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  • vor 2 Tagen

Kategorie

🎈
Spaß
Transkript
00:01Norddeutscher Rundfunk 2021
00:22Guten Morgen!
00:26Morgen ist es süß!
00:27So!
00:28Wandern!
00:29Ja!
00:30Herr Lind, was machen Sie schon so früh?
00:32Ja, wandern!
00:34Zu Fuß?
00:35Ja!
00:37In der Früh?
00:38Nein, in der Nacht!
00:39Ich bin heute Morgen um drei losgelaufen und habe eine Nachtwanderung gemacht.
00:42Was?
00:43Sie sind im Dunkeln durch die Landschaft gelaufen?
00:46Ja!
00:46Haben Sie das noch nie gemacht?
00:47Nein, wirklich nicht!
00:48Sollten Sie unbedingt probieren!
00:49Es ist herrlich, den heraufziehen und morgen zu erleben!
00:52Den erlebe ich jeden Tag im Stall!
01:05Entschuldigung!
01:15Hey, was ist denn hier los?
01:23Herr Riedl?
01:29Ja, Hilpertstraße 66 habe ich!
01:31Und der Name ist Riedl, gell?
01:33Gut, bitte fassen Sie nichts an!
01:35Bleiben Sie ruhig!
01:36Wir kommen!
01:39Grüß die Stockl!
01:40Grüß die Michi!
01:42Butterbreze!
01:43Butterbreze!
01:43Danke Stockl!
01:44Äh, halt!
01:45Die kannst du jetzt nicht essen!
01:46Es gab halt nämlich ein Laich und zwar in der Hilpertstraße 66, Obergeschoss und der Tote heißt Riedl!
01:50Geht aber nicht!
01:51Ich habe ja noch nichts im Bauch!
01:52Ja, dann musst du halt die Breze unterwegs essen!
01:54Das mag ich nicht!
01:55Schmeckt mir nicht ohne einen Kaffee!
01:56Dienst ist Dienst und Breze ist Breze!
01:59Ganz genau!
02:00Und deswegen ist jetzt Breze!
02:02Ja!
02:05Morgen zusammen!
02:06Guten Morgen!
02:07Haben wir nichts zu tun heute Morgen!
02:10Guten Appetit, Herr Moor!
02:18Habe ich jetzt irgendwas Falsches gesagt?
02:20Ha!
02:21Genau das Richtige!
02:23Wie geht es eigentlich Ihrem Bruder in Passau?
02:25Keine Ahnung!
02:26Der hat sich seit einer Woche nicht mehr gerührt!
02:27Sonst hat er regelmäßig angerufen und sich übers Essen in der Kantine beschwert!
02:32Da hat wohl der Koch gewechselt!
02:34Lind?
02:35Ah, Frau Stockl!
02:36Guten Morgen!
02:37Was gibt's?
02:39Oje!
02:42Hilbertstraße 66 bei Riedl!
02:44Okay, wir kommen da hin!
02:46Nein, nein!
02:46Den Kollegen Hartl brauchen Sie nicht anrufen!
02:47Ich bin bei ihm!
02:49Ja!
02:50Bis später!
02:51Ciao!
02:52Herr Kollege!
02:53Die Pflicht ruft!
02:54Oh nein!
02:55Wollen Sie da hinwandern oder fahren Sie mit mir?
02:58Habe ich ne Wahl!
03:00Jetzt kommen Sie doch bitte!
03:01Guten Morgen!
03:02Grüß Gott Frau Doktor!
03:03Servus Seppi!
03:04Grüß dich!
03:05Guten Morgen Herr Moor!
03:07Und?
03:07Haben wir schon was?
03:08Ich habe gerade erst angefangen!
03:10Und die Herren Kommissare?
03:12Oh!
03:12Stellen Sie es Ihnen vor!
03:14Gerade wie die Frau Stockl angerufen hat, da war der Herr Lind frühstücken!
03:17Beim Hartl am Hof!
03:18Also eigentlich beim Hofer am Hof!
03:20Weil der Hartl ist ja gerade beim Hofer!
03:21Also eigentlich auch bei der Frau Hofer!
03:23Und das eine sage ich Ihnen!
03:24Wenn die noch immer frühstücken!
03:26Schön, dass wenigstens Sie mir Gesellschaft leisten!
03:27Entschuldigung!
03:28Ja!
03:30Entschuldigung!
03:31Oh mein Junge!
03:50Spielbank Bad Eibling
03:55Vorschlagszenario 5 hinsichtlich der projektierten Einsparmaßnahmen
04:05Kündigung von Miriam Stöcker
04:09Kollateralvorteile zu
04:10Herr Rhein
04:12Sie wollten mich sprechen?
04:14Ja, Frau Ordnung, bitte, nehmen Sie doch Platz
04:16Tja, ich studiere hier gerade Ihre Einsparvorschläge für das Innenministerium
04:23Und?
04:24Naja, weite Strecken sehr gut, aber
04:27Ja?
04:27Sie schlagen hier die Kündigung von Frau Stockel vor
04:32Haben Sie den Bericht zu Ende gelesen?
04:35Nein, warum?
04:36Sollten Sie aber, denn da belege ich, dass die Kündigung von Frau Stockel ein wirtschaftlicher Fehler wäre
04:40Wie?
04:42Sie machen einen Vorschlag, um ihn dann wieder zurückzunehmen?
04:46Ja, Frau Lechner, die von Seiten des Innenministeriums für Einsparung zuständig ist, hat diesen Vorschlag gebracht
04:53Verstehe
04:54Sie wollten ihn nicht einfach ignorieren
04:56Erst ernst nehmen und dann niedermachen, das war die Taktik
04:59Frau Ortmann, Frau Ortmann
05:01Ich möchte Sie nicht zum Feind haben
05:10Guten Morgen, Herr Linds
05:11Morgen, Frau Doktor
05:13Frühstückt der Herr Hartl noch?
05:15Der Herr Hartl, nein, ganz im Gegenteil, der arbeitet schon, er spricht unten mit der Putzfrau, die steht wohl noch
05:19unter Schock, die Ärmste
05:20Dann fangen wir ohne ihn an
05:22Ja, bitte darum
05:24Sein Morgenmantel ist eingerissen, das deutet auf einen Kampf hin
05:28Gestorben ist er aufgrund eines Sturzes, er ist mit der Schläfe auf die Kante des Schreibtisches gefallen
05:33Aber wohl gerade beim Rasieren, oder?
