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  • 3 years ago

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Animals
Transcript
00:00 In allen Meeren der Welt wurden immer wieder unglaublich große Haie gesichtet.
00:04 Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich dabei um den riesigen Urzeithai Megalodon handelt, ist aber gering.
00:09 Viel realistischer ist, dass er sich an einem Ort befindet, den wir bisher kaum zu Gesicht bekommen haben.
00:15 Tief unten im Marianengraben.
00:18 In jeder Diskussion, in der es um das Überleben von Megalodon geht,
00:21 wird dieser Ort als eines der wahrscheinlichsten Verstecke von Megalodon vermutet.
00:26 Die Tiefseerinne befindet sich 2000 Kilometer östlich der Philippinen.
00:30 Sie ist 2400 Kilometer lang, das entspricht ungefähr der Distanz zwischen Spanien und Schweden,
00:36 und an der tiefsten Stelle 11.000 Meter tief.
00:40 Diesen Ort nennt man Challenger-Tief.
00:42 Hier ist die Erdkruste so dünn wie nirgendwo sonst auf der Welt.
00:46 Würde man den Mount Everest dort hineinstellen,
00:48 würde seine Spitze immer noch mehr als 2000 Meter unter dem Meeresspiegel liegen.
00:53 Entstanden ist dieser Platz vor rund 180 Millionen Jahren.
00:58 Warum ist das wichtig?
00:59 Weil Megalodon erst vor 1,6 Millionen Jahren verschwand.
01:03 Der Marianengraben existierte zu dieser Zeit also schon.
01:06 Aber der Druck hier beträgt rund 1070 Bar.
01:10 Ist das etwa zu viel für Megalodon oder sogar für alle Lebewesen?
01:14 Nein, nicht unbedingt.
01:16 Man hat vor kurzem erst eine neue Fischart im Marianengraben entdeckt,
01:20 in einer Tiefe von 8134 Metern.
01:24 Dem Pseudoliparis virae.
01:26 Diese Fische werden bis zu 24 Zentimeter lang
01:29 und schaffen es, dem enormen Druck standzuhalten.
01:32 Sie sind aber viel zu klein, um auch nur als Snack für Megalodon herhalten zu können.
01:37 Der 16 bis 20 Meter lange und 50 bis 100 Tonnen schwere Megahai
01:41 braucht täglich etwa eine Tonne Nahrung.
01:44 Die Anzahl der Fische in enormen Tiefen ist aber ziemlich gering
01:48 und die meisten davon sind wie davor genannte relativ klein.
01:52 Früher hat Megalodon sich hauptsächlich von Walen ernährt,
01:55 aber auch von allen anderen Tieren, die genügend Fleisch boten,
01:58 wie Robben, Seekühe oder Schildkröten.
02:01 Was würde er aber fressen, wenn er einige tausend Meter unter dem Meeresspiegel leben würde?
02:07 Die einzigen Wale, von denen wir wissen, dass sie in extremen Tiefen vorkommen, sind Pottwale.
02:12 Zumindest ausgewachsene Bullen sind aber zu stark, um als dauerhafte Futterlösung herzuhalten,
02:17 da sie etwa genauso groß werden wie der Hai und ebenfalls einen Riesenmaul mit langen Zähnen haben.
02:23 Für Megalodon wäre es jedes Mal ein Kampf auf Leben und Tod mit einem fast ebenbürtigen Gegner.
02:29 Pottwalweibchen und Jungtiere wären dagegen ein gefundenes Fressen für den Hai.
02:34 Es gibt aber noch ein Tier, von dem sich Megalodon in der Tiefe ernähren könnte,
02:39 und zwar vom Kalmar.
02:40 Riesenkalmare werden bis zu 10 Meter lang und Kolosskalmare sogar bis zu 14 Meter.
02:46 Sie wiegen mehrere hundert Kilo und könnten den Hunger des Riesenhais,
02:49 im Gegensatz zu den winzigen Tiefseefischen, tatsächlich stillen.
02:54 Pottwale, die ja genauso groß werden wie Megalodon, ernähren sich schließlich auch von diesen Kopffüßern.
02:59 Außerdem, wenn Megalodon noch lebt und wir ihn nur noch nicht gesehen haben,
03:03 kann es ja genauso gut sein, dass in der Tiefe noch andere riesige Tiere leben,
03:08 die wir eben auch noch nicht gesehen haben und von denen Megalodon sich ernährt.
03:12 Es gibt eventuell also auch in der Tiefe noch genug zu essen,
03:16 nur vermutlich nicht an den allertiefsten Punkten wie dem Challenger-Tief.
