00:00100 Jahre ist es her, als am 8. August 1924 der Strombahnverkehr in Berlin regulär in
00:26Betrieb genommen wurde. Grund genug für mich, an dem Ort der Bahngeschichte zum Nordbahnhof,
00:33der bis 1950 noch Stettiner Bahnhof hieß, zu fahren. So steige ich voller Neugier in
00:40die S-Bahn und fahre direkt ins Herz der Stadt. Die Bahn summt langsam in den Bahnhof ein.
00:56Nordbahnhof steht mit altdeutschen Lettern am Ausgang zur Invalidenstraße.
01:14Der Bahnhof selbst, ein Produkt der 1950er Jahre, der einfach und funktional gehalten ist und mit
01:22Schmuckelementen an die alte Zeit erinnert. An der Invalidenstraße trete ich ins Freie.
01:29Ein großzügiger, heller Platz empfängt mich. Wie hat es hier wohl vor 100 Jahren ausgesehen?
01:38Ich bleibe stehen und lasse das Treiben am alten Stettiner Bahnhof vor meinen Augen passieren,
01:44tauche ab in historische Zeiten des ausgehenden viktorianischen Berlins.
02:51Den alten Bahnhof, so wie er früher einmal ausgesehen hat, gibt es nicht mehr. Er wurde
02:59im Zweiten Weltkrieg nicht völlig zerstört, doch man entschied sich zu DDR-Zeiten für
03:05eine Umgestaltung des Bahnhofs und ebnete das noch vorhandene Architekturaussammel ein.
03:11Nach der Grenzschließung 1961 ist der Nordbahnhof gänzlich zu einem Geisterbahnhof
03:20verkommen und erwachte erst wieder zu einer funktionierenden Eisenbahnstrecke nach der Wende.
03:31Bis heute kann man noch die alten Gleise eingepflastert mit den Namen der Zielorte
03:36erleben. Die alte Stettiner Bahnlinie ist längst Geschichte geworden und nur noch
03:44auf alten Postkarten begreifbar.
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