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  • vor 12 Stunden
Warum ist Liebe nicht leicht? Im April 2014, während einer persönlichen Krise, beschloss die damals 30-jährige Sara Sadeghi eine dreimonatige Reise zu unternehmen, in der Hoffnung, die Distanz zum Alltag würde ihr helfen, ihre Probleme zu bewältigen. Aus dem geplanten „Kurztrip“ wurde eine Weltreise, die die junge Frau nicht nur über Landesgrenzen, sondern weit über das hinausführte, was sie bisher über sich selbst und das Leben geglaubt hatte. Die wahre Geschichte einer transformativen Liebe, die das Tor zum Himmelreich zu ihr öffnete.

Ein Buch, das schonungslos unter die Oberfläche geht und die Leserinnen und Leser aber gleichzeitig in ihre höchsten Höhen hinaufträgt. Das kleine schwarze Fischlein schimmert durch für diejenigen, die bereits ahnen, das da Me(h)r ist … und sie wagen es, einzutauchen.
Hörprobe aus dem Buch "Das kleine schwarze Fischlein - ein Liebesbuch" von Sara Sadeghi, vorgelesen von Burkball. Musik von Michael Brieger: www.aurelis-poet.com
Mehr Infos zum Buch und zur Autorin und Bestellung unter: https://sara-sadeghi-coaching-energiearbeit.de/buecher/

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Lernen
Transkript
00:00Wenn du in einer Welt geboren bist, in der du nicht hineinpasst, dann bist du hier, um
00:11sie zu verändern.
00:14Buchvorstellung
00:15Das kleine schwarze Fischlein
00:18Ein Liebesbuch von Sarah Sadegui
00:30Heidelberg, 28. April 2019
00:42Vorwort
00:44Früher war ich klug und wollte die Welt ändern.
00:51Heute bin ich weise und ändere mich selbst.
00:55Rumi
01:00Zum Korrekturlesen und Editieren meines Buches kaufte ich mir eine Software für Autoren.
01:19Bei der Stilanalyse wurde unter anderem das Wort Liebe, Leben überall durchgestrichen und mir wurden Wortvorschläge gemacht.
01:28Pimpern
01:30Den Lachs buttern
01:32Ein Rohr verlegen
01:33Bumsen, Schnackseln
01:35Rammeln
01:36Und 30 weitere Ausdrücke der gleichen Familie
01:39Nun, wenn den Autoren ein solcher Wortschatz vorgeschlagen wird, den sie in ihren Büchern ausbreiten sollten,
01:48was erwarten wir dann von unserem Nachwuchs?
01:51In den Rotlichtmilieus wird von käuflicher Liebe gesprochen.
01:56Wenn wir die Begriffe Liebhaber und Geliebte hören, denken wir nicht mehr an Menschen, die lieben oder geliebt werden, sondern an zwei Personen, die eine Sexaffäre haben und womöglich ihre Partner betrügen.
02:09Es gab Predigten von gewissen Menschen, die von einer Entvölkerung als der Rettung für die Erde gesprochen haben.
02:18Da steht einer auf der Bühne und sagt auf gut Deutsch, ihr müsst sterben, damit die Welt überlebt.
02:25Und wird von den Zuschauern applaudierend gefeiert.
02:30Wo bleiben die Selbstliebe, die Selbstachtung und das Selbstwertgefühl?
02:37Das sind Symptome einer zutiefst verseuchten Gesellschaft, in der die Liebe zum Ausstehen bedroht ist.
02:43Ich finde es bedauerlich, dass wir in einer Zeit leben, in der unsere Technologie und Wissenschaft zwar so weit entwickelt sind,
02:53dass wir bald nicht mehr auf Mallorca oder nach Indien fliegen, um Urlaub zu machen, sondern direkt zum Mars.
03:00Dass wir uns in Sache Liebe aber gleichzeitig so weit zurückentwickelt haben, dass wir bald von den Tieren etwas lernen könnten.
03:10Haben wir da nicht etwas gehörig missverstanden?
03:13Ich finde es traurig, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der es über 30 Begriffe für Geschlechtsverkehr gibt,
03:22wenn das einzige Wort, welches die Liebe wiedergeben sollte, missbraucht und ausgenutzt wird.
03:29Die Liebe? Eine Ware zum Handeln?
03:34Ist Sex alles, was mit Liebe in Verbindung kommt?
03:37Was ist mit der zwischenmenschlichen Liebe, die ohne jegliche Erwartungen auskommt?
03:45Was ist mit der Selbst- und Nächstenliebe?
03:49Verändern wir nichts im Inneren, werden wir, nachdem wir die Erde erfolgreich ruiniert haben,
03:56unsere Zerstörungsarbeit galaxienweit fortführen,
03:59noch andere Planeten vernichten und versorgen?
04:03Und mal ehrlich, was haben wir überhaupt auf dem Mars zu suchen,
04:08während wir das Leben auf der Erde nicht einmal im Griff haben?
04:11Möge dieses Buch dazu dienen, einen anderen Raum für die Liebe zu eröffnen,
04:20sie in uns drinnen wiederzubeleben, denn dort ist sie seit am Beginn vorhanden.
04:27Die freie, bedingungslose Liebe, die alle Menschen umschließt,
04:33die weder erarbeitet noch geleistet werden muss, sondern ist.
04:37Die göttliche Liebe, aus der wir geboren sind und zu der wir zurückkehren.
04:44Denn nur in dieser Liebe finden wir unseren wahren Frieden und unsere Heimat.
04:50Eine der größten Ängste, die ich bei der Menschheit beobachtet habe,
04:55ist, neben der Angst vor dem Unbekannten und dem Tod,
04:59die Angst davor, Fehler zu machen oder zuzugeben,
05:03je welche gemacht zu haben.
05:05Natürlich, wer will schon als ein Versager dastehen,
05:11während scheinheilige Perfektion der neue Trend ist.
05:15Du suchst einen Job und das Erste, was sie von dir wissen wollen,
05:19ist, ob du Erfahrung hast.
05:22Wenn nicht, dann stehen die Sterne ungünstig für dich.
05:25Und aus der Angst heraus, Fehler zu machen,
05:29wagen es die meisten Menschen erst gar nicht, etwas Neues auszuprobieren
05:33oder ihre Komfortzonen zu verlassen.
05:36Eine der interessantesten Beobachtungen, die ich in meinem Leben gemacht habe,
05:42dass die meisten Menschen lieber Probleme haben als Lösungen.
05:46Dann jammern sie einen die Ohren voll mit ihren Schwierigkeiten
05:49und ihnen wird eine neue Tür zur Besserung geöffnet.
05:53Sie finden aber unzählige Ausreden, warum sie da nicht hindurchgehen können.
06:00Wieso?
06:01Fragte ich mich eine geraume Zeit, bis mich die Antwort erreichte.
06:06Es ist viel leichter, altbekannte Wege zu gehen,
06:11die Glaubenssätze der Familie, kollektive, unbewusste Muster
06:14und daraus resultierende Probleme zu wiederholen,
06:18zu jammern und sich selbst zu bemitleiden
06:21und die äußeren Umstände sowie andere Menschen
06:25für die eigene chaotische Situation verantwortlich zu machen,
06:29als den Mut zu fassen, neue Wege einzuschlagen
06:33und die Verantwortung für sein eigenes Leben zu übernehmen,
06:37auf die Gefahren, Fehler zu machen.
06:40Solange es Probleme gibt, gibt es auch ein Gesprächsthema.
06:46Ein friedvoller Alltag würde nicht so viel zum Reden anbieten.
06:49Beobachtet eure Umgebung etwas bewusster
06:54und schaut, worum es sich, vom Lastern abgesehen,
06:57in den meisten Gesprächen dreht.
07:00Wir kommen auf diese Welt und es gibt schon einen Plan für uns.
07:05Du wächst vor dich hin, im Rahmen der Muster,
07:09die deinem Umfeld für dich dienlich erscheinen.
07:13Dann wirst du eingeschult, ob du willst oder nicht.
07:17Es gibt keine andere Option für dich.
