrstunde, Frau Pribil.
08:24Ich finde es immer ganz interessant, wenn man mal zurückdenkt,
08:28wie Macron eigentlich angetreten ist.
08:31Er wollte eigentlich sozusagen die beiden Lager einen versöhnen
08:38und jetzt sieht man, wie in Frankreich alles gespalten ist
08:43und jeder ist auch wirklich empört über dieses Ausrufen der Neuwahlen.
08:48Also mein Gefühl ist, dass Macron überhaupt keinen Respekt mehr hat,
08:53was auch wiederum schwierig ist.
08:55Das ist ja 2017, der Parti-Sozialist und die Goulisten sozusagen
09:02an die Seite gedrängt und praktisch irrelevant gemacht hat.
09:07Jetzt hat er nämlich nichts in der Mitte.
09:09Aber er ist ja auch auf keinen Lager zugegangen wirklich in den letzten Jahren
09:13und er hat profitiert davon, dass der Rassemblement National stark geworden ist.
09:21Und das hat ihm immer in die Katzen gespielt,
09:23aber jetzt hinterlässt er im Grunde ein Land, das völlig gespalten ist,
09:28das böse auf Macron ist, auch dafür, was er jetzt da angerichtet hat,
09:34dass man jetzt auf einmal in so einer Krise steckt,
09:38die vielleicht nicht hätte sein müssen.
09:40Demokratie lebt, ich bin völlig einig mit Frau Priebel,
09:44Demokratie lebt von der Alternative.
09:46Und Macron hat mit seinem Projekt die demokratischen Alternativen
09:50Mitte rechts, Mitte links zerstört und nur eigentlich die Extreme übrig gelassen.
09:54Und irgendwann wollen die Bürger aber eine andere Mehrheit.
09:58Das heißt, hier wird auch geerntet,
10:01das was vor vielen Jahren schon durch das Macron-Projekt gesät worden ist.
10:05Tatsächlich, glaube ich, nur um eine Anmerkung zu machen,
10:08dass viele auch für die Linken gestimmt haben,
10:12weil sie nicht für Macron stimmen wollten.
10:14Also es war auch ein bisschen eine Anti-Macron-Wahl.
10:16Durch die zwei Wahlgänge gibt es ja nicht ganz so ein richtiges Bild wieder.
10:22Denn immerhin hat die Rechtspopulisten 30 Prozent, ein gutes Drittel,
10:27die sind ja nicht weg.
10:29Die Leute sind ja immer noch da und die Partei ist auch immer noch da.
10:32Wenn jetzt eine Koalition der Mitte kommt,
10:34dann sind in der Opposition nur die Rechts- und die Linkspopulisten.
10:38Das kann ja auch auf die Dauer nicht gut gehen.
10:42Ja, also ich meine, allgemein ist auch das ganze System sehr problematisch.
10:47Und das fördert natürlich auch im Moment das Abwandern in die Extreme.
10:51Es geht ja immer um alles oder nichts.
10:53Also jede Wahl in Frankreich ist ja ein Herzschlag-Finale sozusagen,
10:58wo ganz Europa den Atem anhält.
11:00Weil es eben dieses Winner-takes-it-all-Prinzip gibt.
11:04Das heißt, nur derjenige, der die meisten Stimmen hat, kriegt einen Wahlkreis.
11:08Und das kann dazu führen, dass eine Partei, die eigentlich nur 30 Prozent
11:12wählerpotenzial wie der RN hat, dann eigentlich eine absolute Mehrheit haben kann.
11:18Und das, glaube ich, ist wirklich das Problem im System,
11:22das man vielleicht angehen sollte.
11:24Sie sagten gerade Atem anhalten.
11:26Auch in der Wirtschaft der Fall konfrontiert mit einer ausgabenfreudigen Linken
11:31und einer ausgabenfreudigen Rechten.
11:34Das wurde in französischen Wirtschaftskreisen mit Sorge gesehen.
11:38Also eine Regierungsbeteiligung beider Lager.
11:41Befürchtet wird eine Krise, die schnell auf Europa überschwappen könnte.
11:46Wir haben es bereits erwähnt.
11:47Wir sparen mit dem prominenten Wirtschaftswissenschaftler Marc Twaty.
