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  • vor 2 Tagen

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Kurzfilme
Transkript
00:01Leute, habt ihr den Dienstplan gesehen?
00:04Sophia ist Stationsärztin.
00:06Zwei Tage lang.
00:07Oh nein.
00:08Sie wird uns sowas von bluten lassen.
00:10Marit, hier wird nicht gelästert.
00:13Entspannt euch mal.
00:14Schlimmer als bei Tamar wird es schon nicht werden.
00:16Entschuldigung, was soll das denn bitte heißen?
00:19Guten Morgen.
00:19Morgen.
00:21Frau Galora, Sie wissen Bescheid?
00:22Ja, ich weiß Bescheid.
00:24Das ist jetzt meine Station.
00:26Als Stationsärztin sind Sie das organisatorische Rückgraten.
00:28Das bedeutet?
00:30Therapiepläne, Diagnosestellung, Entlassung.
00:31Ich bin bereit.
00:38Dann wissen Sie, wie es geht.
00:40Herr Maritsch, Sie sind bei mir.
00:42Herr Probst, Dr. Morob.
00:44Wir sehen uns gleich.
00:45Shit.
00:46Du hast einen Joe dabei.
00:47Müssen wir uns Sorgen machen um Dr. M?
00:49Keine Sorge.
00:50Ich praktiziere meine Kampfkunst friedlich.
00:53So, ab jetzt macht ihr alles, was ich sage.
00:55Ich nicht.
00:55Ich bin raus.
00:56Ich muss zu Dr. Ibeck.
00:57Und ich zu meiner Hinrichtung.
01:02Dann sind wir wohl allein.
01:03Mhm.
01:05Fangen wir mit der Visite an.
01:07Am besten ziehst du dich jetzt noch...
01:12Dann lasse die Spiele beginnen.
01:14Wieder ein E-Rollersturz.
01:15Ja.
01:16Ist ja inzwischen ein Standardprogramm.
01:18Vorsichtig, bitte.
01:18Wir sind so vorsichtig wie möglich, das verspreche ich Ihnen.
01:21Hey, ich bin Dr. Maritsch.
01:22Ich bin Dr. Ibeck.
01:23Hallo.
01:24In der Tramschiene hängen geblieben?
01:26Ja, es ging alles super schnell.
01:27Ich weiß nur, dass ich irgendwie voll auf die Schulter geknallt bin.
01:29Zum Glück hat dein Kopf nichts abgekriegt.
01:31Ich meine, Sie haben Glück gehabt.
01:33Einmal in die Eins, bitte.
01:35Okay.
01:36So, einmal wenden.
01:39Sehr gut.
01:44Auf drei.
01:44Eins, zwei, drei.
01:46Ja.
01:47Dankeschön.
01:53Keine Bewusstseinsverluste, Atemfrequenz 16, Blutzucker unauffällig, kein Erbrechen,
01:58keine retrograde Amnesie, kein Zeichen eines SAT, GCS 15.
02:02Was heißt GCS?
02:03Glasgow Coma Scale, die bewertet das Bewusstsein.
02:05Wir haben die Hüspunktzeit.
02:06Glückwunsch.
02:07So lange, dass was Gutes ist.
02:09Ja, danke schön.
02:15Secondary Survey.
02:16Okay, körperliche Untersuchung.
02:18Ich schaue mir jetzt Ihren Arm und die Schulter an, okay?
02:20Aha.
02:21Gut.
02:22Schürfwunden an Hand und Ellbogen.
02:27Hämatom an der Schulter.
02:29Ah.
02:30Sorry, das tut mir leid.
02:32Druckschmerz.
02:34Die Hand ist warm.
02:36Mhm, ist gut durchblutet.
02:38Einmal die Finger bewegen, bitte.
02:40Mhm.
02:41Dann Handgelenk nach oben.
02:43Sehr gut.
02:44Handgelenk nach unten.
02:45Sehr gut.
02:45Daumen nach oben.
02:47Topf.
02:48Finger- und Handbeweglichkeit erhalten.
02:49Keine radiales Pariser Kämmer.
02:51Können euch an der Fallation klären, wer dann im Grund genommen.
02:53Mhm.
02:54Aufgrund von Bewegungseinschränkungen und Druckschmerz tippe ich auf Humorisfraktur.
02:58Soll ich irgendwen Bescheid geben?
02:59Chef, Eltern, Freund.
03:01Okay, was ist mit Familie?
03:02Ähm, meine Eltern wohnen in Bielefeld.
03:04Aber das ist jetzt nicht so schlimm mit der Schulter, oder?
03:07Aber wollen Sie wirklich niemanden bei sich haben?
03:09Doch, wenn's gehen würde, meine Schwester.
03:11Geben Sie mir Ihre Nummer, ich ruf sie an.
03:12Es wird schwierig, sie ist tot.
03:15Es tut mir leid.
03:18Okay.
03:20Wir warten die Bildgebung ab.
03:22Schwere Fehlstellungen müssen wir dann leider operieren.
03:28Sind Sie dann dabei?
03:29Ja, will ich.
03:34Warum musstest du auch an diesem blöden Motorrad rumschrauben?
03:36Wieso blöd?
03:37Das ist Freyad auf zwei Rädern.
03:40Du sollst damit gar nicht mehr fahren.
03:42Etwa, weil ich zu alt bin?
03:43Nein, weil du fast den Finger abgetrennt hast.
03:45Ach, jetzt mach nicht so eine Welle, Raffi.
03:47Das kann jedem passieren.
03:51Oma, Oma, hast du Schlaganfall?
03:55Ach, ich hatte auch mal so einen, genau so einen.
04:02Boah, das wär mal was für dich, was ich damit alles erlebt habe.
04:06Also Schlaganfall kann ich schon mal ausschließen.
04:08Aber die Hand sollten Sie sich vielleicht mal in der Notaufnahme ansehen lassen.
04:11Ein Baudenzug.
04:12Die Kupplung am Motorrad musste nachgestellt werden.
04:15Wissen Sie, in so einem Wagen habe ich mal einen Anhalter mitgenommen.
04:19Bis nach Italien ist er mitgefahren ans Meer.
04:22Ein fäscher Kerl.
04:24Dabei wollte er nur bis in die Schweiz.
04:26Wie eine Kidnapperin sehen Sie aber nicht aus.
04:29Baudenzug.
04:29Ja, das hinterlässt tiefe Ratscher.