07:19Es gilt die Schulpflicht und die Schule macht schlau.
07:24Du wirst doch nicht dumm bleiben, oder?
07:27Dann lernst du 10 oder 13 Jahre lang Dinge,
07:30die dich kaum interessieren
07:32und die dein Leben in keiner Weise beeinflussen.
07:37Interessiert dich das Zeug nicht?
07:38Lerne blind und auswendig, sodass du irgendwie einen Abschluss bekommst.
07:46Wenn nicht, hast du keine Zukunft.
07:49Du darfst ab und zu weiter jammern,
07:52später Alkohol trinken und auch Drogen nehmen
07:55oder jetzt seit kurzem dein Geschlecht jährlich ändern,
07:59mal austragender Elternteil, mal eintragender Elternteil werden,
08:04um zeitweise den Frust zu empfliehen.
08:07Aber mehr auch nicht.
08:08Du lernst nicht, um zu lernen,
08:12sondern um ein Zertifikat zu kriegen.
08:14Und wenn du Probleme hast,
08:16tun zwar viele so, als würden sie dir helfen wollen,
08:20aber in Wirklichkeit wird sich keiner um dich kümmern,
08:22weil niemand einen blassen Schimmer davon hat,
08:25was in dir los ist,
08:27warum du trinkst,
08:29wieso du Drogen nimmst,
08:30was dich dazu führt,
08:32aggressiv zu sein.
08:33Solche Dinge interessieren kaum jemanden.
08:39Was aber wichtig ist
08:41und auf dem Plan steht,
08:43ist, dass die Probleme hauptsächlich
08:45auf der Oberfläche behandelt werden dürfen
08:47und auf gar keinen Fall an der Wurzel.
08:51Deswegen vermehren sie sich auch ständig,
08:54anstatt sich zu verringern.
08:57Hauptsache du funktionierst,
08:59machst eine Ausbildung,
09:00verdienst Geld,
09:02glänzt mit einem Titel
09:03und wirst etwas,
09:05was du vielleicht nie sein wolltest.
09:07Aber auch das ist nicht wichtig,
09:10denn du weißt eh nicht,
09:11was du sein wolltest.
09:13Du folgst nur unbewusst einem Muster.
09:17Nach der Schule musst du eine Ausbildung machen
09:19oder studieren.
09:20Was willst du auch sonst tun?
09:23Du brauchst einen Abschluss.
09:25Du brauchst einen Job.
09:26Du brauchst Geld.
09:28Du brauchst Versicherungen.
09:30Du brauchst einen Handyvertrag.
09:32Du brauchst schnelles Internet.
09:35Du brauchst eine Riester-Rente
09:37und ein Bausparkonto.
09:39Du brauchst ein Auto.
09:41Du brauchst ein Haus.
09:42Du brauchst ein Flachbildschirm.
09:45Jetzt brauchst du noch schnelleres Internet.
09:49Du brauchst noch mehr Geld.
09:51Du brauchst Freunde.
09:52Du brauchst eine Frau,
09:53einen Mann,
09:55Familie,
09:56Kinder.
09:56und jetzt brauchst du noch mehr Geld.
10:00So wird es dir gesagt.
10:02Und reisen darfst du auch,
10:04aber erst wenn du in der Rente bist,
10:06falls du überhaupt so alt wirst
10:07und noch körperlich einigermaßen funktionierst.
10:11Davor hast du vielleicht Geld,
10:13aber keine Zeit.
10:16Unter allen Lektionen,
10:18die ich in meinem bisherigen Leben zu lernen hatte,
10:21war das Vertrauen das Allerschwierigste.
10:24Wir suchen ständig und verzweifelt nach Sicherheit
10:26und nach etwas,
10:28woran wir festhalten können
10:29und haben Angst davor,
10:31Fehler zu machen oder zu verlangen.
10:33Noch mehr Riester-Renten,
10:36noch mehr Versicherungen,
10:38noch mehr Bausparkonten,
10:40noch mehr Verträge,
10:41noch mehr Sicherheit und Regeln und Gesetze.
10:44Für alles gibt es Experten,
10:46Studien, Professoren,
10:48Berater und Gurus,
10:50Vorschriften und Einleitungen,
10:52soweit das Auge reicht,
10:54sodass wir nicht mehr wir selbst sein
10:56und frei denken können.
10:58Hauptsache jemand anders
10:59übernimmt das Denken für uns.
11:01Und sobald wir uns einmal
11:04von der geraden Linie etwas wegbewegen
11:07und neue Erfahrungen machen,
11:09fallen wir in die Abnormalität
11:11oder in eine der unzähligen Schubladen
11:13psychischer Krankheiten.
11:16Das ist eine Fabrik die Menschenform.
11:19Wie kann da noch von Individualität die Rede sein?
11:23Sind wir wirklich so frei,
11:24wie es uns gesagt wird?
11:27Diese Frage sollten wir uns alle dringend stellen.
11:29Die wahre Freiheit
11:31in unserem Inneren.
11:35Nachdem uns ein genaues Bild
11:37von dem Perfektmännchen gegeben wurde,
11:39der erfolgreich, vermögend,
11:41gut aussehend,
11:42gut gebaut, studiert,
11:44betitelt, fehlerfrei,
11:46mit Botox aufgepumpt,
11:48tonnenweise Make-up ins Gesicht,
11:50faltenfrei,
11:51orangenhautlos,
11:53immer lachend
11:54und depressionsfrei ist,
11:56seine Emotionen unter Kontrolle hat,
11:58am besten glücklich verheiratet
12:00und nie geschieden,
12:02arbeiten wir in unserem Umfeld
12:03und spritzen das Gemüse
12:05und Obst mit Hormonen,
12:07damit sie mindestens so schön
12:08und perfekt sind wie wir selbst,
12:10wenn sie die Ehre haben wollen,
12:12von uns gegessen zu werden.
12:15Dann bringen wir die Hunde
12:16zu Bioti-Salons,
12:18Hunde-Psychologen und Schulen,
12:20damit auch sie sich bilden
12:21und endlich lernen,
12:23sich wie ein perfekter Mensch zu benehmen.
12:24Im Kreis Waldorf
12:26gibt es eine Ausgangssperre
12:28für die unerzogenen Katzen,
12:31die sich die Frechheit erlauben,
12:32die Vögel zu jagen.
12:34Aber Windräder sind gestattet.
12:37Das kannst du dir nicht ausdenken.
12:40Bietner Wale
12:40ist nicht einmal den Pflanzen
12:42und Tieren erlaubt,
12:43sie selbst zu sein.
12:44Geschwagert an den Menschen.
12:46Ganz ehrlich,
12:48wo soll das hinführen?
12:50Das alles ist ein signifikantes Zeichen
12:54für den Zweifel an uns selbst,
12:56am Leben im Allgemeinen,
12:58an der Natur und deren Intelligenz,
13:01sowie an den Wegen des Überlebens.
13:04Das Vertrauen in uns selbst,
13:06wann und wie ist es uns verloren gegangen,
13:10das ist doch eigentlich das Einzige,
13:12was uns keiner nehmen kann.
13:14Es hilft uns,
13:15die Hoffnung auch in finstersten Tagen
13:18nicht zu verlieren.
13:20Dem Klang unseres Herzens
13:21und unseren Träumen zu folgen.
13:25Wo es kein Vertrauen gibt,
13:26entsteht eine Lücke,
13:28die mit Ängsten gefüllt wird,
13:30die uns manipulierbar und kontrollierbar machen,
13:33in der kleinen wie in der großen Gesellschaft.
13:36In einer Welt voller Lügen und Heuchelei
13:39gibt es nur eine Stimme,
13:41die nicht lügt.
13:42Unsere innere Stimme.
13:45Und manchmal,
13:46wenn wir wieder einmal
13:47eine schwere Phase durchmachen,
13:49hilft es uns vielleicht,
13:51uns daran zu erinnern,
13:52dass das Leben nichts weiter als ein Buch ist,
13:55das aus mehreren Kapiteln besteht.