11:51Das hat er gesagt.
11:56Schon vor den Parlamentswahlen befand sich die französische Wirtschaft in einem schlechten Zustand.
12:00Wir haben eine enorme Verschuldung von über 3.150 Milliarden Euro.
12:04Das ist ein absoluter Rekord.
12:06Frankreich ist das Land, in dem die öffentliche Verschuldung
12:09im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt seit 2019 am stärksten gestiegen ist,
12:13verglichen mit allen Ländern der Eurozone.
12:16Leider ist Frankreich dabei, in allen Wirtschaftszweigen in die Rezession zurückzufallen.
12:20Sollte Frankreich eine Regierung bekommen,
12:22die einen weiteren Anstieg der öffentlichen Defizite ankündigt,
12:25könnte das Land eine Krise in der Eurozone auslösen.
12:28Das könnte natürlich zu einer Katastrophe in der Eurozone,
12:31aber auch weltweit führen.
12:33Das erinnert sehr an die Griechenland-Krise.
12:41Ja, wir haben es vorhin schon aus europäischer Sicht besprochen.
12:45Die Stabilität, die Instabilität, die vielleicht überschwappen würde.
12:48Jetzt wird es hier sehr konkret.
12:50In den Zahlen, er sagt, wir sind am Ende.
12:52Wenn eine Linksregierung kommt, dann wird es also ganz gefährlich.
12:56Stimmen Sie dem zu?
12:58Ich finde es fast ein bisschen überraschend, dass wir darüber reden.
13:03Dann greifen wir natürlich Macrons Wahlkampf auf,
13:07dass es gefährlich ist, wenn die Linken an die Macht kommen.
13:11Jetzt muss man aber natürlich daran erinnern,
13:14was Macron in den letzten Jahren an Schulden aufgenommen hat.
13:18Das war beispiellos während der Covid-Krise.
13:21Energiesubventionen und so weiter.
13:24Es ist nicht so, dass Macron als der große Sparer und Retter
13:28der französischen Wirtschaft aufgetreten ist.
13:31Deswegen finde ich es manchmal in der ganzen Diskussion ein bisschen schief,
13:34dass man jetzt nur auf die Linken blickt und vor denen warnt.
13:38Jean-Luc Mélenchon, der Chef der La France Insoumise,
13:44also der linkesten Partei im Linksbündnis,
13:47erfordert jetzt eine 90-Prozent-Steuer auf Vermögen ab 400.000 Euro.
13:52Ist das ernst gemeint?
13:54Will er damit Frontalopposition in den nächsten Jahren betreiben?
13:59Ich denke schon, dass er das ernst meint.
14:02Aber es wurde ja schon mal ausprobiert unter Präsident Hollande.
14:06Der hatte 70 Prozent auf Vermögen oder auf sehr hohe Vermögen eingeführt.
14:11Die Reichen sind alle nach London und nach Belgien umgezogen.
14:15Man erinnert sich an Gérard Departure, der einfach über die Grenze gezogen ist.
14:21Ich glaube, das ist nicht unbedingt die beste Lösung.
14:24Jetzt noch mal zu Macron.
14:26Ich glaube, Macron musste natürlich auch ein bisschen auf die Leute zugehen,
14:31was jetzt auf der Straße gefordert wurde.
14:33Die Gilets Jaunes.
14:34Der Druck war sehr groß, auch von der Linken,
14:36seine wirtschaftsliberale Politik abzuschwächen.
14:38An sich hatte er ein sehr positives wirtschaftliches Vermächtnis.
14:42Welchen finanziellen Spielraum hat denn irgendeine Regierung
14:46zweieinhalb Jahre vor den Präsidentschaftswahlen in Frankreich?
14:50Ich glaube, Frankreich steht insgesamt vor einem Rendezvous mit der Wirklichkeit.
14:55Die Debatten, die auch Herr Macron geführt hat,
14:59und gleichzeitig Neuverschuldung von über 5 Prozent,
15:04ganz rechts, ganz links und in der Mitte ist letztlich unverantwortlich gehandelt worden.
15:09Da kann man vielleicht noch am ehesten was sagen für die Republikaner,
15:12die immer vor überbordender Staatsverschuldung waren.
15:15Aber insgesamt wird die Wirklichkeit nicht zur Kenntnis genommen.