05:35Ja, sieht so aus, dass er kurz vor Eintreffen der Putzfrau getötet worden ist
05:40Wie kurz?
05:40Der Leichentemperatur nach vor höchstens einer Stunde
05:43Also sprich gegen acht, ja
05:45Genau
05:47Entschuldigen Sie mich
05:47Herr Moor
05:48Grüß Gott, Herr Linds
05:50Ja, Nachtwanderung
05:51Nachtwanderung
05:52Ich habe auch einmal eine Nachtwanderung
05:54Ja, sicher
05:55Haben Sie die Hausbewohner befragt?
05:57Selbstverständlich
05:57Der Tote heißt Wolfgang Riedl, 62 Jahre alt und Privatier
06:01Dem gehört hier das ganze Haus und noch zwei andere in der Straße
06:05Lebt er allein hier?
06:06Ja, er ist zwar verheiratet, aber er ist von der Frau getrennt
06:10Die Frau, die lebt in der gemeinsamen Villa am Chiemsee
06:13Ah, sonst irgendwelche Verwandte?
06:16Herr Freilich, gemeinsamer Neffe
06:18Den Herrn Endres
06:20Der Herr Endres wohnt auch hier im Haus, zwei Stockbergetiefe
06:23Der hat gesehen, dass wir da sind, da ist ja gleich heraufgekommen
06:27Entschuldigung
06:30Hartl, wo bist du?
06:32Aha
06:33Aha
06:35Ja, ich sag's Ihnen
06:36Ende
06:38Herr Linds
06:39Ja?
06:39Der Hartl sagt, dass die Frau Clara mit der Frau Donhauser zusammengerumpelt ist, wie sie unten die Eingangstüre aufgesperrt hat
06:44Also unten die Eingangstüre
06:46Frau Clara
06:47Ja, die Putzfrau
06:48Achso, mit Frau Donhauser
06:49Die Frau Donhauser, die wohnt auch hier
06:52Die muss ja sehr eilig gehabt haben
06:55Wir waren nämlich vorher bei ihr und euch schon weg gewesen, die Frau Donhauser
06:58Aha
06:59Ja, und die Türe, die war nicht aufgebrochen
07:01Sie wissen genau, was das bedeutet
07:03Entweder der Täter hat einen Schlüssel gehabt
07:06Oder das Opfer hat den Täter gekannt und hat ihn hereingelassen
07:08Alte Geschichte
07:09Alte Geschichte
07:11Hat die Putzfrau sonst noch was gesagt?
07:13Der Frau Clara?
07:13Ja
07:14Doch, sie hat dem Hartl gesagt, dass sie den Täter vielleicht unfreiwillig gewarnt hat
07:19Sie hat nämlich die Angewohnheit, dass sie zuerst unten läutet, bevor sie oben aufsperrt
07:24Gut, was ist das?
07:26Nein
07:27Ich hab was gefunden
07:31Zwei Schittons
07:32Die sind am Boden gelegen, beim Toten, gleich in der Nähe
07:36Die Frau Clara hat ja noch keine Gelegenheit gehabt zum Putzen
07:38Schau's her
07:41Spielbankbad Eibling
07:42Der Täter oder das Opfer, die haben das verleihen
07:52Grüß Gott
07:54Danke
07:56Grüß Gott, mein Endres, Jakob Endres
07:58Ich bin der Neffe von Wolfgang
08:00Also, dem Herrn Riedl
08:02Ich bin aus äußerst so schockiert über dieses brutale Verbrechen
08:04Ich hoffe nur, dass Sie den Täter bald erwischen
08:06Also, ich wohne im ersten Stock
08:08Halt auf
08:09Hartl, mein Name, Kripo Rosenheims, mein Kollege, der Herr Linds
08:12Grüß Gott, Herr Linds
08:12Ja, Herr Endres
08:14Wo waren Sie heute Morgen, zwischen acht und neun?
08:17Im Bett
08:18Ich steh allweil erst am Neunauf, weil wenn ich vorher aufstehe, da ist der Dock für mich gelaufen
08:22Da bin ich so müde
08:24Sagen Sie mal, wie war denn das Verhältnis zu Ihrem Onkel?
08:27Gut, ganz gut
08:28Wir sind immer gut miteinander ausgekommen
08:30Da hat sich nichts gefällt
08:32Schon wo ich klar war
08:33Beruflich, was machen Sie da?
08:34Ja, ich bin Geschäftsmann
08:37Zurzeit vertreibe ich Personal Transporter
08:39Sie wissen schon, diese Stehroller, die man Heizdok für alles mögliche einsetzen kann
08:43Hauptsächlich für Stadtrundfahrten
08:45Und das Geschäft läuft?
08:47Naja, es passt schon
08:49Der Herr Riedl hat der Feinde gehabt
08:51Feinde?
08:53Also, Feinde würde ich jetzt nicht sagen
08:55Er war zwar ein Grandler vor dem Herrn und der Pfennigfuchse auch
08:58Also, beliebt war er nicht
09:00Aber
09:00Hat er Freunde gehabt?
09:02Feind?
09:04Da gibt's nur einen
09:05Den Anton Rauch
09:06Die haben sich schon von klar aufgehend
09:08Heute uns regelmäßig Schach sprühen
09:10Zwei Mal in der Woche
09:11Der Rauch führt zu einem kleinen Santiquariat in Rosenheim
09:14Ein bisschen ein Spinner
09:15Wissen Sie, wofür der auf seinen alten Tag noch spart?
09:17Könnten Sie uns vielleicht seine Adresse geben?
09:18Ja, logisch
09:20Wofür?
09:20Was?
09:21Wofür spart der Herr Rauch auf seinen alten Tag?
09:24Für einen Weltraumflug
09:25Er hat sich auf die Listen von diesem privaten Weltraumflugunternehmen namens Red Origins jetzt lassen
09:30In fünf Jahren soll's losgehen
09:32Also, wenn's mich fragen
09:34Nein, danke
09:34Im Augenblick haben wir keine Fragen mehr
09:35Nur die Adresse noch
09:37Ja
09:38Haben Sie was zu schreiben?
09:53Ah, Herr Rauch
09:54Sorry Leute, hat was geschlossen
09:56Ja, wir wollen auch gar nicht in den Laden
09:58Sondern zu Ihnen
09:59Hauptkomissar Lindge Bosenheim
10:01Herr Kollege, Herr Hartl
10:02Muss das jetzt sein?