13:59Manche Kapitel sind länger oder dunkler als die anderen,
14:02aber sie alle enden eines Tages
14:04und jedes Ende ist ein Neuanfang.
14:07Wichtig ist,
14:09dass wir aus jedem Zyklus etwas ernten.
14:13Süßes,
14:14bizarres.
14:15Prolog
14:34Alle großen Geschichten
14:38wurden aus einem großen Schmerz geboren.
14:40Trommelklang steigt in die Luft,
14:46mein Herzpuls dessen pochen.
14:50Eine Stimme zwischen den Takten sagt,
14:53ich weiß,
14:54du bist müde,
14:56aber komm,
14:57das ist der Weg.
14:58Rumi
15:00Ich habe alles auf rot gesetzt
15:18und das Rad hielt bei schwarz an.
15:21Ich habe verloren,
15:24ging es mir wieder und wieder durch den Kopf.
15:27Man sagt,
15:29Pech in der Liebe,
15:30Glück im Spiel.
15:32Doch ist Liebe nicht das Spiel selbst?
15:34Das alte Gedichtbuch
15:36auf dem Balkontisch
15:38zwinkerte mich an,
15:41blätterte darin
15:42und blieb bei einem Gedicht
15:43von Sorab Siperi stehen.
15:46Warum grämst du dich?
15:50Du scheinst einsam zu sein
15:52und wie einsam.
15:55Ich vermute,
15:57du wirst von jener versteckten Ader
15:59der Farben heimgesucht.
16:01Heimgesucht zu werden,
16:03heißt zu lieben
16:04und überleg mal,
16:07wie einsam der kleine Fisch ist,
16:09wenn er von dem Blauen
16:10des endlosen Meeres heimgesucht wird.
16:12Es gibt immer eine Entfernung.
16:17Heimgesucht sollten wir werden.
16:21Im Hintergrund hörte ich den Song
16:23Home from Passenger,
16:25der mich aus meinem Gedichtbuch herausholte.
16:29Heimgesucht und heimsuchend
16:31ging es mir durch den Sinn.
16:35Seufzend fuhr ich mit den Fingern
16:37über den gerissenen Seiten,
16:40wenn die letzten Klaviertöne verklangen.
16:42Dann legte ich das Heft zur Seite
16:44und schaute gedankenverloren zum Himmel.
16:49Wo fange ich am besten an?
16:52Ich schloss die Augen
16:53und spürte,
16:54wie meine Wangen nass wurden.
16:57Der kleine Fisch
16:58hat mit viel Mühe
17:00das Blaue des endlosen Meeres erreicht
17:02und wurde von der Trennung heimgesucht.
17:05Dachte ich in der Stille meines Herzens
17:08und öffnete die Augen wieder.
17:12Der Mond lächelte mich an.
17:14Und?
17:15Was hat er so erlebt auf dem Weg?
17:19Das Herz seufzte.
17:20Es war Bali.
17:22Es ist immer Bali.
17:24Es war ein Mann.
17:26Es ist immer ein Mann.
17:28Und es war Liebe.
17:30Es ist
17:30immer Liebe.
17:32Es war einmal ein Mädchen.
17:38Moment mal,
17:39mischte sich der Verstand an.
17:42So fangen doch nur Märchen an.
17:44Meine Geschichte ist aber wahr.
17:47Das Herz dagegen flüsterte.
17:50Leben wir nicht alle
17:51in jedem Moment unserer Existenz
17:53mit einem Fuß im Märchenland
17:55und mit dem anderen
17:57in einem plastischen Exil.
18:00Der eine bewusst,
18:02der andere unbewusst.
18:06Also,
18:07noch einmal von vorne.
18:09Es war einmal ein Mädchen,
18:11das um 1.45 Uhr
18:13am Morgen des 16. Februars 1984
18:16im Saadi Krankenhaus
18:19der Stadt Isfahan
18:20im Herzen der Sahara
18:22eines islamischen Landes
18:24von den Händen
18:26eines christlichen Arztes
18:27in die Welt getragen worden war.
18:31Seine Eltern nannten es Sarah.
18:33Die Auswahl des Namens
18:35war nicht dem Zufall
18:37überlassen worden.
18:39Sein Vorname,
18:40der aus dem Hebräischen stammte,
18:43bedeutete
18:44fromm, pur, rein,
18:47Prophetin und Prinzessin.
18:50Sein Nachname,
18:51der arabischer Herkunft war,
18:53hieß übersetzt
18:54ins Persische
18:55seiner Muttersprache
18:56Ehrlichkeit.
18:59Somit blieb dem Mädchen
19:01keine andere Wahl,
19:02als sie war,
19:03zu sprechen.
19:05Und sie war eine Prinzessin.
19:07Cinderella.
19:09Aber
19:09wie sollte
19:11eine ehrliche Prinzessin
19:12in einer Welt
19:13voller Lügen überleben,
19:15geakzeptiert werden?
19:16Denn die Welt,
19:18in der sie geboren wurde,
19:20war ein finsterer Ort
19:21der Grauen,
19:22der Ungerechtigkeit
19:23und der Heuchelei.
19:27Das Mädchen
19:28hatte sich kein leichtes Leben
19:29ausgesucht
19:30und sorgte allein mit seiner
19:32Anwesenheit
19:32für viel Unruhe,
19:35ohne dass dies je
19:36seine Absicht gewesen wäre.
19:37Im Gegenteil,
19:40die Botschaft
19:41und die Souvenirs,
19:43die es der Menschheit
19:44mitgebracht hatte,
19:46waren Frieden,
19:47Harmonie
19:47und Liebe.
19:49Doch kaum jemand
19:50schien sich noch
19:51an den Wahnwert
19:53und die Bedeutung
19:54jener Mitbringsel
19:55zu erinnern.
19:57Die Einwohner
19:57der Welt,
19:59in die es geboren
19:59worden war,
20:01waren in einen
20:01solch tiefen
20:02Schlaf gefahren,
20:03dass sie sich selbst,
20:05ihre Herkunft
20:06und die Sprache
20:07ihres Herzens
20:08vergessen hatten.
20:10Mit einem Stift
20:11hatten sie Linien
20:12auf der Weltkarte
20:12gezeichnet,
20:14die sie Grenzen
20:14nannten,
20:15und jeder von ihnen
20:16glaubte,
20:17der Ort,
20:17an dem er geboren wurde,
20:19sei seine Heimat.
20:21Was für eine Illusion!
20:24Sie lebten
20:25in solch einer
20:26Finsternis,
20:28dass ihre Augen
20:28das Licht
20:29nicht mehr gewohnt waren.
20:31Wahrheit drohte
20:32ihre Illusion
20:33zu zerstören.
20:36Das Mädchen
20:37stellte bald fest,
20:38dass es sich stark
20:39von seinem Umfeld
20:40unterschied.
20:42Sie wurde zum Beispiel
20:43als Linkshänder
20:44geboren,
20:46doch in dem
20:46kleinen Ort,
20:47in dem sie aufwuchs,
20:48galt das als
20:49böses Oben.
20:51Hexens schrieben
20:52mit links,
20:53wurde ihm gesagt,
20:55und es wurde
20:56zu einem
20:56Rechtshänder
20:57umgeschult.
20:59Noch dazu
20:59trug es
21:00dunkelbraune,
21:01stark ondulierte
21:02Haare,
21:03während die meisten
21:04Menschen um es herum
21:05glatthaarig waren.
21:09Hexen
21:10trugen
21:10Locken,
21:11riefen die
21:12anderen,
21:13und als ob das
21:14alles nicht genug
21:15gewesen wäre,
21:16spielte es auch
21:17noch lieber mit
21:18den Jungs
21:19auf der Straße,
21:20anstatt sich mit
21:21Puppen zu
21:22beschäftigen.
21:23Du bist
21:24ein Mädchen,
21:25wir nehmen dich
21:26gefälligst wie
21:27eines,
21:28wurde ihm von
21:28allen Seiten
21:29gesagt,
21:30und als es
21:31älter wurde,
21:32durfte es
21:33überhaupt nicht
21:33mehr mit den
21:34Jungs spielen.