15:18Wenn ich jetzt 112 Prozent Gesamtverschuldung habe,
15:21gut, bei 120, 130 gibt es schon gar keinen Spielraum mehr für neue Initiativen.
15:26Dann zahle ich im Wesentlichen Zinsen und Schulden zurück.
15:30Und das wird in der öffentlichen politischen Debatte in Frankreich gar nicht wahrgenommen.
15:35Gehen wir mal ins Ausland, wo das Wahlergebnis zunächst einmal Erleichterung auslöste.
15:40Der Gedanke war wohl, alles Weitere wird sich schon finden.
15:43Der polnische Regierungschef Donald Tusk hat am Wahlabend Folgendes getweetet.
15:48Hier sehen wir es.
15:49In Paris Begeisterung, in Moskau Enttäuschung, in Kiew Erleichterung genug,
15:54um in Warschau glücklich zu sein.
15:57Ja, Glückseligkeit in Warschau trifft Tusk damit das allgemeine Empfinden in Europa, Frau Pribyl?
16:03Dass jetzt der RN nicht den Premierminister stellt, ich glaube ja.
16:08Nur darf man, finde ich, auch jetzt dieses Ergebnis nicht zu sehr bejubeln.
16:13Die Rechtsextremen haben immer noch eine Mehrheit, wenn man mal die Stimmen anschaut.
16:20Und es ist einfach, sozusagen, ihnen ist es gelungen,
16:24da ein bisschen in der Mitte der Gesellschaft anzukommen.
16:27Und ich glaube, das ist das Bedenkliche.
16:30Und da muss man sich auch Sorgen machen.
16:32Da täuscht ein bisschen jetzt das Ergebnis darüber hinweg.
16:35Also ich glaube, man ist da jetzt nochmal gut davon gekommen.
16:38Aber wie das jetzt in den nächsten Jahren weitergehen soll, weiß ich nicht.
16:43Weil tatsächlich jetzt der RN wählbar wurde für normale, in der Mitte stehende Menschen.
16:51Näher als Polen steht uns natürlich Deutschland.
16:54Und auch da hat die Regierung reagiert.
16:56Wie?
16:57Das hat unsere Korrespondentin Liv Stroud zusammengefasst.
17:01Die deutsche Regierung, darunter Kanzler Olaf Scholz,
17:05zeigt, dass es sich erleichtert, dass die Franzosen bei den Wahlen nicht nach rechts gerückt sind.
17:13Vizekanzler Robert Habeck zeigte jedoch, dass er große Herausforderungen sieht.
17:20Der Frankreich versucht, eine neue Regierung zu bilden.
17:24Deutschland mag sich Sorgen um die Wirtschafts- und Finanzpolitik,
17:29falls die neue Regierung Makrons Haushaltspläne ändert.
17:34Deutschland als stärkste Wirtschaft in der EU haftet gemeinsam für andere eurer Länder
17:42und müsste dann Garantien übernehmen.
17:45Frankreich ist bereits hochverschuldet.
17:49Und die linke Koalition hat teure Wahlversprechen gemacht.
17:53Wie die Rücknahme der Rentenreformen, was in der EU zu Problemen führen könnte.
18:00Die Rücknahme der Rentenreformen ist wahrscheinlich das Herzstück der makronschen Innenpolitik.
18:05Scheint das machbar, wahrscheinlich oder dann doch eher illusorisch, Herr Welle?
18:12Also ich glaube, das ist genau der Systemunterschied mit Deutschland.
18:16In Deutschland gibt es größere Koalitionen.
18:18Das ist schwierig, das dauert lange.
18:20Man hat dann auch noch den Bundesrat.
18:22Aber wenn mal was vereinbart ist, dann hält es auch.
18:25Und dann wird es auch in der Regel von der nächsten Regierung weitestgehend akzeptiert.
18:29In Frankreich, aber in Italien auch, habe ich diese Schaukelpolitik.
18:32Das heißt, wenn die Mehrheit wirklich wechseln würde auf links,
18:35dann wäre sicherlich die Rentenreform zurückgenommen,
18:37was natürlich mittel- und langfristig katastrophale Auswirkungen hätte fürs Land.
