- vor 3 Tagen
Wöller hat einen über den Durst getrunken und schreibt Schwester Lotte – vom Alkohol benebelt – einen Liebesbrief. Am nächsten Morgen ist ihm das furchtbar peinlich und er versucht mit allen Mitteln, die Zustellung dieses Briefes zu verhindern.
Im Kloster Kaltenthal wird geklaut. Die Trickdiebin Helga Koslowski schleicht unbemerkt ins Kloster und lässt Julias Geldbörse und eine Nonnentracht mitgehen. Als „falsche Nonne“ verkleidet und mit Hilfe von Julias Personalausweis verschafft sie sich Zugang zu der Wohnung einer alten Dame. Dort stibitzt sie in einem unbeobachteten Moment deren Familienschmuck und das Haushaltsgeld. Der Verdacht fällt natürlich auf Schwester Julia. Die Nonnen versuchen mit Unterstützung von Polizist Meier, der Trickbetrügerin das Handwerk zu legen. Doch zunächst geht auch noch Bürgermeister Wöller der Dame auf den Leim. Aber was hat Helga Koslowski in seinem Badezimmer zu suchen? (Text: ARD)
Im Kloster Kaltenthal wird geklaut. Die Trickdiebin Helga Koslowski schleicht unbemerkt ins Kloster und lässt Julias Geldbörse und eine Nonnentracht mitgehen. Als „falsche Nonne“ verkleidet und mit Hilfe von Julias Personalausweis verschafft sie sich Zugang zu der Wohnung einer alten Dame. Dort stibitzt sie in einem unbeobachteten Moment deren Familienschmuck und das Haushaltsgeld. Der Verdacht fällt natürlich auf Schwester Julia. Die Nonnen versuchen mit Unterstützung von Polizist Meier, der Trickbetrügerin das Handwerk zu legen. Doch zunächst geht auch noch Bürgermeister Wöller der Dame auf den Leim. Aber was hat Helga Koslowski in seinem Badezimmer zu suchen? (Text: ARD)
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TVTranskript
00:00Frau, mit der kann man viel stehen. Also ich meine nur bildlich gesprochen.
00:05Herr Wöller, ich glaube, Sie haben ein bisschen zu viel von dem Geburtstagsschlampein Champagner von der Frau Laban erwischt.
00:10So ein paar Gläschen hauen doch ein Mann wie mich von meinem Kaliber nicht um.
00:16Außerdem, Sie haben auch ganz schön gepichert.
00:19Gute Nacht, Herr Wöller.
00:20Gute Nacht. Es ist doch erst kurz nach zehn.
00:23Oh, also dafür, dass ich Sie chauffiert habe, habe ich mir doch eigentlich einen Absacker verdient.
00:30Marke Klostergeist.
00:32Herr Wöller.
00:34Ist doch nur menschlich, oder?
00:39Verweile, oh Augenblick, du bist so schön.
00:48Herr Wöller, Sie haben mich doch gar nicht chauffiert.
00:52Wir sind mit dem Taxi gekommen.
01:00Ah ja.
01:01Wenn ich meinen Schatz zu rufen darf, tu ich ihm winken.
01:07Ja, winken bitte, Neugeleit.
01:09Ja, ja, Neugeleit, dazu sind Sie ja da.
01:14Vorsicht, meine Herren.
01:26Liebe Schwester Lottin-Land.
01:31Liebe Charlotte.
01:35Hochfeierde Frau Albers.
01:44Du unerreichbares göttliches Wesen.
01:50Ja, das hat was.
01:57Schlägt unter deiner schwarzen Kutte auch ein heißes Herz.
02:05Liegst du auch in deiner kargen Zelle wach und träumst von einem anderen Leben?
02:13So schreiben wir das.
02:16Lass ich mir befrieren, doch ich bin mit mir.
02:25Segne all mein Denken, segne all mein Glück.
02:41Hallo?
02:48Hallo?
02:57Also ich sitze jetzt hier schon eine geschlagene halbe Stunde und weit und breit ist kein Wagen von der Post
03:03zu sehen.
03:03Und? Geht Sie das jetzt an?
03:04Dabei steht auf dem Briefkasten unmissverständlich, dass die Leerung um 9 Uhr und um 14 Uhr stattfindet.
03:10Warten Sie halt, der kommt gleich.
03:12Jetzt sagen Sie mal, wie reden Sie mit mir?
03:13Ich bin nicht Greti Plethi, ja? Ich bin der Bürgermeister von diesem Kaffee.
03:56Ich bin der Bürgermeister von diesem Kaffee.
04:24Einen wunderschönen guten Morgen, Wöller. Vielleicht sagt Ihnen der Name was?
04:29Klar. Tag, Herr Bürgermeister.
04:31Ja, mir ist ein kleines Malheur passiert. Und zwar wollte ich Sie bitten, mir einen Brief wiederzugeben, den ich gestern
04:37Nacht hier eingeworfen habe.
04:38Er ist an das Kluster Kaltental adressiert und ist sicher leicht zu identifizieren und ganz leicht rauszufischen.
04:44Nein, tut mir leid, das ist ausgeschlossen.
04:46Was?
04:46Da könnte ja jeder kommen und einen Brief abfangen wollen.
04:49Das heißt ja jeder, das ist mein Brief.
04:52Irrtum!
04:53Sobald ein Postgut in einem Postgutsammelbehälter verwahrt wird, ist es bis zum Augenblick der Übergabe an den Adressaten Eigentum der
05:01Post.
05:01Und jede mutwillige Beschädigung, Entwendung und oder Umleitung unterliegt einer Strafverfolgung.
05:08Moment, Moment, Moment. Keine Regel ohne Ausnahme.
05:11Nehmen wir mal an, der Absender eines Briefes würde dem zuständigen Postgutsammelstellenlehrer einen angemessenen Betrag, sagen wir mal so, zwischen
05:20100 und 200 Euro.
05:21Herr Wöller!
05:22Und den Erwerb eines Vorführwagens vom Autohaus Wöller zum Vorzugspreis in Aussicht stellen.
05:29Ich flehe Sie an.
05:30Und ich verliere meinen Job. Tut mir leid.
05:51Dann bist du denn gestern Abend nach Hause gekommen?
05:54Tut doch nicht so, das hast du genau registriert.