21:35Da brach sein
21:36kleines Herz
21:37in tausend
21:38Stücke.
21:40Es gibt
21:40keine Freundschaft
21:41zwischen Mann
21:42und Frau,
21:43sagten die
21:43anderen.
21:47Lange
21:47Geschichte,
21:48kurzer
21:49Sinn.
21:50Das Mädchen
21:51war ein
21:51Widerspruch zu
21:52allen Regeln
21:53der Existenz,
21:54so wie sie
21:55hier gelebt
21:55wurde.
21:57Es gefiel
21:57seinem Mitmensch
21:58nicht so,
21:59wie es
21:59geschaffen war.
22:01Keiner
22:01konnte sich
22:02einen Reim
22:02aus ihm
22:03machen.
22:04Jahrelang
22:05feilten sie
22:06an seinen
22:06Ecken
22:06und versuchten
22:08aus ihm,
22:09eines von
22:10ihnen zu
22:10machen.
22:12Ohne Erfolg,
22:13denn das
22:14Mädchen
22:14alleine war
22:15viel stärker
22:15als sie
22:16alle zusammen.
22:18Er stellte
22:19sich gegen
22:19sie alle
22:20und kämpfte
22:21für seine
22:21Rechte und
22:22Träume,
22:23für Gerechtigkeit
22:24und Freiheit
22:25und für
22:26die Liebe.
22:29Gegen die
22:29Strömungen
22:30zu schwimmen,
22:32lag in
22:32seiner Natur.
22:34Schwarzen
22:34Fischen
22:35ist es
22:36nicht möglich,
22:37dem
22:37Mainstream
22:37zu folgen,
22:39das würde
22:39sie das
22:40Leben
22:40kosten.
22:43Je älter
22:43es wurde,
22:45desto mehr
22:45Unterschiede
22:46entdeckte es
22:47zwischen sich
22:47selbst
22:48und den
22:48anderen.
22:49Das
22:50machte es
22:50traurig
22:51und es
22:52begann sich
22:52in Frage
22:53zu stellen.
22:55Was
22:55stimmt
22:56bloß
22:56nicht
22:56mit
22:57mir?
22:59Jahrzehnte
23:00verbrachte
23:00das Mädchen
23:01in einem
23:02Exel,
23:03in einem
23:03Widerspruch
23:04zwischen
23:04seiner
23:04inneren
23:05Welt
23:05und der
23:06äußeren
23:07Welt.
23:08Sein
23:09Erdenleben
23:09wurde zu
23:10einem
23:10Gang
23:10durch die
23:10Finsternis,
23:12aber es
23:12gab
23:12nicht
23:13auf.
23:14Trotz
23:15des
23:15Sturms
23:16und der
23:16einsamen
23:16Tage
23:17lieb
23:18sein
23:18Herz
23:18stets
23:19hoffnungsvoll
23:20und
23:20zuversichtlich.
23:21Wenn du
23:23Böses
23:23mit Gutem
23:24vergeltest,
23:25dir selbst
23:26treu
23:26bleibst,
23:28deine
23:28Mitmenschen
23:28so
23:28behandelst,
23:29wie du
23:29selbst
23:30behandelt
23:30werden
23:30willst
23:31und dich
23:32tapfer
23:32schläfst,
23:33bis du
23:34eines Tages
23:34deinen
23:34Prinzen
23:35treffen
23:35und dein
23:36Traum
23:37von einem
23:37glücklichen
23:38friedvollen
23:38Leben
23:39wird in
23:39Erfüllung
23:40gehen.
23:42Und das
23:42Mädchen
23:43gehorchte
23:43seinem
23:44Herz,
23:45so gut
23:45es ihm
23:46möglich
23:46war,
23:48bis es
23:48eines
23:48Tages
23:49im
23:49Herzen
23:50der
23:50Reisfelder
23:51den
23:51Frosch
23:52traf
23:52und ihn
23:52küßte.
23:54Der
23:54Lurch
23:55verwandelte
23:56sich
23:56in
23:56einen
23:56Prinzen,
23:58weckte
23:58das
23:59Mädchen
23:59aus
23:59seinem
24:00Dornröschenschlaf
24:01und verbannte
24:02es in
24:03Alice
24:03Wunderland.
24:06Dieses
24:07Mädchen
24:07bin ich
24:08und das
24:09ist
24:09meine
24:09Geschichte.
24:30Kapitel 4
24:34Im
24:35Haus
24:35der
24:35Emotionen
24:36Die
24:39Schmerzen,
24:40die
24:40du
24:40spürst,
24:41sind
24:41Botschafter.
24:43Lausche
24:44ihnen.
24:46Die
24:46Finsternis
24:47ist
24:47deiner
24:47Laterne.
24:50Rumi
24:50Sanua,
25:12Bali,
25:1329.
25:14Mai
25:152018
25:16Kennst du das?
25:18Manchmal
25:20bricht sie
25:21wie aus
25:21heiterem
25:21Himmel
25:22zusammen,
25:23obwohl es
25:23gar keinen
25:24plausiblen
25:25Grund für
25:25die
25:25Trauer
25:26zu
25:26geben
25:26scheint.
25:28Das
25:28sind die
25:28Jahrestage
25:29bestimmter
25:30Erlebnisse,
25:31die uns
25:31geprägt
25:32haben
25:32und
25:33traurig
25:33stimmten.
25:36Aus
25:36einer
25:36energetischen
25:37Ebene
25:37besucht
25:38die
25:38Seele
25:39Ereignisse
25:40aus der
25:41Vergangenheit.
25:42Sie
25:43bringt
25:43etwas
25:43aus
25:43unserem
25:44Tiefen
25:44nach
25:44oben,
25:46damit
25:46wir es
25:46uns
25:47ansehen
25:47können.
25:48Zum Beispiel
25:49Gefühle,
25:51die wir
25:51als Kinder
25:52verdrängt
25:52haben,
25:53weil wir
25:53noch keinen
25:54Umgang
25:54damit
25:55finden
25:55konnten.
25:57Es
25:57handelt
25:58sich um
25:58Ereignisse,
25:59die uns
25:59traumatisiert
26:00oder
26:00verletzt
26:01haben.
26:03Wenn wir
26:03auf einer
26:04tieferen
26:04Ebene
26:05bereit sind,
26:07kommen die
26:07Emotionen,
26:08der Schmerz
26:09von damals
26:10aus dem
26:10Unterbewusstsein
26:11wieder hoch,
26:12um
26:13geheilt
26:13zu werden.
26:14Das
26:16kann
26:16ein
26:16Grund
26:17für
26:17ihre
26:17scheinbar
26:18unerklärliche
26:19Trauer
26:19sein.
26:21Denken
26:21sie
26:21nach.
26:23Fühlen
26:23sie
26:23sich
26:24öfters
26:24um
26:24diese
26:25Jahreszeit
26:25betrübt?
26:27Hatte
26:27mich
26:27vor
26:28vielen
26:28Jahren
26:28meine
26:29damalige
26:29Therapeutin
26:30in Freiburg
26:31gefragt.
26:32Es
26:33war
26:33Mai
26:33gewesen.
26:36Als
26:36du
26:36fünf
26:37Jahre
26:37alt
26:37warst,
26:39hattest
26:39du
26:39ein
26:39traumatisierendes
26:40Erlebnis.
26:43Manchmal
26:43fühlst du
26:44dich
26:44grundlos
26:44betrübt.
26:46Eine
26:47scheinbar
26:47grundlose
26:48Trauer
26:48liegt
26:49diesem
26:49Ereignis
26:50zugrunde,
26:52hat auch
26:52Novi
26:52bereits
26:53bei
26:53unserem
26:53ersten
26:54Treffen
26:54im
26:55Oktober
26:552014
26:56gesagt.
26:58Welche
26:59Nuss
27:00soll
27:00da
27:00geknackt
27:01werden?
27:03Was
27:03war
27:03das
27:04für
27:04ein
27:04Ereignis,
27:05das
27:05ich
27:05noch
27:06nicht
27:06verarbeitet
27:07hatte,
27:08das
27:08mich
27:08aber
27:08von
27:09glücklichen
27:09Erfahrungen
27:10in der
27:11Gegenwart
27:11abhielt?