18:42Wobei, also der RN ist da eigentlich schon ein bisschen abgerückt schon wieder.
18:46Also sozusagen diese Forderung, die Rentenreform zurückzunehmen,
18:50kam in den letzten Wochen nicht mehr so auf.
18:53Also da hieß es, man wartet dann auch erstmal ab.
18:56Also ich glaube nicht mal, dass es so passiert wäre.
18:58Also da wäre schon der Realitätscheck auch für den RN gekommen.
19:01Wobei die Linken natürlich, für die ist es wirklich das Herzstück.
19:04Also es war ja auch die ganze Mobilisierung gegen Macron im letzten Jahr.
19:08Es ging alles um die Rentenreform.
19:11Also ich glaube, es wird extrem schwierig, sich darauf zu einigen.
19:14Die Linken haben natürlich keine Mehrheit.
19:16Aber wenn sie eine Koalition eingehen, dann wird das natürlich einer der Hauptpunkte sein.
19:20Und das wird sehr schwer werden.
19:22Auf der rechten ist man zunächst auch mit einem Beschäftigungsausgabenprogramm gestartet.
19:27Wir lieben, soweit unsere erste Runde. Vielen Dank.
19:30Wir machen eine kleine Pause und danach Erdrutsch in Großbritannien.
19:33Was macht Labour mit historischer Mehrheit im Unterhaus?
19:36Das nächste Thema in Brüssel, meine Liebe. Bleiben Sie bei uns.
19:44Bekommt zurück zu Brüssel, meine Liebe.
19:51Unsere Gäste sind immer noch Klaus Welle, Katrin Priebel und Philipp Lausberg.
19:56In Großbritannien weht politisch ein neuer Wind.
19:59Bei den Parlamentswahlen schickten die Wähler die seit 14 Jahren regierenden Tories in die Wüste.
20:05Labour-Chef Kirstahmer kann sich nun auf eine historische Mehrheit stützen.
20:09Im Schatten seines Erdrutschsiegs gelang aber auch den Rechtspopulisten der Einzug ins Unterhaus.
20:15Nigel Farage ist wieder da. Ist das mehr als nur ein Schönheitsfehler?
20:20Ja, räumen wir mal das Feld von hinten auf.
20:23Ist Farage eine Gefahr für die Konservativen?
20:26Und was könnte ein Farage-Populismus anrichten?
20:30Frau Priebel als ehemalige London-Korrespondentin.
20:33Ich glaube tatsächlich, dass Nigel Farage ein bisschen zu viel Raum gegeben wird.
20:38Der ist natürlich der Rechtspopulist Großbritanniens.
20:42War auch der Antreiber schon vor dem Referendum, dass überhaupt die Konservativen dieses Referendum angesetzt haben.
20:50Immer ein großer EU-Skeptiker.
20:52Und interessanterweise ist er einfach jemand, der tatsächlich mit seiner Pub-Kultur,
20:59sage ich mal, mit dem Bier im Pub, da bei vielen Briten ankommt.
21:04Und tatsächlich haben auch die Konservativen einfach dieses Thema Migration in den letzten Jahren so groß gespielt,
21:10haben aber keine Lösungen geboten, was dann natürlich für Nigel Farage einigermaßen einfach ist.
21:16Was ich tatsächlich schwierig finde, er wurde sehr wenig konfrontiert mit den Problemen des Brexit,
21:22mit den Folgen und Konsequenzen, die dieser Austritt überhaupt hatten auf Großbritannien.
21:31Und er hatte da wirklich leichtes Spiel während des Wahlkampfs.
21:35Und natürlich muss man auch sagen, die Konservativen, die waren einfach auch müde.
21:39Die hatten überhaupt kein Personal mehr, wo man sagen könnte, ach, da ist ja Talent da.
21:45Und dann ist es natürlich irgendwie einfach für alle anderen.
21:48Das war ja eher eine Wahl gegen die Tories als für irgendjemanden.
21:51Ja, Philipp Mauser, Farage, glaube ich, im achten Anlauf ist er gewählt worden.
21:55Er hat acht Mal versucht, ins Parlament zu kommen.
21:57Das ist ihm gelungen.
21:58Wenn ihm das nicht gelungen wäre, hätten die Tories ein besseres Ergebnis erreicht.
