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Ein mexikanischer Ex-Bundespolizist enthüllt, was die Öffentlichkeit nie erfahren sollte: Anstatt die Bevölkerung zu schützen, beging er auf Geheiß der Regierung unzählige Straftaten. Eigentlich sollten sie dem mexikanischen Volk dienen – doch sie wurden zu Marionetten von korrupten hochrangigen Regierungsmitgliedern. „El Boa“ erzählt, wie die Bundespolizei als Leibwächter, Schmuggler und Sicarios für das Sinaloa-Kartell fungiert haben. Brisant: Der Sekretär für Innere Sicherheit, Genaro García Luna, wird beschuldigt, von diesen Vorgängen nicht nur gewusst, sondern sie aktiv unterstützt zu haben. Im Gegenzug für üppige Bestechungsgelder soll er dafür gesorgt haben, dass das Sinaloa-Kartell ungestört seinen Geschäften nachgehen kann. Dazu soll er rivalisierende Kartelle bekämpft haben. Erbitterte Kämpfe zwischen den Kartellen und ihren Zellen folgten – und mit ihnen ein Blutvergießen bisher ungekannten Ausmaßes.
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NotíciasTranscrição
00:00Untertitelung des ZDF für funk, 2017
00:30Mit einem Fuß im Knast und mit dem anderen im Grab.
00:36Wir haben alles gemacht.
00:40Man schickte uns, um Geld und Drogen zu liefern, um Leute umzulegen oder verschwinden zu lassen.
00:47Klar haben wir das gemacht.
00:51Wir waren die Marionetten des höchsten Polizeibeamten, Gennaro García Luna.
01:00Alles, was ich erzähle, ist vertraulich, was wir getan haben und dass die Menschen keine Ahnung hatten.
01:11Sie wollten mich umbringen, damit ich nicht rede. Aber hier bin ich.
01:15Wie Osama bin Laden verließ auch Joaquin Guzman Loera nie die Berge.
01:45Wir wussten, dass er irgendwann Kontakt zu seiner Ehefrau Griselda Lopez aufnehmen würde.
01:53Ich bin General Roberto Aguilera Oliveira.
02:04Zwischen 2002 und 2006 war ich Leiter der Geheimdienstbehörde zur Drogenbekämpfung.
02:09Ich war für Operationen zur Ergreifung verschiedener Drogenschmuggler in Mexiko verantwortlich.
02:19Jedes Mal, wenn Griselda ihr Haus verließ, überwachten wir alles, was sie tat.
02:30Wenn sie ihre Kinder abholte, wenn sie zur Schule ging, wenn sie einkaufen ging, einfach alles.
02:44Im April 2001 flog Griselda in die Sierra Madre Occidental, ein Gebirgszug nahe der Stadt Tepic im Bundesstaat Nayarit.
03:00An einem Morgen im Juni starteten wir dann eine luftgestützte Operation.
03:19Der Einsatz wurde von Spezialeinheiten durchgeführt.
03:32Vor Ort fanden wir Hinweise, dass El Chapo kurz zuvor geflohen war.
03:44Sein Bett war noch warm.
03:58Essensreste ließen darauf schließen, dass er nur Minuten zuvor noch dort gewesen sein musste.
04:05Alles war sehr notdürftig.
04:09Joaquin Guzman schien Luxus nicht wichtig zu sein.
04:12Er störte sich nicht an diesen Unannehmlichkeiten.
04:18Er und seine Frau schliefen auf einem Feldbett.
04:26Wir fanden all seine Kommunikationsgeräte, Waffen und Quads.
04:42Einige Zeit später wurde einer seiner Komplizen verhaftet, Marcelo Peña.
04:54Bei seinem Verhör gestand er, dass es bei der Polizei im Umfeld von García Luna einen Informanten gegeben habe.
05:03Darum konnte Joaquin Guzman entkommen und sich seiner Verhaftung entziehen.
05:06Die US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA versuchte, El Chapo aufzuspüren und hinter Gitter zu bringen.
05:22Vergeblich.
05:22Ich heiße Mike Chevarria.
05:32Als ich 1985 bei der DEA anfing, spürte ich diese Berufung.
05:38Das Gute gegen das Böse.
05:39Ich wollte Teil dieses Drogenkriegs sein.
05:48Wir sind Nachrichtendienstler.
05:52Das bedeutet, wir tauschen Informationen mit dem mexikanischen Geheimdienst aus.