03:20 Zumindest haben die Menschen, die dort unten waren,
03:23 drei an der Zahl, nämlich Don Walsh, JuggPK und James Cameron, keine großen Lebewesen gesehen.
03:29 Don Walsh und JuggPK, die 1960 mit einer Spezialtauchkapsel im Challenger-Tief waren,
03:35 beschrieben jedoch einen Fisch, den sie dort in 10.900 Meter Tiefe gesehen haben.
03:40 Der war laut ihren eigenen Aussagen etwa 30 Zentimeter lang und etwa halb so breit.
03:45 Er schwamm sehr langsam und entfernte sich von ihrer Kapsel in Richtung des fast völlig dunklen Wassers und verschwand.
03:52 Neben der Nahrung gibt es aber auch noch eine weitere Hürde zu überwinden, und zwar die Wassertemperatur.
03:58 Megalodon mochte es, wie viele heutige Haie auch, lieber warm.
04:02 Die Toleranz liegt bei 20 bis 26 Grad an der Oberfläche und 4 bis 8 Grad in der Tiefe.
04:09 Im Mariannengraben liegt die Temperatur aber bei nur 1 bis 4 Grad.
04:14 Das dürfte für Megalodon dauerhaft tatsächlich zu kalt sein.
04:17 Möglicherweise haben sich Teile der Megalodon-Population aber bereits eine Weile vor dem vermeintlichen Aussterben
04:24 in die Tiefe begeben und dementsprechende Veränderungen des Körpers mitgemacht,
04:28 sodass ihnen die Kälte nun nicht mehr viel ausmacht.
04:32 Oder die Megalodons leben in der Nähe von hydrothermalen Spalten.
04:36 An diesen Orten wird das Wasser selbst mehr als 1000 Meter unter der Oberfläche richtig warm,
04:41 und zwar durch vulkanische Aktivitäten.
04:44 In der Nähe von solchen Spalten findet man oftmals viele ungewöhnliche Tiere.
04:48 Es besteht also durchaus die Möglichkeit, dass Megalodon heute noch irgendwo in der Tiefe versteckt lebt.
04:55 Ob das auch wirklich der Fall ist, wissen wir aber erst, wenn jemand Megalodon sichtet und das auch noch aufzeichnet.
05:01 Oder wenn wir einen Zahn finden, der kein Fossil ist.
05:05 Ein einziger Megalodon-Hai verliert jeden Tag mehrere Zähne,
05:09 und auf sein ganzes Leben gerechnet sind das dann bis zu 50.000 Stück.
05:13 Und es gibt ja nicht nur einen Megalodon, sondern wenn dann schon einige hundert oder sogar tausende.
05:19 Sonst könnten sich diese Tiere ja nicht mehr fortpflanzen.
05:22 Es reicht, wenn nur ein einziger frischer Zahn irgendwo gefunden wird, um das Überleben von Megalodon zu beweisen.
05:29 Ich würde mich über so einen Fund auf jeden Fall riesig freuen.
05:32 Bis es soweit ist, bleibt aber alles nur Spekulation.
05:35 Alle Meldungen von angeblichen Megalodon-Sichtungen haben sich im Nachhinein als falsch herausgestellt.
05:42 Das Marianengraben-Überleben-Szenario erscheint mir aber das plausibelste zu sein.
05:46 So sehen das wohl auch die Autoren von "The Meg".
05:49 Oder besser gesagt, der Autor vom Buch, auf dem der Film basiert.
05:53 Denn in diesem Buch und auch im Film geht es nämlich genau darum, dass Megalodon im Marianengraben versteckt,
05:59 in einer Thermokline bis heute überlebt hat.
06:02 Wie realistisch der Megalodon aus dem Film im Vergleich zum echten Tier ist,
06:06 das schauen wir uns dann in einem der nächsten Videos mal genauer an.
06:10 Wenn ihr selber im Marianengraben nach Megalodon suchen wollt, solltet ihr besser davon absehen.
06:15 Das ganze Gebiet um den Marianengraben steht nämlich unter dem Schutz des US-Militärs.
06:20 Und zwar weil George W. Bush dieses Territorium zu einem National Monument erklärt hat,
06:25 also einer Art Naturschutzgebiet.
06:28 Hat die amerikanische Regierung etwa was zu verbergen?
06:31 Vielleicht einen 20 Meter langen Hai? Wer weiß.
06:34 Der Marianengraben ist so abgelegen und für Menschen schwer zugänglich, wie es nur geht.
06:39 Aber trotzdem ist es nicht der einzige Ort, an dem man Megalodon vermutet.