22:04Droht den Tories jetzt das, was den Ghoulisten in Frankreich passiert ist,
22:09dass sie also rechts überholt werden von einer breiten populistischen Bewegung unter Farage?
22:17Oder ist das eher akademisch?
22:19Das ist in der Tat die Gefahr.
22:22Die Tories haben in den letzten 14 Jahren sehr wenig erreicht von dem, was sie erreichen wollten.
22:28Der Staatshaushalt ist in einer desolaten Lage.
22:31Die ganzen sozialen Angebote wie das Gesundheitssystem und so weiter ist alles in einer sehr maroden Lage.
22:39Und ich glaube, das gibt natürlich den extremen Rechten dann nochmal Wasser auf die Mühlen.
22:48Denn wenn es nicht mit den Moderatoren funktioniert, wird vielleicht jetzt Farage,
22:52der deutlich populistischer ist und einfachere Wahrheiten vertreibt sozusagen,
22:57das könnte wirklich gefährlich werden.
23:01Herr Welle, die Tories scheinen ja auf Jahre hinaus diskreditiert zu sein jetzt.
23:08Wie groß ist denn die Gefahr?
23:14Könnte es sein, dass sich der Wind schnell wieder dreht bei einem Misserfolg?
23:19Also ich erinnere mich, dass nach der letzten Wahl gesagt worden ist,
23:22also Labour, damals noch unter Corbyn, muss jetzt mindestens zwei Wahlperioden noch in der Opposition verbringen,
23:29weil der Unterschied der Mandate ist so riesengroß.
23:31Wir haben jetzt gesehen, es war eine Wahlperiode ausreichend.
23:34Sie haben sogar letztlich eine riesengroße Mehrheit bekommen, auch wenn das Prozentergebnis nicht gut ist.
23:39Das heißt, es ist eine sehr instabile Parteiensituation, das kann sich jederzeit auch drehen.
23:44Starmer ist letztlich in der Regierung auf Bewährung.
23:48Er hat ein schwaches Ergebnis gehabt, was die Prozente anbetrifft.
23:53Und wenn er jetzt nicht liefert, was vor allen Dingen Wachstum anbetrifft, dann hat er ein großes Problem.
23:58Und Wachstum gibt es in Großbritannien nur mit der Europäischen Union,
24:02denn der Brexit hat sich 40 Milliarden im Jahr gekostet.
24:05Gutes Stichwort. Gehen wir mal zu diesem Thema, die Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien.
24:11Wir haben den Experten David Hennig gefragt. Hier ist seine Antwort.
24:22Die Beziehungen zwischen der EU und ihren Nachbarländern sind nie ganz einfach.
24:26Ich kann mir also vorstellen, dass es hier und da kleine Probleme gibt.
24:30Aber die allgemeine Feindseligkeit, die es gab,
24:32die Schwierigkeiten, die die EU mit einer bestimmten britischen Regierung hatte, sind zumindest vorläufig verschwunden.
24:38Großbritannien ist wirklich daran interessiert, dass diese Beziehungen funktionieren.
24:43Trotzdem wird es die EU nicht automatisch verstehen.
24:46Großbritannien hat schon lange ein Problem damit, die EU zu verstehen.
24:49Es ist nicht ganz klar, ob auch die EU Großbritannien vollständig verstehen wird.
24:53Daher denke ich, dass es viele Frustrationen geben wird.
24:56Die Feindseligkeit mag verschwunden sein, aber die Spannungen können auf verschiedene Weise fortbestehen.
25:02Ja, keine Feindseligkeit, aber Spannungen. Ist das, was wir erwarten können?
25:06Ist das nicht ein bisschen wenig?
25:08Ich glaube, ehrlich gesagt, da ist so viel Porzellan zerschlagen worden in den letzten Jahren
25:13durch diese ganzen Dramen und Streitigkeiten.
25:16Ich glaube, es geht darum, dass man erstmal wieder Vertrauen aufbaut.
25:20Und zwar auf beiden Seiten.
25:23Und dann glaube ich auch nicht, dass es ein Neustart ist,
25:27wie viele meinen.
25:29Ich glaube, es ist einfach so ein bisschen, dass man jetzt daran arbeitet,
25:33dass die Beziehungen besser werden.