04:32Darf ich mal?
04:33Warten Sie mal.
04:34Nur ein kurzer Blick.
04:37Oh, tiefer Schnitt durch Zone 2.
04:40Also den Weg zur Notaufnahme können Sie sich sparen.
04:43Das muss ich einer erfahrenen Handchirurg angucken.
04:44Ja, kommen Sie mit.
04:46Warte, und Sie sind Arzt, oder?
04:47Nein, ich bin hier der Hausmeister.
04:55Eine spiralförmige Humerusfraktur.
04:57Ja, sie ist wohl in einer Drehbewegung mit ausgestrecktem Arm auf den Boden gelandert.
05:00Autsch.
05:03Und nun?
05:05Antirolateraler Zugang, Freilegung des Humerus, Reponieren der Fraktur
05:08und anschließend eine Platten aus der Synthesestock-Effektion.
05:18Bevor wir loslegen, trauen Sie sich das wirklich zu?
05:21Ja, ja, klar. Warum nicht?
05:23Weil Sie mit der Patientin flirten.
05:24Ich?
05:25Auf keinen Fall.
05:25Ich glaube einfach, dass sie Angst hat.
05:27Ich bin ihr Arzt.
05:28Professionelle Distanz.
05:29Fertig.
05:31Ja, dann.
05:33Scalp, hey.
05:35Danke.
05:40Tarikadie.
05:41Blutdruck stabil.
05:42Wir geben Subventil.
05:4450 Milligramm Propofol-Bolus.
05:46Auf Beatmung und Zittigung achten.
05:50Wir geben 5 Milligramm Metroprolol fraktioniert.
05:53Was passiert hier?
05:59Ist Ihnen übel?
06:01Nein.
06:03Wollen Sie rausgehen?
06:04Nein, alles gut.
06:06Früher habe ich auf ihn aufgepasst.
06:07Jetzt will er sich revanchieren.
06:09Kein Hinweis auf die Spülkungsstörung.
06:12Keine Gefäße verletzt.
06:15Okay.
06:16Beugen Sie mal das obere Gelenk.
06:19Oh.
06:22Also, diesen Winter stellen Sie die Gangschaltung vom Motorrad nicht mehr ein.
06:25Ach, nein.
06:27Ich habe den Kindern versprochen, mit dem Motorrad vorbeizukommen.
06:31In der Kita.
06:31Ich war Erzieherin.
06:33Die lieben es, auf dem Ding zu sitzen.
06:36So, jetzt bewegen Sie mal bitte das mittlere Glied.
06:41Was sagen werden die Eltern dazu?
06:43Das weiß ich doch.
06:45So, und jetzt mal Grundgelenk beugen.
06:49Da tut sich nichts.
06:52Genauso wie bei seiner Brünetten.
06:55Sie heißt Livia.
06:57Also, im Mittelfinger scheinen beide Sehnen durchtrennt und im Zeigefinger die tiefe Beugesehnen.
07:05Ja, Sie sind mit der Verletzung bei uns genau richtig.
07:08Schreiben Sie Frau Feld bitte für heute noch auf den OP-Plan.
07:11Dankeschön.
07:13Darf ich mich danach bei Ihnen mit einer kleinen Spritztour revanchieren?
07:17Nur Sie und ich, ganz allein.
07:19Die grenzenlose Freiheit.
07:23Okay, Bildgebung und zwar pronto, ja?
07:31Hast du gerade mit einem Arzt geflirtet?
07:33Seit wann ist aus dir ein so dröges Brötchen geworden?
07:37Ich gehe dir deine Sachen holen.
07:39Bleib bloß weg von meinen Sachen, sage ich dir.
07:41Wer weiß, was du da findest.
07:42Nutz lieber die sturmfreie Bude mit deiner Brünetten.
07:48Livia.
07:50Finger weg!
07:54Er wohnt bei mir.
07:58Ja, ich möchte, dass er ein bisschen aus sich rausgeht.
08:01Oder?
08:02Ja.
08:03Wir geben der Patientin Metamizol gegen das Fieber.
08:05Moment mal, ich bin hier die Stationsärztin.
08:08Okay, was geben wir der Patientin gegen das Fieber?
08:11Wir geben Metamizol.
08:15Der Patient verlangt ein stärkeres Schmerzmittel.
08:18Ja, das muss ich erst mal abklären lassen.
08:20Dr. Abeck, diese Patientin klagt über Schmerzen nach ihrer Bandscheiben-OP.
08:26Wie gehen wir vor?
08:28Kurzinfusion Oxycodon 2 Milligramm intravenös mit Mindestzeitabstand von 10 Minuten und einer vierstündigen Maximaldosis von 10 Milligramm.
08:36Gute Idee.
08:37Denken Sie daran, heute stehen Entlassungen an. Die Betten müssen frei werden.
08:40Die Zukunft spricht.
08:42Was ist das denn für ein Slogan?
08:44Stehen bleiben können die da nicht.
08:47Dr. Randhalle haben...
08:48Sie kommen schon klar.
08:52Ja, hast du ja gehört. Stehen bleiben können die hier nicht.
08:58Von dir lasse ich mir den Tag nicht vermiesen.
09:07Und woran kann das liegen?
09:09Herzrhythmusstörungen können durch Flüssigkeitsverschiebungen während der OP hervorgerufen worden sein.
09:14Das kann durch die Narkose bedingt gewesen sein oder aber auch durch Stress während der OP.
09:18Deshalb diese Dinge hier.
09:19Genau, damit können wir sehen, wie es Ihrem Herzen geht.
09:22Bitte noch Elektrolyte, Nierenwerte und Entzündungsparameter.
09:25Das klingt ja alles nicht so gut.
09:27Naja, erstmal EKG schreiben, dann Telemetrie. Das ist portable. Das heißt, Sie können sich frei bewegen.
09:34Ich mach' ihr fertig.
09:35Wenn die Werte da sind, bitte sofort zu mir.
09:37Ja.
09:38Bis später.
09:45Ich bin übrigens Zahntechnikerin.
09:49Also, ähm...
09:50Falls Sie meine Krone brauchen oder so.
09:52Ja, dann ruf' ich Sie an.
09:53So in 20 Jahren.
09:55Gut.
09:59Das ist echt ein sehr schönes Bild von Ihnen.
10:03Ähm...
10:03Das ist meine Schwester.
10:05Wir sind...