10:03Ich hab gleich einen Arzttermin
10:04Ja, muss
10:05Wir haben eine schlechte Nachricht
10:07Der Herr Riedl ist tot
10:15Tja, ähm
10:17Setzen Sie sich doch
10:19Ja, Herr Bruch
10:20Ja, da
10:28Ich bin gerade mitten in der Inventur
10:31Wie ist das denn passiert?
10:32Sie sind ein Schulfreund von Herrn Riedl?
10:34Ja
10:35Sie haben regelmäßig mit einem Schach gespielt
10:38Zweimal die Woche
10:40Was war er denn für ein Mensch?
10:41Ein Getriebener
10:42Einen vom Geld Getriebener, wissen Sie
10:44Der kam aus sehr einfachen Verhältnissen
10:47Das hat ihn geprägt
10:49Äh, apropos Geld
10:51Äh, ich hab gehört
10:52Sie planen einen Weltraumausflug
10:55Mein Lebenstraum, ja
10:56Das kostet doch einen Haufen Geld
10:58Ja, ich spare schon seit 15 Jahren
11:00Es fehlt noch einiges
11:01Äh, wie viel haben Sie denn so beieinander?
11:03Die Hälfte
11:04Und wie viel kostet sowas?
11:06Ein Flugticket kostet 200.000 Dollar
11:08Okay
11:09Sachsen-Tit, 200.000
11:11Wo waren Sie denn heute Morgen
11:13So zwischen 8 und 9?
11:14Hier
11:16Kann das irgendjemand bezeugen?
11:17Ein Kunde vielleicht?
11:18Leider nein
11:19Wie gesagt, mein Laden ist wegen Inventur geschlossen
11:23Ja
11:35Ich habe
11:54Kündigung von Miriam Stockel gibt's doch nicht.
12:02Du Artmann, da legst du dich nieder.
12:07So, Frau Donhauser, nehmen Sie bitte Platz.
12:13Das ist die Frau Donhauser.
12:15Michi!
12:16Womit bitte.
12:19Ich war gerade im Büro von 80.
12:20Ja, sofort gekommen.
12:22Da wollte ich meinen Bericht auf seinen Schreibtisch legen.
12:23Das ist so ein Dossier von der Artmann.
12:29Über die Stockel.
12:31Grüß dich.
12:32Grüß dich.
12:33Was ich dir jetzt sag, das hast du für ihn informiert.
12:35Ja, ist schon klar.
12:36Versprichst du mir?
12:36Ich versprichst du jetzt redendlich.
12:41Stockel wollen's kündigen.
12:43Ach, Mann.
12:45Ja, doch.
12:45Glaube ich nicht.
12:47Ich hab's doch gelesen.
12:48Hörtl.
12:49Ja, dann gehst du rein, du überzeugst dich selber.
12:52Der Arzt ist immer noch nicht da.
12:53Nein, der ist immer noch nicht da.
12:54Du stehst schmiert.
12:56Du bist jetzt rein.
12:58Das will ich selber sehen.
13:08Herr Arzt.
13:12Ah, ah, ah, ah!
13:14Oh!
13:14Oh Gott, was für ein Herr Arzt.
13:16Was ist denn los?
13:17Oh, irgendwas mit dem Geiz.
13:18Ach!
13:18Herr Arzt!
13:19Sag einmal!
13:21Das ist wahrscheinlich ein Bandscheibenvorfall.
13:24Soll ich den Krankenwagen holen?
13:25Nein, nein, nein!
13:27Ah!
13:28Oh!
13:29Herr Arzt!
13:29Ach, was hat er denn?
13:33Vielleicht einen Bandscheibenvorfall.
13:37Was gucken Sie mich denn so an? Ich kann doch nichts dafür.
13:40Ach, jetzt, glaube ich, geht's wieder.
13:42Nein, nein, nein, Sie bleiben gefällig sitzen.
13:45Aber nein, es geht wirklich besser.
13:47Sind Sie sicher?
13:47Ja, ja, Glück gehabt.
13:49Hören Sie meinen?
13:51Ja, bitteschön.
14:00Sag einmal, was wolltest du eigentlich vom 80er?
14:03Hm? Gar nichts.
14:05Ein bisschen verzeih mir doch nichts. Der Hartl hat doch bloß markiert.
14:08Mir kannst du das doch sagen.
14:09Nein, ich habe dem 80er eine Nachricht hineingelegt und das war's auch schon.
14:13Wirklich?
14:13Ja, willst du das sagen?
14:15Ja.
14:16Du, bis später.
14:19Ja, Elfi.
14:23Herr Lind.
14:24Hm?
14:25Die Stockler soll gekündigt werden.
14:28Was?
14:29Hä?
14:30Ich war gerade im Beruf von meinen 80er.
14:32Und da liegt der Bericht zu den Einsparungsmaßnahmen fürs nächste Haushaltsjahr.
14:36Erstellt von der Frau Ortmann.
14:37Und da steht Kündigung von Miriam Stockel.
14:40Ach, das kann auch gar nicht sein.
14:41Ich habe es ja auch nicht geglaubt.
14:42Aber es ist so.
14:46Ja, für dich.
14:48Ah, Hartl, wie geht's deinem Kreuz?
14:50Ja, voll besser.
14:51Ah, das ging aber schnell.
14:53Ja, weißt du, so ein Hexenschuss, der geht genauso schnell, wie er kommt.
14:56Vor allem, wenn man sein Ziel erreicht hat, gell?
14:58Was?
14:59Nix.
15:06Der Frau Stockel soll gekündigt werden.
15:08Erzähl mal was Neues.
15:09Was machen wir denn jetzt?
15:11Wir müssen noch was machen.
15:12Hast du dir was gesagt?
15:13Bin ich blöd.
15:14Natürlich nicht.
15:16Wir müssen den Stier bei die Hörner packen.
15:17Welchen Stier?
15:18Die Ortmann.
15:19Achso.
15:20Ja, da hat er recht.
15:25Ne, ne, ne.
15:26Das schlagt er euch mal gleich aus dem Kopf.
15:27Herr Lind, Sie sind der Einzige, der an Sie rankommt.
15:30Das halte ich für ein Gerücht.
15:32Wo er recht hat, hat er recht.
15:33Sie sind unser Diplomat.
15:35Sie haben das nötige Fingerspitzengefühl.
15:37Wenn Sie auf jemanden hört, dann auf Sie.
15:39Und schon wieder hat er recht.