25:35Dass man vielleicht manche, dass das Abkommen zum Beispiel erweitert, ein bisschen abändert.
25:41Aber dass man jetzt einen radikalen Wandel oder eine Wende einläuten würde,
25:47das glaube ich, ist ein bisschen übertrieben.
25:50Er sagte was von Spannungen. Worin könnten diese Spannungen bestehen?
25:54Wer möchte?
25:56Also, ich denke mal, für die Briten und auch für Starma,
26:00wäre natürlich eine engere Beziehung zur EU, würde extrem helfen mit der Wirtschaft.
26:06Das ist klar.
26:07Aber das Problem ist, glaube ich, dass die Briten immer noch denken,
26:10sie können sich die Rosinen rauspicken, wenn es zur Beziehung mit der EU kommt.
26:14Und dort eben Erleichterungen haben in bestimmten Fällen, ohne groß was beizusteuern.
26:21Und ich glaube, das wird die EU nicht zulassen.
26:24Und das wird auf die Dauer auch nicht funktionieren.
26:27Okay, Herr Welle, ganz kurz.
26:29Ist Starma anders als seine konservativen Vorgänger, was das Verhältnis zur EU angeht?
26:34Also, ich glaube, die Zeit der Bitterkeit ist jetzt vorbei.
26:37Sie haben zwei Ziele identifiziert.
26:39Erstens Zusammenarbeit im Bereich Sicherheit, Verteidigung, Rüstungskooperation.
26:43Zweitens bei Grenzkontrollen, bei Veterinärprodukten.
26:48Das anders zu handeln, also einfacher.
26:51Pragmatische Fortschritte.
26:53Aber ich bin einig mit Ihnen beiden, den großen Wurf wird es auf absehbare Zeit nicht geben.
26:58Aber er wird daran gemessen, ob er Wachstum wieder in Großbritannien bringt.
27:02Und wenn nicht, dann wird er beim nächsten Mal möglicherweise scheitern.
27:06Und die Tür dazu ist die engere Zusammenarbeit mit der Europäischen Union.
27:10Und man darf auch nicht vergessen, dass es die Wirtschaft auf dem Kontinent auch treffen würde
27:16beziehungsweise auch verbessern würde.
27:18Das ist ein guter Schlusswort. Das soll es zu diesem Thema gewesen sein.
27:21Vielen Dank an unsere Gäste hier im Studio und an Sie zu Hause.
27:24Bleiben Sie bei eurer News.
27:34Willkommen zurück zu Brüssel, meine Liebe.
27:36Ich bin Stefan Grube, immer noch zusammen mit Klaus Welle, Katrin Priebel und Philipp Lausberg.
27:41Trotz der politischen Hektik der letzten Wochen ist es Sommer und fast schon Zeit, in die Ferien zu gehen.
27:48Nach einem Bericht des Europäischen Reiseverbandes hat die Reisetätigkeit zuletzt wieder vor Covid-Werte erreicht.
27:5475 Prozent aller EU-Bürger planen im Sommer einen Trip.
27:58Wie verreisen die Europäer in diesem Sommer?
28:01Mehr als die Hälfte, 54 Prozent, nehmen das Flugzeug, 28 Prozent das Auto und nur 10 Prozent die Bahn.
28:09Das ist ziemlich stabil.
28:11Welche Kriterien gibt es für Ihre Urlaubsreise, das Klima, den Geldbeutel, das Abenteuer?
28:18Ich glaube, tatsächlich vielleicht ein bisschen das Abenteuer.
28:22Aber natürlich ist das Klima mittlerweile, glaube ich, nicht nur bei mir, sondern auch bei allen Bürgern mehr im Kopf.
28:31Und ich finde diese Statistik eigentlich ganz interessant, weil mein Eindruck ist, im Zuge des grünen Deals und der grünen Transformation,
28:40glaube ich, würden gerne viele Menschen eigentlich auf die Bahn umsteigen.
28:44Aber es ist einfach nicht möglich.
28:46Man hat ja immer noch nicht mal ein grenzüberschreitendes Bahnsystem, anders als das Flugsystem.
28:52Also wo bucht man eigentlich, wie macht man das alles?
