00:00Es ist ein Anblick, der Besuchern seit Jahrhunderten Schauer über den Rücken jagt.
00:04In der Klosterkirche von Banz in Süddeutschland sitzen vier vollständige Skelette, drapiert in Seide, Brokat und Edelsteinen.
00:13Diese als Katakombenheilige bekannten Überreste, Vincenzius Valerius, Benediktus und Felix Benediktus,
00:21wurden im 17. und 18. Jahrhundert aus Rom hergebracht, um den Status des Bayerischen Klosters zu stärken.
00:27Die Kirchenverwalter geben zu, dass der Anblick unheimlich sein kann.
00:32Hohle Augenhöhlen scheinen die Lebenden regelrecht anzustarren.
00:36Das war am Ende des Dreißigjährigen Krieges. Das war ja eine schreckliche Zeit.
00:40Da ist ja drei Viertel der deutschen Bevölkerung einfach umgekommen durch Kriege, Seuchen etc.
00:45Das war schrecklich, auch hier. Und da hat man versucht, durch den Barock das Tor zum Himmel zu öffnen.
00:52Deswegen wurde das alles so schön gestaltet.
00:54Man wollte einfach, das war eine Flucht aus der Gegenwart, die oft so schlimm war.
00:59Und deswegen hat man auch diese gruseligen Skelette einfach schön drapiert und möglichst lebendig dargestellt.
01:08Diese heiligen Leichname bleiben den größten Teil des Jahres verborgen, versteckt hinter Holzpanelen.
01:13Sie werden nur zu besonderen Anlässen, wie zum Beispiel alle Heiligen, enthüllt
01:17und dienen als vergoldete Erinnerungen an eine Zeit, in der Reliquien das ultimative Symbol spiritueller Macht waren.
Kommentare