05:56Dazu gehört auch, dass wir erwarten, dass sie diese Informationen nutzen, um Maßnahmen zu ergreifen.
06:09Doch bei El Chapo hörten wir ständig, oh, knapp verpasst, das Wasser war sogar noch heiß, das Essen stand noch auf dem Tisch.
06:18Aber keine Verhaftung.
06:20Kein El Chapo.
06:21Das passierte so oft, dass wir ihn irgendwann Kaspar der Geist nannten.
06:30Jeder neue Agent bekam zum Einstand El Chapos Akte vorgelegt und jeder musste darüber lachen.
06:37Alle wussten, dass er unantastbar war.
06:43Die Regierung wollte gar nicht, dass El Chapo gefasst wird.
06:51Es ist schwer, korrupte Politiker, Polizei und Drogenschmuggler überhaupt voneinander zu unterscheiden.
07:12Meine Karriere beim mexikanischen Militär begann 1997.
07:26Ich war Infanterist bei den Spezialkräften.
07:32Später kam ich zum Begleitschutz.
07:34Wir waren für die Sicherheit von Regierungsbeamten verantwortlich, darunter auch Gennaro García Luna und Facundo Rosas.
07:51Facundo Rosas war ein hoher Beamter. Er war direkt García Luna unterstellt.
07:56Sie war ein Geheimdienstler, Spioner.
08:01Rosas genoss García Lunas vollstes Vertrauen.
08:04Er war es, der die besonders fragwürdigen Absprachen traf.
08:14Was ich jetzt erzählen werde, ist sehr heikel.
08:18Aber was soll's.
08:18Ich war als Begleitschutz für den Chef der Bundespolizei, Facundo Rosas, unterwegs.
08:27Wir waren etwa drei Stunden von Hermosillo entfernt.
08:30Wir fuhren zur Geburtstagsfeier eines Herrn Mario Sambada.
08:49Ismael El Mario Sambada wurde zu einem der wichtigsten Anführer der Kartelle.
08:54Er war deutlich scharfsinniger als El Chapo Guzmán.
09:04Eine kriminelle Organisation dieser Größe braucht einen sehr intelligenten Anführer.
09:12Und dieser intelligente Anführer war Ismael El Mario Sambada García.
09:18Er hatte erkannt, dass es besser war, nicht auf Titelseiten abgedruckt zu werden, wenn man nicht die ganze Welt zum Feind haben will.
09:35Er war der Motor, der Schatten der Macht.
09:38Wir kamen zum Treffpunkt. Von dort sollten uns zwei Pick-up-Trucks nach Pitiquito bringen.
09:51Das waren Vertraute von El Mario.
09:59Facundo Rosas hatte einen achtköpfigen Begleitschutz.
10:02El Mayos Vertrauensleute wiesen uns an, alle Handys und andere elektronischen Geräte abzugeben.
10:12Damit es keine bösen Überraschungen gäbe.
10:18Sie sagten uns, dass sie hier das Kommando hätten.
10:23Sie sagten sehr höflich,
10:25sehr geehrter Herr Facundo Rosas,
10:28nehmen Sie es uns bitte nicht übel, aber wir müssen Ihr Personal entwaffnen.
10:31Warum? Anweisung des Senor.
10:34Sie nahmen uns die Waffen ab
10:36und zogen uns Hauben über.
10:45Auch Facundo Rosas bekam eine Haube.
10:50Dann stiegen wir in die Trucks.
10:55Und los ging's.
10:56Die Fahrt dauerte knapp 50 Minuten.
11:04Wir fuhren in die Wüste.
11:11Wir kamen zu einer Ranch und wurden von Sicarios begrüßt.
11:14Sie sagten, meine Herren, genießen Sie die Feier.
11:23Es gibt Frauen, Essen und Wein.
11:25Bedienen Sie sich.
11:26El Maio war etwas kräftiger gebaut.
11:39Er trug Jeans, Stiefel und ein Hemd mit Blumenmuster.
11:44Er hatte einen nordmexikanischen Akzent
11:46und strahlte absolute Selbstsicherheit und Autorität aus.
11:50Facundo Rosas wurde direkt zu El Maio geführt.
12:04Die Verhandlungen habe ich nicht mit angehört.
12:08Nur wie sie danach auf ihren Erfolg anstießen.