10:07Wir waren eineiige Zwillinge.
10:10Wussten Sie, dass eineiige Zwillinge wirklich eine sehr tiefe Verbindung haben?
10:16Ja.
10:17Ich hab' sogar gehört, dass Sie bereits im Mutterleib durch Berührung kommunizieren.
10:21Ja.
10:24Wann ist das passiert?
10:26Vor elf Monaten, zwei Wochen und drei Tagen.
10:31Ich...
10:33Ich fühl' den Schmerz richtig.
10:35Hier.
10:36Verlust verursacht emotionalen Stress und der kann aufs Herz schlagen.
10:39In der Medizin haben wir sogar einen Begriff dafür.
10:42Das...
10:42Broken Heart Syndrome.
10:44Und was kann man dagegen machen?
10:46Medikamente, Sauerstoff.
10:48Aber am wichtigsten ist die seelische Verarbeitung.
10:50Wie...
10:51Wie so ein Gespräch zum Beispiel.
10:54Genau.
11:01Was wollten Sie mir so dringend zeigen? Ich hab' nicht viel Zeit.
11:04Ich hab' investiert.
11:05Bisher hatten wir bei uns im Klinikum 142 Drucker im Einsatz.
11:09Ab jetzt sind es nur noch 40.
11:11Mit meinem.
11:13Sie haben neue Drucker bestellt?
11:15Knapp 72 Prozent weniger.
11:17Eine riesige Einsparung an Wartungs-Stromkosten.
11:20Ohne das mit mir und den Kollegen abzusprechen?
11:23Warum haben Sie überhaupt neue gekauft?
11:24Sie hätten auch einfach die Anzahl reduzieren können.
11:26Jetzt kommen wir zum springenden Punkt.
11:27Ich zeig' Ihnen mal was.
11:31Sprachsteuerung.
11:33Saffirus, bitte aktuelle Druckerkosten-Aufstellung drucken.
11:45Saffirus, bitte aktuelle Druckerkosten-Aufstellung drucken.
11:58Saffirus.
11:59Wollen Sie Ihren Techniker nochmal zurückholen?
12:02Das gibt's doch nicht.
12:10Hier, damit Ihnen nicht langweilig wird.
12:14Klatsch und Tratsch?
12:16Nicht gut.
12:17Was lesen Sie denn sonst so?
12:18Die Blätter fallen, fallen wie von weit, als welkten in den Himmeln ferne Gärten.
12:26Rilka.
12:28Ja.
12:31Gut, das sieht hier schon mal alles normal aus.
12:33Wie fühlen Sie sich?
12:34Bisschen abgeschlagen.
12:36Mhm.
12:36Aber das war schon vorher so.
12:37Ich krieg manchmal schlecht Luft.
12:39Mhm.
12:39Auch schon länger?
12:40Mhm.
12:41Gut, das notier ich mir.
12:42Ich mess jetzt nochmal kurz Temperatur, ja?
12:5038,9.
12:52Ich müsste auch kurz mal rüber hin.
12:54Ja, klar.
12:57Danke.
12:58Kümmern Sie sich um alle Ihre Patientinnen so gut?
13:00Na ja.
13:06Dr. Maric, kann ich Sie mal kurz draußen sprechen?
13:19Das nennen Sie professionellen Abstand?
13:20Sie hat mich geküsst.
13:22Das ist nicht der Punkt.
13:24Der Punkt ist, dass es überhaupt dazu gekommen ist, dass Sie es zugelassen haben.
13:28Das Arzt-Patienten-Verhältnis ist?
13:30Ein Vertrauensverhältnis, ich weiß.
13:31Wir müssen unseren Beruf gewissenhaft ausüben und dem uns entgegengebrachten Vertrauen entsprechen.
13:35Muster-Berufsordnung.
13:38Was ist, wenn eine OP nicht so läuft, wie erwartet?
13:40Wenn es Komplikationen gibt?
13:41Wenn sie Sie dafür verantwortlich macht?
13:42Aber das ist doch Quatsch.
13:43Das ist Quatsch, ja?
13:46Was, wenn Sie behauptet, dass Sie Sie geküsst haben?
13:50Das kann für Sie richtig nach hinten ausgehen.
13:52Dafür können Sie zivilrechtlich belangt werden.
13:57Julia.
13:57Ja.
14:00Hast du Zeit, mich bei einer Patientin zu unterstützen?
14:03Frau Glocker.
14:04Sicher, ja.
14:05Das heißt, Sie ziehen mich von dem Fall ab.
14:06Herr Maratsch.
14:08Labor.
14:09Ich brauche was gegen den Fieber.
14:14Was ist passiert?
14:16Pops, ich weiß ja, dass Sie langsam sind.
14:18Aber wie lange kann man brauchen, um Sehnenenden mit einer Kanule zu fixieren?
14:22Na ja, im Gegensatz zu Ihnen mache ich das nicht so oft.
14:24Aber ich habe es Ihnen gezeigt, oder habe ich das nicht?
14:28Ja.
14:29Na also, Sie machen die Nachsorge von Frau Feld.
14:32Das kann ich verstehen.
14:41Na, ich fand die Flirterei auch echt merkwürdig.
14:48Also für mich sah das aus wie ein Flirt.
14:52Ich meine, sie hat Sie eingeladen zu einer Spritztour.
14:55Nur Sie und Frau, an der Sie natürlich nicht interessiert sind.
15:01Das Einzige, was mich interessiert ist, dass Sie meine Arbeit nicht ruinieren.
15:04Ja.
15:04Also, wie geht es weiter?
15:08Der vorübergehende Gipsverband ist bereits angelegt.
15:11Lassen Sie sich was Neues einfallen.
15:12Ich war eben dabei.
15:14Morgen kommt die Kleinertschiene.
15:16Dafür muss der Orthopädie-Techniker aber noch Maß nehmen.
15:18Okay.
15:19Wann muss Frau Feld Eigeninitiative zeigen?
15:23Physiobeginn ist in drei Wochen.
15:24Na, dann sagen Sie ja das.
15:25Und zwar Tempo.
15:38Hallo.
15:39Ich bin Dr. Berger.
15:41Ich bringe Ihnen was gegen Ihr Fieber.
15:43Wo ist Ivo?
15:46Dr. Albeck hat ihn von Ihrem Fall abgezogen.
15:49Warum?
15:51Weil Sie ihm zu nah gekommen sind.