27:13Es
27:14dämmerte
27:14in mir,
27:15während
27:15ich
27:15schrieb.
27:17Die
27:17letzten
27:17Monate,
27:18insbesondere
27:19die
27:19Tage
27:20in
27:20Seminyak,
27:21waren
27:22extrem
27:22finster
27:23gewesen.
27:25Auch
27:25wenn
27:26jene
27:26Erfahrung
27:27in
27:27Seminyak
27:28auf der
27:28physischen
27:29Ebene
27:29nicht
27:30sonderlich
27:30angenehm
27:31gewesen
27:31war,
27:32hatte
27:33sie
27:33doch
27:33ein
27:33verstecktes
27:34Geschenk
27:34für mich
27:34auf der
27:35geistigen
27:35Ebene
27:36bereit
27:36gehalten.
27:38Sie
27:38weckte
27:39die
27:39Erinnerung
27:39an jenen
27:40Weg
27:40in meinem
27:41Gedächtnis,
27:42den ich
27:42nach der
27:43Trennung
27:43vom
27:43Markt
27:44eingeschlagen
27:44hatte.
27:46Ich war
27:47in ein
27:47altes
27:47Verhaltensmuster
27:48zurückgefallen.
27:51Damit
27:51stand ich
27:52vor der
27:52Frage,
27:53welchen
27:54Weg
27:54wollte ich
27:55jetzt
27:55nehmen?
27:57Den
27:57alten
27:57Bekannten
27:58oder
27:59einen
27:59neuen,
28:00der mich
28:00ins
28:01Ungewisse
28:01führte?
28:03Die
28:03Geschichte
28:04wiederholt
28:04sich so lange,
28:05bis alle
28:06Lektionen
28:06gelernt
28:07und alle
28:08Wunden
28:08geheilt
28:09sind.
28:10Das
28:11war quasi
28:11eine
28:11Prüfung.
28:13Welche
28:14Wunde
28:14war immer
28:15noch
28:15offen?
28:18Lass
28:18uns der
28:18Frage
28:19nachgehen.
28:21Am
28:2116.
28:22Mai
28:222016
28:23hatte
28:24mich
28:24eine
28:24Nachricht
28:25von
28:25ihm
28:25erreicht,
28:26die
28:26eine
28:27schmerzhafte
28:27Reaktion
28:28in mir
28:28ausgelöst
28:29hatte.
28:29Am
28:3121.
28:32Mai
28:322017
28:33passierte
28:35das
28:35Gleiche.
28:37Dieses
28:38Jahr fing
28:39ich bereits
28:39im Februar
28:40an,
28:41eine
28:41unerklärliche
28:42Panik
28:42zu schieben.
28:44Je näher
28:44der Monat
28:45Mai
28:45rückte,
28:46desto
28:47ängstlicher
28:47fühlte
28:48ich mich.
28:50Ich hatte
28:50wahnsinnige
28:51Angst davor,
28:52mit ihm
28:52das Gleiche
28:53zu erleben,
28:54wie beim
28:55letzten
28:55Treffen
28:55mit
28:56Mark.
28:57Ich
28:58wollte
28:58mich
28:58davor
28:59schützen,
29:00dass
29:00er
29:00sich
29:00bei
29:01mir
29:01meldete
29:01und
29:02mir
29:03eventuell
29:03etwas
29:03sagte,
29:05das
29:05ich
29:05nicht
29:05wissen
29:06wollte.
29:07Daher
29:07schrieb
29:08ich
29:08ihm
29:08die
29:08E-Mail
29:09und
29:10das
29:10war
29:10am
29:1121.
29:12Mai.
29:14Moment
29:14mal.
29:16Das
29:17letzte
29:17Treffen
29:17mit
29:18Mark,
29:19als er
29:19mir
29:19von
29:19seiner
29:20Vaterschaft
29:20erzählte,
29:22war
29:22auch
29:22Mitte
29:22Ende
29:23Mai
29:23gewesen,
29:252015.
29:27Was,
29:28wenn
29:28ich
29:29der unbewussten
29:29Ebene
29:30darum gebeten
29:31habe,
29:32mir jene
29:33Nachrichten
29:34zu besagten
29:35Zeitpunkt
29:35zu schreiben,
29:37damit ich mir
29:37der inneren Wunden,
29:39die ich aus der
29:39Beziehung mit
29:40Mark noch in mir
29:41trug,
29:42bewusst wurde?
29:43Diese Ereignisse
29:45waren
29:47Phantome
29:47der Vergangenheit,
29:49die zwischen
29:49ihm und mir
29:50gespielt
29:51wurden.
29:52Es ging
29:53dabei gar nicht
29:54um ihn,
29:55aber
29:55auch nicht
29:57um
29:57Mark.
29:58Sie
29:58beide
29:59waren nur
29:59ein
30:00Auslöser.
30:02Diese
30:02Bunde
30:02hatte
30:03ihre
30:03Wurzeln
30:04viel
30:05tiefer
30:05in der
30:05Vergangenheit.
30:06Lange
30:08bevor ich
30:09Mark
30:09kennengelernt
30:10hatte,
30:11hatte ich
30:11mich öfter
30:12im Frühling
30:13traurig
30:13gefühlt.
30:16Das
30:16Muster
30:16war wie
30:16folgt.
30:18Es
30:18gab
30:18einen Mann
30:19und eine
30:20Trennung.
30:21Immer
30:22war ich
30:22diejenige,
30:23die
30:23einen
30:24Strich
30:24unter die
30:24Beziehung
30:25zog.
30:27Nun
30:27fragte ich
30:28mich,
30:28warum,
30:30wovor
30:31wollte ich
30:32mich
30:32schützen.
30:34Es
30:34ging
30:35um
30:35Verlustängste,
30:37vieles
30:37mir wie
30:37Schuppen
30:38von den
30:38Augen,
30:39während
30:39ich am
30:40Schreiben
30:40war.
30:42Dabei
30:42ist es
30:42so
30:43offensichtlich
30:43gewesen,
30:45der
30:45Traum
30:45von den
30:46russischen
30:46Soldaten
30:47und dem
30:47Krieg
30:48und der
30:49Text,
30:50der sich
30:50gestern
30:51Abend
30:52während der
30:52Meditation
30:53in meinem
30:54Kopf
30:54bildete.
30:55Vorgestern
30:58Nacht
30:58hatte ich
30:59nicht gut
30:59geschlürfen.
31:01Dreimal
31:02war ich
31:02aufgewacht,
31:03weil die
31:03Erde
31:04leicht
31:04bebte.
31:06So
31:06nahm
31:06ich
31:06mir
31:06gestern
31:07vor,
31:07früher
31:08ins
31:08Bett
31:08zu
31:08gehen.
31:10Als
31:10auch
31:10dies
31:11nicht
31:11möglich
31:11war,
31:12setzte
31:13ich
31:13mich
31:13zu
31:13meditieren
31:14hin,
31:15in der
31:15Hoffnung,
31:16auf
31:16diesem
31:16Wege
31:17zur Ruhe
31:17zu
31:18kommen.
31:20Ohne
31:20genau
31:20zu
31:21wissen,
31:21warum,
31:22brach
31:22ich
31:22zugleich
31:23in
31:23Tränen
31:24aus.
31:25Folgende
31:26Worte
31:27brachen
31:28aus mir
31:28hervor.
31:30Es
31:30war die
31:30Stimme
31:31meines
31:31inneren
31:32Kindes.
31:49Als
31:50ich
31:50sechs
31:50Jahre
31:51alt
31:51war,
31:52erlebte
31:52ich
31:52ein
31:52schweres
31:53Erdbeben.
31:55Dies
31:55war nicht
31:56das
31:56erste
31:57Mal,
31:58dass ich
31:58in sehr
31:59jungen
31:59Alter
31:59mit dem
32:00Tod
32:01konfrontiert
32:02wurde,
32:03ging es
32:04weiter in
32:04meinem
32:04Inneren,
32:06während
32:06ich
32:06laut
32:06schluchste.