12:11Rosas sagte, sie würden alle davon profitieren.
12:14Dass sie alles geben würden und gute Zeiten bevorstünden.
12:18Für alle.
12:20Solche Absprachen werden mit vielen Leuten getroffen.
12:43Mit Regierungsbeamten, Richtern, Militärs.
12:47Sogar mit Tankstellenbesitzern.
12:54Die Welt der Drogenkartelle ist purer Wahnsinn.
12:58Da zirkuliert eine Menge Geld.
13:02Im Sinaloa-Kartell gibt es keine Hierarchie wie bei den Yakuza.
13:09Es ähnelt mehr einer Genossenschaft.
13:10Alle Zellen innerhalb des Kartells sind eigenständig.
13:19Sie arbeiten zusammen, um die Regierung zu bestechen,
13:22Drogen in die USA zu schmuggeln und Geld zu verdienen.
13:25Das wird jetzt zur Grenze gebracht und nach ein paar Tagen wird's rüber geschafft, ab in die USA.
13:42Alles ist organisiert, damit die Ware wie geplant eintrifft.
13:45Noch einer, Nummer 13.
13:51Alle sind bezahlt. Die Polizisten, die Militärs, die Nationalgarde, alle.
13:57Sie kriegen Geld und wir können in Ruhe arbeiten.
13:59Nach dem Treffen mit El Mayo kehrte Facunda Rosas nach Mexiko-Stadt zurück.
14:23Und wir wurden geschickt, um Flugzeuge zu kontrollieren.
14:28Aber was genau war dabei unsere Aufgabe als Bundespolizisten?
14:34In der Sierra gab es geheime Landebahnen.
14:39Die Maschinen flogen tief unter dem Radar, damit sie nicht entdeckt wurden.
14:46Wir sollten Kokain einladen.
14:49200 Kilo pro Flugzeug.
14:53Dann begleiteten wir Bundespolizisten die Maschinen von Bundesstaat zu Bundesstaat.
15:05Wir sollten sicherstellen, dass die Ware nicht vom Zoll kontrolliert wird.
15:11Was haben wir also gemacht?
15:16Wir behaupteten, dass wir Polizeiausrüstung transportierten.
15:19Damit kamen wir durch.
15:22Dabei hatten wir etwas ganz anderes dabei.
15:28Nämlich El Mayo's Kokain.
15:31Auf dem Weg in verschiedene Bundesstaaten und in die USA.
15:34Das Ministerium für öffentliche Sicherheit wurde zu einem bewaffneten Arm des Sinaloa-Kartells.
15:49Und wie?
15:50Durch Massenverhaftungen.
15:56Und durch gezieltes Vorgehen gegen Kartelle, die mit dem Sinaloa-Kartell verfeindet waren.
16:01Das Sinaloa-Kartell kontrollierte bereits die mexikanischen Bundesstaaten Nayarit, Sonora, Teile von Jalisco und Baja California Sur.
16:21Jetzt wollten sie das ganze Land.
16:23Die Strategie von Calderón und García Luna bestand darin, ein einziges nationales Kartell zu schaffen.
16:40Beide wollten, dass sich alle Drogenkartelle zu einem einzigen Kartell zusammenschließen.
16:44Unter der Kontrolle des Sinaloa-Kartells und des Ministeriums für öffentliche Sicherheit.
16:59Dann hätte Felipe Calderón der Bevölkerung verkünden können, er habe für Frieden gesorgt.
17:05Dass es keine weiteren Toten geben würde und keine Gewalt mehr.
17:09Im ganzen Land.
17:09Als Verbindungsagent war ich Teil hochrangiger Ermittlungen gegen Drogenbosse.
17:29Ab und zu traf ich auch Genaro García Luna. Es war, als würde eine dunkle Wolke über ihm hängen.
17:44Man munkelte, dass er der Mann war, der das Sinaloa-Kartell beschützte. Aber niemand konnte das beweisen.
17:51Die DEA gab ihm die Leitung für ihre wichtigsten Operationen. Wir mussten also mit ihm arbeiten.
18:10Die DEA-Agents in Mexiko mussten mit der dortigen Bundespolizei arbeiten. Diese entscheidet dann, wen sie verfolgen will.
18:18Man kann nicht gegen die ermitteln, die geschützt werden. Also geht man gegen andere vor.
