00:01Auf einmal ist richtig aufregend.
00:03Viel blondes Haar, sanft braune Augen, still und scheu in Ausdruck und Rede.
00:09So schreibt der Spiegel über Ingeborg Bachmann.
00:12Ich schreibe, dazu brauche ich Papier, Feder, eine Schreibmaschine, einen ausgeschlafenen Kopf und der Rest ist Arbeit.
00:20Das funktioniert alles, ich bin sehr froh.
00:23Unsere Geisterbeschwörung. Unsere Seance.
00:25Eine junge Frau von hohen Gaben.
00:28Diese Frau hat das Entscheidende, das wirklich Moderne.
00:32Eine hämmernde Einbringlichkeit, wie sie seit Recht in der deutschen Literatur nicht mehr anzutreffen war.
00:38Können Sie mir als Kritiker sagen, warum es mehr Schriftsteller als Schriftstellerinnen gibt?
00:43In der deutschen Literatur fällt es besonders auf, dass die Zahl der Frauen sehr gering ist.
00:47Wir beginnen da mit Annette von Droste-Hülskopf und kommen bei Ilse Eichinger und Ingeborg Bachmann an und unterwegs sind
00:52zwölf Namen oder 13. Schluss, mehr nicht.
00:55Ihr Ungeheuer mit euren Frauen, hast du nicht gesagt, es ist die Hölle?
01:00Voran sind die Männer unheilbar krank.
01:03Was ist denn das? Wissen Sie das nicht?
01:06Jeden Tag arbeitete sie an ihren Gedichten.
01:09Ich komponierte.
01:10Unser Alltag war ein Fest.
01:12Was uns zusammengeführt hat, war meine Bewunderung für ihr Werk, das Werk fürs Anfangen.
01:18Ist das Leben durch Liebe wirklich zu heilen, also etwa im Sinne von All you need is love, der Beatles.
01:27An die Beatles habe ich natürlich sehr wenig gedacht beim Schreiben.
01:31Bin ich eine Frau oder etwas Dimorphes?
01:40Ich existiere nur, wenn ich schreibe. Ich bin nicht, wenn ich nicht schreibe.
01:45Das ist nicht zu traurig, ne?
01:46Zu traurig? Okay. Wir machen nochmal so was Selbstbewussteres.
01:51Innerlich.
01:52Ja, schwierig in der Haltung.
01:54Last one.
01:54Okay, ich versuch's.
01:57Ja, okay, let's go.
02:00Ja, okay, ich versuch's.
02:00Dankbar.
02:01Ich versuch's.
02:01Weil ich dich an mir, wenn ich nicht schreibe.
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