00:01Meine Lieben, den Feiertag, den Sonntag heiligen, das heißt ja eigentlich im Kern nichts anderes, als das Wort Gottes in den Mittelpunkt dieses Tages zu stellen.
00:13Das heißt nichts anderes, als das Wort Gottes gerne zu hören und es im Herzen heilig zu machen.
00:19Und in dem Kontext ist mir heute ein ganz, ganz großes Wort aufgefallen, das lautet so.
00:25Also seid niemand nichts schuldig, als dass ihr euch untereinander liebt.
00:31Denn wer den anderen liebt, der hat das Gesetz erfüllt.
00:36Römerbrief Kapitel 13 Vers 8
00:38Das ist jetzt hier keine Milchspeise, sondern das ist wirklich theologisches Schwarzbrot.
00:45Martin Luther sagt dazu folgendes.
00:47Und nun gibt es kein größeres Unglück, kein größeres Unrecht, keinen elenderen Jammer auf Erden, als wenn man das Gesetz ohne Liebe und unabhängig von der Liebe lehrt und betreibt.
01:09Denn in dem Fall ist das Gesetz nichts anderes als eine Plage.
01:15Und so sollten nun alle Gesetze dazu gegeben und gehalten werden, dass sie eben nicht für sich selbst noch um der Werke willen gehalten werden,
01:26sondern allein um der Ausübung der Liebe willen, um der Liebe zu willen tun wie die Werke, welche auch die rechte Bedeutung des Gesetzes ist.
01:35So ist nun dies Gesetz der Liebe ein kurzes Gebot und ein langes Gebot, ein einiges Gebot und ein vielfältiges Gebot.
01:45Es ist kein Gebot und doch alle Gebote.
01:49Kurz und einig ist es in sich selbst und somit vom Verstand her schnell zu erfassen, ja.
01:56Aber lang und vielfältig ist es in der Ausübung, denn es umfasst und meistert doch alle Gebote.
02:04Und es ist gleichzeitig kein Gebot, wenn man die Werke ansieht, denn es beinhaltet kein eigenes, namentlich konkretes eigenes Werk.
02:13Aber es enthält alle Gebote.
02:16Darum, dass alle Gebote Werke seine Werke sind und auch sein sollen.
02:22Also hebt der Liebegebot alle Gebote auf und setzt doch auch gleichzeitig alle Gebote ein.
02:33Der Grund für alles das ist, dass das, was wir wissen und lernen sollen, kein Gebot, kein Werk weiterhalten soll, außer sofern die Liebe es erfordert.
02:45Weil wir nun ohne Werke auf Erden nicht sein sollen oder noch sein können, so müssen auch trotzdem mancherlei Gebote sein, damit nämlich die Werke geregelt sind.
02:59Und zwar so, dass die Liebe ihre Macht erhalte und Oberherr sei über solche Regeln und uns anweise, die Werke zu lassen und zu fassen, je nachdem, ob es der Liebe nun dient und kein Werk bleibe, noch getan werde, wo es der Liebe nicht dienen soll.
03:22Und hier hebt sich nun die Frage, wie kann die Liebe das Gesetz erfüllen, wo doch die Liebe nur eine Frucht des Glaubens ist.
03:34So haben wir auch oft gesagt, dass allein der Glaube an Jesus Christus gerecht macht und im Gesetz Genüge tue.
03:41Wie reibt sich denn das miteinander?
03:43Antwort, wie oft gesagt wird, Glaube und Liebe muss man so unterscheiden, dass der Glaube auf die Person, die Liebe aber auf die Werke gerichtet sei.
03:57Der Glaube tägt die Sünde und macht die Person angenommen und gerecht.
04:02Wenn aber die Person angenommen und gerecht geworden ist, so werden ihr der Heilige Geist und die Liebe gegeben, dass sie Gutes tue mit Lust.
04:15Nun ist es des Gesetzesart, dass es die Person angreift und solche guten Werke von ihr fordert und es wird nicht lockerlassen, bis es sie auch bekommt.
04:26So vermacht die Person solche Werke ohne Geist und Liebe nicht zu vollbringen.
04:31Deshalb wird durchs Gesetz gedrängt, zu erkennen, was ihr fehlt und wie sie selbst zuvor verändert werden muss, auf das sie dem Gesetz Genüge tun kann.
04:45Das Gesetz besteht auf die Werke.
04:48Wenn aber der Glaube kommt, so macht er eine solche Person stark, die Werke auch zu tun, die das Gesetz von ihr fordert.
04:57Und das heißt dann, das Gesetz zu erfüllen.
05:00Paulus redet sehr trefflich davon.
05:03Das Gesetz fordert die Werke von der Person und wird auch mit Werken erfüllt.
05:09Nun machen aber die Liebe und die Werke die Person nicht anders und auch nicht gerecht.
05:13Sondern die Person muss zuvor, voralledem, gerecht geworden sein, wenn sie Liebe und Werke tun soll.
05:23Da nun aber solche Werke nicht geschehen können, wenn die Person nicht zuvor fromm geworden wäre,
05:30so bezeugen halt die Werke, dass die Person gerecht sei.
05:33Soweit Martin Luther, ist ein hartes Brot.
05:38Vielleicht lohnt es sich, das öfters mal wieder zu überdenken oder zu wiederholen.
05:42Gott segne euch beim Nachsinnen. Amen.
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