15:41Sie kommen sich um die Ortmann und ich nehme mir die Donhauser vor.
15:45Na gut.
15:46Ja.
15:46Und kein Wort davon zu stockel.
15:48Was hat denn die Frau Riedl gesagt?
15:50Hä?
15:50Was die Frau vom Riedl gesagt hat?
15:52Achso, ja.
15:53Betroffen war sie und eine Alibi hat sie zurzeit, wo sie zu Hause ist.
15:57Und ein Testament?
15:58Habe ich auch gefragt.
15:59Also erbt als sie.
16:00Aha.
16:02Was heißt?
16:03Dass wir den Endres den Neffen hinten ansteigen können.
16:05Weil Erbschaft als Motiv ausfällt.
16:07Jetzt bringst du mir die Donhauser rein.
16:11Und das Stockel macht doch das alles keinen Spaß mehr.
16:13Geh mich eh.
16:14Danach gehst du zum Tatort und schaust, was die Spusi macht.
16:19Ja?
16:24Du, ich muss unbedingt mit dir.
16:27Ja?
16:30Ich denke, dass wir mal wieder miteinander essen gehen sollten.
16:35Essen?
16:36Äh, gern.
16:37Heute Abend?
16:38Okay.
16:39Times Square.
16:40Ja?
16:41Gut, dann bis heute Abend.
16:43Wann?
16:45Wann?
16:46Ja, äh, sieben.
16:47Ach.
16:53Gott.
16:54Und?
16:55Was haben Sie erreicht?
16:55So schnell geht das nicht, Herr Mohr.
16:57Das muss man behutsam angehen.
17:00Zeit haben wir aber nicht.
17:01Ja, das weiß ich.
17:02Aber ich muss mir die Zeit einfach nehmen.
17:03Ich bin mit dir heute Abend im Times Square verabredet.
17:05Ja?
17:06Aber nicht um einen Finger wickeln lassen.
17:08Und nicht so viel trinken.
17:10Herr Mohr.
17:11Entschuldigung.
17:11Ach ja, Entschuldigung, Sie wollten nicht unöblich sein, aber das mit der Stockl, das macht Befertigung.
17:17Entschuldigung.
17:18Entschuldigung.
17:18Äh, um sieben, ja?
17:19Ja.
17:29Ich kann nichts Schlechtes über Herrn Riedl sagen.
17:32Mir gegenüber war er...
17:33Das ist mein Kollege, der Herr Linz.
17:36Das ist unsere Frau Donhauser.
17:37Herr Kommissar Linz.
17:38Danke, Donhauser.
17:40Also wie gesagt, ich kann nichts Schlechtes über Herrn Riedl sagen.
17:44Mir gegenüber war er immer entgegenkommend und hilfsbereit.
17:49Äh, können er andere was Schlechtes über ihn sagen?
17:52Na ja, die anderen Mieter mochten ihn nicht.
17:56Er konnte sehr kleinlich und autoritär sein.
17:58Vor allem, wenn jemand nachlässig mit seinem Eigentum umging.
18:02Ähm, gab's da einen speziellen Kandidaten, also irgendeinen Mieter, mit dem Herr Riedl besonders im Klinschlag?
18:07Ja, Herr Waldheimer.
18:11Ein unangenehmer Mensch.
18:12Der grillt auf seinem Balkon und nebelt alle anderen mit seinen Fettschwaden ein.
18:16Er trennt den Müll nicht, wirft die Kartons unzerkleinert in die Papiertonne.
18:20Und wenn der seine Heavy-Metal-CDs auflegt, dann wackeln die Wände.
18:26Das heißt, Herr Riedl und er hatten Streit?
18:28Ja. Waldheimer ließ sich nichts von ihm sagen.
18:31Ist denn sonst noch was Auffälliges passiert im Haus in der letzten Zeit?
18:38Ja, gestern.
18:39Da haben sich Herr Riedl und sein Schachfreund im Treppenhaus angeschrien.
18:44Was Sie meinen, Herrn Anton Rauch?
18:46Um was ist denn bei dem Streit gegangen?
18:49Das weiß ich nicht. Das hat so geheilt.
18:53Ich meine aber, dass der eine dem anderen vorgeworfen hat, ihm was gestohlen zu haben.
18:58Also sicher bin ich mir natürlich nicht. Ich habe nur immer wieder das Wort gestohlen gehört.
19:04Ich meine, ich stehe ja nun auch nicht im Treppenhaus rum und lausche.
19:12Ja, ähm, die Putzfrau von Herrn Riedl hat Sie heute Morgen aus dem Haus kommen sehen.
19:17Ja.
19:18Sie hatten es recht eilig.
19:19Ich hatte einen Kunden. Ich war spät dran.
19:22Ähm, was machen Sie so beruflich?
19:25Ich bin Kosmetikberaterin.
19:28Ja, dann wäre es das eigentlich, oder?
19:32Gut, dann dürfen Sie jetzt gehen, Frau Dornhäuser.
19:35Stockl, kommst du bitte mal. Auf Wiederschauen.
19:37Wiederschauen.
19:38Wiederschauen.
19:45Was gibt's?
19:47Stockl, warst du so lieb und würdest uns bis morgen bitte die Kontoauszüge vom Riedl besorgen.
19:52Vor allem die Mietkonten würden uns interessieren.
19:54Sonst noch was?
19:55Ja, irgendwas Neues vom Labor?
19:57Wegen den Jetons.
19:58Ähm, ja.
20:00Ja, da sind ein Haufen Fingerabdrücke drauf, aber wegen der Menge unbrauchbar.
20:03Ah. Fällt da jetzt jemand hin zum Casino?
20:05Ja, der Kraus aber erst morgen, weil er auch keine Zeit mehr hat.
20:09Hartl, mit deinem Kreuz, alles in Ordnung soweit?
20:11Ja, alles Paletti.
20:14Muss anscheinend keiner mehr zum 80er ins Büro.
20:20Da ist doch was in Busch.
20:22Aber das krieg ich noch aus.
20:27Was euch?
20:29Fohlen Sie, bist du auch da?
20:30Servus.
20:32Gibt's was nix?
20:33Na.
20:36Weißt du was?
20:38Na.
20:38Weißt du was?
20:42Scheiße!
20:44Michi, an den Lappen, schnell, schnell, schnell!
20:46Ja, ja.
21:03Ja, was ist jetzt?
21:04Was nimmst du?
21:05Jetzt gib halt her noch ein.