05:56Ja, es war kurz vor zwölf.
05:59Und betrunken warst du auch.
06:03Was hast du denn wieder? Kann man denn nicht mal mehr in Ruhe frühstücken?
06:08Der Installateur kommt gleich hin, bis dahin will ich mit dem Geschirr fertig sein.
06:13So eine Pleite, das war ein Seminarteilnehmer.
06:17Er war auf Geschäftsreise und hat nicht mitgekriegt, dass wir absagen mussten.
06:21Das ist so ein Problem. Aber es ist weit vorüber.
06:25Ich werde heute auf der Gemeinderatssitzung.
06:28Bürgermeister Wöller, das Messer auf die Brust setzen.
06:30Also entweder er lässt uns endlich in Ruhe, oder aber ich werde einen Untersuchungsausschuss gegen ihn und seine Buchführung in
06:35die Wege leiten.
06:36Und dann ist er die längste Zeit Bürgermeister gewesen.
06:38Es kann doch echt nicht wahr sein, dass er uns über das Gesundheitsamt die Seminare sperren lassen will.
06:42Wegen so ein paar alten Wasserrohren.
06:44Du hättest eben Bürgermeisterin bleiben sollen. Dann wäre das heute alles Schnee von gestern.
06:49Ach, auf einmal.
06:50Sonst waren Sie doch immer dagegen.
06:52Ich?
06:53Ja, Sie.
06:54Jetzt hört doch endlich auf.
06:56Fällt sonst noch was an?
07:07Was hat Sie denn?
07:09Keine Ahnung.
07:10Keine Ahnung.
07:11Bevor ihr alle auseinander geht.
07:13Kann mir heute jemand helfen?
07:15Die ganzen Flaschen müssen noch etikettiert und eingepackt werden.
07:19Morgen ja. Heute kann ich nicht.
07:20Heute Abend vielleicht.
07:22Nach der Gemeinderatssitzung habe ich zwei bis drei Stunden Zeit.
07:24Was ist eigentlich mit Barbara?
07:25Sie hat doch jetzt ihre eigene Wohnung.
07:27Dann bleibt wieder alles bei mir hängen.
07:29Ach, du Arme.
07:31Ach, Leute.
07:33Hat das denn nie ein Ende?
07:36Wir bräuchten eine Woche der Besinnung.
07:39Irgendwo.
07:41Ohne Telefon und Fax.
07:43Und ohne Wille.
07:46Eine Woche schaffen wir nicht.
07:49Aber ein Wochenende vielleicht.
07:52Wir machen eine Wanderung.
07:54Nach Blaubeuern.
07:55Zu den Benediktinerinnen.
07:56Und übernachten dort.
07:57Das wäre schön.
07:59Ja.
08:12Ja, grüß Gott, Frau Köhler.
08:16Entschuldigen Sie die Störung.
08:17Aber ich komme von der Altenversorgung.
08:20Kann ich Sie im Moment sprechen?
08:22Ich gebe nichts.
08:23Nein, nein, Sie sollen ja auch nichts geben.
08:25Im Gegenteil, Sie sollen ja was kriegen.
08:28Einen Beitrag für Ihre Altersversorgung.
08:31Ah, klar.
08:32Ja, je nach Ihren Lebensumständen und der Höhe Ihrer Versorgung, gell, kann das bis zu 200 Euro im Monat ausmachen.
08:44Aber das müsst ihr natürlich erst prüfen.
08:46Das ist natürlich etwas anderes.
08:50Kommen Sie da her.
08:51Ja, Gott segne Sie.
08:53Sie müssen schon entschuldigen, aber heutzutage kann man nicht vorsichtig genug sein.
08:58Besonders in meinem Alter.
08:59Ja, das letzte Woche war wieder eine von diesen Zeitschriftenwerbern hier.
09:04Und ich hatte vergessen, die Kette vorzulegen.
09:06Ja, ja.
09:07Es gibt schon üble Zeitgenossen.
09:09Aber bitte setzen Sie sich doch.
09:11Ich bin gleich zurück.
09:12Danke.
09:12Ich verwahre meine Unterlagen alle im ehemaligen Studierzimmer von meinem Mann.
09:33Möchten Sie vielleicht auch einen Tee?
09:35Ja, danke, gern.
09:37Es ist noch warm.
09:44So, das wären meine Belege von der Kasse.
09:52Das Bild hat mir mein Mann zu unserer Silberner Hochzeit geschenkt.
09:57An dem See in Tirol haben wir unsere Flitterwochen verbracht.
10:03Schön.
10:18Frau Laban.
10:19Ach, Schwester Lotte.
10:21Sie sollen sofort ins Kloster kommen.
10:23Irgendein Notfall, hat Schwester Agnes gesagt.
10:25Ach, Schwester Agnes übertreibt gerne mal.
10:27Frau Laban.
10:29Sie sehen ja heute verboten gut aus.
10:33Ist Herr Wöller schon da?
10:34Nein, der ist noch nicht aufgetaucht.
10:36Ist ja auch kein Wunder, der verträgt ja kein Sekt.
10:38Ja, das tut er nicht.
10:39Wie er sie immer angemacht hat.
10:42Ich glaube, seit der Nacht, wo Sie bei dem Archiv eingesperrt waren,
10:47da hat er sich in Sie verknallt.
10:49Frau Laban.
10:50Wir haben uns nur gestritten da unten.
10:52Ehrlich.
10:53Ja, was sich liebt, das neckt sich.
10:56Rathaus Greifenthal Laban.
10:58Ja, Moment.
10:59Schwester Agnes.
11:03Ja, was gibt's?
11:04Gott sei Dank erreiche ich dich endlich.
11:06Du musst sofort kommen.
11:08Vor einer halben Stunde hat eine vollkommen verzweifelte Frau hier angerufen
11:11und behauptet, eine von uns hätte bei ihr im Haus 500 Euro
11:16und den gesamten Familienschmuck geklaut.
11:18Was?
11:19Ja, sie hat behauptet, sie heißt Julia.
11:21Ich hab ihr gesagt, das kann überhaupt nicht sein,
11:23aber sie hat mir nicht geglaubt.
11:25Das gibt's doch gar nicht.
11:26Hast du eine Telefonnummer?
