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Russlands Gesetze: Ein beunruhigendes Echo aus der Vergangenheit? In diesem Video ziehe ich schockierende Parallelen zwischen Putins immer restriktiverer Gesetzgebung und den dunklen Zeiten des Dritten Reiches. Erfahre, wie die Kriminalisierung von "Falschinformationen", drakonische Strafen für die "Diskreditierung der Streitkräfte", Zensur und harte Urteile für Deserteure die Opposition mundtot machen. Ein Muss für jeden, der die aktuelle Lage in Russland und ihre historischen Bezüge verstehen will! #russland #putin #ukrainerussiawar #wirsindmehr

Beitrag des Deutschlandfunk zu NS-Vergleichen im Ukrainekrieg:
https://www.deutschlandfunk.de/ukraine-krieg-vergleiche-100.html

Zur Strafverfolgung russischer Kriegsverbrechen im Ukrainekrieg:
https://www.bpb.de/themen/europa/russland-analysen/nr-444/544100/analyse-russland-vor-gericht-bringen-strafverfolgung-voelkerrechtlicher-verbrechen/

Das sind meine Themen:
00:00 Intro
00:16 Gesetz zu "ausländischen Agenten"
00:55 Verfassungsreform 2020 - "Verunglimpfung des Militärs"
01:59 "Terrorisierende Straftaten"
02:26 Erweiterung der Definition von Hochverrat
02:38 Verschärfung der Militärzensurgesetze - "Diskreditierung der Streitkräfte"
03:24 Austritt Russlands aus dem Europarat & die Folgen
04:13 Strafen für Deserteure & Befehlsverweigerer
04:51 Aufrufe zu Sanktionen gegen Russland sind strafbar
05:13 Bestrafung auch bei Nichtmeldung von "Straftaten"
05:42 Zensur in Russland
05:58 Kriegsgesetze im Zweiten Weltkrieg
08:09 Fazit

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Transkript
00:00Nicht erst seit Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine im Februar 2022 hat Russland restriktive Gesetze verabschiedet, um die Opposition
00:10im eigenen Land mundtot zu machen.
00:12Viele bestehende Gesetze wurden verschärft, wie das Gesetz zu ausländischen Agenten von 2012. Die Anzahl der Personen und Organisationen, die
00:21nach Kreml-Meinung unter ausländischem Einfluss stehen und deswegen verboten sind und deren Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Russland verlassen müssen,
00:31wurde erweitert.
00:32Auch die Zusammenarbeit mit internationalen Gremien, die von Russland nicht anerkannt werden, die dem Internationalen Strafgerichtshof, wurde kriminalisiert. Dies steht
00:42sicher im Zusammenhang mit dem internationalen Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshof gegen Kreml-Chef Wladimir Putin, wegen Vergehen gegen die Menschlichkeit
00:51während der Kriegsführung gegen die Ukraine.
00:54Mit der Verfassungsreform von 2020 sicherte sich Putin nicht nur eine erneute Amtszeit. Nebenbei wurde die Kritik an der Annexion
01:04der Krim von 2014 als Verstoß gegen die Verfassung eingestuft.
01:09Beöffentlicht Falschinformationen wie angebliche Verbrechen im Ukraine-Krieg von russischen Soldaten oder über Verluste der russischen Streitkräfte verbreitet, macht sich
01:19der Verunglimpfung des Militärs schuldig und wird nach Artikel 207.3 des Strafgesetzbuches entweder mit einer Geldstrafe von 700.000
01:30Rubeln, ca. 7200 Euro, belegt oder muss für fünf Jahre ins Gefängnis.
01:36Werden erschwerende Umstände festgestellt, erhöht sich die Strafe auf bis zu 15 Jahre Haft und zehn Jahre Berufsverbot. Außerdem kann
01:47seit Februar 2024 das Vermögen und Eigentum des Straftäters eingezogen werden. Und der Entzug von Auszeichnungen, Titeln und Rängen wurde
01:57ermöglicht.