21:20Mensch, Herr Rottl.
21:21Ja, passt doch.
21:23Herr Mohr, sind Sie noch am Tatort?
21:24Freilich.
21:25Sie müssten sich mal mit einem der Mieter unterhalten.
21:27Der Mann heißt Egon Waldheimer.
21:29Ja, bei dem Herrn Waldheimer bin ich ja schon heute in der Früh gewesen.
21:32Ach so.
21:33Kam dabei zur Sprache, dass er und Riedl Streit hatten wegen seines Verhaltens als Mieter.
21:38Hm.
21:39Dann müssen Sie dann noch mal nachbohren, ja?
21:42Neusricht.
21:43Gut.
21:43Gibt's schon was nix von der Stucklfrott?
21:45Nein.
21:46Wie denn?
21:47Bis dann.
21:53Herr Rauch.
21:54Noch was vergessen?
21:55Na?
21:57Aber Sie haben was vergessen.
21:58Ja, nämlich uns zu erzählen, dass Sie gestern einen ziemlich massiven Streit hatten mit Herrn Riedl.
22:03Sagt wer?
22:04Ja, das tut nix der Sache, aber wir wissen, dass in dem Streit sehr oft das Wort gestohlen gefallen ist.
22:10Haben Sie Herrn Riedl was gestohlen?
22:12Nein.
22:13Aber dazu müsste ich ausholen.
22:16Uns briss jetzt nicht.
22:21Lange Zeit haben der Riedl und ich keinen Kontakt mehr zueinander gehabt.
22:24In den letzten Jahren ist aber Ruhe geworden und wir haben uns wieder angenähert.
22:30Und dann wollte er mit Ihnen Schach spielen.
22:31Der Riedl war ein guter Schachspieler.
22:33Viel besser als ich.
22:35Aber war ein mieser Verlierer.
22:38Jetzt mal, wenn er verloren hat und es ist vielleicht einmal im Jahr vorgekommen,
22:42da ist gleich unsere ganze Freundschaft auf der Kippe gestanden.
22:46Das verstehe ich jetzt immer noch nicht.
22:48Im Streit habe ich ihm gesagt, dass er mir mit seinem bescheuerten Ehrgeiz gestohlen bleiben kann.
22:52Darauf hat sich das gestohlen bezogen.
22:54Verstehen Sie jetzt?
22:55So, Herr Waldhermer, vielen Dank.
22:58Und bitte, nicht verreißen, solange wir ermitteln, gell?
23:02Danke.
23:03Halt!
23:03Stehen bleiben.
23:05Wer sind Sie?
23:06Guten Tag, Thomas Thiel.
23:08Grüß Gott.
23:08Michael Mauer.
23:09Sind Sie vom Haus?
23:10Nein.
23:10Was machen Sie denn da?
23:11Ich will zu Herrn Riedl.
23:12Zum Herrn Riedl.
23:13Wunderbar.
23:14Kommen Sie gleich mit.
23:16Gerne.
23:17Kala.
23:23Herr Hartl, ich komme nicht mehr mit.
23:26Ich gehe gleich rüber ins Times Square.
23:28Ich würde dann auf den Hof fahren, zum Riebisten, weil die kocht heute auf.
23:32Na dann, guten Appetit.
23:34Und Ihnen auch einen guten Appetit, gell?
23:38Und dass die Frau Artmann ein Einsehen hat.
23:40Ich drücke Ihnen die Daumen.
23:41Danke.
23:51Fix.
23:57Das gibt es ja nicht.
23:59Du, Charlie, ich habe einen Platten.
24:00Nein, nur der Bordstein.
24:04Ja, Herr Thiel, so war alles mit dem Herrn Riedl.
24:06Das ist ja schrecklich.
24:08Tja.
24:09Was wollten Sie von ihm?
24:12Mit ihm über diesen Comic verhandeln.
24:15Wollt Sie ihm das da abkaufen?
24:17Das da, Herr Mohr, ist eines der wenigen Watzmann-Exemplare, die es noch gibt.
24:24Schön.
24:26Sind Sie eigentlich von Rosenheim?
24:28Ich bin aus Berlin.
24:29Aus Berlin?
24:30Und dann machen Sie so eine weite Reise wegen sowas?
24:32Das ist kein sowas, das ist ein Original-Watzmann-Comic.
24:36Aber das wissen wir jetzt alle.
24:37Gar nichts wissen Sie.
24:39Dieser Comic stammt aus dem Jahr 1934.
24:42Es ist das erste Heft einer Serie von 100 Folgen und hat den augenblicklichen Schätzwert
24:47von 1,5 Millionen Dollar.
24:52Also die Stöckel weiß noch gar nichts von meinem Glück.
24:56Die Wartmann hat das alles eingefädelt?
24:58Ja.
24:59Und jetzt sollst du das heiße Eisen aufpassen?
25:02Ja.
25:03Das könnte dir sauberes Gemützel geben.
25:06Vielleicht sollte meine Gäste in Sicherheit bringen.
25:09Jetzt übertreibt mich nicht.
25:10Dann sprich ich uns später.
25:14Feind in Sicht.
25:17Hallo.
25:18Hey.
25:22Mein Gott, die Arme.
25:24Ja.
25:25Das hätte der Artmann nie zutraut.
25:27Was sagt denn der 80er dazu?
25:30Weiß ich nicht.
25:32Dann musst du mit ihm reden.
25:34Wobei, vielleicht sollte ich...
25:36Jetzt baut mir mal ab, was der Lind bei der Artmann bewirkt.
25:39Grüß euch.
25:40Hallo.
25:41Grüß dich, Michi.
25:42Schau her, Härtl.
25:43Jetzt läuft es da wieder.
25:44Ah, fungelig.
25:45Ich schulde ihm, dass ich dich was und dir auch.
25:47Mhm, passt schon.
25:49Ein paar Neuigkeiten habe ich auch.
25:51Darf ich mich kurz zu euch ersetzen?
25:53Freilich.
25:55Danke.
25:57Daheim fällt mir die Dicken am Kopf.
26:00Haben Sie schon gehört, Frau Muri?
26:01Ja, schlimme Sache.
26:04Ich kann mir das gar nicht vorstellen.
26:06Ich bin unter die Stocke.
26:07Sag mal, magst du ein Bier?
26:09Nein, ja, bitte.
26:10Ich hole eins.
26:11Haben Sie ein helles auch?
26:13Freilich.
26:13Super.