11:27Nein, aber ihre Adresse.
11:30Frau Köhler, Wittelsbacher Straße 12.
11:34Gut, das werden wir gleich haben.
11:35Und bitte behalte die Nerven.
11:39Probleme?
11:40Ach, ich fürchte, es wird doch schlimmer, als ich dachte.
11:44Bitte richten Sie Ihrem Chef aus, dass er mich unbedingt anrufen soll.
11:47Gut.
11:49Herr Michels, das geht jetzt leider nicht.
11:51Jetzt nehmen Sie sich doch das nicht so zu Herzen.
11:54Herr Wöller ist doch quasi selber schuld, dass er eingesperrt wurde.
11:57Er hat Ihnen ja verboten, das Archiv zu betreten.
11:59Ja, aber es ist mir unheimlich peinlich.
12:02Ach, das wird sich schon wieder einringen.
12:18Herr Wöller hat gesagt, der nächste erste ist der letzte für mich.
12:22Sparmaßnahmen.
12:23Lächerlich.
12:26Raus.
12:27Ich habe Frau Lager mit...
12:28Raus.
12:29Herr Wöller, Herr Michels.
12:30Keine Widerrede.
12:32Wenn hier einer meine Sekretärin anbaggert, dann bin ich das.
12:35Und jetzt raus.
12:36Aha.
12:37Und Sie verbinden mich mit der Oberpostdirektion München.
12:40Und mit wem dann?
12:41Mit dem Direktor.
12:42Je höher, desto besser.
13:08Der Herr Oberpostdirektor ist in einer Besprechung und heute nicht vor 16 Uhr zu erreichen.
13:12Es ist nicht zu fassen.
13:14Diese Dünnbrettbohrer, wenn man sie einmal braucht im Leben.
13:17Was ist denn?
13:18Ach, nichts.
13:19Privat.
13:20Ich muss nach München.
13:22Sagen Sie sämtliche Termine für heute ab.
13:24Und wenn ich den Herrn persönlich aus seiner Besprechung zerren muss...
13:27Ja, aber die Gemeinderatssitzung.
13:30Und Schwester Lotte hat auch um Rückruf gebeten.
13:33Und eigentlich sollten Sie längst in der Kläranlage sein.
13:36Da ist doch der Lokaltermin heute.
13:56Was haben Sie denn?
14:00Der Rest Alkohol von gestern.
14:04Oder was?
14:05Ja, auch das...
14:06Ja, das Schlimmste ist...
14:11Das dürfen Sie aber keiner Menschenseele erzählen.
14:15Kann ich ein Glas Wasser haben und eine von Ihren Kopfhütabletten...
14:36Jetzt sagen Sie schon.
14:41Ich habe einen Brief geschrieben.
14:44An Schwester Lotte.
14:46An Schwester Lotte?
14:48Ich kann mich nicht erinnern, dass ich den getippt habe.
14:50Ja, ich habe ihn geschrieben.
14:51Gestern Nacht.
14:52Im Vollrausch.
14:53Und die Idiote haben auch noch eingeworfen.
14:55Nachts um zwölf.
14:56Ich verstehe.
14:57Und ich nehme an, Sie haben Sie fürchterlich beschimpft und beleidigt...
15:00...und haben jetzt Angst, zu weit gegangen zu sein.
15:02Ach was?
15:03Das würde ich ja noch locker wegstecken.
15:05Nein.
15:06Das ist ein Liebesbrief.
15:08Hä?
15:09Ja.
15:10Wie ein pubertierender Penela habe ich mich benommen.
15:13Und dann habe ich, glaube ich, auch noch ein Gedicht geschrieben.
15:15Also, ich meine, ganz genau weiß ich das gar nicht mehr.
15:18Aber ich war, wie gesagt, voll wie tausend Abitzen.
15:21Eine Kloster-Schwester einen Liebesbrief schreiben.
15:24Herr Wöller, Herr Wöller.
15:25Ich kenne diese Frau leider auch ohne Kutte.
15:28Damals im Wahlkampf.
15:30Und da ist alles dran.
15:33Gott, ist das ein Schlamassel.
15:34Ich nehme an, Sie möchten jetzt den Brief abfangen, bevor er im Kloster ankommt.
15:39Na klar.
15:40Nur diese Erbsenzähler von der Post, die wollen nicht rausrücken.
15:43Warum denn nicht?
15:44Wenn Sie den Brief geschrieben haben und der Absender hinten draufsteht.
15:47Ja, das ist ja kein Absender drauf.
15:49Ich habe geschrieben, Schwester Lotte, Kaltenthal etc.
15:52Und persönlich vertraue ich dummerweise auch noch.
15:54Und so einen Brief bekomme ich nur vom Adressaten wieder.
15:57Spricht von Schwester Lotte.
15:58Aber so weit darf es um Gottes Willen nicht kommen.
16:01Dann müssen Sie sich eben auf die Lauer legen und den Briefträger abpassen.
16:05Ich glaube, die Tour hat der Sohn vom alten Kröger.
16:09Für ein paar Flaschen Rotwein ist er doch für alles zu haben.
16:12Genau.
16:14Sie sind ein Genie.
16:16Toll.
16:17Genauso machen wir es.
16:19Oh Gott, ist mir schlecht.
16:20Jetzt beruhigen Sie sich.
16:22Und dann fahren Sie raus zur Kläranlage, sonst kriegen Sie Ärger mit dem Huber.
16:26400.000.
16:27Dieser Kerl kann den Kanal nie voll genug kriegen.
16:30So, Frau Laber.
16:32Aber da.
16:34Wir machen uns auf den Weg und gehen unseren Pflichten nach.
16:44Danke, Frau Laber.
16:47Sie und ich, zusammen, sind wir unschlagbar.
17:04Sie schon wieder? Das ist ja die allergrößte Frechheit.
17:08Ich habe von dem Vorfall gerade eben erst gehört.
17:11Ich bin Schwester Lotte vom Kloster Kaltenthal.
17:13Das kann ja jeder behaupten.
17:14Die andere hat mir sogar ihren Ausweis gezeigt.
17:18Julia Seewald.
17:19Julia Seewald ist unsere Novizin.
17:21Und sie ist außerdem die Tochter vom Bankier Seewald.
17:23Und ich glaube kaum, dass sie das nötig hat, sich so zu bereichern.