28:55Da könnte die EU tatsächlich noch sehr viel machen und die Deutsche Bahn, darüber brauchen wir, glaube ich, gar nicht reden.
29:02Wo wollen wir eigentlich drüber hin?
29:04Bevor die Herren jetzt zu Wort kommen, wie suchen sich die Menschen ihre Urlaubsorte aus?
29:08Wir wollten es von einem Vertreter der Reisebranche in Europa wissen.
29:11Das hat er gesagt.
29:19Die Sicherheit ist immer noch einer der wichtigsten Faktoren bei der Wahl des Reiseziels.
29:23Es ist immer noch eine Reminiszenz an die Pandemie, in dem Sinne, dass die Menschen nicht nur eine gute Erfahrung suchen,
29:28sondern sich auch besser fühlen wollen als zu Hause.
29:31Und das bedeutet, dass eine Menge Anforderungen erfüllt werden müssen.
29:35Dinge wie Hitzewellen und natürlich wetterbedingte Ereignisse nehmen einen immer größeren Stellenwert ein, wenn es darum geht, einen Urlaub zu buchen.
29:44Dennoch steigt das Interesse an weniger bekannten Zielen im Norden und an kühleren Destinationen.
29:50Und das ist etwas, das wir in den kommenden Jahren beobachten und verfolgen müssen.
29:59Ist das ein Zeichen, dass die Menschen, die sich häufenden Wetterkatastrophen, Extremwetter, doch ernst nehmen?
30:06Also ich bin schon seit 15 Jahren regelmäßig in Nordfrankreich.
30:10Vielleicht hat es auch was mit meinem Haarstatus zu tun, ich weiß es nicht.
30:13In Nordfrankreich?
30:15In Nordfrankreich, nicht in Südfrankreich.
30:17Ja, ich denke schon, dass gerade Leute, die aus dem Norden kommen, es immer schwerer haben, mit 40 Grad im Schatten klar zu kommen, wenn sie in Griechenland sind.
30:25Und diese Hitzewellen doch schon abschrecken, würde ich schon sagen.
30:28Und auf der anderen Seite sehe ich auch, dass viele Leute bevorzugt zu Neudestinationen anreisen.
30:36Das heißt vielleicht auch Orte, wo sie vorher nicht waren.
30:39Gerade wenn man jetzt die sozialen Medien anschaut, dann gilt es als immer mehr schick, wo hinzufahren, wo die anderen nicht sind.
30:45Das heißt dann auch mehr Mittel- und Osteuropa ins Baltikum und so weiter und so fort.
30:51Wie ist das mit dem klimafreundlichen, dem nachhaltigen Reisen?
30:55Das scheinen ja die Zahlen nicht ganz herzugeben, wenn 54 Prozent immer noch das Flugzeug geben, Frau Bremer.
30:59Ich glaube, es liegt tatsächlich am Angebot.
31:01Also ich würde schon sagen, dass viele Menschen gerne nachhaltiger reisen würden, wenn es denn möglich wäre.
31:10Und man muss nur mal tatsächlich auf Europa schauen.
31:14Da hat noch jedes Land seine Staatsbahn.
31:17Da kann der eine Zug nicht in das andere Land fahren, von dem einen Land in das andere Land,
31:22weil zum Beispiel in dem einen Land die Bestimmung herrscht, dass man rote Lichter am Zugende hat und die anderen sagen Reflektoren.
31:31Also diese Absurdität steht dann auch irgendwie diesem nachhaltigen Reisen im Weg.
31:38Und da müsste man eigentlich auch von der EU-Seite viel mehr tun, dass man grenzüberschreitend reisen kann.
31:44Wir werden mal darauf achten, was uns im Sommer alles passiert.
31:47Herzlichen Dank für Ihre Beiträge. Die Zeit läuft uns davon.
31:51Wir sind am Ende von Brüssel, meine Liebe. Vielen Dank an unsere Runde hier und an unsere Zuschauer zu Hause.
31:57Wenn Sie uns etwas mitteilen möchten, egal zu welchem Thema, schreiben Sie an brusselmeineliebe.euronews.com oder in den sozialen Medien.
32:07Das war's für heute. Ich bin Stefan Grobe. Ihnen eine angenehme Woche. Bis bald wieder auf euronews.com.
Kommentare

Empfohlen