00:00Die Nacht ist, zumindest für meine Arbeit und für meine Sendung, elementar wichtig,
00:18weil ich glaube, dass die Dunkelheit und die Nacht die Seelen öffnet.
00:30Und hier ist der Klaus und Klaus ist 54. Guten Morgen, Klaus.
00:38Ich habe vor allem das Problem. Ich habe heute ein Thema gesehen. Ich bin schuld am Tod eines Menschen.
00:44Dazu wollte ich erst mal sagen, ich habe einen Menschen getötet aus Hartmier.
00:48Da warst du 18 Jahre.
00:5018 Jahre, ja richtig.
00:51Und das verfolge ich immer noch.
00:56Mein Mann ist vor 10 Tagen gestorben.
00:58Vor 10 Tagen?
00:59Es hat mich, ich weiß es, soll man nicht sagen, aber es hat mich glücklich gemacht.
01:05Ich bin der Sieger.
01:07Er muss gehen.
01:08Ich fahre jedes Jahr im Sommer nach Lapland.
01:24Ich fahre ins Licht. Dort geht die Sonne nicht unter.
01:28Und ich fahre in die Stille.
01:29Und das sind die beiden Dinge, nach denen ich mich während des Jahres so sehr sehne.
01:34Ich danke dir, Tod, dass du dir die Zeit nimmst, dich mit mir zu unterhalten.
01:44Für mich gibt es keine Zeit.
01:46Aber ohne sie gäbe es mich nicht.
01:48Endet die Zeit, endet der Tod.
01:52Für den, der wirklich lebt, spielt Zeit keine Rolle.
01:55Es gibt immer nur den Moment.
01:58Der Moment ist die einzige Wirklichkeit, die ihr Menschen habt.
02:01Werklichkeit.
02:02Untertitelung des ZDF, 2020
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