17:26Sollten wir beide nicht vielleicht gemeinsam die Polizei rufen?
17:29Ich will keine Polizisten hier.
17:32Dann steht alles brühwarm in der Zeitung.
17:34Und ich stehe da wie eine Dumme.
17:36Und jetzt, bitte.
17:38Ich muss mich hinlegen.
17:40Mir ist ganz schwindelig.
17:42Würden Sie, hallo, würden Sie sie denn vielleicht wiedererkennen?
17:46Ich weiß nicht.
17:47In diesen Kutten sehen doch alle gleich aus.
17:52Herr Lotte, endlich da rufen.
17:54Ja.
17:55Waren Sie bei der Frau?
17:57Ja, wir haben Glück.
17:58Sie hat die Polizei Gott sei Dank noch nicht angerufen.
18:00Aus Angst vor dem Gerede mit den Nachbarn.
18:02Ja, aber die Polizei muss das doch nicht.
18:03Ja, aber Herr Mayer und nicht irgendwer.
18:05Ich will nicht das, weil er den Skandal daraus macht.
18:07Ja, bitte.
18:07Herr Mayer, hierher kommt.
18:08Da habt ihr vielleicht alle.
18:09So, aber bitte.
18:10Einige Gruppe ist der Mayer an.
18:12Mein Geldbeutel ist gestohlen.
18:14Ja, ich hatte den in der Schreibtischschublade, weil ich mir ein Buch bestellt habe.
18:18Und dazu brauchte ich meine Kreditkartennummer.
18:20Es muss heute Morgen jemand hier gewesen sein, während wir in der Kapelle waren.
18:24Ja, drei Scheiben Schinken haben gefehlt vom Aufschnitt.
18:29Ja, ich habe sie nämlich nachgezählt.
18:33Und das Gleiche wirst du jetzt mit den Habits tun.
18:37Du gehst hoch und zählst sie nach.
18:39Und du rufst bei Schwester Hildegard an und fragst, ob es in München ähnliche Vorfälle gibt.
18:42Kann nicht Agnes in München anrufen?
18:46Schwester Hildegard und ich stehen nicht auf sonderlich gutem Fuß miteinander.
18:49Julia, es ist nicht an der Zeit, private Animositäten zu züchten.
18:52Also bitte tu, was ich dir gesagt habe.
18:57Und du?
18:58Ich?
18:59Ich halte die Stellung hier.
19:00Dann kannst du ja dem Installateur sagen, was er zu tun hat.
19:03Was?
19:04War der immer noch nicht da?
19:05Nein!
19:10Reuter!
19:12Kloster Kaltenthal.
19:13Julia Seewald.
19:15Entschuldigen Sie, wenn ich störe.
19:16Ich wollte eigentlich Schwester Hildegard erreichen.
19:18Wir sind unterwegs, Schwester Julia.
19:20Und der Hausapparat ist auf mein Handy umgestellt.
19:23Um was geht es denn?
19:24Schwester Hildegard hat alle Hände voll zu tun.
19:26Wir haben hier bei uns eine Trickbetrügerin, die sich als Nonne ausgibt.
19:30Wie bitte?
19:31Ja!
19:32Und Schwester Lotter hat mich gebeten, Schwester Hildegard anzurufen, um sie zu fragen, ob es in München ähnliche Vorfälle gegeben
19:37hat.
19:37Wir befinden uns auf der Rückfahrt vom Flughafen ins Mutterhaus.
19:40In zehn Minuten müssten wir da sein.
19:42Wir melden uns wieder.
19:45Was wollte Frau Seewald von mir?
19:47Frau Seewald ist immer noch Ihre Schwester im Herrn.
19:50Also zügeln Sie Ihre Abneigung.
19:52Alles andere werden Sie gleich erfahren.
19:54Und schauen Sie bitte nach vorn.
19:57Gewisse Kardinäle in Rom würden es Ihnen nie verzeihen, wenn Sie mich an einen Baum fahren.
20:02Ich lasse mich von dir nicht dauernd unter Druck setzen.
20:05Kapier das endlich.
20:07Das ist der älteste Trick der Welt.
20:09Die billigsten Anbieter spielen und hinterher alles Mögliche draufschlagen.
20:12Das ist kein Schwung.
20:1440 Prozent ist schon die Inflationskorrektur.
20:17Und der Rest, der kommt durch Umweltauflagen und die Anleger zustande.
20:21Schließlich war es nicht meine Idee, die Kläranlage neben diesem Feuchtgebiet zu platzieren.
20:25Das warst du.
20:26Uh, jetzt tu nicht so scheinheilig.
20:29Sie ihm gehörten denn die 400a laut Grundbuchauszug doch deiner Ex-Frau, oder?
20:33Zum Zeitpunkt der Vergabe gehörte sie ihrem Onkel mütterlicherseits.
20:36Was kann ich denn dafür?
20:36Ich konnte doch nicht wissen, dass der abschmiert und sie das erbt.
20:39Ich will nur das Geld, das mir zusteht.
20:43Und du wirst es mir im Gemeinderat besaugen.
20:45Und halt mir den Lehmann vom Hals.
20:47Sonst verschwindet der Mann irgendwann spurlos in Beton.
20:50Das ist aber gar nicht komisch, aber...
20:51Kleiner Scherz.
20:53Aber ganz klar.
20:54Meier, tun Sie Ihre Pflicht.
20:57Was sollen das, Herr Meier?
20:59Ich dachte, Sie wollten Karriere machen.
21:01Das hat sich erledigt.
21:02Fritz Hechler kriegt den Posten, nachdem Sie sich nicht für mich eingesetzt haben.
21:05Was?
21:06Aber wissen Sie was?
21:07Seitdem geht es mir schon viel besser.
21:09Ich habe nachts ja schon nicht mehr schlafen können bei dem Gedanken.
21:12Und das da.
21:13Das ist wie Weihnachten.
21:15Halteverbot und blockieren einer Feuerwehranfahrtszone.
21:17Das wird Konsequenzen haben, ja?
21:20Sie werden sich noch wundern.
21:21Ja?
21:22Hier.
21:26Das gibt leider noch einen Strafzettel.
21:28Verschmutzung städtischer Anlagen.
