00:04Herr Pappberger, Sie haben im März einmal gesagt, die Raketenbestände wären bedenklich leer. Wie ist der aktuelle Stand?
00:11Ich glaube, das ist immer noch so. Man kann so schnell Raketen nicht produzieren und das ist der Grund, warum
00:16wir auch als Rheinmetall ein großes Investitionsprogramm machen.
00:19Aber nicht nur wir, sondern viele Hersteller und es gibt wahnsinnige Engpässe bei Raketenmotoren, aber auch bei Gefechtsköpfen und wir
00:27müssen hier extrem viel schneller werden.
00:30Um Deutschland, aber auch Europa und die NATO wieder auf eine Sollgröße zu kriegen, die ausreichend ist, wenn wir bedroht
00:37werden.
00:38Wo stehen wir denn beim Skyranger? Die Geräte wurden bestellt, aber kommen die auch noch rechtzeitig? Also wie schnell geht
00:44das jetzt?
00:45Beim Skyranger, und das ist wirklich ein Narrativ, das immer wieder reinkommt, im Skyranger ist es so, dass wir die
00:52Serienlieferung laut Vertrag in 27 liefern müssen.
00:57Und das wird auch geliefert und es sind minimale Verzögerungen, die wir im Augenblick haben. Wir haben einige Technologien, die
01:05wir erneuern müssen.
01:06Das ist einmal das Chassis, das ist die Radartechnologie und das sind die Missals, die integriert werden müssen.
01:11Aber ich bin der festen Überzeugung, dass wir gemeinsam mit dem Bayern BW, aber auch mit dem Ministerium eine gute
01:17Lösung finden in diesem Bereich.
01:19Unsere Leute arbeiten Tag und Nacht daran und wie Sie wissen, wird die Kapazität im Bereich Skyranger extrem aufgebaut.
01:26Bis zu 400 pro Jahr bauen wir oder können wir bauen ab Ende nächsten Jahres. Also ich sehe da keinerlei
01:34Bedenken.
01:34Die Deep-Strike-Fähigkeiten, es gibt da einen Joint Venture. Wo stehen wir da?
01:39Das Joint Venture, das wir auf der einen Seite mit Destinus haben, auf der zweiten Seite ist das, was wir
01:44mit Lockheed Martin machen.
01:45Mit Lockheed Martin machen wir den Bereich der Artillerie-Raketen.
01:50Die Cruise Missiles machen wir mit Destinus.
01:53Diese beiden Joint Ventures sind in der absoluten Endphase der Unterschrift und wir gehen davon aus, dass wir Ende dieses
02:00Jahres, Anfang nächsten Jahres bereits den ersten Auftrag für die Cruise Missiles bekommen.
02:07So müsste man nicht simplere Sachen bauen, dafür aber mehr. Zeigt das nicht die Ukraine?
02:13Aber das tun wir auch, aber das hilft in einigen Bereichen nicht.
02:16Wenn Sie heute sehen, die Leistungsfähigkeit eines Skyrangers ist, dass Sie auch eine Rakete, die Mach 3 fliegt, runterschießen können.
02:24Das können Sie mit einem Interceptor nicht machen und das können Sie mit einem einfachen Gerät einfach nicht machen.
02:29Und wenn Sie heute mit dem Inspekteur des Deutschen Heeres sprechen, dann sagt er Ihnen, in zwei Jahren sieht die
02:35Bedrohung ganz anders aus.
02:36Der Skyranger ist wirklich etwas, wo Sie Multifähigkeiten haben.
02:41Das können Sie, das können wir mit unserer Interceptor-Lösung oder mit unseren einfachen Lösungen.
02:47Wir haben ja zum Beispiel auch Punkt 50-Gunz, mit denen wir leichte Drohnen der Kategorie 1 runterschießen können.
02:56Das wird ganz, ganz schwierig, wenn man dann hinterher Jet-Drohnen zum Beispiel hat.
03:00Dann kann man das kaum mehr bekämpfen und deswegen glauben wir, dass eine nachhaltige Lösung die bessere ist.
03:06Wie groß ist wirklich die Rüstungsindustrie und auch Rheinmetall als Jobmotor?
03:10Ich glaube, dass wir ein guter Jobmotor sind.
