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  • vor 2 Wochen
Transkript
00:15Er wollte ihr auf die Welt helfen, der Einsicht, der Wahrheit.
00:21Wie eine Hebamme, die kein Kind erschafft, sondern dabei hilft, dass etwas geboren werden kann.
00:28Das längst im Entstehen ist.
00:34Sokrates stellte Fragen.
00:39Was ist Gerechtigkeit? Was ist Tugend?
00:45Was bedeutet es, weise zu sein?
00:50Und wenn jemand antwortete, fragte er weiter.
00:57Nicht, weil er diesen Menschen verachten wollte.
01:02Nicht, weil er ihn vor anderen bloßstellen wollte.
01:07Sondern weil eine Antwort, die niemals hinterfragt wird,
01:14vielleicht nur eine Überzeugung ist, die sich noch nie selbst begegnet ist.
01:37Er ging durch Athen und sprach mit Menschen, die etwas zu wissen glaubten.
01:44Mit Männern, die Macht besaßen.
01:48Mit Männern, die sich für weise hielten.
01:52Mit Menschen, die wussten, wie die Welt zu sein hat.
01:57Und manchmal geschah etwas Merkwürdiges.
02:02Je sicherer ein Mensch seiner Sache war,
02:04desto deutlicher wurde,
02:07je weniger darüber nachgedacht hat.
02:12Das ist eine unangenehme Erfahrung.
02:17Damals wie heute.
02:30Denn Macht braucht nicht unbedingt die Wahrheit.
02:35Manchmal genügt es ihr,
02:37wenn alle glauben, sie zu kennen.
02:41Eine unbequeme Frage kann gefährlicher werden,
02:44als eine laute Anklage.
02:48Die Anklage kann man zurückweisen.
02:51Die Frage aber bleibt.
02:54Sie kann sich einnisten.
02:57Sie kann weitergegeben werden.
03:00Sie kann einen Gedanken in Bewegung setzen,
03:02den niemand mehr vollständig kontrolliert.
03:06Und vielleicht bleibt genau darin die Gefahr,
03:10die Sokrates für die mächtigen Dance darstellt.
03:25Der Mann, der andere zum Nachdenken bringen wollte,
03:31sollte zum Schweigen gebracht werden.
03:36Der Mann, der zugab,
03:39nicht alles zu wissen,
03:42wurde von Menschen verurteilt,
03:45die zu wissen glaubten,
03:48was mit ihm geschehen müsse.
03:52Und dann kam der Schierlingsbecher.
04:07Ein Becher.
04:11Ein Mensch.
04:14Ein Urteil.
04:17Man konnte seinen Körper zum Schweigen bringen.
04:22Aber was geschieht mit einer Frage,
04:26wenn der Fragende nicht mehr da ist?
04:48Zweieinhalbtausend Jahre später,
04:51stellen wir noch immer dieselben Fragen.
04:55Wir haben neue Wissenschaften geschaffen.
04:58Neue Welte.
05:01Neue Möglichkeiten, Wissen zu sammeln.
05:05Wir haben Maschinen gebaut,
05:07die unsere Sprache verwenden
05:10und Antworten auf Fragen geben können,
05:15für die wir früher ganze Bibliotheken brauchten.
05:21Aber vielleicht ist gerade jetzt
05:24eine alte Fähigkeit besonders wichtig,
05:29nicht nur zu fragen,
05:32was eine Antwort sagt,
05:36sondern auch,
05:38was sie voraussetzt.
05:41Nicht nur zu fragen,
05:44ob etwas überzeugend klingt,
05:48sondern ob wir es wirklich verstanden haben.
06:11Vielleicht würde Sokrates heute
06:14mit einer künstlichen Intelligenz sprechen.
06:20Vielleicht würde er sie fragen,
06:24was sie unter Wahrheit versteht.
06:30Und wenn sie ihm eine Antwort gäbe,
06:34würde er nicht sofort entscheiden,
06:37ob sie Recht hat.
06:41Er würde weiter fragen,
06:45denn weder ein Mensch noch eine Maschine
06:50wird allein dadurch unfehlbar,
06:55dass sie überzeugend spricht.
07:11Der Schierlingsbecher.
07:15Ein Ende,
07:17das keines war.
07:21Denn eine Frage lässt sich nicht begraben,
07:24solange irgendwo ein Mensch bereit ist,
07:27sie neu zu stellen.
07:31Das hier liegt nicht auf einer Seite entfernen,
07:35aber es ist nicht es ist in der Liebe,
07:35sondern ein Mensch,
07:35wenn sie sich nicht oder Juda ist.
07:37Aber man dadurch lässt sich nicht begraben,
07:37dass sie nicht begraben,
07:37oder andere,
07:37aber es ist nicht okay.
07:37Aber das ist eine andere Seite.
07:37Vielen Dank.
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