21:29Haben Sie selbst durchgeboxt im Gemeinderat.
21:32Damals beim Wettbewerb.
21:33Unsere Stadt soll schöner werden.
21:35Noch ein Wort, Herr Meier.
21:37Und ich werde Himmel und Hölle in Bewegung setzen,
21:39dass Sie aus dem Polizeidienst fliegen.
21:41Und zwar mit Schimpf und Schande.
21:42Und jetzt lassen Sie mich zufrieden mit Ihren Schmierfink-Aktionen.
21:46Meier, willkommen.
21:48Meier, willkommen.
21:58Ja, Meier?
22:00Ins Kloster.
22:02Hat sie gesagt, worum es sich handelt?
22:06Okay, ich bin schon unterwegs.
22:08Ich war in Köln.
22:09Ich will die Mitschwestern informieren und eine Nachfolgerin suchen.
22:14Ja, ich habe eine gefunden.
22:17Schwester Mechthild.
22:20Ich weiß, Exzellenz, aber das ist Teil meiner Strategie,
22:24die ich Ihnen im Augenblick nicht erläutern möchte.
22:26Sie ist nämlich ziemlich gemein.
22:29Ich sehe, Sie haben mich verstanden.
22:31Also dann, bis Sonntag beim Hochamt.
22:34Schwester Mechthild.
22:36Also ehrlich, Mutter.
22:37Haben Sie Schwester Lotte erreicht?
22:39Ja.
22:40Und ich wollte Sie fragen, ob ich mir Ihren Wagen ausleihen kann.
22:44Es geht um die Identifizierung einer Person.
22:47Wie?
22:48Sie kennen diese Betrügerin etwa?
22:50Ich habe den Verdacht, dass es sich um die gleiche Frau handelt,
22:54der Sie gestern Geld für einen Fahrschein nach Kaltenthal gegeben haben.
22:57Sie wollte Ihre kranke Mutter besuchen.
22:59Das ist eine der üblichen Ausreden, um gutgläubige Menschen um Geld anzupumpen.
23:03Außerdem haben Sie ihr nahegelegt, sich in unserer Niederlassung zu melden, falls Sie Hilfe benötige.
23:10Also was ist?
23:11Soll ich nach Kaltenthal fahren?
23:13Ich fahre mit.
23:15Ich wollte morgen sowieso hin.
23:18Und bei der Gelegenheit kann ich dann ja auch gleich dafür sorgen, dass dieser Dame das Handwerk gelegt wird,
23:24falls Ihre Vermutung stimmen sollte.
23:26Was ich allerdings bezweifle.
23:28Ich kann mir nicht vorstellen, dass mir meine Menschenkenntnis derart abhandengekommen sein sollte.
23:33Und wenn, dann ist das Sache der Polizei nicht unsere.
23:41Herr Mayer, wo bleiben Sie denn?
23:44Ich habe auch noch andere Kunden außer Ihnen.
23:47Und im Streifenwagen sitze ich auch nicht die ganze Zeit und warte, dass Sie mich anrufen.
23:50Um was geht es denn? Springt Ihre Schrottlaube mal wieder nicht an?
23:53Ach, wenn es nur das wäre. Nein, es geht um Betrug und Diebstahl.
23:56Na, na, na.
23:58Doch. Hier in der Gegend treibt sich eine Frau herum, die eine unserer Kutten und einen Geldbeutel geklaut hat.
24:03Und sie geht ganz gezielt zu alten Leuten, klingelt, lügt ihnen was vor und beklaut sie dann.
24:08Schwerer Diebstahl in Kaltenthal? Davon müsste ich doch was wissen.
24:11Herr Mayer, Sie sind der richtige Mann für diesen Fall.
24:14Sie erledigen das und zwar möglichst unauffällig.
24:17Sie fahren jetzt zu einer Frau Köhler. Hier ist die Adresse.
24:21Mich hat sie ja nicht hereingelassen, aber Sie in Ihrer Uniform.
24:24Sie imponieren ihr bestimmt.
24:28Ich schaffe das schon.
24:29Bleibst du zum Essen?
24:30Ich muss mich mal wieder im Kloster blicken lassen. Ehrlich.
24:33Schade.
24:34Naja, ist vielleicht auch besser so. Ich muss lernen, alleine klarzukommen.
24:38Hauptsache, du lässt dich nicht wieder von diesem Architekten bequatschen, den Babysitter zu spielen.
24:42Zwischen mir und Herrn Bachmann ist nichts. Wann begreifst du das endlich?
24:45Ich sag ja nur.
24:48Du brauchst keinen Mann, du brauchst einen Job.
24:51Und wenn du nicht mehr stillen musst, kann Julia die Kleine im Kindergarten übernehmen.
24:54Wenigstens vormittags.
24:56Ich lass mein Kind nicht allein.
24:58Andere Mütter tun das auch.
25:00Aber ich nicht. Außerdem gibt es Jobs, wo man sein Kind mitbringen kann.
25:03Oh, die Frau Selenius.
25:05Hallo, Schwester.
25:07Oh, Blumen. Für mich. Das wäre aber wirklich nicht nötig gewesen.
25:10Ich höre auf.
25:11Schon gut. Ich gehe ja schon.
25:16Ich wollte mich nur noch mal bei Ihnen bedanken und zur neuen Wohnung gratulieren.
25:21Danke.
25:22Ich würde Sie ja reinbitten, aber im Augenblick habe ich nur einen Stuhl.
25:25Mach doch nichts.
25:26Aber ein Glas Wein hätte ich da.
25:27Sophie hat eine Flasche mitgebracht zur Einweihung.
25:29Kommen Sie rein.
25:30Machen Sie die Tür zu.
25:35Ich lege mal schnell die Kleine hin.
25:38Haben Sie ja wohl eine Vase?
25:39Vielleicht in der Küche.
25:40Geradeaus.
26:02Schlaf gut, meine Kleine.
26:10Danke.
26:11Die ersten Blumen im Haus.
26:13Stellen Sie sie doch auf die Heizung.
26:18So, und wenn Sie jetzt noch einen Trick kennen,
26:20wie man eine Weinflasche aufkriegt ohne Korkenzieher.
26:24Was ist das?
26:26Für Sie.
26:27Ein Wohnungsbesitzer ohne Werkzeugkasten ist verraten und verkauft.