26:18Jetzt erzähl, was gibt es Neues?
26:19Also ja, ich bin doch beim Riedl gewesen.
26:22Und da ist ein Herr vorbeigekommen aus Berlin.
26:25Ein Herr Thiel.
26:26Thomas Thiel.
26:27Und der wollte dem Riedl seinen Watzmann abkaufen.
26:31Bitte was?
26:32Also ja, Watzmann.
26:34Pass auf.
26:361934 hat ein amerikanischer Comiczeichner in Berzgaben Urlaub gemacht.
26:42Und da hat ihn dieses Watzmann-Massiv so beeindruckt, dass er ein Comic gezeichnet hat.
26:46Und der Held von diesem Comic, der heißt Watzmann.
26:49Ein Comic?
26:50Aber wir haben doch beim Riedl in der Wohnung gar keinen Comic gefunden.
26:52Ja, ihr nicht.
26:53Aber ich schon.
26:54Der ist drin gesteckt in einer Küchenrolle.
26:56Man muss halt überall nachschauen.
26:58Ja, aber was bringt uns das?
27:00Also nix, das Heftl ist halt 1,5 Millionen Dollar wert.
27:04Ja, verreck.
27:05Ja, gibt's das?
27:06Schau.
27:07Der Täter hat doch die Wohnung durchsucht.
27:09Und da wollte er halt dieses Comic finden.
27:12Freilich.
27:13Den Deal hab ich einbestellt ins Presidium.
27:15Also falls du nicht irgendwelche Fragen haben solltest für morgen.
27:18Übernachtung übernehmen wir, ist recht.
27:20Ja, eh.
27:21Und die Fingerabdrücke werden abgeglichen auf den Comic.
27:24Super, Michi.
27:25Bitte.
27:26Nein, ist es nicht.
27:27Danke.
27:28Wollen Sie auch was essen, Herr Michi?
27:29Nein, bitte nicht.
27:31Mir hat das mit der Stoppelsur auf den Magen geschlagen.
27:33Ich kann nix essen.
27:34Das verstehe ich gut.
27:40Dass du in so einer Situation so reinhauen kannst.
27:44Ja, ich is immer ein bisschen zu voll, wenn ich einen gekommen hab.
27:48Ja, der Hartl ist ja der ganzer sensibler Gehirn.
27:56Sag mal, ich find's ja sehr nett, dass du mich einfach so zum Essen einlädst.
28:00Aber ist es wirklich nur einfach so?
28:04Nein.
28:06Dacht ich mir.
28:07Alles in Ordnung?
28:08Ja.
28:10Noch?
28:12Was hat er denn jetzt damit gemeint?
28:14Ach, nichts.
28:15Ganz soft joke.
28:17Ja, und er weiß immer mehr als ich.
28:20Also, wo drückt er Schuhen?
28:29Du willst Frau Stockel kündigen?
28:35Er hat 80er?
28:36Nein, nein.
28:36Hat er nicht.
28:38Woher weißt du's dann?
28:39Das spielt doch keine Rolle.
28:40Doch, das tut es.
28:42Weiß Frau Stockel selber schon?
28:43Nein, sie hat keine Ahnung.
28:45Also, wer?
28:47Herr Mohr, zufällig.
28:48Herr Mohr?
28:49Jetzt weiß ich auch, warum er mich so böse angeschaut hat.
28:52Weiß Hartl auch Bescheid?
28:55Der ganze Laden also.
28:57Ich versteh's nicht, Patricia.
28:59Ich versteh nicht, wie du so...
29:00Grausam sein kannst.
29:02Willst du das sagen?
29:04Und, immer noch alles in Ordnung?
29:06Ja, immer noch alles in Ordnung.
29:08Ja.
29:12Wie lange bin ich schon hier?
29:14Fünf Jahre.
29:15Fünf Jahre.
29:16Und noch immer halten mich alle für einen grausamen, berechnenden Eisblock, der über Leichen geht.
29:21Und was das Schlimmste daran ist?
29:24Sogar du.
29:28Mein Nachttisch überlasse ich dir.
29:29Grausame Menschen mögen nichts Süßes.
29:36Das ist aber jetzt schon irgendwie schnell gegangen.
29:39Und?
29:41Wird nicht schlau aus, ja.
29:42Ich auch meine.
29:43Frauen waren jetzt einfach noch nicht deine Stärke.
29:59Hartl, das sind die Kontoauszüge vom Riedl.
30:02Und mir sind da zwei Sachen aufgefallen.
30:04Und zwar, erstens hat er dreimal 50.000 Euro abgehoben.
30:09Und zweitens, bei den Mietzahlungen ist mir aufgefallen, dass die Donhauser keine Miete bezahlt hat.
30:16Okay, keine Miete.
30:18Und die KTU hat im Laptop vom Riedl ein Mietkündigungsschreiben gefunden.
30:23Und jetzt rat mal, für wen?
30:24Genau, für die Gisela Donhauser.
30:27Super gemacht, Stockl.
30:28Du, Stockl, was ich dir schon lange mal sagen wollte, das ist, dass du wirklich eine ganz wertvolle, wichtige Arbeit
30:34für uns machst.
30:35Danke, Richie.
30:36Danke.
30:37Ja.
30:38Du, Michi, sag mal, ist die Donhauser schon da?
30:41Donhauser, die hole ich grad.
30:42Die anderen sitzen oben am Gang.
30:43Aber jetzt was anderes.
30:44Was ist mit Lind?
30:45Der redet doch grad mit dem Comic-Experten da.
30:48Das ist doch mir wurscht.
30:49Ich möchte wissen, wie es gestern ausgegangen ist.
30:51Das weiß er nicht.
30:52Er weiß es nicht.
30:54Ja, er hat die Ortmann drauf angesprochen, aber sie ist dann beleidigt abgerauscht.
30:58Wie sind Sie überhaupt auf Ihren Riedl gekommen?
31:01Über eine Internetplattform, auf der anonym unter Pseudonym wertvolle Comics angeboten werden.
31:07Erst wenn ein reelles Kaufinteresse vorliegt, wie in meinem Fall, bekommt man Namen und Adresse des Anbieters.
31:12Aha.
31:13Könnten Sie mir diese Internetadresse aufschreiben?
31:15Gut, klar.
31:20Etwas war seltsam.
31:22Herr Riedl hatte den Comic unter dem Pseudonym Mr. Spock angeboten.
31:28Einige Tage zuvor ist der gleiche Comic unter einem anderen Pseudonym angeboten worden.