15:57Wenn das Fieber nicht weiter sinkt, dann geben wir Ihnen später noch was dagegen.
16:03Aber erstmal machen wir ein Thorax-Rundchen.
16:10Ist es falsch, deine Gefühle auf uns zu zeigen?
16:16Grundsätzlich nein.
16:28Ich mache sowas normalerweise nicht.
16:31Aber da ist so ein Gefühl.
16:34Er hat mir richtig zugehört.
16:35Und ich konnte das erste Mal über meine Schwester sprechen.
16:38Was ist mit Ihren Eltern?
16:40Wir reden seit Ihrem Tod nicht mehr wirklich miteinander.
16:43Ich bin ich, aber Sie sehen immer nur meine Schwester.
16:47Es tut mir leid.
16:49Bitte, kann ich Dr.
16:51Ich möchte mich bei ihm entschuldigen.
16:54Im Moment geht das leider nicht.
16:56Ab der dritten Woche erfolgt die
16:58Kontrolliert passive Bewegungstherapie nach Kleinheit in Eigenregie.
17:02Ich weiß jetzt schon, wer dich dazu wieder antreiben wird.
17:04Ja, jetzt hör auf, das reicht.
17:06Ja, wer soll sich denn sonst um dich kümmern, Oma?
17:08Ach ja.
17:08Und wo warst du, als auf der Safari in Ghana ein Elefantenbulle hinter mir her war?
17:14Oder als ich in Island in meinem kleinen Auto mitten im Nichts stecken geblieben bin?
17:20Hm?
17:20Ja, da habe ich mir selber geholfen.
17:24Und?
17:26Was?
17:26Hast du dich bei der Brunetten gemeldet?
17:28Livia, nein, das ist nicht so einfach heutzutage.
17:32Ich will nicht, dass sie auch, was sie ein Ick kriegt oder so.
17:34Ein was?
17:35Wenn ich irgendwas machen oder sagen, dann kommt mit unten durch sein.
17:39So wie du bei deinem Doktor.
17:41Aber das habe ich doch nicht ernst gemeint.
17:44Ich wollte dir nur zeigen, wie das geht.
17:46Nicht so viel denken, einfach machen.
17:48Oma, ich bin nicht du.
17:49Ja.
17:50Das ist das Problem.
17:54Ich möchte, dass du jetzt gehst und erst wiederkommst, wenn du ein Abenteuer erlebt hast.
18:02Das ist doch morgen Geburtstag.
18:03Genau.
18:04Und da wünsche ich mir von dir, dass du mir von deinem ersten Abenteuer berichtest.
18:09Und komm nicht ohne, sonst schmeiße ich dich raus.
18:11Dann kannst du dir eine Wohnung suchen.
18:13Ich soll jetzt?
18:14Ja, jetzt. Hau ab.
18:21Nein, ich habe den Antrag noch nicht unterschrieben, weil ich ja gar keinen Antrag ausdrucken kann, den ich dann unterschreiben
18:26könnte.
18:31Ja, bitte.
18:33In der NA können die keine Arztbriefe mehr drucken und Herr Maritsch braucht Etiketten fürs Labor.
18:38Alle Drucker streiten.
18:39Ja, bei mir funktioniert leider auch nichts. Angeblich hört er auf den Namen Saphirus.
18:47Ich nehme an, dass sie den Techniker nicht mehr einholen konnten. Andere Termine. Okay. Und wann kommt jetzt jemand?
18:55Herr Berger?
18:56Ja, wie kann ich helfen?
18:57Es spricht.
19:00Aber wieso jetzt?
19:02Super, dann kann ich meine 14er Etiketten fürs Labor drucken.
19:05Etikettendruck Labor gestartet.
19:08Anzahl 14.
19:1014? Nein, noch nicht hier.
19:13Stopp.
19:15Drucker, stopp.
19:16Zafiro, stopp.
19:22Herr Berger, stopp.
19:25Etikettendruck gestoppt.
19:27Es reagiert auf Herr Berger?
19:29Wie kann ich helfen?
19:32Das EKG zeigt keine Auffälligkeiten.
19:35Kein Pneumotorax, keine Flüssigkeit, das Herz ist auch nicht vergrößert.
19:40Kennt ihr den besten Raff, warum es im OP zu Komplikationen gekommen ist?
19:43Sie ist blass abgeschlagen und sie hat Fieber.
19:45Herr Maritsch.
19:45Außerdem hat sie wiederkehrende Kurze Atmigkeit angegeben.
19:48Ich glaube, was sie hat, hat nichts mit der OP oder einer Narkosenachwirkung zu tun.
19:52Wir sind dran.
19:53Und sie sollen sich da raushalten.
19:55Ich möchte am Fall bleiben.
19:56Es ist keine gute Idee.
19:58Es wartet Arbeit im Labor auf sie.
20:04Du bestrafst Herrn Maritsch dafür, dass ihn eine Patientin geküsst hat?
20:07Ich bestrafe ihn nicht.
20:10Ich beschütze ihn.
20:12Die Patientin ist in einer emotionalen Ausnahmesituation.
20:16Ein Grund mehr.
20:18So, wir lösen wir unser Medizin-Rätsel.
20:21Wir wissen, was es nicht ist.
20:23Graben wir tiefer.
20:26Dieses verdammte Ding, der Drucker druckt mich.
20:29Ich liebe es, Untergebene zu haben, aber vor allem liebe ich es auch, wenn sie kompetent sind.
20:34Du weißt schon, wie die französische Revolution ausgegangen ist, oder?
20:37Ja.
20:40Valora.
20:44Okay.
20:47Ja.
20:48Alles klar.
20:49Gut.
20:49Danke, Dr. Rantaller.
20:54Okay, ich gebe es auf.
20:56Der Drucker druckt mich.
20:58Ja.
20:59Man müsste wohl die Entlassungen, die Arztbriefe und die Behandlungspläne planen schreiben.
21:03Warum?
21:03Weil du die Stationsärztin bist?
21:05Weil ich das Sagen habe und die Verantwortung übernehme.
21:09Sophia, ein Team zu führen, heißt nicht nur Aufgaben abzuwetzen und unfreundlich zu sein.
21:14Nur wer delegieren kann, kann führen.
21:17Okay.
21:19Ich werde mich jetzt mal zurückziehen, sonst kann ich für nichts garantieren.
21:23Ja, das verstehe ich.