06:43 Manche glauben, dass diese Hai-Art im Golf von Kalifornien zu finden sein könnte.
06:48 Das ist ein 160.000 Quadratkilometer großes Nebenmeer des Pazifiks,
06:53 in dem sich sehr viele verschiedene Tiere tummeln.
06:55 Unter anderem große Schildkröten und sogar verschiedene Wale.
07:00 An manchen Stellen ist der Golf von Kalifornien über 3000 Meter tief.
07:04 Hier wäre also genug Platz für den Riesenhai.
07:06 Und in solchen Tiefen sind natürlich auch keine Menschen unterwegs,
07:10 weshalb wir Megalodon natürlich noch nicht gesehen haben.
07:13 Dass Menschen gerade an diesem Ort den Urzeithai vermuten,
07:16 liegt daran, dass aus dieser Gegend seit Jahrzehnten immer wieder mal Meldungen
07:20 von angeblich gesichteten gigantischen Haien kommen.
07:23 Große weiße Haie verirren sich aber auch ab und zu in dieses Gewässer,
07:27 was manche der Sichtungen vielleicht erklären könnte.
07:29 Aber möglicherweise lauert ja doch etwas noch sehr viel Größeres dort unten.
07:34 Dass selbst große Haie problemlos in Tiefen von bis zu 2200 Meter leben können,
07:39 ist seit 1995 bekannt.
07:41 Damals filmte ein unbemanntes U-Boot nämlich einen 6 Meter langen Grönlandhai in dieser Tiefe.
07:47 Das war ein ziemlicher Schock, denn bis zu diesem Zeitpunkt
07:50 hat man Haie lediglich bis zu 1000 Meter tief tauchen sehen.
07:53 Vielleicht erleben wir so etwas ja noch einmal, wenn wir eines Tages Megalodon
07:57 mehr als 3000 Meter unter dem Meeresspiegel aufspüren.
08:01 Der Ozean ist durchschnittlich etwas über 4000 Meter tief.
08:05 Das bedeutet, es gibt noch unglaublich viele Orte unter Wasser,
08:08 an denen noch nie ein Mensch oder U-Boot gewesen ist
08:11 und wo wer weiß, was auf uns lauern könnte.
08:13 Den Riesenmaulhai haben wir aufgrund seiner Angewohnheit,
08:16 tagsüber mehr als 500 Meter tief zu tauchen, auch erst 1976 entdeckt.
08:21 Und das, obwohl er zu den größten Haien der Welt gehört.
08:24 Vielleicht passiert das ja auch eines Tages mit Karcharokles Megalodon.
08:29 Theoretisch ist es nicht unmöglich, dass Megalodon in der Tiefe versteckt lebt.
08:33 Wenn das wirklich der Fall ist, hat er sich höchstwahrscheinlich aber etwas verändert.
08:38 Tiefseetiere leben ja in fast vollständiger Dunkelheit
08:41 und haben deshalb oftmals sehr große Augen, um die letzten Reste des Lichts auffangen zu können.
08:47 Stellt euch nun mal Megalodon vor, mit Augen, die so groß sind wie die eines Kolosskalmas.
08:52 Das würde bestimmt lustig aussehen.
08:54 Viele Tiefseefische besitzen außerdem auch noch Leuchtorgane,
08:57 in denen mit Hilfe chemischer Reaktionen Licht erzeugt wird.
09:01 Damit können sie die Umgebung beleuchten, Futter anlocken oder auf Partnersuche gehen.
09:07 Lebt Megalodon tatsächlich, würde er wahrscheinlich nicht mehr so, sondern eher so aussehen.
09:13 Ein leuchtender Glubschaugenfisch, der statt riesige Wale zu jagen, lieber Kalmare frisst.
09:19 Dieses Tier könnten wir aber wohl kaum noch als Megalodon bezeichnen.
09:23 Es wäre eher eine komplett neue Haiart.
09:27 Nur noch die Frage an euch.
09:28 Glaubt ihr, dass Megalodon noch lebt?
09:30 Stimmt ab und schreibt eure Meinung in die Kommentare.
09:33 Ich selber wünsche mir zwar schon, dass er noch lebt und dass wir diesen Hai irgendwann nochmal finden.
09:37 Aber ich habe irgendwie auch Angst, dass wenn wir ihn finden sollten,
09:40 bald Jagd auf diesen seltenen Hai gemacht wird und er dann in Kürze wirklich ausgerottet wird.
09:45 Naja.
09:46 Ich hoffe, das Video hat euch gefallen.
09:48 Macht's gut, bis zum nächsten Mal.
09:50 Tschau.
09:51 [Musik]
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