31:35Und Sie meinen, dass zwei so wertvolle und auf gleiche Comics in so kurzer Zeit angeboten werden?
31:40Ist auf jeden Fall sehr unwahrscheinlich.
31:44Würden Sie so weit gehen, zu sagen, dass es vielleicht derselbe kommt?
31:46Ja.
31:48Und wissen Sie auch noch das Pseudonym?
31:50Mit der Tom.
31:51Mit der Tom.
31:52Ich kann Ihnen noch die Telefonnummer des Betreibers der Plattform geben.
31:56Ja, das wäre toll.
31:57Ist das Ihr Ernst?
31:59Alle wissen Bescheid.
32:01Ja.
32:02Frau Stockel auch?
32:03Das weiß ich nicht.
32:05Auf jeden Fall glauben alle, dass wir Frau Stockel kündigen wollen.
32:16Also gut, ja, ich habe mietfrei gewohnt.
32:21Und, was war die Gegenleistung?
32:25Haben Sie ein Verhältnis gehabt mit Herrn Riedl?
32:30Also, warum hat er Ihnen dann gekündigt?
32:37Als ich von einer Geschäftsreise zurückkam, da hat mir mein Nachbar, Herr Waldheimer, erzählt,
32:41dass Herr Riedl meine Wohnung hinter meinem Rücken mit einer anderen Dame besichtigt hat.
32:47Also, irre, dass er überdrüssig war und da wollte er ein neues Mietverhältnis eingehen.
32:54Fühlte mich gedemütigt.
32:57Aber ich habe ihn nicht umgebracht.
32:59Das wird Sie nur beweisen müssen.
33:01Dann darf er es jetzt gehen, Frau Donhäuser.
33:04Und halten Sie sich zu unserer Verfügung.
33:06Wiederschauen.
33:07Wiederschauen.
33:09Ach, über die Registrierung.
33:11Ja, klar.
33:13Nein, nein, das reicht mir als Information.
33:15Danke.
33:16Passen Sie auf.
33:18Der Wolfgang Riedl hat den Comic auf einer Internetplattform unter dem Pseudonym Mr. Spock angeboten.
33:23Ja, Moment.
33:24Der gleiche Comic ist ein paar Tage zuvor schon mal angeboten worden,
33:28allerdings unter einem anderen Pseudonym.
33:30Captain Kirk.
33:31Ja, messerscharf.
33:32Nein, Major Tom.
33:34Na, klingelt's?
33:35Major Tom?
33:35Das ist niemand anderes als unser Möchtegern-Astronaut Anton Rauch.
33:40Dann hat der Rauch den Comic vorher gehabt.
33:43Ja.
33:43Dann wissen wir jetzt auch, was das Gestollen bedeuten haben könnte, was die Donhäuser aufgeschnappt hat.
33:48Genau.
33:49Der Riedl stellt Rauch den Comic.
33:51Der will ihn zurückhaben.
33:53Sie streiten sich.
33:54Rauch taucht gestern früh wieder auf.
33:57Sie streiten wieder.
33:58Diesmal wird's handgreiflich.
33:59Der Riedl hat so einen Schädel an der Tischplatte noch
34:01und entspindet vor seinem Freund ins All.
34:05Aha.
34:06Rauch sucht den Comic und die Putzfrau kommt und klingelt und der Rauch verzieht sich.
34:10Ah, schön gesagt.
34:17Äh, Herr Mohr?
34:18Hätten Sie einen Moment?
34:19Ich hab keine Zeit.
34:20Bitte.
34:21Michi!
34:22Äh, Frau Stockel, das ist gerade schlecht.
34:24Ich würd kurz gerne...
34:25Ich hab keine Zeit.
34:28Frau Stockel!
34:29Sie kommen gerade recht.
34:31So?
34:32Die Frau Ottmann hat gerade was ganz anders gesagt.
34:34Was anderes?
34:34Ach so, äh, Sie hat sie ins Bild gesetzt.
34:37Naja, äh, bitte nimm uns doch Platz, Frau Stockel.
34:40Ja, das ist jetzt wirklich blicklaufen.
34:43Und, äh, wenn man's genau betrachtet, ist ja die Frau Lechner vom Innenministerium schuld daran.
34:48Die hat das mit ihrer Kündigung in die Welt gesetzt und...
34:51Ja.
34:52Die Frau Ottmann ist halt auf diesen Zug aufgesprungen.
34:55Aus rein taktischen Gründen, versteht sich.
34:58Herr Rhein?
35:01Ah, Frau Ottmann.
35:02Ja, schön, dass die Sache jetzt geregelt ist.
35:11Und Sie, Herr Rauch, wollten unbedingt Ihren wertvollen Watzmann-Comic wiederhaben.
35:16Und dann ist es zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung gekommen.
35:20Bei der hat der Herr Riedl den Tod gefolgt.
35:22Der Anfang stimmt.
35:24In etwa.
35:25Das Ende nicht.
35:27Tja, dann erzählen Sie mal Ihre Version.
35:29Also, vor x Jahren, das...
35:32Wir waren damals so 13, da hat der Riedl den Watzmann-Comic von einem Schulkameraden für 80 Pfennig abgekauft.
35:39Nachdem er ihn gelesen hat, hat er nicht mehr interessiert.
35:42Also hat er mir angeboten.
35:44Mir hat der Comic gefallen, also haben wir tauscht.
35:46Was hat denn der Herr Riedl dafür gekriegt?
35:49Mein Autoquartett.
35:51Vor ein paar Wochen habe ich meinen Speicher aufgeräumt und...
35:54Da bin ich auf den Comic gestoßen.
35:56Wussten Sie da schon, wie viel er wert ist?
35:58Nein.
36:00So aus Nostalgie heraus habe ich dem Comic, dem Riedl, gezeigt.
36:04Da hat der Riedl ganz merkwürdig reagiert.
36:07Inwiefern merkwürdig?
36:08Er wollte mir den Comic auch aus Nostalgie heraus, wie er gesagt hat, abkaufen.
36:12Da bin ich misstrauisch geworden.
36:15Wieso?
36:15Weiß nicht.
36:17Ja, vielleicht wie er geschaut hat.
36:20So gierig.
36:22So habe ich 1000 Euro verlangt.
36:25Nur zum Spaß.
36:26Und er ist darauf eingegangen?
36:27Sofort.
36:29Was mich natürlich noch misstrauischer gemacht hat.