21:24Nimmst du die Akten bitte noch mit?
21:27Dankeschön.
21:36Herr Berger.
21:38Wie kann ich helfen?
21:40Druckerezept.
21:41800 Milligramm Ibuprofen für Patienten 52318047.
21:47Druckauftrag gestartet.
21:53Der Drucker druckt.
21:57Ja, ich habe gerade als Werkpass erfahren, dass der nur auf Herr Berger reagiert.
22:02Wie kann ich helfen?
22:03Also, Herr Berger.
22:05Wie kann ich helfen?
22:09Du weißt ja, wie man druckt.
22:19So ein schönes Auto.
22:23Wo kann ich Dr. Moreau finden?
22:26Ich weiß leider nicht, wo er ist.
22:30Wen wollen Sie denn verprügeln?
22:31Meine Lehrmeisterin sagt, siege nicht über die anderen, siege über dich selbst.
22:37Stimmt.
22:38Das sage ich Raphael auch immer.
22:40Aber ich wusste nicht, dass man dazu einen Stock braucht.
22:43Einen Joe.
22:45Einen Joe.
22:47Ist das nicht ein bisschen langweilig?
22:49Immer dieselbe Bewegung.
22:52Ich zeige dir was anderes.
23:01Oh.
23:03Oh.
23:03Achtung!
23:05Oh nein.
23:06Rafi!
23:09Ivo.
23:12Warum haben Sie mich geküsst?
23:14Es tut mir leid, wenn ich Ihnen irgendwie Signale gesendet habe, die bei Ihnen falsch angekommen
23:18sind.
23:19Und es tut mir leid wegen Ihrer Schwester.
23:22Aber ich wollte Sie trösten.
23:23Mehr nicht.
23:25Okay.
23:35Ich habe auch einen Bruder.
23:36Und der hatte als Kind einen schlimmen Unfall.
23:40Der Gedanke daran, dass der das nicht überlebt, das hätte mich wahnsinnig gemacht.
23:46Aber er hat überlebt.
23:59Wenn Sie irgendwas brauchen, dann sagen Sie bitte Dr. Berger oder Dr. Ibeck Bescheid.
24:03Fache ich.
24:05Hier, das hier habe ich in der Klinikbibliothek gefunden.
24:28Mein Auto?
24:29Er hat die Tür mit einer Drahtschlinge geöffnet.
24:32Wow.
24:33Und Sie haben ihn K.O. geschlagen?
24:35Naja, also eigentlich...
24:36Ah, Rafi!
24:39Alles in Ordnung?
24:41Herr Feld, da sind Sie ja.
24:43Ähm, Frau Feld, ich muss mal ganz kurz ran.
24:46Wie geht's Ihnen?
24:47Haben Sie Kopfschmerzen?
24:49Ist Ihnen übel?
24:50Irgendwie, ähm...
24:58Sagen Sie, was wollten Sie eigentlich mit meinem Wagen?
25:01Welcher Wagen?
25:02Er erinnert sich nicht.
25:04Wissen Sie, welcher Tag heute ist?
25:08Keine Ahnung.
25:09Ich habe vorher im Kopf getroffen, initial bewusstlos.
25:11Okay, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Probst.
25:14Gehen Sie mal bitte die Klatte.
25:15Und eine kleine retrograde Amnesie.
25:18Glückwunsch!
25:19Der Junge hat ein astreines SAT.
25:21Was ist passiert?
25:22Sie wollten mein Auto klauen und er hat Ihnen ein Kopf-CT und eine 24-stündige Überwachung eingebrockt.
25:28Ja, wir sprechen später.
25:30Schäm dich, Rafi.
25:32Autoklau ist wirklich keine Kleinigkeit.
25:35Und Gewaltanwendung auch nicht.
25:39Aber ich bin so stolz auf dich.
25:41Das war das Mutigste, was du je getan hast.
25:46Haben Sie einen Moment?
25:48Dr. Scherbers hatte einen Durchbruch.
25:50Nein.
25:51Äh, nicht Sie.
25:52Nicht zurück.
25:55Nicht schon wieder.
25:57Diese Chatbots in der Hautleine.
25:59Sie verstehen nur, was Sie wollen.
26:01Das ist der Trick.
26:03Alle Drucker reagieren auf Herr Berger.
26:06Was kann ich für Sie tun?
26:08Ach, du grüne Neune.
26:11Drucker Akten 9 in grün.
26:21Stopp!
26:22Das muss aufhören.
26:24Herr Berger?
26:26Stopp!
26:27Druckauftrag abgebrochen.
26:28Wir müssen was tun.
26:29Wir?
26:30Dr. Randallar.
26:31Die Sprachsteuerung muss weg.
26:34Für die Sonne ist alles bereit.
26:36Danke.
26:37Die bisherigen Untersuchungen haben nichts ergeben.
26:39Daher möchten wir uns Ihr Herz im Ultraschall ansehen.
26:42Haben Sie Schmerzen oder ist sonst irgendwas anders?
26:44Nee.
26:48Okay.
26:51Es wird jetzt ein bisschen kühl, ja?
26:52Mhm.
26:59Linker Ventrikel schlägt kräftig.
27:03Die Herzklappe.
27:06Bei der Mitreiklappe ist kein Rückfluss erkennbar.
27:11Reaktionsfraktion ist gut.
27:13Das heißt, die Pumpleistung Ihres Herzens ist stabil.
27:16Mhm.
27:18Der Vorhof.
27:20Da ragt ein Schatten in dem Blutfluss.
27:24Das müssen wir uns genauer ansehen.
27:25Ich will dir für morgen ein TEE an.
27:27Das ist ein Schluck Echo.
27:28Ja, ich will das nicht.
27:30Ich...
27:31Sie sehen den Ernst der Lage nicht.
27:33Frau Glocker.
27:35Ich verstehe Sie.
27:37Und Ihre persönliche Situation ist absolut nachvollziehbar.
27:40Aber da ist etwas Ungewöhnliches an Ihrem Herzen.
27:42Und so wie ich das sehe, müssen wir Sie operieren.
27:44Würden Sie mich jetzt bitte in Ruhe lassen?
27:46Ich will noch ein bisschen lesen.
28:11Herr Maritsch.
28:13Wir haben ein Problem mit Frau Glocker.
28:15Okay.
28:16Sie will sie nicht weiter von uns behandeln lassen.