32:08Nach
32:09dem
32:09Erdbeben
32:09zogen
32:10wir
32:10nach
32:10Teheran
32:11und
32:11kehrten
32:12zur
32:12Normalität
32:13zurück.
32:15Es
32:15war
32:15Sommer
32:15und
32:16meine
32:16Eltern
32:17meldeten
32:17mich
32:17zu
32:18verschiedenen
32:18Kursen
32:19an.
32:19Ich
32:22wischte
32:23mir die
32:23Tränen
32:23vom
32:23Gesicht.
32:25Es
32:25geht
32:26hier
32:26gar
32:26nicht
32:26ums
32:26Tauchen,
32:28sondern
32:28um die
32:28Überwindung
32:29meiner
32:29Ängste,
32:30wurde
32:30mir
32:31sogleich
32:31bewusst.
32:33Das
32:34Erdbeben
32:34geschah
32:35am
32:3521.
32:36Juni
32:361990.
32:39Der
32:39Jahrestag
32:40ist
32:40bald.
32:42Das
32:42waren die
32:43Fußball-Weltmeisterschaften,
32:45so wie
32:45dieses
32:45Jahr.
32:45Ich
32:47besuchte
32:48eine
32:48wahl
32:48zurückliegende
32:49Vergangenheit
32:50und
32:51vielleicht
32:52sogar
32:53viel
32:53weiter.
33:14Nach
33:14dem
33:14Frühstück
33:15setzte
33:15ich
33:16mich
33:16an
33:16den
33:16Computer
33:17und
33:17fasse
33:17den
33:17Text
33:18zusammen,
33:19den
33:19ich
33:19gestern
33:20während
33:20der
33:20Meditation
33:21geschnitten
33:21und
33:22bruchstückweise
33:23im
33:23Kopf
33:24hatte.
33:26Als
33:26ich
33:26sechs
33:27Jahre
33:27alt
33:27war,
33:28erlebte
33:28ich
33:28ein
33:28schweres
33:29Erdbeben.
33:31Mit
33:31einer
33:31Stärke
33:32von
33:327,7
33:33war es
33:34das
33:34Erdbeben
33:35mit den
33:35meisten
33:36Schäden,
33:36Toten und
33:37Verletzten
33:38im
33:38Jahr
33:391990
33:39auf der
33:40ganzen
33:40Welt
33:41und die
33:42schlimmste
33:43aufgezeichnete
33:44Katastrophe
33:45im
33:45Iran.
33:47Zu
33:48dieser
33:48Zeit
33:49lebten
33:50wir in
33:50einem
33:50kleinen
33:51Dorf,
33:52Manchil,
33:53im
33:53Norden
33:54vom
33:54Iran,
33:55am
33:55Fuße
33:56des
33:56Elbrus-Gebirges
33:58neben dem
33:58Damm.
34:00Es
34:00war die
34:01Nacht
34:01des
34:0120.
34:02Juni.
34:03Meine
34:03Eltern
34:04gingen
34:04früh
34:04ins
34:04Bett.
34:06Mein
34:06kleiner
34:06Bruder
34:07und ich
34:07durften
34:07an dem
34:08Abend
34:08länger
34:08aufbleiben,
34:10um das
34:10Fußball-WM-Spiel
34:11Brasilien
34:12gegen
34:13Schottland
34:13zu sehen.
34:15Wir
34:15waren beide
34:15große
34:16Fans
34:16von
34:16Brasilien.
34:18Es
34:19war
34:19Mitternacht,
34:20als das
34:20Spiel
34:21zu
34:21Ende
34:21war und
34:22die
34:23Lieblingsmannschaft
34:23hatte
34:24gewonnen und
34:25wir
34:25gingen
34:25glücklich
34:25zu
34:26Bett.
34:26Dieses
34:28Glück
34:28sollte
34:29aber
34:29nicht
34:30lange
34:30anhalten.
34:3230
34:33Minuten
34:33nach
34:34Mitternacht
34:34wurden
34:35wir
34:35alle
34:35von
34:36massiven
34:36Erschütterungen
34:37der Erde
34:37geweckt.
34:39Die
34:39Wellen
34:40waren
34:40so
34:40stark,
34:41dass es
34:41unserem
34:42Vater
34:42nicht
34:42gelang,
34:43die
34:44Haustür
34:44zu
34:44öffnen.
34:46Wir
34:46saßen
34:46fest,
34:47bis
34:48unser
34:48Nachbar
34:48die
34:48Tür
34:49von
34:49außen
34:49aufbrach
34:50und
34:51uns
34:51befreite.
34:53Die
34:53nächsten
34:54Tage
34:54verbrachten
34:55wir
34:55ohne
34:55ein
34:56Dach
34:56über
34:56den
34:56Kopf
34:56im
34:57Freien
34:57und
34:58zitterten
34:58sowohl
34:59vor
34:59Angst
34:59als auch
35:00vor
35:00dem
35:01Nachbeben.
35:02Niemand
35:03konnte
35:03sein
35:03Haus
35:04mehr
35:04betreten.
35:06Von
35:06den
35:06Gebäuden
35:07um
35:07uns
35:07herum
35:08war
35:08außer
35:09Trümmern
35:09und
35:09Staub
35:10nicht
35:10viel
35:11übrig.
35:12Mein
35:13kleiner
35:13Bruder
35:13konnte
35:14eine
35:14Zeit
35:14lang
35:14nicht
35:14sprechen,
35:16traumatisiert
35:16wie er
35:17war.
35:19Einige
35:19Tage
35:19später,
35:21als die
35:21Straßen
35:21wieder
35:22freigeräumt
35:22waren,
35:23holte
35:24uns
35:24mein
35:24Großvater
35:25ab.
35:26Auf dem
35:26Weg
35:26aus dem
35:27Dorf
35:27drückte
35:28meine
35:28Tante
35:28meinen
35:29Kopf
35:29immer
35:30wieder
35:30nach
35:30unten,
35:31weil ich
35:31das
35:31Geschehen
35:32auf der
35:32Straße
35:33nicht
35:33sehen
35:33sollte.
35:34Doch
35:35ich
35:35widersetzte
35:36mich
35:36und
35:37schaute
35:37aus dem
35:38Fenster
35:38und
35:39ich
35:39wollte
35:39wissen,
35:40was
35:40um
35:40mich
35:41herum
35:41geschah
35:41und
35:43dort
35:43sah
35:44ich
35:44etwas,
35:45das
35:45für die
35:45Augen
35:46eines
35:46sechsjährigen
35:47Kindes
35:47nicht
35:48gedacht
35:49war.
35:50Leichen
35:50eingewickelt
35:52in weiße
35:53Tücher,
35:53die
35:54Schulter
35:54an
35:54Schulter
35:55zwischen
35:55den
35:56Ziegelsteinen
35:56und
35:57Trümmern
35:57auf dem
35:57Boden
35:58lagen
35:58und den
35:59Straßenrand
36:00bedeckten,
36:01begleitet
36:01von
36:02Überlebenden,
36:02die daneben
36:03saßen,
36:04weinten,
36:06schrien
36:06und sich
36:07im Gesicht
36:07kratzten.
36:09Kleine
36:10Kinder
36:10suchten
36:11nach den
36:11Überresten
36:12ihrer Eltern.
36:14Eltern
36:14umarmten
36:15die kleinen
36:16Körper
36:16ihrer
36:16toten
36:17Kinder,
36:18weinten
36:19und hofften,
36:20dass sie
36:20dadurch
36:20wieder zum
36:21Leben
36:21erweckt
36:21würden.
36:23Ich
36:23war
36:23entsetzt.
36:24Unser
36:25schönes
36:25friedliches
36:26Dorf
36:26am
36:26Damm,
36:27das
36:27früher
36:28ein
36:28Bild
36:28aus
36:29den
36:29Märchenbüchern
36:30ähnelte,
36:31hatte
36:31sich
36:32über
36:32Nacht
36:32in
36:32einem
36:33Friedhof
36:33verwandelt.