26:30Danke.
26:33Ist zwar kein Korkenzieher drin, aber zur Not geht's auch damit.
26:39Hoffentlich das Händtuch benutzen.
26:40Ja.
26:49Ich habe zu viel mitgebracht.
26:51Sie sind zwar nur aus Plastik, aber besser als nix.
26:56Ist zwar nicht die eleganteste Methode,
26:58aber sie funktioniert.
27:04Et voilà.
27:07Danke.
27:11Ich sollte übrigens ganz lieb von meinem kleinen Sohn grüßen.
27:13Jakob findet Sie offensichtlich genauso nett wie ich.
27:16Das ist lieb.
27:17Aber ich glaube Ihnen kein Wort.
27:32Hallo?
27:33Hallo?
27:34Schwester Lotte?
27:37Kloster Kaltenthal, Schwester Sophie?
27:40Kloster Kaltenthal?
27:41Keiner dran.
27:43Was ist denn los?
27:44Eine Frau hat Julias Geldbeutel und eine unserer Kunden entwendet
27:47und macht hier als Nonne die Gegend unsicher.
27:48Jetzt ist mir alles klar.
27:52Was?
27:52Die habe ich gesehen eben auf dem Heimweg
27:54und ich dachte noch, komisch, die kenne ich gar nicht.
27:56Wo?
27:56In der Stadt.
27:57Die stand vorm Schaufenster von der Boutique am Rathausplatz.
28:00Ich wollte schon anhalten, aber da ist sie reingegangen.
28:02Wann war denn das?
28:03Eben, so vor 10, 15 Minuten.
28:05Herr Mayer?
28:06Ich bin's nochmal.
28:07Schwester Sophie hat sie gesehen.
28:08Na, die falsche Nonne.
28:10Wenn Sie sich beeilen, dann erwischen Sie sie noch.
28:12Sie ist in einer Boutique.
28:13Wie heißt die Boutique?
28:14Keine Ahnung.
28:15Die ist gleich am Rathausplatz.
28:17Haben Sie es verstanden?
28:18Herr Mayer?
28:20Herr Mayer?
28:22Der ist schon unterwegs.
28:24Hoffentlich schafft er es noch.
28:26Wenn Sie sich neue Klamotten zulegen, erwischen wir sie nie.
28:31Wir haben sie wahrscheinlich erwischt.
28:33Herr Mayer fährt gerade in Ewigkeit.
28:35Amen.
28:37So, und jetzt in aller Ruhe.
28:38Was ist der Stand der Dinge?
28:40Schwester Sophie hat sie in eine Boutique reingehen sehen.
28:42Herr Mayer fährt gerade hin.
28:43Dann ist doch der Fall in den besten Händen, oder?
28:45Nicht wirklich, weil wenn sie den Harbit nicht mehr anhat,
28:48dann kann sie sehen ruhig untertauchen.
28:52Deswegen brauchen wir Schwester Hildegard und Sie,
28:54weil Sie sie gesehen haben.
28:55Ich glaube kaum, dass die ehrwürdige Mutter Interesse daran hat,
28:58in der Stadt herumzulaufen
28:59und nach einer falschen Nonne Ausschau zu halten.
29:01Na gut, dann eben Sie.
29:02Wir müssen was unternehmen.
29:04Herr Mayer hat doch diesen einen Mitarbeiter,
29:07der bei ihr ...
29:08Sophie, doch nicht du.
29:10Aber ich habe sie zuerst gesehen.
29:12Nur einmal das, was ich dir gesagt habe.
29:22Na, ob das was wird?
29:25Vielleicht sollten wir den gut gemeinten Absichten
29:28mit etwas Gebet nachhelfen.
29:29Wo sind die anderen?
29:32Äh, Felicitas ist noch in der Klinik
29:34und Agnes und Julia sind im Keller.
29:37Etikettieren.
29:38Mhm.
29:41Also da.
29:43Ja, da.
29:44Das war's.
30:23Das war's.
30:44Das war's.
30:46Herr Mayer, das bringt doch nichts.
30:49Weit kann es hier nicht gekommen sein.
30:51Leite ich die Fahndung oder Sie?
30:53Sie natürlich, Herr Mayer.
30:56Aber bevor es den Computer gab, gab es den Verstand und den sollten wir auch einsetzen.
31:00Also, Schwester Lotte, bei aller Liebe, im Rathaus mit Herrn Wöller können Sie das vielleicht durchziehen, aber nicht mit mir.
31:05So, freu Sie mich bitte.
31:06Himmel, Herr Mayer, so schwer ist das doch nicht.
31:09Jetzt versetzen Sie sich doch einfach mal in die Psyche einer Frau.
31:13Gestern saß sie noch auf der Straße vor dem Bahnhof in München und sah dementsprechend aus.
31:17Und heute? Heute hat sie Geld und kleidet sich neu ein.
31:20Das weiß ich.
31:22Das habe ich eben, haben wir eben höchstpersönlich selbst recherchiert.
31:25Ja, also, was braucht Sie denn noch außer neuen Klamotten?
31:29Ein Make-up und Maniküre.
31:31Eine neue Frisur. Also, wo ist der nächste Frisiersalon?
31:35Oh, da gibt's etliche. Aber der nächste ist der Spanier beim Italiener in der Türkenstraße.
31:43Und? Haben Sie sie?
31:45Nein, nein. Aber wir wären ganz dicht dran.
31:48Die Friseur hatte keinen Termin frei und hat sie wieder weggeschickt.
31:51Nein.
31:51Aber morgen kommt sie wieder und dann haben wir sie.
31:54Friseur?
31:55Neu eingekleidet hat sie sich auch. Mit deiner Kreditkarte.
31:58Platin. Ohne Limit.
32:00Liebe Schwestern, darf ich Sie alle in die Kapelle bitten.
32:04Zu einem Gebet für diesen armen Menschen.
32:07Und dann, um auch Sie über gewisse geschäftliche Veränderungen in Kenntnis zu setzen.
32:14Geschäftliche Veränderungen?
32:35Grüß dich, Herr Bürgermeister.
32:37Na?
32:37Was darf's sein?
32:38Ich hätte gerne einen Sprudel und, falls es noch was zu essen gibt, zwei Bratwürste mit Kartoffelsalat oder sowas in
32:44der Richtung.