01:58In der russischen Rechtsprechung werden solche Fälle als terrorisierende Straftaten geahndet.
02:05Ein prominentes Beispiel ist der Oppositionspolitiker Ilya Yashin, der zu 8,5 Jahren Haft verurteilt wurde. Und das nur, weil
02:14er die Wahrheit über das Massaker in Butscha in Russland verbreiten wollte.
02:18Außerdem schreibt die Verfassungsreform einen Vorrang nationalen Rechts gegenüber internationalen Abkommen vor.
02:25Ebenfalls 2020 wurde die Definition von Hochverrat erweitert. Jetzt können auch Personen ohne Zugang zu Staatsgeheimnissen wegen Spionage oder Landesverrat
02:36angeklagt werden.
02:372022 im Zuge des Zweiten Ukraine-Krieges wurden die Militärzensurgesetze verschärft.
02:45Artikel 280.3 befasst sich mit der Diskreditierung der Streitkräfte.
02:51Er wurde im März 2022 nach Begrinnen des Angriffs auf die Ukraine eingeführt.
02:57Hier werden alle Beiträge, Aussagen und Einzelkundgebungen, die als Kritik am Militäreinsatz gegen die Ukraine gewertet werden könnten, bestraft.
03:07Allerdings wird er nur im Zusammenhang mit dem Artikel 20.3.3 angewandt.
03:13Der verbietet die öffentliche Diskreditierung der russischen Armee und russischer Veteranen und sieht eine Strafe von 50.000 Rubeln, ca.
03:22515 Euro vor.
03:24Andere Einschränkungen ergeben sich aus dem Austritt Russlands aus dem Europarat am 15. März 2022.
03:31Russland hatte verkündet, sich nicht mehr an die Europäische Menschenrechtskonvention gebunden zu fühlen.
03:37Daraufhin wurde die russische Föderation aus dem Europarat, dem nicht nur Länder der Europäischen Union, sondern ganz Europa, mit Ausnahme
03:45von Belarus und dem Kosovo angehören, ausgeschlossen.
03:49Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat deswegen keine Zuständigkeit mehr für Russland.
03:54Über 18.000 Verfahren russischer Bürgerinnen und Bürger sind damit hinfällig.
04:00Außerdem ermöglicht der Austritt aus dem Europarat die Wiedereinführung der Todstrafe.
04:05Ich hatte in meinem Video zu den Deserteuren ja schon über die harten Strafen im russischen Militär gesprochen.
04:13Unerlaubtes Entfernen von der Militäreinheit wird mit bis zu 10 Jahren Gefängnis bestraft.
04:19Ebenso eines der Schein zum Militärdienst.
04:22Desertion, also Fahnenflucht, wird sogar mit 15 Jahren Haft bestraft.
04:27Befehlverweigerungen immerhin schon mit 2 bis 3 Jahren Gefängnis.
04:30Bei solchen Zählverhalten kann seit 2024 auch der Soll des Soldaten einbehalten werden,
04:38was also auch direkte finanzielle Auswirkungen auf seine Familie hat.
04:42Und eine neue Straftat wurde eingeführt.
04:44Der Bruch staatlicher Verteidigungsaufträge wird mit bis zu 10 Jahren Gefängnis bestraft.
04:51Im April 2025 kam dann noch eine strafrechtliche Haftung für Aufrufe zu Sanktionen gegen die russische Föderation hinzu.
04:59Sie wurde verschärft und umfasst nun auch die Unterstützung internationaler Organisationen, an denen Russland nicht teilnimmt.
05:07Neben den obligatorischen Gefängnisstrafen wurde auch der Einzug des Vermögens ermöglicht.
05:12Die strafrechtliche Haftung für die Untergrabung nationaler Sicherheit, ebenfalls vom April 2025,
05:20sieht sogar vor, diejenigen Personen zu bestrafen, die eine andere Person nicht bei Strafverfolgbehörden gemeldet haben.