18:26Der DEA war das egal. Sie alle brachten illegale Drogen in die USA. Also gingen sie gegen die Kartelle vor, die nicht unter Schutz standen.
18:38In den US-amerikanischen Schlagzeilen klang der Drogenkrieg gut.
18:48Bis das Blutbad begann.
19:00Der Drogenkrieg spitzt sich zu und verwandelt sich in ein Schlachtfeld der Sicarios der Kartelle.
19:06Bei einer Schießerei im Bundesdistrikt sind zehn Menschen ums Leben gekommen.
19:142008 waren die wichtigsten Männer des Sinaloa-Kartells, El Mayo Sambada, El Chapo Guzman, sowie die Brüder Arturo und Alfredo Beltran Leyva.
19:32Als El Chapo 1993 ins Gefängnis kam, kümmerte sich Arturo um dessen Familie, um seine Frau und seine Söhne, die Chapitos.
19:45Und er sorgte durch Bestechung dafür, dass es El Chapo im Gefängnis an nichts mangelte.
19:52Es herrschte Harmonie zwischen El Chapos Sinaloa-Kartell und der Beltran Leyva-Organisation.
20:032008 verhafteten mexikanische Sicherheitskräfte Alfredo Beltran Leyva, genannt El Mochomo.
20:10Sein Bruder Arturo gewann immer mehr an Einfluss.
20:21Er pflegte Beziehungen zu den Kolumbianern.
20:25Er hatte die Kontakte zu den staatlichen Behörden, den Generellen, den Polizeichefs und all diesen Leuten.
20:35Das beunruhigte El Mayo und El Chapo.
20:37Aber Arturos Einfluss drohte, ihren zu untergraben.
20:44Und für die Beltran Leyva-Brüder war El Chapo der Mann, der Alfredo verraten hatte.
20:552008 hatte El Chapo El Mochomo hintergangen.
20:58Der Krieg begann und wütete sowohl auf der Straße als auch in der Regierung.
21:02Das führte zu einer Menge Blutvergießen und zu einem Krieg innerhalb der mexikanischen Bundespolizei.
21:17Einige beschützten die Beltran Leyvas, andere El Chapo und das Sinaloa-Kartell.
21:22Dieser Konflikt tobte nicht nur innerhalb des Kartells, sondern auch in der Regierung.
21:33Es herrschte Chaos.
21:34Wir erhielten Missionen oder Befehle.
21:50Meine Herren, an die Arbeit!
21:51Dieser oder jener Kommandant kollaboriert mit den Gebrüdern Beltran.
22:00Tötet den Kerl.
22:06Also sind wir aufgebrochen.
22:09Maskiert und in schwarzer taktischer Ausrüstung.
22:12Von Kopf bis Fuß in schwarz, ohne Abzeichen.
22:14Wir kamen an und schossen aus nächster Nähe.
22:22Es gab natürlich Polizisten.
22:27Aber auch Unternehmer und Politiker, die sich widersetzten.
22:33García Luna wollte sie zum Schweigen bringen.
22:39Dann hieß es, die Opfer seien von Sicarios getötet worden.
22:42Aber es gab viele Experten, die erklärten, das waren keine Sicarios, das waren Profis.
22:51Denn wir gingen bei unseren Morden professionell vor, taktisch.
22:59Damals wurde ein Zeitungsartikel veröffentlicht.
23:04Darin hieß es, eine subversive paramilitärische Gruppe würde die Feinde der Regierung ermorden.
23:12Das war eine Riesenschlagzeige. Den Artikel kann man heute noch googeln.
23:19Aber wir waren das. Eine Spezialeinheit der Bundespolizei, die die Drecksarbeit erledigte.
23:29Enrique Bayardo de Villar, ehemaliger Leiter der Bundespolizei, wurde in einem Café in der Colonia del Valle erschossen.
23:35Mehrere von García Lunas Spezialkräften wurden getötet.
23:46Auch Bayardo stand in García Lunas Dienst.
23:49Drei Personen hintereinander wurden an einem Tag umgebracht.
23:59Auch Edgar Mian wurde ermordet, am helllichten Tag. Ein hochrangiger Beamter.
24:05Der Trauerzug war riesig.
24:21Calderon war da.
24:22Sie stellten Mian wie einen hochdekorierten Staatsdiener dar, der als Held gestorben war.
24:47Es war ironisch.
24:55Wir wussten damals, was sich in der Regierung und zwischen den verschiedenen Polizeifraktionen abspielte.