36:35Mein
36:36Großvater
36:37brachte
36:37uns
36:37nach
36:37Teheran,
36:39wo wir
36:39in den
36:39Armen
36:40unserer
36:40Verwandten
36:41Zuflucht
36:42fanden.
36:43Aber
36:43mein
36:43Vater
36:44musste
36:44wieder
36:44zurück,
36:45um
36:45als
36:46einziger
36:46Ärzte
36:46im
36:47Dorf
36:47und
36:47Vertrauensperson
36:48für die
36:49Einheimischen
36:50da zu sein.
36:51Das
36:52brachte
36:52ein
36:52noch
36:52größeres
36:53Trauma
36:54in
36:54meinen
36:55ohnehin
36:55schon
36:56labilen
36:56emotionalen
36:57Zustand,
36:58die
36:59Angst
36:59davor,
37:00meinen
37:00Vater
37:01zu
37:01verlieren.
37:01Das
37:03war jedoch
37:03nicht das
37:04erste Mal,
37:05dass ich
37:05in sehr
37:06jungen
37:06Alter
37:07mit dem
37:07Tod
37:07konfrontiert
37:08wurde.
37:09Untertitelung des ZDF,
37:39Ich
37:40wurde
37:40während des
37:41ersten
37:41Golfkrieges
37:42geboren.
37:44Als ich
37:44fünf Jahre
37:45alt war,
37:46wurde
37:46mein
37:46Vater
37:47in die
37:47Kriegsgebiete
37:48geschickt,
37:49um in
37:49einem
37:49Krankenhaus
37:50direkt
37:51an der
37:51Grenze
37:52zu
37:52arbeiten,
37:53wo die
37:53militärischen
37:54Aktionen
37:55stattfanden.
37:57Obwohl
37:57ich
37:57ein
37:57Kind
37:58war,
37:58wusste
37:59ich
37:59genau,
38:00worum
38:00es
38:00im
38:00Krieg
38:01geht.
38:02Vor
38:02allem
38:02wusste
38:03ich,
38:03dass
38:03Menschen
38:04in
38:04einer
38:04Schlacht
38:05sterben.
38:05Während
38:07mein
38:07Vater
38:07weg
38:08war,
38:08fuhren
38:09wir
38:09oft
38:09nach
38:09Teheran
38:10zu
38:10meinen
38:10Großeltern.
38:12Dort
38:12war
38:12alles
38:13anders
38:13als
38:14in
38:14unserem
38:14kleinen
38:15friedlichen
38:15Dorf
38:16weit
38:17weg
38:17von
38:17der
38:17Grenze.
38:19Teheran
38:19ist
38:20die
38:20Hauptstadt.
38:21Das
38:21bedeutete
38:22ein
38:22Leben
38:23in
38:23ständiger
38:23Angst
38:24und
38:24Sorge.
38:25Bei
38:25jedem
38:26roten
38:26Alarm,
38:27der
38:27als
38:27Zeichen
38:28für
38:28die
38:28auf
38:28uns
38:29zukommenden
38:29Bomben
38:30ertönte,
38:31standen
38:31wir
38:31in
38:31Panik
38:32auf
38:32und
38:33rannten
38:33die
38:33Treppen
38:34des
38:34Hochhauses,
38:35in dem
38:35meine
38:35Großeltern
38:36wohnten,
38:37hinunter
38:38bis in
38:38den
38:38Bunker.
38:40Dort
38:40saßen
38:40wir
38:40zu
38:41Hunderten
38:41nebeneinander
38:42und hörten
38:43den Bomben
38:43zu,
38:44die
38:44die
38:44Stadt
38:44zerstörten
38:45und
38:46immer mehr
38:46Menschen
38:47töteten,
38:48während
38:48wir
38:48beteten
38:49und
38:49hofften,
38:50dass
38:50wir
38:51dieses
38:51Mal
38:51Glück
38:52haben
38:52und
38:52den
38:53Bombenangriff
38:53überstehen
38:54würden.
38:55Manchmal
38:56saßen
38:56wir
38:56die
38:57ganze
38:57Nacht
38:57schlaflos
38:58da
38:58und
38:59warteten
38:59darauf,
39:00dass der
39:00grüne
39:01Alarm
39:01losging
39:02und
39:02wir
39:02den
39:03Bunker
39:03sicher
39:03verlassen
39:04konnten.
39:07Obwohl
39:07seit
39:08diesen
39:08Tagen
39:0930
39:09Jahre
39:09vergangen
39:10sind,
39:11sind
39:11die
39:11Bilder
39:11aus
39:12dem
39:12Bunker
39:12noch
39:13immer
39:13in
39:13mir
39:13präsent.
39:15Die
39:15jungen
39:16Frauen,
39:16die
39:16weinten
39:17und beteten,
39:18dass
39:18ihre
39:18Männer
39:18halt
39:19zurückkommen,
39:20während
39:20sie
39:20versuchten,
39:21ihre
39:21Babys
39:21auf dem
39:22Schoß
39:22zu
39:22beruhigen.
39:24Mütter,
39:24die
39:24zum
39:25Himmel
39:25schrien
39:25und
39:26Gott
39:26baten,
39:27diesen
39:27verdammten
39:28Krieg
39:28zu
39:28beenden
39:29und
39:29ihre
39:29geliebten
39:30Söhne
39:30zurückzubringen.
39:32Väter,
39:33die
39:33versuchten,
39:34die
39:34Mütter
39:34aufzumuntern,
39:36indem
39:36sie
39:36sagten,
39:37dass
39:38ihre
39:38Söhne
39:38für
39:38ihr
39:39Land
39:39und
39:39für
39:40Gott
39:40sterben
39:40würden.
39:42Und
39:42ich,
39:43ich
39:44bat
39:44Gott
39:44darum,
39:45meinen
39:45Vater
39:46und
39:46andere
39:47Soldaten
39:47zu
39:47beschützen
39:48und
39:49auf
39:49sie
39:49aufzupassen.
39:53Jedes
39:54Mal,
39:55wenn
39:55mein
39:55Vater
39:55uns nach
39:56einem
39:56kurzen
39:56Besuch
39:57am
39:57Wochenende
39:57verlassen
39:58wollte,
39:59klammerte
39:59ich
39:59mich
40:00an
40:00seine
40:00Beine
40:00und
40:01versuchte
40:01ihn
40:01zurückzuhalten.
40:03Ich
40:03weinte
40:03und flehte
40:04ihn
40:04anzubleiben.
40:06Wenn
40:06er
40:06ging,
40:07rannte
40:07ich
40:07in
40:07seinem
40:07Kleiderschrank,
40:08bedeckte
40:09mich
40:09mit
40:09seinen
40:09Kleidern,
40:10weinte
40:11und
40:11schrie
40:11mir
40:11die
40:11Lunge
40:12aus
40:12dem
40:12Leib.
40:13Ich
40:13bat
40:14Gott
40:14darum,
40:15meinen
40:15Vater
40:15heil
40:16zurückzubringen
40:17und den
40:17Krieg
40:17zu
40:18beenden.
40:20Im
40:25aber die
40:26Erinnerungen
40:26daran
40:27sind
40:27noch
40:27immer
40:28in den
40:28Köpfen
40:28der
40:28Menschen
40:29lebendig.
40:30Einer
40:31meiner
40:31Cousins
40:31starb
40:32in diesem
40:32Krieg
40:33im
40:33jungen
40:33Alter
40:34von
40:3418
40:35Jahren,
40:36dem
40:36Tausenden
40:36anderer
40:37junger
40:37Leute.
40:39Ein
40:39Onkel
40:39von mir
40:40wurde
40:40schwer
40:40verletzt
40:41und
40:41überlebte
40:42nur mit
40:42viel
40:42Glück.
40:44Mein
40:44Vater
40:44hielt
40:44Leib
40:45und
40:45Seele
40:45zusammen,
40:46sah
40:47aber
40:47viele
40:47Menschen
40:48leiden
40:48und
40:48sterben.
40:50Und
40:50ich?