05:27Wer Personen, die Sabotageakte begehen oder planen, nicht meldet, wird selbst strafrechtlich verfolgt
05:33und könnte lebenslang ins Gefängnis gesteckt werden.
05:37Flachiert werden diese Gesetze durch andere Maßnahmen, wie eine strenge Zensur.
05:41Zum Beispiel darf der Ukraine-Krieg in Russland offiziell nicht als Krieg,
05:45sondern nur als militärische Spezialoperation bezeichnet werden.
05:49Es gibt kaum noch unabhängige russische Medien und ausländische Websites wie die Deutsche Bälle oder die BBC werden blockiert.
05:57Vieles kommt einen altbekannt vor, denn manche Gesetze gab es so oder so ähnlich auch schon im Zweiten Weltkrieg.
06:03Nur dass Stalins Russland und Hitler-Deutschland damals für viele Vergehen noch die Todesstrafe vorsahen.
06:09Während des Zweiten Weltkrieges wurden Delikte wie Sabotage, kontrarevolutionäre Aktivitäten und Feindbegünstigungen hart bestraft.
06:18Allein zwischen dem 3. Juni und 10. Oktober 1941, dem Jahr der deutschen Offensive gegen Russland,
06:26wurden über 10.000 Soldaten der Roten Armee nach Urteilen von Kriegsgerichten erschossen.
06:31Im Dritten Reich trat am 26. August 1939, kurz vor dem Überfall auf Polen, die Kriegssonderstrafrechtsverordnung in Kraft.
06:41Ähnlich wie die Gesetze gegen die Diskreditierung der Streichkräfte in Krieg ins Russland,
06:46schuf die KSSVO spezielle Straftatbestände wie Zersetzung der Wehrkraft im Kriegsverrat.
06:53Die Strafen dafür wurden im Laufe des Krieges immer weiter verschärft, bis zur Todesstrafe.
06:58Insgesamt wurden rund 30.000 Wehrmachtsoldaten wegen verschiedenster Delikte zum Tode verurteilt.
07:06Am 5. September 1939 wurden mit der Verordnung gegen Volksschädlinge neue Straftatbestände geschaffen.
07:14Strafrahmen und Tatbestände wurden bewusst weit gefasst.
07:17So konnte von das Abhören feindlicher Sender, ähnlich wie das Hören der BBC in Russland, zu Gefängnisstrafen führen.
07:24Später wurden deswegen vereinzelt sogar Todesurteile verhängt.
07:29Am 10. November 1943 wurde dann schließlich auch das Reichsjugendgerichtsgesetz verschärft.
07:36Jugendliche ab 16 Jahren, später sogar 14-Jährige, konnten wie Erwachsene bestraft werden.
07:42Die Strafmündigkeit, also ab wann Jugendliche vom Gesetz für ihre Staten bestraft werden konnten, wurde auf zwölf Jahre herabgesetzt.
07:50Vermutlich eine Reaktion auf verstärkte Aktivitäten von Jugendbasen, wie den Edelweißpiraten.
07:57Bisher gibt es in Russland keine ähnlichen Gesetze, außer dass Kinder für die Arbeit zur Kriegswirtschaft herangezogen werden können.
08:05Also Kinderarbeit für die Kriegstroduktion erlaubt ist.
08:08Wie seht ihr die Parallelen zwischen den verserften Gesetzen in Putins Russland und den Gesetzen im Dritten Reich?
08:15Sicher, es ist schwer, beide miteinander zu vergleichen.
08:18Denn anders als im Zweiten Weltkrieg ist die Todesstrafe in der russischen Föderation noch ausgesetzt.
08:24Aber Ähnlichkeiten in der Intention der Strafverfolgung und den zum Teil konstruierten Delikten bestehen schon, finde ich.
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