24:59Der Plan Calderons und García Lunas war gescheitert.
25:18Sie hatten es nicht geschafft, dass ein Kartell die Alleinherrschaft erlangte.
25:24Der Frieden, den sie wollten, alles glitt ihnen aus den Händen.
25:27Die Idee der Stärkung eines einzigen Kartells in Mexiko verschlimmerte alles und führte dazu, dass die Gewalt unter den Kartellen zunahm.
25:46Es musste also einer diesen Konflikt gewinnen.
25:50Und García Luna kam zu der Überzeugung, es würde erst Ruhe einkehren, wenn sie jemanden umbringen ließen.
25:57Arturo El Barbas, den Boss a la Bosse des Beltran-Leiva-Kartells.
26:05Es gab eine Militäroperation.
26:20Dabei kam es zu einer Schießerei mit dem Beltran-Leiva-Kartell.
26:36El Barbas wurde getötet.
26:37Für mich ist klar, warum sie Arturo Beltran-Leiva umgebracht haben.
26:47Sie wollten nicht, dass er ins Gefängnis kam.
26:49Sie wollten ihn tot.
26:50Er wusste zu viel.
26:54Was er nicht ahnte, diese Kartelle glichen einer griechischen Hydra.
27:17Schneidet man einen Kopf ab, wachsen zwei nach.
27:24Es kam zu einer weiteren Aufspaltung der Kartelle.
27:29Und das verursachte einen Großteil der Gewalt, die wir auch heute noch sehen.
27:33Unter Präsident Calderón stiegen die Mordfälle um 192 Prozent.
27:50Er diente El Chapo.
27:52Wenn sein Militär unschuldige Menschen umbrachte, nannten sie das Kollateralschäden.
27:56Es war ein monströses Blutbad.
28:03Ich heiße Gerardo Fernández Noronha.
28:06Ich war Abgeordneter von 2009 bis 2012.
28:13Als ich 2009 ins Abgeordnetenhaus kam, war ich Teil des Präsidiums.
28:24García Luna kam rein.
28:26Als er mir die Hand reichen wollte, drehte ich mich demonstrativ weg.
28:32Ich zeigte ihm die kalte Schulter.
28:35Er begann zu sprechen.
28:44Als er fertig war, rief ich, sie sind ein Mörder.
28:46Auf der Aufnahme sieht er aus, als hätte ihn der Schlagkampf.
29:16Geradezu schockiert.
29:18Ich glaube, dass er schockiert hat.
29:20Ich glaube, dass er schockiert hat.
29:21Aber ich sage, dass er nicht nur das schockiert ist, sondern das schockiert.
29:24Ich frage ihm, García Luna, wie er eine Haus mit 20 Millionen Pesos construiert, wenn er sein Geld nicht für das schockiert hat.
29:30Alle wussten Bescheid.
29:36Alle wussten Bescheid.
29:49Niemand bezichtigte mich der Lüge.
29:51Niemand fragte, woher weißt du das?
29:55Niemand warf mir eine Intrige vor.
29:58Niemand.
29:58Natürlich war die mexikanische Regierung korrupt.
30:03Aber die amerikanische Regierung genauso.
30:10Denn wie könnte der US-Präsident nicht wissen, dass die mexikanische Regierung mit Drogenkartellen verhandelt?
30:18Und genauso wusste auch García Luna Bescheid.
30:272006 wurde ich von der DEA kontaktiert.
30:33Sie sagten mir, dass sie Informanten innerhalb des Sinaloa-Kartells hätten.
30:37Edgar Valdez Villareal, alias La Barbie, ist amerikanischer Staatsbürger.
30:49Er wurde La Barbie genannt, weil er ein sehr gut aussehender Mann war.
30:58Sehr attraktiv.
30:59La Barbie arbeitete für Arturo Betran Leiva und war gleichzeitig ein Agent der US-Regierung.
31:11Er war Narko und ein Informant. Er hatte zwei Gesichter.
31:21Ich heiße Kent Schäfer und bin Strafverteidiger in Houston, Texas.
31:29Ich habe Edgar Valdez Villareal vertreten, auch bekannt als La Barbie.
31:37Er ist in Laredo aufgewachsen und war ein guter Footballspieler.
31:44Wie viele andere Jugendliche kam auch er mit Drogen in Kontakt.