28:19Wie schätzen Sie die Patientin ein?
28:20Ich war gerade bei ihr.
28:22Wie Sie waren gerade bei ihr?
28:23Naja, ich wollte wissen, wieso sie mich geküsst hat.
28:27Und ich habe ihr gesagt, dass sie nur eine Patientin für mich ist.
28:31Wissen Sie, das ist mitunter sehr frustrierend,
28:32dass Sie immer genau das Gegentreffen und dem machen, was ich Ihnen sage.
28:36Dr. Albeck, ist es nicht verboten, privat zu einer Patientin zu gehen?
28:39Nein.
28:42Also Ihre Einschätzung?
28:44Ja, sie hat den Tod ihrer Zwillingsschwester nicht verarbeitet.
28:47Sie ist in einer emotionalen Krise.
28:49Sie haben scheinbar etwas in ihr ausgelöst,
28:51was sie seit damals nicht empfunden hat.
28:53Menschliche Nähe, Trost, Zuwendung,
28:55es kann eine intensive Bindung erzeugen, ja.
28:58Stellen Sie mal die Flaschen ab, bitte.
29:02Und sehen Sie sich die Bildgebung an.
29:06Ja, das sieht nicht gut aus.
29:08Wir, Sie müssen dringend eine transophagiale Echokardiografie machen.
29:13Echokardiografie machen, ja.
29:15Ab morgen sind Sie wieder am Fall.
29:17Aber diesmal, zum exakten Befolgen,
29:20achten Sie auf professionellen Abstand.
29:29Ah, da ist er ja, unser Held.
29:32Kannst du damit bitte aufhören,
29:34mein Patient kann Sie an nichts erinnern.
29:35Ja, ist doch gut,
29:36sonst würde er sich ja auch nicht mehr von dir behandeln lassen.
29:38Das ist nicht lustig.
29:39Äh, keine Waffen auf meinem Counter.
29:41Mann, ich mach mir wirklich Vorwürfe.
29:44Sieh doch das Positive.
29:45Du hast den Diebstahl verhindert
29:47und du kannst ein gutes Wörtchen bei Dr. M. für uns einlegen.
29:50Mhm.
29:51Hey.
29:52Auch Helden müssen ihre Arbeit erledigen.
29:55Patient Raphaelfeld liegt bei seiner Oma auf meiner Station.
29:59Das bedeutet ein zusätzlicher Patient.
30:02Und?
30:02Ja, ich will auch irgendwann Feierabend machen.
30:05Ich muss aber noch die Medikamentenpläne erstellen.
30:07Ich muss noch die Übergabe vorbereiten
30:09und ich brauche noch den NA-Bericht von deinem Patienten.
30:11Warum hilft die Tamar nicht da drüben?
30:15Lange Geschichte.
30:17Also, den NA-Bericht.
30:18Herr Berger.
30:21Herr Berger?
30:22Rolly, der geht nicht.
30:23Deswegen.
30:25Mach es einfach handschriftlich.
30:27Auf gar keinen Fall.
30:29Mir macht ein kleiner Joe keine Angst.
30:32Das sollte er aber.
30:34Schönen Feierabend.
30:37Ach ja, schönen Feierabend.
30:52Morgen.
30:53Morgen.
30:54Dr. Randhaller.
30:55Für Sie.
30:57Danke.
30:58Dass Sie gestern netterweise den Drucker gestoppt haben.
31:00Ich habe das Setup der Sprachsteuerung geändert.
31:03Jetzt müsste es funktionieren.
31:04Sehr gut.
31:05Vielen Dank.
31:06Versuchen Sie einfach normal zu drucken.
31:08Ohne Sprachsteuerung.
31:09Ja.
31:25Der spricht jetzt rückwärts.
31:27Reagiert ihr immer noch auf Sprache?
31:29Nein, nein, nein.
31:35Herr Berger?
31:36Mit der Wohntee der Sinula?
31:38Ich habe das Menü auf Finnisch umgestellt, um es besser zu verstehen.
31:41Was sich dabei die Sprache erinnert, war nicht beabsichtigt.
31:43Dann hat er nur CT.
31:45Ist jetzt nicht Ihr Ernst, Dr. Randhaller.
31:47Finish.
31:51Herr Berger.
31:54Biedersur, Sie können nicht.
32:00Guten Morgen, Frau Glocker.
32:02Morgen.
32:03Ihre Wunde kriegt einen neuen Verband.
32:07Gedichte, sind die gut?
32:08Können Sie wieder mitnehmen.
32:09Ich gehe jetzt nach Hause.
32:10Das ist keine so gute Idee.
32:11Das ist aber meine Entscheidung.
32:12Frau Glocker, das ist keine Entscheidung.
32:14Sie resignieren.
32:15Wen interessiert es?
32:17Egal, was Sie machen.
32:18Ihre Schwester wird nicht wiederkommen.
32:19Ja, und ich habe keine Kraft mehr zu kämpfen.
32:21Aber das müssen Sie nicht.
32:22Das machen wir für Sie.
32:23Sie müssen uns nur lassen.
32:24Warum?
32:26Frau Glocker, Ihr Herz ist nicht in Ordnung.
32:28Wenn es aussetzt, dann können Sie sterben.
32:32Hören Sie, ich bin Arzt geworden, um Leben zu retten.
32:34Aber ich werde immer daran denken müssen,
32:35dass wir Sie hätten retten können.
32:39Wir wollen einfach nur sehen, was es ist.
32:42Okay?
32:43Und wenn wir es wissen,
32:43dann können wir gemeinsam entscheiden,
32:45wie es weitergeht.
32:53Bleiben Sie bei mir.
32:55Die ganze Zeit.
32:59Okay.
33:00Gut.
33:01Dann hole ich mal einen Rollstuhl.
33:07Und?
33:08Erinnern Sie sich wieder?
33:09Ja.
33:10Das ist alles Ihre Schuld.
33:11Wie bitte?
33:12Ja, du hast mich doch angestiftet
33:13mit den blöden Abenteuern.
33:15Habe ich gesagt,
33:16klaue den Wagen meines netten Arztes?
33:18Dr. Moro, es tut mir wirklich so leid.
33:19Ja, um mir erst.
33:20Ich zahle den Schaden.
33:22Ja, äh,
33:22Sie haben Glück,
33:23dass der Wagen keinen Kratzer hat.
33:25Haben Sie Kopfschmerzen?