32:47Sprudel?
32:48Kein Champagner?
32:50Also hat der Lehmann uns in der Spitzel, die in der Gemeinderatssitzung wieder untergebuttert, hm?
32:55Untergebuttert? Lehmann? Mich?
32:57An so einem Tag bestelle ich keinen Sprudel, sondern einen Kanister Benzin.
33:01Gieß ihn über mich und du darfst das Streichholz hinein.
33:03Du hast es also geschafft. 400.000, ich so laut.
33:07300.000.
33:09Und du kannst dem Schöpfer auf Knien danken.
33:11Der Lehmann ist nicht auf den Kopf gefallen.
33:12Der hat messerscharf seinen Finger auf die Wunde von der Nachkalkulation gelegt.
33:17Grundwasserschutz?
33:17Ach was, du mit deinem paar Plastikplanung und deinem Strohbein.
33:21Das ist doch kein Grundwasserschutz.
33:22Das ist Anfallsaugenbischerei.
33:24Ja, aber ich bin nicht so froh, dass ich dir 300.000 abhauskitzeln kann.
33:28Kannst du schon mal anfangen, mir die Füße zu küssen?
33:34Was?
33:35Es geht nur noch kalt.
33:37Die neue Köchin ist schon gegangen und der Willi hat gesagt,
33:40wenn du warm essen willst, sollst du in die goldene Sonne gehen.
33:42Du sagst dem Willi einen schönen Gruß, ja?
33:43Wenn er weiterhin den Bürgermeister zu seinen Stammgästen zählen will,
33:46dann soll er wenigstens so tun, als würde er Wert auflegen.
33:51Also das kriegst du mit Spudel nicht runter, das sage ich dir natürlich.
33:54Ich habe gestern gelumpt und morgen muss ich früh raus.
33:58Ach, kommen wir doch auf, es gibt es ja nicht, das muss doch gefeiert werden.
34:01Erika, bring uns mal eine Flasche Hausmarke und zwei Gläser.
34:04Hausmarke, also wenn schon, denn schon, französisch.
34:07Ja, bist du verrückt, 80 Euro, spinnst du.
34:10Erika, vergiss das mit der Hausmarke.
34:12Bring uns so ein Fläschchen, was sich auf Chateau reimt,
34:14mit einem schönen Etikett drauf, ne?
34:17Entschuldigung, meine Frau, dürfen wir Sie auf ein Gläschen einladen?
34:23Ja, also, da sage ich natürlich nicht nein.
34:27Biete, deine Damen noch mal Platz.
34:29So, Huber.
34:30Grüß Gott.
34:31Wöller.
34:32Groß, äh, Großklowski.
34:35So, also, aber ich trinke nur ein Gläschen, weil ich muss morgen früh raus.
34:40Ja, ich vertrage auch nicht mehr als einen Klaus und vor allem keine Champagner.
34:44Keine Champagner.
34:45Das ist doch eine Übungssache und das üben wir jetzt mal, Wolltvi, hä?
34:47Erika, wo bleibt denn der Champagner?
34:49Ja.
35:14Früher, vor der Armbanduhr und vor dem Handy, haben die Menschen sich nach dem Geläut der Glocken
35:19ihrer Gotteshäuser orientiert.
35:21Aber diese Zeiten sind vorbei und zwar endgültig.
35:25Das muss man sich immer wieder in Erinnerung rufen.
35:29Wir versteinen zu Fossilien, wenn wir uns nicht bewegen, nicht flexibel sind und uns anpassen.
35:37So, wie die Natur und die Evolution uns das täglich vorleben.
35:44Die Kunst dabei ist nur, dass man immer noch die Glocken hört in sich und die Sehnsucht empfindet nach unserer
35:52inneren Heimat.
36:00Gott, ich werde mein Amt als Oberin niederlegen und nach Rom gehen.
36:07Meine Nachfolgerin wird Schwester Mechthild aus Köln sein.
36:11Und in den nächsten Tagen wird sie sich Ihnen persönlich vorstellen.
36:16Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht, aber die einzige progressivere Alternative, die auch mir lieber gewesen wäre,
36:29hat sich leider nicht dazu entschließen können, die Verantwortung auf sich zu nehmen.
36:34Weil sie vielleicht nicht weiß, dass dieses schwere Amt dem Träger mehr Kraft verleiht, als man sich vorstellen kann.
36:43Ich habe das am eigenen Leib erfahren dürfen.
36:47So.
36:49Und jetzt würde ich sagen, Schwester Lotte spielt uns noch etwas auf dem Harmonium und dann begeben wir uns zur
36:57Nachtruhe.
36:59Schweigend, bitte.
37:28Und jetzt wollen wir uns zur Nachtruhe.
37:33Oh Gott.
37:43Guten Morgen, Wolfgang.
37:45Wer sind Sie?
37:47Was machen Sie da?
37:48Ich kann sich an gar nichts mehr erinnern.
37:50Ich habe dich doch heimgefahren.
37:52Was?
37:53Du hast einfach den Champagner nicht vertragen.
37:56Ich wollte mit deinem Freund mit,
37:57weil da war mir zu ordinär.
37:59Moment, Moment.
38:02Ich muss jetzt ins Bad, ja?
38:04Und wenn ich geduscht habe,
38:07dann sind Sie nicht mehr da.
38:11Ja, aber Wolfgang, was haben Sie denn auf einmal?
38:24Was war doch der Bräder?
38:27Und zwar mit geschätzten 80 kmh.
38:35Das war's.
38:46Haben Sie die Post schon geliefert für die Nonnen?
38:48Ja, sicher.
38:51Na, bravo.
38:54Super.
38:54Na, bravo.
39:06Verording alles.
39:27Herr Wöller, ich muss mich doch sehr wundern.
39:30Ja, ja, ich weiß, das sieht so aus, als hätte ich versucht, den Kasten da aufzubrechen.
39:34Sie haben versucht, den Kasten aufzubrechen. Und das grenzt an versuchten Einbruchdiebstahl.
39:42Diebstahl. Ich wollte nur an das kommen, was mir gehört.
39:45Ein Brief, der irrtümlicherweise an das Kloster Kaltenthal geschickt worden ist.