31:50Erst war er Konsument, dann Dealer und schließlich Angeklagter.
31:55Deshalb musste er die USA verlassen.
31:59Anfangs kümmerte er sich vor allem um die Sicherheit.
32:07Dem Kartell wurde schnell klar, dass er gut darin war, sich und andere zu beschützen.
32:15So wuchs seine Beziehung zu den Beltran Levas.
32:18Er stieg auf. Von einem einfachen Schützen zu einer sehr, sehr wichtigen Person im Kartell.
32:31Nachdem Arturo Beltran Leiva 2009 getötet wurde, übernahm La Barbie die Kontrolle.
32:38Wenn er in diesem Geschäft überleben wollte, musste er Leute auf kommunaler, auf staatlicher und auf Bundesebene bezahlen.
32:55Nur so konnte er einer Verhaftung entgehen.
32:57Und es funktionierte, jahrelang.
33:12Bis er von seinem Sicherheitschef betrogen wurde.
33:15Auf der Pressekonferenz wurde er mit Waffen und Geld vorgeführt.
33:24Sie stellten ihn vor einen Hubschrauber.
33:27Diese Show veranstalten sie in Mexiko sehr oft.
33:30Fakundo Rosas war anwesend.
33:37La Barbie hat dabei gegrinst.
33:42Wahrscheinlich fand er es amüsant, weil er diesen Polizisten jahrelang bezahlt hatte.
33:49Wo La Barbie verhaftet wurde?
33:52Ein oder zweimal im Jahr waren wir dort, zusammen mit Fakundo Rosas.
33:56Eine kleine Ortschaft, etwa zwei Stunden von Mexiko-Stadt entfernt, in der Desierto de los Leones.
34:09Dort stand ein schönes Holzhaus mit einem Garten.
34:18Fakundo Rosas war als Ehrengast vom Ministerium für öffentliche Sicherheit eingeladen.
34:22Er traf sich dort mit La Barbie, um zu verhandeln.
34:33Eines Tages nahmen wir La Barbie fest.
34:40Er bot uns Geld an.
34:43Aber das war uns egal.
34:45Warum sollten wir es annehmen?
34:47Wir kannten ihn nicht.
34:48Wir mussten eine Grenze ziehen.
34:54Ich kenne dich nicht.
34:56Selbst wenn ich dich früher einmal kannte oder du mir Geld gegeben hast.
35:00Diese Beziehung ist hiermit beendet.
35:02Ich kenne dich nicht und du mich nicht.
35:10Am Tag nach seiner Verhaftung kam ich nach Mexiko und traf Edgar.
35:14Wir nahmen Kontakt zu Staatsanwälten der US-Justiz auf.
35:25Wir wollten ihn so schnell wie möglich zurück in die USA bringen.
35:30Immerhin besaß er sehr wertvolle Informationen.
35:33Es gab ein Treffen in Mexiko mit dem Generalstaatsanwalt.
35:45Anwesend waren auch Vertreter der US-Justiz, dem US-Außenministerium, der DEA und des FBI.
35:56Edgar sagte, ich kann euch mexikanische Regierungsbeamte nennen, die jahrelang von mir bezahlt wurden.
36:03Und mexikanische Regierungsbeamte, die vom Sinaloa oder dem Los Cetas-Kartell bezahlt wurden.
36:15Und Regierungsbeamte, die noch in andere illegale Aktivitäten verwickelt waren.
36:22Wir dachten, die USA würden das unterstützen.
36:25Doch sie wollten Edgar lieber zum Schweigen bringen. Und das taten sie.
36:37Wenn die US-Regierung La Barbie zurückgewollt hätte, hätten sie ihn sofort bekommen.
36:43Es hätte nicht mal einen Auslieferungsprozess gegeben, denn er ist ja US-Bürger.
36:47Wir riefen immer und immer wieder bei der US-Regierung an.
36:57Die Antwort des Justizministeriums lautete, wir werden ihnen nicht helfen und wir wollen nichts mehr darüber hören.
37:03Ich sagte, dass er Informationen über aktuelle Vorkommnisse habe, die von großer Hilfe sein könnten.
37:17Kein Interesse.
37:18Nachdem die amerikanische Regierung nicht mehr mit uns sprechen wollte, wurde deutlich, was hier vor sich ging.
37:29Sie wollten nicht ihre guten Beziehungen zur mexikanischen Regierung riskieren, nur wegen meines Mandanten.