33:26Ja.
33:27Okay, wenigstens erinnern Sie sich noch.
33:28So, ähm,
33:29Sie kriegen erst mal Schmerzmittel,
33:30dann machen wir ein Kontroll-CT
33:32und wenn das keine Hirnblutung aufweist,
33:34werden Sie sofort entlassen, okay?
33:36Oh, dann kommen wir heute nach Hause.
33:37Nein, Sie nicht.
33:39Ich habe heute Geburtstag
33:41und den möchte ich nicht hier verbringen.
33:43Glückwunsch, unsere Feier des Tages.
33:44Wünsche ich mir eine kleine Runde
33:46in Ihrem wunderschönen Auto.
33:48Nehmen wir Ihnen den Gips ab
33:49und Sie bekommen eine Schiene.
33:52Schiene.
33:54Schiene.
33:55Prost.
33:56Ähm,
33:57ich bin gleich wieder da.
34:10Weißt du was, Oma?
34:11Es hat richtig Spaß gemacht.
34:13Was?
34:14Autos klauen.
34:15Glaubst du, ich kein Geld damit verdienen?
34:17Bist du bescheuert?
34:19Ja, wie wirft ihr, Oma?
34:23Cleo Glocka, 26 Jahre.
34:26Sie ist wieder auf dem Zimmer.
34:27Herr Maratsch ist bei ihr.
34:28Die Patientin ist in einer Ausnahmesituation.
34:30Aber Herr Maratsch macht das wirklich gut.
34:36Sie sind immer noch im JTK.
34:42Aufwachen ist immer das Schlimmste.
34:44Es gibt jedes Mal den Moment,
34:47wo ich realisiere,
34:48dass Lara wirklich tot ist.
34:51Es ist, als würde sie jedes Mal neu sterben.
34:55Ich spüre sie.
35:00Aber ich kann sie nicht sehen.
35:03Ich kann sie nicht anfassen.
35:06Es ist okay zu weinen.
35:11Da, im Vorrufseptum.
35:14Da ist eine dünne Gewebebrücke.
35:15Zu einer rundlichen, echoreichen Struktur.
35:18Sie schwingt mit dem Blutstrom mit.
35:19Ein Mixon.
35:20Sehe ich auch so.
35:21Circa 4 cm.
35:23Leicht lobuliert.
35:24Spricht für nekrotische Anteile.
35:26Oder für thrombotische Auflagerungen.
35:28Ja.
35:29Es unterbricht intermittierend den Blutfluss,
35:31was die Arithmin gestern in der OP erklären würde.
35:35Wir sollten den Tumor schnellstmöglich entfernen.
35:37Warum eigentlich Gedichte?
35:40Unsere Deutschlehrerin meinte mal,
35:44ich hätte keine empfindsame Seele.
35:46Ach so.
35:48Und Sie wollten Sie vom Gegenteil überzeugen?
35:51Nee.
35:52Wir wollten Sie eigentlich nur den Wahnsinn treiben.
35:54Mhm.
35:56Lara und ich haben nur noch in Gedichtform geredet.
36:02Ja, bis sie es irgendwann nicht mehr ausgehalten hat.
36:06Aber seitdem liebe ich Lyrik.
36:08Behalten Sie die Patientin unbedingt im Auge.
36:10In schweren Fällen kann es zu einer fulminanten Lungenembolie kommen.
36:20Gut locker.
36:21Ich habe irgendwie gerade...
36:23Ich habe das Gefühl, ich nehme nicht so richtig Luft, weil ich...
36:26Ruhig atmen.
36:27Und ganz ruhig atmen, ja?
36:35Hallo, ich brauche hier Helfer.
36:38Okay, ruhig atmen.
36:40Ich messe einmal den Puls.
36:41Einmal Sauerstoff.
36:44Ruhig atmen.
36:45So, einmal bitte ausfüllen und vorne abgeben.
36:50Sag mal, machst du jetzt einen auf Dr. M?
36:53Funktionieren die Drucker wieder?
36:54Er nümerzt es zit, eh?
36:55Was?
36:56Ja, das habe ich mir auch gedacht.
36:58Tamar!
36:59Was?
37:00Der Drucker macht das und tut nichts.
37:03Boah, ich würde Herrn Berger umbringen, wenn ich Zeit hätte.
37:06Okay, dann schreib es per Hand.
37:10Bitte!
37:12Weißt du was?
37:14Was?
37:16Ja, mir fehlt irgendwie der respektvolle Ton.
37:19Wenn man seine Mitarbeiter mit Respekt behandelt, dann ziehen sie mit einem an einem Strang.
37:25Bitte, Tamar.
37:30Geht doch.
37:32Was passiert mit mir?
37:33Sie haben eine Lungenembolie.
37:35Was heißt das?
37:36Im schlimmsten Fall kann die zu einem Kreislaufstich schon führen.
37:38Und woher kommt das?
37:40Ich habe einen Tumor in ihrem Herzen.
37:42Obwohl haben sich Ablagerungen gebildet, die haben sich gelöst und verstopfen jetzt ihre Lungengefäß.
37:45Moment, was?
37:46Ich habe einen Tumor?
37:50Der mit großer Wahrscheinlichkeit gutartig ist.
37:53Mixomen stehen vermutlich aus Bindegewebszellen, die während der Embryonalentwicklung im Herzen bleiben und zu einem Tumor entarten.
38:00Meine Schwester, die ist ganz plötzlich gestorben.
38:03Ich habe sie gefunden.
38:06Kann sie das auch gehabt haben?
38:08Etwa sieben Prozent sind erblich bedingt.
38:10Also möglich ist es schon.
38:11Wir passen auf sie auf.
38:12Tomarisch, wir sehen uns im OP.
38:23Ich kann das erklären.
38:25Frau Fels Kleiner in China wurde verspätet geliebt.
38:27Sorgen Sie mir.
38:28Eine Milzruptur ist reingekommen.
38:30Aber ich habe heute gar keine OP und Herr Feld bekommt noch ein CT.
38:34Wisse reich chirurgisch herausfordern.
38:37Dachte, das könnte Sie interessieren.
38:39Die wäre wichtig für meinen OP-Katalog.
38:42Na dann.
38:44Okay.
38:45Sagen Sie, was ich noch fragen wollte.
38:48Was war das eigentlich für ein Gefühl, den Dieb niederzustrecken?
