So sah Europa 1990 aus. Es gab zwei deutsche Staaten, die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik. Diese war allerdings keineswegs demokratisch, sondern eine Diktatur, und die beiden Staaten gehörten zwei gegnerischen Militärbündnissen an. Getrennt wurden sie durch den so genannten „Eisernen Vorhang“, den die Sowjetunion heruntergelassen hatte.
Auch Berlin war in einen östlichen und einen westlichen Teil gespalten, und zwar durch eine 1961 errichtete Mauer.
Als sich die Mauer Ende 1989 öffnete, kam es sehr rasch zur Wiedervereinigung. Das wurde möglich, nachdem im September 1990 in Moskau der so genannte Zwei-plus-Vier-Vertrag unterzeichnet worden war, und zwar durch die zwei deutschen Staaten sowie die vier Besatzungsmächte Frankreich, Großbritannien, USA und Sowjetunion.
Das neue deutsche Staatsgebiet reichte vom Rhein bis an die Oder und die Neiße sowie von den Alpen bis an die Ostsee. Damit bildete es das geographische Zentrum Europas, wodurch sich auch seine strategische Ausrichtung änderte.
Die Befürchtungen der Partnerländer konnte Bundeskanzler Kohl ausräumen. Er bekannte sich sehr schnell zur Oder-Neiße-Linie als der Grenze zu Polen. Außerdem ergriff er gemeinsam mit Frankreich die Initiative für den 1992 unterzeichneten Maastricht-Vertrag, mit dem die europäische Einigung auf drei Säulen ruhen sollte: den Institutionen, der Wirtschaft und der Verteidigung mit der Schaffung der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik.
Bei den ausländischen Direktinvestitionen in Frankreich steht Deutschland inzwischen an erster Stelle, vor allem in den Branchen Energie, Handel und Finanzen, Elektronik, Medizin, Telekommunikation und Autobau. Die Standorte befinden sich vor allem im Großraum Paris sowie im Südosten und Süden Frankreichs.Bei den ausländischen Direktinvestitionen in Deutschland steht Frankreich an vierter Stelle. Die französischen Unternehmen investieren in den Branchen Chemie, Autobau, Luftfahrt und Luxuswaren, und zwar vor allem in den alten Bundesländern und in Berlin.
Die beiden Länder bemühten sich auch um eine engere Zusammenarbeit ihrer Armeen. 1990 wurde die Deutsch-Französische Brigade geschaffen, deren 5300 Soldaten im Elsass und in Baden-Württemberg stationiert sind. Der binationale Brigadestab ist in Müllheim an der deutsch-französischen Grenze zu Hause.
Bundeskanzler Kohl und Präsident Mitterrand boten den anderen EU-Ländern an, sich anzuschließen, woraufhin 1993 das Eurokorps in Straßburg entstand, dem Truppen aus Belgien, Spanien und Luxemburg angehören.Der europäische Verband wurde 1996 in Bosnien-Herzegowina und dann in Mazedonien eingesetzt. Anschließend beteiligte er sich an Einsätzen der UNO, der NATO und der EU in Kosovo und Afghanistan.
Mit der Gründung von ARTE nach der deutschen Wiedervereinigung wurde politisches und gesellschaftliches Neuland beschritten. ARTE ist eine Europäische Wirtschaftliche Interessenvereinigung (EWIV), eine Rechtsform auf der Grundlage europäischen Rechts
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