37:35Für mich besteht kein Zweifel, dass sie amtierende mexikanische Regierungsbeamte schützen wollten.
37:50Sie wollten Präsident Calderón nicht bloßstellen. Sie würden auch keinen Krieg wegen García Luna anzetteln.
37:56Sie wollten ihr gutes Verhältnis nicht aufs Spiel setzen.
38:00Präsident Calderón, Senora Zavala, willkommen.
38:05Sie wollten Edgar möglichst verschwinden lassen und hatten damit Erfolg.
38:22Sie warfen ihn in eine Zelle.
38:23Ich war US-Botschafter in Mexiko, als Labarbi verhaftet wurde.
38:42Ich wusste, dass er einige Namen genannt hatte.
38:45Wir dachten damals, dass wir keine andere Wahl hätten, als mit der mexikanischen Regierung zu kooperieren.
38:57Immerhin sind sie unsere Nachbarn und werden das auch bleiben.
39:01Wir müssen uns nicht nur um die Drogen kümmern.
39:05Es gibt den Handel, die Einwanderung und eine Vielzahl weiterer Themen zwischen unseren beiden Ländern.
39:10Daher streben wir kontinuierlich danach, diese Kooperation effizienter und besser zu gestalten.
39:22Wollten sie nichts über die Korruption in Mexiko wissen?
39:26Oder wussten sie es schon?
39:28Das sagt mir, dass der Drogenkrieg nicht das ist, wofür die Leute ihn halten.
39:32Das ist kein Krieg gegen die Drogen.
39:39Es wird nur ab und zu irgendein Drogendealer festgenommen.
39:43Letzten Endes sind internationale politische Interessen wichtiger als Drogen, die über die Grenze kommen.
39:52Alles nur Show.
39:53Wie viel davon ist Naivität und wie viel Ignoranz?
40:09Keine Ahnung.
40:10Nach zwei Jahren im Gefängnis war La Barbie wütend über den Zynismus der Behörden.
40:27Es mag seltsam klingen, aber viele Kriminelle finden es empörend, wenn die Behörden so korrupt sind wie sie selbst.
40:38Oder gar noch korrupter.
40:42Aus diesem Grund schickte Miela Barbie im November 2012 einen Brief.
40:48Für ihn ein letzter Strohhalm.
40:50Das war das erste von einem Narko unterzeichnete Dokument, in dem García Luna beschuldigt wurde, Bestechungsgelder angenommen zu haben.
41:05Genaro García Luna, Minister für öffentliche Sicherheit, hat nach meiner Kenntnis seit 2002 Geld von mir erhalten.
41:13Aus dem Drogenhandel und aus dem organisierten Verbrechen.
41:20Edgar Eusebio, Mian Gomes, Facundo Rosas und Gerardo Garay-Cadena sind alle in verschiedene Strafverfahren verwickelt.
41:34Die US-Regierung weiß darüber Bescheid.
41:39Ich habe getan, was ich getan habe.
41:43Aber auch die von mir genannten Amtsträger sind Teil der kriminellen Struktur dieses Landes.
41:50Die US-Regierung ist scheinheilig.
42:05Solange ihnen ein Narko von Nutzen ist, unterstützen sie ihn.
42:08Die USA waren gewissermaßen Komplizen.
42:17Sie hatten eigentlich genügend Beweise dafür, dass Minister García Luna den Drogenschmuggel unterstützte.
42:27Und trotzdem applaudierten sie der mexikanischen Regierung für ihre Führung.
42:31Hillary Clinton umarmte Genaro García Luna und stärkte ihm den Rücken.
42:44Diese Beziehung ist heuchlerisch und kriminell.
42:47Manchmal steht man vor einer schweren Entscheidung.
42:58Als El Chapo mit uns reden wollte, hatte er einen Grund dafür.
43:03Die Bürokraten in Washington D.C. begriffen irgendwann, dass wir keine andere Wahl hatten, als mit dem Teufel zu tanzen.
43:16Und der Teufel führt.
43:21El Chapo gab uns Informationen, die uns dabei helfen sollten, seinen Feind zu zerschlagen.
43:26Nur so konnte er sein Imperium aufbauen.
43:31Er konnte sein Imperium aufbauen.
43:56Er wurde erst einmal aufbauen.
43:57Das ist der профanson Innenstadt.
44:02Der Teufel führt.
44:03J
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