38:55Also ehrlich gesagt habe ich den Joe fliegen sehen.
38:58Dann sehe ich ihren Wagen und bete einfach, dass er nicht ihr Auto trifft.
39:03Dann hat Raphael Feld Ihnen also den Arsch gerettet?
39:07Er wollte immer noch Ihren Wagen stehlen.
39:14Was ist mit der OP?
39:15Was für eine OP?
39:17Entlassen Sie am Feld.
39:19Sein CT war unauffällig.
39:25Warum spricht der Drucker finnisch?
39:32Ich wollte eigentlich, dass nur mein Drucker auf meinen Namen hört.
39:36Er sollte mich mit Herr Berger ansprechen.
39:40Müsste Kollegen jetzt wohl von mir denken.
39:43Ja, also von überzogenem Ego bis Selbstdarstellung war wenig Schönes dabei.
39:47Das Finisch hat Herr Randaller verbockt.
39:48Ist mir völlig egal.
39:49Ich will einfach, dass der Drucker druckt.
39:51Man muss nicht noch ein bisschen gedulden.
39:52Herr Randaller kümmert sich nachher um die Sprachsteuerung.
39:54Wunderbar.
39:55Und das nächste Mal bitte kein Alleingang.
40:05Ich habe Angst.
40:08Wovor?
40:10Ich habe Angst zu sterben und ich habe genauso Angst, alleine weiterzuleben.
40:16Also erstmal steht da drin die beste Herzjirurin.
40:19Die wird sich diesem Kacktumor widmen.
40:31Ich habe übrigens das Gedicht gelesen.
40:36Es geht ja gar nicht darum, dass das Leben weitergehen muss.
40:40Nee, es geht doch eigentlich darum, dass alles weitergeht, aber das eigene Herz ist zerrissen.
40:49In ihnen ist einfach eine riesengroße Lücke, die Lara gerissen hat.
40:56Kein Mensch der Welt kann sie füllen.
40:58Es wird einfach immer eine Lücke bleiben.
41:03Meine Familie kommt aus Kroatien.
41:08Und wenn da jemand stirbt, dann wird er in seinem Haus aufgebahrt.
41:13Es ist natürlich hart, den Verstorbenen dann so zu sehen.
41:16Aber es hilft einem, den Tod zu begreifen und das irgendwie zu realisieren.
41:21Dann trauern wir zusammen.
41:24In der Gemeinschaft.
41:25Weil niemand mit seiner Trauer allein sein sollte.
41:33Wir sind zu weit.
41:44Gut gemacht.
41:45Einwaschen. Jetzt.
41:46Ja.
41:52Rechter Vorhof ist eröffnet.
41:54Klemme.
41:59Ich übernehme.
42:01Sauger für Dr. Maritsch.
42:09Sehen Sie?
42:10Ja, das Mixon ist an der Christa Terminalis über ein Stiel am Vorhofseptom befestigt.
42:15Metzenbaumschere.
42:17Ja.
42:17Schau, gar weiter rechts ansetzen.
42:20Der Vorhof zuckt.
42:21Mhm.
42:22Hände weg.
42:23Niemand berührt irgendwas.
42:25Könnte ein Washout sein.
42:26Weil Sie nah am Reizleitungssystem arbeiten?
42:28Ja, mechanische Reize können elektrische Impulse auslösen.
42:34Das Mixon bewegt sich.
42:37Wenn wir spülen, könnten wir Fragmente ablösen.
42:41Ich setze einen Clip auf den Mixon-Hals.
42:48So.
42:51Scheint sich zu beruhigen.
42:53Ja.
42:54Stiel ist fixiert.
42:56Ich entferne das Mixon.
43:08Sorry, Oma, ich hab total dein Geburtstag vermisst.
43:10Ach, Quatsch.
43:11Ich hatte lange nicht mehr so viel Spaß wie heute.
43:13Außerdem ist er ja noch nicht vorbei.
43:15Komm, schlatsch zum Essen ein.
43:16Ich hab ne bessere Idee.
43:17Wir drehen eine Runde.
43:20Hast du etwa Dr. Moros Schlüssel geklaut?
43:22Bist du wahnsinnig.
43:24Er hat ihn mir gegeben.
43:25Du kannst doch gar nicht fahren mit der Hand.
43:27Nee, du fährst.
43:43Ja, wir bräuchten einmal ein MRT für morgen.
43:4613.30 Uhr.
43:49Wir bräuchten die Bilder schon früher.
43:52Geht's auch vormittags?
43:53Den ersten Slot, den Sie frei haben.
43:57Ja.
43:57Dann einmal blocken.
44:00Ich seh mal nach dem Patienten in der 3.
44:03Kannst du da den Verband wechseln?
44:08Mhm.
44:13Schmerz bitte?
44:14Eine IBO 600er.
44:16Zeigst du uns bitte in die Jagd ein?
44:20Geht doch.
44:25Ich rufeannya.
44:29Ja.
44:47Propst!
44:53Willkommen zurück.
44:58Wir konnten das Mixon entfernen.
45:00Es ist alles gut gegangen.
45:02Wir verlegen Sie jetzt auf die Intensivstation,
45:04und da können wir Sie gut überwachen.
45:16Mama.
45:22Schreiben Sie eine Nachricht.
45:46Ja, Mutter.
45:50Dr. Maric hier.
45:52Ja, Ihre Tochter liegt hier bei uns im JTK.
45:56Genau, es ist alles gut gegangen,
45:58aber Sie sollten besser kommen.
46:04Sie sind auf dem Weg.
46:18Ich finde es richtig cool, wie du dich in den letzten zwei Tagen so entwickelt hast.
46:22Was soll das denn heißen?
46:26Ja, keine Ahnung.
46:28Am Anfang warst du halt...
46:29Du und jetzt bist du nett.
46:33Ich bin nicht nett.
46:34Hey.
46:36Boah, Leute, was für eine Achtermannfahrt.
46:38Und du hattest eine Herz-OP.
46:40Ja.
46:41Aber die Patientin ist wach und stabil.
46:44Ah, ich hab mein Handy vergessen.
46:46Ich bin gleich wieder da.
46:48Okay.
46:50Eine OP am offenen Herzen, also.
46:53Das Herz hat nur für dich gestorben.
46:54Ach, es war ja klar, wie das rumspricht.
46:58Wenn man sagt, du hast sie geküsst.
47:00Ich wollte das nicht.
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