40:52Seitdem
40:53trage
40:53ich
40:55Krieges
40:56in
40:56jeder
40:57Zelle
40:57meines
40:57Körpers.
40:59Ich
40:59war
41:00eines
41:00von
41:00Millionen
41:01Kindern,
41:02die
41:02durch
41:02menschliche
41:03Gewalt
41:03traumatisiert
41:04wurden.
41:06Krieg
41:06ist
41:07eine
41:07grauenvolle
41:08Sache.
41:10Nach
41:11dem
41:11Erdbeben
41:12zogen
41:12wir
41:12nach
41:12Teheran
41:13und
41:13kehrten
41:14zur
41:14Normalität
41:15zurück.
41:16Es
41:16war
41:17Sommer
41:17und
41:17meine
41:18Eltern
41:18meldeten
41:19mich
41:19zu
41:19verschiedenen
41:19Kursen
41:20an,
41:21in der
41:21Hoffnung,
41:22dass
41:22mich
41:22das
41:22auffatern
41:23und mir
41:23helfen
41:24würde,
41:24die
41:25Traurigkeit
41:25und das
41:26Trauma
41:26zu
41:27überwinden.
41:28Schwimmen war
41:29einer dieser
41:30Kurse,
41:30zu dem
41:31ich
41:31meine
41:31Eltern
41:31damals
41:32anmeldete
41:32und ich
41:34liebte es.
41:35Bis
41:36ich
41:37eines Tages
41:38während des
41:38Kurses
41:39einen
41:39Unfall
41:40hatte.
41:41Ich
41:41schwamm
41:42unwissenlich
41:42in den
41:43tiefen
41:43Teil
41:44des
41:44Beckens.
41:45Die
41:46Lehrerin
41:46pfiff
41:46war
41:46Zeichen
41:47zum
41:47Umdrehen.
41:49Ich
41:49hielt
41:49an
41:50und
41:50versuchte
41:50vergeblich
41:51auf den
41:51Füßen
41:52zu
41:52stehen.
41:54Im
41:54Panik
41:54geraten
41:55sank
41:55ich
41:56im
41:56Wasser
41:56unter.
41:57Der
41:58Versuch,
41:58mir
41:59selbst
41:59zu
41:59helfen,
42:00scheiterte.
42:02Mein
42:02Körper
42:02war
42:02steif
42:03wie ein
42:03Stück
42:03Holz.
42:04Ich
42:05konnte
42:05nicht
42:05mehr
42:06schwimmen.
42:07Es
42:07dauerte
42:08eine
42:08Weile,
42:08bis die
42:09Leute
42:09draußen
42:09bemerkten,
42:10was
42:10geschah.
42:12Bis
42:12jemand
42:13kam,
42:13um
42:13mich
42:13zu
42:14retten,
42:14was
42:15eine
42:15Ewigkeit
42:15zu
42:16dauern
42:16schien,
42:17kam mir
42:18all die
42:18Bilder
42:18von den
42:19in weißen
42:20Stoffen
42:20gehüllten
42:20Leichen
42:21wieder in
42:21den Sinn,
42:22die ich
42:22vom
42:22Erdbeben
42:23und den
42:24Kriegsnachrichten
42:25im
42:25Fernsehen
42:25könnte.
42:27Das
42:27ist
42:28mein
42:28Ende.
42:29Ich
42:29werde
42:30sterben,
42:31schoss
42:31es
42:31mir
42:31durch
42:32den
42:32Sinn.
42:34Als
42:34sie
42:34mich
42:34aus
42:34dem
42:34Pool
42:35holten,
42:36schwor
42:36ich
42:36mir,
42:37nie
42:37wieder
42:37einen
42:37Fuß
42:38in
42:38ein
42:38Gewässer
42:38zu
42:39setzen.
42:40Meine
42:43waren,
42:44dass
42:44dies
42:44nur
42:44ein
42:44Unfall
42:45gewesen
42:45sei
42:46und
42:46ich
42:47meinen
42:47Schwimmkurs
42:47sicher
42:48fortsetzen
42:48könne.
42:50Aber
42:50ich
42:50hatte
42:51kein
42:51Vertrauen
42:51mehr.
42:54Alle
42:54diese
42:54Traumata
42:55und mehr
42:55hatten
42:56im
42:56Laufe
42:57der
42:57Jahre
42:57meiner
42:58Kindheit
42:58für
42:59immer
42:59mehr
42:59Ängste
43:00in
43:00meinem
43:00Leben
43:00gesorgt.
43:02Aber
43:02es
43:02gab
43:03etwas
43:03tief
43:04in
43:04mir,
43:04was
43:05verhinderte,
43:06dass
43:06ich
43:06ein
43:06ängstlicher
43:07Mensch
43:07wurde.
43:08Und
43:09das
43:09war
43:09meine
43:09Neugier,
43:11die
43:11immer
43:11viel
43:11größer war
43:12als
43:12meine
43:12Ängste.
43:14So
43:14habe
43:14ich
43:14einen
43:15Weg
43:15gefunden,
43:16meine
43:16Ängste
43:16zu
43:16überwinden.
43:19Erstens,
43:20ich
43:20erkenne
43:21sie und
43:22hole
43:22sie
43:22zum
43:22Beispiel
43:23schreibend
43:23aus
43:24dem
43:24Unbewussten
43:25in
43:26meinem
43:26Bewusstsein.
43:28Zweitens,
43:29ich bin
43:30ehrlich
43:30mit mir
43:30selbst
43:31und
43:31sage,
43:32ich
43:33habe
43:33Angst
43:33vor
43:34diesem
43:34oder
43:35jenem.
43:37Drittens,
43:39ich
43:41ich
43:42kämpfe
43:42nicht dagegen
43:43an
43:43und
43:43leugne
43:44sie
43:44nicht.
43:45Ich
43:46nehme
43:46sie
43:46an.
44:04Die
44:05Jahre
44:05vergingen
44:06und ich
44:07hielt
44:07mein
44:07Versprechen.
44:09Als
44:09ich
44:0917
44:10war,
44:11versuchte
44:11ich
44:11es
44:11wieder
44:12mit
44:12dem
44:12Schwimmen,
44:13aber
44:13es
44:13klappte
44:14nicht.
44:15Ich
44:15hatte
44:15immer
44:15noch
44:15zu
44:16viel
44:16Angst.
44:18Mit
44:18Mitte
44:1820
44:19riss
44:19ich
44:19mich
44:19zusammen,
44:20ging
44:21ins
44:21Schwimmbad
44:21und
44:22brachte
44:23mir
44:23selbst
44:23Schritt
44:24für
44:24Schritt
44:24das
44:25Schwimmen
44:25bei.
44:26Ich
44:26bin
44:27keine
44:27große
44:27Schwimmerin,
44:29aber
44:29zumindest
44:30kann
44:30ich
44:30mich
44:31über
44:31Wasser
44:31halten.
44:32Allerdings
44:33habe
44:33ich
44:33immer
44:33noch
44:34Angst
44:34vor
44:34offenen
44:35Gewässern.
44:39Nachdem ich mit dem Schreiben fertig war,
44:59hing ich den Text an eine E-Mail an und sandte ihn an Mario, mit der Nachricht,
45:05dass nicht ich, sondern mein verwundetes inneres Kind tauchen gehen würde.
45:13Die Antwort von Mario kam prompt.
45:16Ciao Sarah, ich habe gerade deinen Text zu Ende gelesen.
45:21Es tut mir leid zu hören, was du alles durchmachen musstest.
45:25Sicher ist es schwierig, das alles zu überwinden, was du erlebt hast.
45:29Aber ich bin zuversichtlich, dass ich dir helfen kann, das Leben im Wasser zu genießen
45:34und mit der Freiheit zu leben, mit dem Strom zu fließen.
45:40Ich bin sicher, dass deine Angst weiter Vergangenheit angehören wird.
45:47Mario
45:48Ich bin sicher, dass ich mich nicht mehr so will, mit dem Musik zu machen.
46:04Ich bin sicher, dass ich mich nicht mehr so will, mit dem Musik zu machen.
46:18Vielen Dank.

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