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vor 4 Monaten

Borderline – Darum verletzen sich Menschen selbst

Anni hat eine Borderline-Persönlichkeitsstörung. In der Regel tritt Borderline in der Pubertät auf, häufig als Folge traumatischer Erfahrungen. Bei Anni zeigten sich erste Symptome der Borderline-Störung schon in früher Kindheit. Sie wuchs in verschiedenen Heimen und bei Adoptiveltern auf.

Anni ist 23 Jahre alt, hat mehrere Therapien und einen Selbstmordversuch hinter sich und bekommt immer noch ihre „Zustände“, wie sie sagt. Anni meint damit Zustände mit unerträglicher Anspannung, aus denen sie keinen anderen Ausweg kennt als den Griff zur Rasierklinge. Erst wenn sie sich selbst verletzt hat und das Blut sieht, spürt sie sich wieder und wacht aus diesem tranceähnlichen Zustand auf.

Kennzeichnend für die Borderline-Erkrankung sind heftige Stimmungsschwankungen, ein Gefühl innerer Leere und Angst vor dem Alleinsein. Betroffene von Borderline verletzen sich häufig selbst und denken auch über Selbstmord nach. Diese Symptome treten aber bei vielen Jugendlichen auch im Rahmen einer „normalen“ Pubertätskrise auf – ohne Borderline. Jeder fünfte Teenager – die meisten davon weiblich – hat sich Studien zufolge schon einmal selbst verletzt.