00:00Es gab heute Abend diese Momente, diese Minuten, in denen das Westfalenstadion erzitterte, erbebte,
00:07tobte. Es waren die Minuten, in denen Borussia Dortmund und sein Anhänger Hoffnung hatten,
00:12dass dem BVB heute Abend gegen den FC Barcelona das ganz, ganz große Fußballwunder gelingt,
00:16wie es in diesem Stadion schon immer mal wieder passiert ist. Damals gegen Malaga,
00:20gegen La Coruña, zuletzt in der vergangenen Saison gegen Atletico Madrid. Doch am Ende
00:25war es nur ein 3-1-Sieg gegen den FC Barcelona, der nachts im 0-4 am Hinspielen nicht gereicht hat,
00:31um den großen Favoriten auszuscheiden zu lassen, selber ins Halbfinale einzuziehen und hier das
00:37vielleicht größte Fußballwunder der Vereinsgeschichte zu schaffen. Der BVB war auf einem guten Weg dahin,
00:42er stand nicht unmittelbar davor. Dafür hätten vielleicht noch die Tore zu besseren Zeitpunkten
00:46fallen müssen. Dafür hätte der BVB das 3-1 früher schießen müssen, das 2-0 und vielleicht am Ende
00:51noch das Vierte nachzulegen, damit es hier noch mal so richtig bebt. Aber es war ein Auftritt,
00:55der wahnsinnig viel Hoffnung macht für den Saison-Endspurt. Die vielleicht beste Mannschaft
00:59Europas wurde hier heute Abend besiegt, weil Dortmund einfach besser war, weil sie spritziger
01:04waren, weil sie aggressiver waren, weil sie wunderbar nach vorne gespielt haben, weil sie
01:07einen klaren Plan hatten, immer wieder die Tiefe gesucht haben, immer wieder zu Torechancen kommen.
01:12Und Barcelona, die hier wahrscheinlich mit dem sicheren Gefühl eines 4-0-Siegers aus dem Hinspiel
01:17hingefahren sind, mussten sich ganz schön vorsehen. Die sind hier teilweise ganz schön geschwommen,
01:21die haben viel zugelassen, waren nicht so souverän, wie man sich das hätte vorstellen können
01:24und standen kurz davor, hier wirklich auch noch auszuscheiden. Das muss man so ehrlich sagen,
01:29auch wenn natürlich am Ende ein bisschen was gefehlt hat, aber es war alles drin. Es war nie so,
01:33dass Barcelona selbst nach dem Anschlusstreffer, selbst zu Beginn der zweiten Halbzeit nie das
01:39Gefühl haben konnte, hier sicher zu sein, nie das Spiel beruhigen konnte, immer wieder das zugelassen hat,
01:45dass Dortmund hier reingekommen ist und das war schon Grundlage für einen wahnsinnig guten Fußballabend,
01:49auch wenn das absolute Happy End hier gefehlt hat. Was heißt das für den BVB? Das heißt, dass in der
01:53Bundesliga im Endsport um die Conference League schon ein bisschen Selbstbewusstsein mitgenommen werden
01:57kann aus diesem Spiel, denn wer Barcelona schlägt, der muss auch die gröslichen Gegner in der
02:01Bundesliga schlagen können. Andererseits ist die Benchmark, die Messlatte jetzt natürlich auch
02:06hochgesetzt, weil wir gesehen haben, Barcelona kann geschlagen werden, wenn der BVB mit vollem Einsatz drin ist,
02:11mit voller Intensität spielt, sein bestes Gesicht zeigt und das muss der Maßstab sein für die
02:16restlichen Spieler und es kann auch jetzt keine Entschuldigung mehr geben, wenn das nicht mehr
02:19gezeigt wird, denn in der Bundesliga geht es um alles, genauso wie heute Abend hier.
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