39:49Ja, Sie können Ihren Notizblock ruhig wieder wegstecken.
39:5280 Kilometer in einer geschlossenen Ortschaft. Versuchter Diebstahl. Beamtennötigung.
39:58Darf ich Ihren Führerschein sehen?
40:00Herr Mayer.
40:01Ihre Papiere, bitte.
40:04Ja, ich glaube, die habe ich zu Hause liegen gelassen in der Eile.
40:09Ihre Liste wird immer länger. Fahren ohne Fahrerlaubnis. Angeschnallt waren Sie auch nicht.
40:13Ja, Herr Mayer, ich fließe an. Machen Sie ja keinen Aufstand.
40:16Die Nonnen können doch jeden Moment rauskommen.
40:19Lassen Sie uns das von Mann zu Mann klären.
40:21Im Ochsen. Heute. Nach Dietzschluss.
40:25Jetzt hören Sie mir gut zu.
40:27Ich werde von einer Strafverfolgung Abstand nehmen. Ausnahmsweise.
40:31Weil unserer Gemeinde wenig damit gedient ist, wenn hier Oberhauptland auf, landab in der Presse zur Witzfigur gemacht wird.
40:37Und zweitens habe ich einen dringenden Termin. In einem Damensalon.
40:41In einem Damensalon.
40:43Lassen Sie sich eine Dauerwelle legen.
40:46Keine dummen Scherze.
40:48Das ist rein dienstlich.
40:50Aber Sie, ab sofort erwarte ich von Ihnen ein mustergültiges Verhalten.
40:54Nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch im Privat- und Berufsleben.
40:57Haben wir uns verstanden?
40:59Ja.
41:00So.
41:01Und jetzt machen Sie sich vom Hof.
41:04Jawohl.
41:19Meinen Sie nicht, es wäre besser, wenn Sie Ihr Polizeigepferd irgendwo anders parken?
41:24Das wäre in der Tat.
41:26Aber Sie blamieren.
41:27Tun Sie so, als würden Sie ins Schaufenster schauen.
41:30Ich denke, es ist besser, wenn ich ins Salon warte.
41:33Wenn Sie eine Nonne sieht, wird Sie gleich misstrauisch.
41:36Gute Idee.
41:37Hätte von mir sein können.
41:39Bis gleich.
42:01Halt!
42:01Warten Sie doch!
42:04Ist sie das?
42:05Ja.
42:06Aha!
42:07Gnädige Frau!
42:13Sie erinnern sich doch an mich.
42:16Hä?
42:16Na, gestern.
42:18Am Hauptbahnhof in München.
42:20Das werden wir gleich haben.
42:22Darf ich um Ihre Handtasche bitten?
42:25Danke.
42:26Danke.
42:28Danke.
42:36Wolfgang Wöller.
42:37Ich glaube, ich spinne.
42:40Männer, was soll ich sagen?
42:42Wenn Dummheit wehtun würde, müssten die den ganzen Tag schreien.
42:54Jetzt hören Sie auf, gegen Schwester Mechthild zu opponieren.
42:57Sie sind doch an dieser Lösung nicht ganz unschuldig, oder?
43:00Aber das muss doch nicht bedeuten, dass man Schwester Mechthild mit dieser Aufgabe betreut.
43:05Wo sie so konservativ ist.
43:07Entschuldigung, aber so ist es.
43:09Zehn Minuten, hat sie gesagt.
43:11Ach, ehrwürdige Mutter, das darf doch nicht sein.
43:19Na, war Ihre Mission erfolgreich?
43:22Ja.
43:22Und mein Geldbeutel?
43:23Der ist bei Herrn Mayer auf dem Revier.
43:25Oh, nein.
43:26Mutter Oberin.
43:27Für Sie.
43:28Zum Abschied.
43:30Vielleicht vergessen Sie uns dann nicht so schnell.
43:32Wenn Sie ein kleines Schlückchen davon trinken in Rom.
43:35Eine Art Limoncello.
43:36Oh, ein Klostergeist, Limoncello.
43:39Danke, aber keine Angst.
43:41Ein wenig werden Sie sich noch mit mir gedulden müssen.
43:44Ich gehe erst, wenn ich meiner Nachfolgerin einen ordentlichen Haushalt übergeben kann.
43:49Gelobt sei Jesus Christus.
43:50In Ewigkeit.
43:51Amen.
43:55Schwester Lotte, übrigens, war das letzte Opfer der Dame Herr Wöller.
44:00Was?
44:01Ja, sie hatte seinen Geldbeutel.
44:03Nein.
44:13Ach, übrigens, da hat jemand versucht, unseren Briefkasten aufzubrechen.
44:17Vielleicht wegen dem Brief hier.
44:18Der ist für Sie, ohne Absender.
44:29Könnte es sein, dass Ihr vielleicht an Eure Arbeit müsstet?
44:33Es ist schon nach neun.
44:34Was?
44:36Was?
44:41Ja.
44:42Was?
44:43Ja.
45:04Sag mal, Willi, hab ich zufällig gestern bei euch mein Headboard liegen lassen, also
45:11ein Schwarz. Du bist heute bei mir, ja? Ich melde mich nochmal. Auch das noch? Ich habe Herrn Wachtmeister
45:30Meier nur einen Weg abgenommen. Hier, ihr Geldbeutel. Ich muss mich allerdings sehr wundern, wie der
45:37in die Hände einer Trickbetrügerin kommen konnte. Was? Laut Aussage von Wachtmeister Meier
45:44soll die Dame bei Ihnen übernachtet haben. Was ich kaum glauben kann nach der Lektüre
45:50Ihres Gedichtes. Ja, also erstens, ich weiß gar nicht, wie die Dame jetzt rauskam. Die
45:55fand ich heute früh auf dem Sofa. Und zweitens, die Sache mit dem Brief, da war ich nicht
46:04zurechnungsfähig. Nicht zurechnungsfähig? Darf ich das auf der nächsten Gemeinderatssitzung
46:12vielleicht zitieren? Ich meine, ich habe einen übern Durst getrunken. Also geben Sie mir
46:21den Brief und wir vergessen das Ganze. Welchen Brief? Mit dem Alkohol sollten Sie vielleicht
46:32ein bisschen besser aufpassen. Wie wäre es mit einem Seminar bei uns?