03:13Wir sind ja zurzeit ohne den zivilen Bereich eine Größenordnung von 34.000 Menschen, die bei Rheinmetall arbeiten.
03:21Wir wachsen netto etwa 10.000 pro Jahr und unser Ziel ist es bis zum Jahr 2030 auf 70.000,
03:28aber dann eine Lieferkette zu haben, die 210.000 Menschen sind.
03:32Also wenn Sie das zusammenzählen, sind das fast 300.000 Menschen. Das ist ein Jobmotor.
03:36Zwei kurze Fragen noch. Wie schnell kann man dann Rüstungsproduktion, Munitionsproduktion, wie schnell kann man das hochfahren, Firmen wie Rheinmetall?
03:45Ja, wir tun es ja. Wir haben es ja gezeigt bei der Munition zum Beispiel.
03:48Bei der Munition sind wir im Mittelkaliber von unter einer Million auf vier Millionen Schuss hoch.
03:53Im Artillerie-Bereich von 70.000 auf 1,5 Millionen Schuss.
03:57Bei der Panzermunition auf 240.000 Schuss von 40.000, 50.000, 60.000 Schuss, je nachdem wie das Jahr
04:03war.
04:04Also wir tun das ja. Und was wir jetzt machen ist, wir haben die LKWs verdoppelt,
04:08also die logistischen Fahrzeuge und die taktischen Fahrzeuge werden jetzt mehr als verdoppelt.
04:13Also wir machen das. Nur im Augenblick haben wir nicht die Aufträge, um noch mehr zu machen.
04:19Rheinmetall hat ein Investitionsprogramm über sechs Jahre von 30 Milliarden Euro.
04:23Und das ist Wahnsinn, was wir da im Augenblick investieren.
04:27Und deswegen ist es so wichtig, dass dieses Zeichen, das wir auch heute wiederum gesetzt haben,
04:31dass der Minister hier ist, dass der Minister sich auch darum kümmert,
04:34dass wir nicht nur die Kapazitäten aufbauen, sondern dass sie nachhaltig dann auch,
04:39dass die Menschen Arbeit haben.
04:42Das ist für mich ein super Zeichen gewesen, ein sehr, sehr gutes Zeichen.
04:45Und das beruhigt mich auch ein bisschen, sodass die Bundesregierung ihre Verantwortung hier wirklich wahrnimmt.
04:50Letzte Frage, was kommt als nächstes?
04:53Die Drohnen waren jetzt zuletzt ein ganz großes Thema.
04:56Also seit dem Konflikt würde ich sagen, Aserbaidschan, Armenien auf jeden Fall.
05:00Was kommt als nächstes? Ist es der Weltraum oder ist er es schon?
05:04Oder sind es auch Kampfroboter, humanoide Roboter, sowas?
05:07Die Roboter werden kommen, das ist ganz klar.
05:10Wir haben ein Forschungszentrum in Bremen für den Bereich humanoide Roboter.
05:14Wir arbeiten an dem, wir haben noch keine Serienprodukte,
05:17deswegen sind wir da auch noch nicht in die Medien gegangen,
05:20aber wir investieren da sehr viel Geld.
05:22Der Weltraum ist etwas, wo wir auch sehr viel Geld investieren,
05:26für den Bereich des Satellitenbaus auf der einen Seite,
05:29aber auch für den Bereich der Kommunikationsverarbeitung.
05:34Das heißt, alle Informationen, die wir von den Satelliten bekommen,
05:37sollen vernünftig verarbeitet werden.
05:39Und die Drohnen werden bleiben und der Rest bleibt auch, den braucht man.
05:44Also für den Kampf der verbundenen Waffen braucht man Artillerie,
05:48braucht man Panzerwaffen, braucht man konventionelle Munition,
05:52braucht man Drohnen und braucht den Bereich der Missiles.
05:56Und jetzt ist nur die Sache, wie viel man von allem braucht.
06:00Es muss ein Mixtum sein in dem Bereich.
06:03Und das wird sich ändern.
06:04Das heißt, die Menge von den einzelnen Bereichen, das wird sich verändern.
06:08Vielen Dank, Herr Faberger.
06:10Gerne.
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