36:32Liebe Frau Stockel, die Frau Ortmann wollte Sie doch niemals kündigen.
36:36Das war eine, ja, rein verwaltungstechnische Finte.
36:40Ja, aber warum ausgerechnet ich? Warum hätte irgendjemand anders?
36:43Schau, du hast einen Kaffee.
36:45Danke. Das hat einer bestimmt freigemacht.
36:47Ich konnte nicht anders. Das Innenministerium hat Sie ins Spiel gebracht, nicht ich.
36:51Ja, ja, das kann ja jeder sagen.
36:53War aber so.
36:54Aber warum ich? Die muss Ihnen doch bestimmt was gesteckt haben.
36:56Nein, das habe ich nicht. Aber ich musste auf den Vorschlag von Frau Lechner reagieren.
36:59Ja, ja, immer sind es die anderen, gell?
37:01Also jetzt wird es mir wirklich zu blöd.
37:06So, jetzt ist sie verärgert.
37:08Das ist ja wohl das Mindeste.
37:13Gut, Sie sind also misstrauisch geworden und haben den Verkauf abgelehnt. Und dann?
37:19Danach habe ich im Internet recherchiert.
37:21Und da haben Sie dann rausgefunden, dass der Comic hier anderthalb Millionen Dollar wert ist.
37:26Genau.
37:27Kurz ist dann alles bei mir eingebrochen worden und der Comic war weg.
37:32Wie hat denn der Herr Riedl reagiert, als Sie zur Rede gestellt haben?
37:36Dass er das nicht war, er hat sogar ein Alibi gehabt.
37:39Ich habe ihm natürlich nicht geglaubt, wer hätte es denn sonst wissen können.
37:43Nach dem Streit bin ich heimgegangen und am nächsten Morgen sind Sie bei mir im Laden aufgetaucht.
37:53Moment, da.
37:59Die Fingerabdrücke sind da.
38:01Auf dem Comic sind die Fingerabdrücke von mir, von Herrn Thiel, das ist der Comic-Experte,
38:07vom Rauch, wisst ihr schon, das ist der Schachpartner vom Riedl gewesen, aber Riedl selber, ist klar.
38:11Aber jetzt wird es spannend.
38:13Vom Jakob Endres.
38:16Und das ist der Bericht vom Herrn Oberkommissar Kraus, der hat im Spielcasino ermittelt,
38:21hat sich sämtliche Videos von der Überwachungskamera ungeschaltet, von der letzten Woche bis gestern.
38:25Und wen hat er entdeckt?
38:27Ein Jakob Endres.
38:29Der hat für 50.000 Euro den Chitons gekauft und nicht mehr zurückgetauscht.
38:34Hat alles verloren?
38:35Ja.
38:36Der Riedl hat ein paar Tage vor dem Spielbankbesuch 50.000 Euro von seinem Konto abgekommen.
38:42Na, wenn das mal kein Zufall ist.
38:44Ich meine Hausdurchsuchung fahren lassen bei Herrn Endres, hm?
38:53So, Herr Endres.
38:55Was sagt Ihnen den Watzmann?
38:57Watzmann?
38:59Ist das nicht ein Berg im Brechtsgaden?
39:01Schon.
39:02Da gibt es, glaube ich, ein Musical, das über den geht.
39:06Und sonst?
39:08Sonst?
39:10Lass uns mal überlegen.
39:17Ratzmann.
39:19Der Comic von meinem Onkel, den hat er mir mal gezeigt.
39:23Gezeigt?
39:25Woher haben es denn die 50.000, die seine Spielbank auf den Kopf gekauft haben?
39:29Geschäfte?
39:32Gut, ich gebe es zu, es war ein Schwarzgeschäft, weil neben den Stehrollern habe ich noch...
39:38Das ist doch ein ausgemachter Blödsinn.
39:40Das Geld haben Sie von Ihrem Onkel.
39:42Ja, okay.
39:43Das gebe ich ja zu.
39:44Es war ein Geschäft mit meinem Onkel.
39:47Wollen Sie nicht gestehen, Herr Endres.
39:56Okay, ich packe jetzt aus.
40:00Ich habe im Auftrag von meinem Onkel, dem Rauch, den Watzmann kam ich geklaut.
40:04Dafür habe ich die 50.000 bekommen.
40:07Und dann sind Sie in der Früh noch einmal zu Ihrem Onkel, nachdem Sie in der Nacht alles verloren gehabt
40:11haben und wollten ein bisschen nachfassen.
40:14Da war ich im Bett.
40:19Wir haben bei Ihrem Onkel, dem Herrn Riedl, zwei Jetons sichergestellt, die Sie dort verloren haben.
40:25Ich nehme einmal an, beim Kampf...
40:28Die Jetons habe ich zwei Tage vorher meinem Onkel geschenkt.
40:32Als Glücksbringer quasi.
40:35Den hier haben wir neben anderen in Ihrer Wohnung gefunden.
40:43Trauriger Rest. Leider.
40:45Ich würde sagen, zum Glück.
40:47Der Jetons ist ganz interessant.
40:51Aha.
40:53Und was ist da so interessant?
40:55Blut.
40:57Wir haben Blutpartikel daran gefunden.
41:03Ihr Onkel hat sich nämlich kurz vor Ihrem Erscheinen beim Rasieren geschnitten.
41:07Als Sie mit ihm kämpften, haben Sie einige Jetons verloren.
41:10Und als Ihr Onkel zu Boden ging, ist er mit dem Gesicht direkt auf dem Jeton gelandet.
41:15Den Sie eingesammelt und mit nach Hause genommen haben.
41:18Das ist der Beweis dafür, dass Sie in der Früh noch einmal bei einem Onkel waren.
41:21Herr Endres, Sie sind vorläufig festgenommen, wegen des dringenden Tatverdachts,
41:24Herrn Wolfgang Riedl getötet zu haben.
41:27Herr Endres, wenn Sie bitte mit den Kollegen mitgehen möchten.
41:41Rihanna war blöd.
41:54Hey, äh, der Herr Mohr hat mir alles erzählt.
41:57Ich, es tut mir leid, dass ich so voreilig war.
42:01Wie kann ich's wieder gut machen?
42:02Ein Essen?
42:04Ja, wunderbar.
42:05Für mich und Frau Stockel.
42:09Na toll.
42:10Ihr habt den Unsinn aufgebracht und ich kann dafür büßen.
42:13Meist trifft halt immer die Beißen.

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